Tipps für Radreisen in Peru – Dein Fahrrad Urlaub

Diese Tipps für Radreisen in Peru beruhen auf den Erfahrungen und Erlebnissen auf unserer Fahrrad Reise durch Südamerika. Wir waren dort in September/Oktober/November 2019 unterwegs.

Dabei sind wir, von Bolivien kommend, über Juliaca, Cusco und Lima Richtung Ecuador gefahren.

Unsere Tipps für Radreisen in Peru:

 

Anreise und Grenzabwicklung

Die Anreise erfolgt per Flugzeug oder auf dem Landweg aus einem der Nachbarstaaten. Aufpassen musst du mit der Höhe in den Anden, wenn du über einen Inlandsflug gleich in einer Stadt auf 3700 oder 4000 Metern Höhe landen willst. Denn dann fehlt dir die Höhenanpassung. Was es hierbei zu beachten gibt, um von gesundheitlichen Schäden verschont zu bleiben, haben wir in einem separaten Artikel beschrieben:

Höhenkrankheit vermeiden – Tipps zur Akklimatisation

Die Einreise-Formalitäten sind unbürokratisch und schnell erledigt. Du erhältst auf Anfrage bis zu 90 Tage Aufenthaltsrecht.

Im Hinblick auf die Corona-Pandemie sind Einschränkungen bei den Einreisebestimmungen nicht auszuschließen. Vor diesem Hintergrund sind auch verschärfte Grenzkontrollen denkbar. Hierzu solltest du dich zeitnah vor Reisestart über den aktuellen Stand informieren.

Lesetipp: Fahrrad im Flugzeug mitnehmen

 

Verständigung

In Peru wird spanisch gesprochen. Mit Englisch kommst du nicht sehr weit. Du solltest dir vor Radreisen in Peru einen kleinen Wortschatz in Spanisch zulegen. Das ist einfach zu bewerkstelligen und erleichtert dir die Kommunikation in Peru merklich.

Internet, Telefonie, Stromversorgung

In den Städten findest du schnell WiFi, doch die Verbindungs-Qualität ist mitunter abenteuerlich. Wir erlebten in der Regel unberechenbare Verbindungen mit Abbrüchen im Sekunden-, Stunden- und Tages-Bereich.

Benötigst du stabile Verbindungen, kaufst du besser eine peruanische SIM-Karte mit Datenvolumen.

Bargeldbeschaffung

Die Bargeldbeschaffung per Kreditkarte am Bankautomaten klappt ohne Probleme. Bei der staatlichen Bank de la Nacion sind Abhebungen auf 400 Soles begrenzt, doch sie erheben keine Gebühren. Beachte auf alle Fälle die langen Überlandpassagen ohne Städte in den Bergen. Dort findest du keine Bankautomaten und keine Wechselstuben.

Lebensmittelbeschaffung

In allen Ortschaften und Städten ist die Versorgung mit Lebensmittelgeschäften sehr gut. Zusätzlich ergänzt die Straßenküche dort die Speisekarte. In den Anden musst du allerdings häufiger Lebensmittel auf Vorrat mitnehmen, denn zwischen den Städten findest du keine Geschäfte und die endlosen Anstiege auf den Passstraßen erschweren eine exakte Strecken-Tagesplanung.

Berücksichtige auf Radreisen in den Anden die ungewöhnliche Höhe (3500 bis 4000 Meter) und die Kälte (je nach Jahreszeit), wenn du dich für einen bestimmten Brennstoff für deine Campingküche entscheidest. Beachte auch, dass Wasser in Höhenlagen bereits bei deutlich niedrigeren Temperaturen kocht. Damit verlängert sich die Garzeit und der Brennstoffverbrauch. Du solltest also deutlich mehr Brennstoff mitnehmen als Reserve.

Campingküche auf Radreisen Verpflegung auf Radreisen – Sporternährung & Campingküche Lebensmittel frisch halten auf Radreisen

 

Trinkwasserbeschaffung

Generell musst du in Peru nachfragen, ob es sich um Trinkwasser handelt, bevor du irgendwo deine Trinkflaschen auffüllst. Auch das Abkochen ist zumindest in den Hochlagen der Anden keine vollständige Sicherheit, denn auf 4000 Metern Höhe kocht Wasser schon bei 87 °C.

Natürlich kannst du überall auch Trinkwasser in Plastikflaschen kaufen. Doch am besten fährst du unterwegs mit einem Outdoor-Wasserfilter.

Der perfekte Wasserfilter für Radreisen Wasserbehälter auch Radreisen – Unsere Tipps

 

Bikeshops und Service

In den großen Städten gibt es Fahrradgeschäfte, doch hochwertige Komponenten sind eher selten anzutreffen. Spezielle Bauteile, Ersatzteile und Werkzeug solltest du schon bei der Einreise mitbringen. Das erspart dir viel Sucherei. Zudem bist du in den Bergen bei Pannen auf dich allein gestellt. Erwarte nicht, dass ein Peruaner anhält und dir Hilfe anbietet.

Straßen

Die Straßen außerhalb der Städte sind in der Regel gut ausgebaut und haben manchmal auch einen breiten Seitenstreifen. Haben sie keinen Seitenstreifen, wird das Radeln gefährlich.

Allerdings gibt es in den Bergen auch Schotterpisten. Informiere dich bei deiner Streckenplanung sehr sorgfältig, damit du unterwegs keine bösen Überraschungen erlebst.

In vielen Städten findest du auch immer wieder Lehmpisten. In den feuchten Monaten sind diese Straßen dann wegen großer Pfützen und viel Schlamm schnell unpassierbar. Das betrifft sogar große Städte wie Juliaca.

Verkehr

Ganz gleich, ob in der Stadt oder auf den Landstraßen: der Verkehr ist extrem gefährlich für Radfahrer. Seitenabstand kennt man nicht und bremsen für Radfahrer kommt gar nicht infrage.

Hupen bedeutet: verschwinde, jetzt komme ich! Flüchtest du nicht in den Seitengraben, wirst du tatsächlich totgefahren. Die vielen Kreuze entlang der Straße zeigen, das wir nicht die ersten Opfer wären.

Orientierung

Beschaffe dir für Radreisen in Peru eine Papierkarte als Übersicht und nutze eine Offline Karte samt GPS im Smartphone. Damit dürfte die Orientierung auch ohne Straßenschilder kein größeres Problem sein. Die Beschilderung ist tatsächlich oft sehr mager.

Lesetipp: Navigation und GPS Logger per Handy – offline und kostenlos

 

Geländeprofil

Die Berge der Anden prägen den Charakter vieler Straßen in Peru: es gibt sehr viele Anstiege und Abfahrten. Manchmal führt die Straße auch an einem Flusslauf entlang. Dann hält sich die Belastung beim Radeln in Grenzen.

Radeln

Das Radfahren in Peru ist sehr anstrengend. Die vielen Höhenmeter auf den Straßen in den Anden, der gefährliche, teils chaotische Verkehr in den Städten, der fehlende Seitenstreifen auf vielen Straßen, … all das kostet Kraft. Dafür wirst du mit einer traumhaften Bergwelt belohnt.

Trampen

Es gibt einige gute Gründe, auf Radreisen in Peru aufs Trampen zurückzugreifen. Doch das Trampen ist hier deutlich schwieriger als in einigen anderen Ländern Südamerikas. Viele Autofahrer sind misstrauisch und so halten nicht sehr viele Autos. Meistens wollen die Fahrer auch Geld haben.

Dennoch ist das Trampen einfacher zu organisieren, als eine Fahrt mit den öffentlichen Verkehrsmitteln.

Unsere Tipps zum Trampen auf Radreisen

 

Zelten und alternative Übernachtungsplätze

Zelten klappt ohne Probleme in Peru. Weil unsere Reisezeit allerdings teilweise in die Regenzeit fiel, suchten wir gezielt nach Alternativen zu Zelt:

Was in Argentinien fast immer eine sichere Adresse war, klappte hier in Peru nur selten: Die Bomberos Voluntarios (Freiwillige Feuerwehr) wiesen uns meist ab. Lediglich oben in den Bergen erlauben sie dem Reiseradler eine Übernachtung. Auch in Sporteinrichtungen hatten wir nie Erfolg.

Aber in mancher kirchlichen Einrichtung bot man uns einen Schlafplatz an.

Die Casa de Ciclista sind zwar nur in wenigen Städten vertreten, doch sie sind oft sichere Adressen (Juliaca, Lima, …) mit Ausnahmen (in Cusco profitorientierter Gastronomiebetrieb mit schlechter Betreuung).

Anfragen auf Warmshowers bleiben unbeantwortet und die Gastgeber sind allermeist ebenfalls verdeckte kommerzielle Betriebe.

Deine Zeltplatzsuche – was du beachten solltest Preiswerte Unterkünfte auf Reisen

 

Sicherheit auf Radreisen in Peru

Die Unruhen in den Nachbarstaaten Chile und Bolivien in 2019 zeigen, wie schnell sich die Sicherheitslage in einem Land in Südamerika ändern kann. Da hilft nur eine zeitnahe Recherche in seriösen Informationsquellen vor dem Reisestart und auch während der Reise. Zum Beispiel auf der Website des Auswärtigen Amtes (externer Link).

Allerdings lässt sich ein mögliches Risiko deutlich einschränken, wenn du die großen Städte meidest und dich von Massenprotesten oder Menschenansammlungen fernhältst.

Perfekter Fahrrad Diebstahlschutz  Fahrrad codieren – wie sinnvoll ist das?

 

Gefährliche Tiere

Neben den harmlosen Guanakos in den Bergen und einigen wilden Hunden gibt es insbesondere in der tropischen Tiefebene eine ganze Reihe giftiger und gefährlicher Tiere, darunter einige Schlangen, Spinnen und auch Kröten.

Gesundheitsgefahren

Zu den größten Gefahren zählen die Höhenkrankheit und die intensive Sonnenstrahlung in den Hochlagen der Anden.

Ansonsten ist das Reisegebiet maßgeblich für gesundheitliche Gefahren: für Aufenthalte im tropischen Tiefland im Osten des Landes werden Reiseimpfungen empfohlen. Plane für die Verabreichung dieser Impfungen ausreichend Zeit ein im Vorfeld der Reise.

Das passende Moskitonetz finden – Ein Leitfaden Reiseimpfungen – ein Überblick

 

Klima

An der Pazifikküste ist von Oktober bis Mai die beste Reisezeit, in den Anden sind es die Monate Mai bis Oktober. Die günstigste Zeit für das tropische Tiefland ist April bis Oktober.

Wir kamen durch meinen Verkehrsunfall in Bolivien mit unserem Reiseplan für Peru um 2 Monate in Verzug und landeten in der Regenzeit. Tatsächlich regnete es in den Bergen im November fast täglich und über mehrere Stunden, oft auch mit Gewitter.

Lesetipp: Beste Reisezeit – alle Länder in der Übersicht

 

Kultur

Das größte kulturelle Highlight in Peru sind natürlich die Ruinen und Ausgrabungsstätten der Inka. Des Weiteren erlebst du in einigen Städten viel historische Architektur aus der Kolonialzeit. Hierbei dominiert Cusco sicherlich mit einer enormen Fülle an Bauwerken.

Auf dem Land und in den Bergen tragen die Cholitas ihre traditionelle Kleidung: Bombin, Pollera, Manta und Aguayo, in Lima sieht man dergleichen gar nicht.

Sehenswürdigkeiten

Die spektakuläre Bergwelt der Anden, der Titicacasee und einige weitere landschaftliche Highlights gibt es zu besichtigen. Zu den größten kulturellen Sehenswürdigkeiten zählen die Inka Ruinen und die Kolonial-Architektur.

Inka Ruinen: Alternativen zu Machu Picchu

Highlights in der Stadt Cusco

 

Radreise durch Peru – Unser Reisebericht

 

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