Moskitonetz – das passende Mückennetz für deine Reise

Ein Moskitonetz schützt dich vor lästigen oder gar gefährlichen Fluginsekten, wenn du auf Reisen bist. Selbst, wenn du in der Regel in deinem Zelt übernachtest, ergeben sich immer wieder Situationen, in denen du ein solches Moskitonetz gut gebrauchen kannst: zum Beispiel, wenn es nachts viel zu heiß für ein Zelt ist, oder wenn du in einem Hotel, Hostel oder irgend einer anderen Unterkunft nächtigst, wo du mit Mücken und anderem Getier rechnen musst.

Auch aus hygienischen Gründen empfiehlt sich das eigene Moskitonetz. Denn manches Mückennetz vor Ort ist derart verkeimt, dass es ratsamer erscheint, sein eigenes Netz aufzuspannen.

Ebenso schützt dich ein solches Insektenschutz Netz auch tagsüber: nämlich vor den tagaktiven Krankheitsüberträgern und Plagegeistern.

Wodurch unterscheiden sich die verschiedenen Moskitonetze auf dem Markt? Welche Kriterien sind wichtig? Welches Netz ist für dich das richtige? Und wie sollst du das Netz aufhängen? Ein Leitfaden.

Die Maschenweite

Das wesentliche Kriterium bei Moskitonetzen ist die Maschenweite. Sie wird in Mesh angegeben: in Maschen/Quadrat-Inch (bzw. Quadrat-Zoll). Dabei entsprechen z. B. 200 Mesh einer Maschenweite von ca. 1,2 mm. Für exakte Werte müsste man hier auch die Fadenstärke berücksichtigen. Doch für die Unterscheidung verschiedener Moskitonetze spielt das eher eine untergeordnete Rolle und kann vernachlässigt werden.

Je kleiner die Maschen, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, sich damit sämtliche Plagegeister vom Leib zu halten. Demnach wäre das Netz mit der kleinsten Maschenweite immer die perfekte Wahl. Wäre da nicht die Einschränkung in der Luftdurchlässigkeit:

Die Luftdurchlässigkeit

Je kleiner die Maschen, desto mehr leidet die Luftdurchlässigkeit. Und diese Eigenschaft ist vor allem in tropisch-heißen Gebieten oder Jahreszeiten unentbehrlich.

Folglich gilt es, einen Kompromiss zu finden zwischen diesen beiden gegenläufigen Parametern: Maschenweite und Luftdurchlässigkeit.

Maßgebend hierbei bleibt natürlich der Schutzfaktor. Denn eine angenehme Luftduchlässigkeit nützt dir ja nichts, wenn die Maschenweite zu groß gewählt ist und die Plagegeister freien Zugang zu deiner Haut haben.

Du informierst dich also über die Größe der Insekten, mit denen du auf deinen Reisen rechnen mußt und wählst dann eine Maschenweite, die gerade noch die kleinste vorkommende Spezies sicher auf Abstand hält.

Die Richtwerte der WHO für die Maschenweite

Die Welt-Gesundheits-Organisation (WHO) hat Richtwerte ausgeschrieben, die einem die Auswahl der passenden Maschenweite erleichtern:

  • Malaria-, Denguefieber-, Gelbfieber- und Zikavirus-Gebiete in Südostasien, Afrika und Amerika: hier sind mindestens 156 Mesh erforderlich.
  • In Süd- und Mitteleuropa: hier sind mindestens 210 Mesh erforderlich.
  • In Schottland, Skandinavien, Neuseeland und Kanada: in diesen Ländern werden 1000 Mesh empfohlen, denn hier ist Schutz gegen Kleinst-Insekten erforderlich. Zu diesen Insekten zählen Midges, Sandflies, No-See-Um, Gnitzen, Punkies, Blackflies, … und wie sie alle heißen.

Glücklicherweise kommen die kleineren Plagegeister eher in kälteren Regionen vor. Da verliert der Wunsch nach hoher Luftdurchlässigkeit an Bedeutung. Folglich kannst du hier bedenkenlos ein Moskitonetz mit sehr geringer Maschenweite wählen.

Die Moskitonetz Form

Es gibt im Wesentlichen zwei verschiedene Formen bei den Moskitonetzen: Kastenform und Pyramide.

Pyramidenform

Die Pyramidenform benötigt nur einen Aufhängepunkt, bei der Kastenform können es dagegen bis zu 8 Aufhängepunkte sein. Somit erzeugt die Pyramidenform den geringeren Aufwand bei Auf- und Abbau. Dafür ist bei der Pyramidenform ein Kontakt zwischen Moskitonetz und Körper meist unvermeidbar. Und das bedeutet, dass die Stechmücken dich doch erwischen, weil sie dann durch die Maschen stechen.

Kastenform

Bei der Kastenform ist die Chance deutlich größer, das Netz in ausreichendem Abstand zum Körper zu halten, vorausgesetzt, das Netz ist groß genug dimensioniert und du findest die Möglichkeit vor, dein Moskitonetz perfekt aufzuhängen. Doch das ist selten der Fall. Meistens musst du improvisieren und die Aufhängung über eine oder mehrere Leinen organisieren.

Wir haben mit dieser Kastenform auf unseren Radreisen in Thailand, Laos, Kambodscha, Malaysia, Indonesien und Indien in der Regel 10 – 15 Minuten Arbeit mit dem Aufhängen gehabt. Meistens reichte es, eine Leine diagonal durch den Raum zu spannen und an dieser Leine dann 6 oder alle 8 Haken zu nutzen. Bei Bedarf verwendeten wir dann noch volle Wasserflaschen als zusätzliche Abstandshalter in den 4 Ecken und in der Mitte auf den langen Seiten.

Nützlich für den Aufbau sind vor allem Haken, Schrauben, Nägel oder ähnliche Aufhängepunkte in ausreichender Höhe an mehreren Stellen im Raum. Säulen oder Baumstämme sind ebenfalls geeignet.

Das Material

Am weitesten verbreitet sind Nylon oder Polyester. Diese Kunstfasern sind leichter und kleiner im Packmaß als Baumwolle oder ein Mischgewebe. Außerdem sind sie sehr reißfest und trocknen schneller als Baumwolle. Daher sind Nylon und Polyester immer die erste Wahl.

Baumwolle ist empfindlicher gegen Nässe, neigt zum Verfilzen und nimmt im Laufe der Zeit Gerüche auf. Außerdem ist bei Baumwolle die Luftdurchlässigkeit geringer. Für Reisen und vor allem im Outdoor-Bereich ist Baumwolle somit weniger gut geeignet.

Das Gewicht

Das Gewicht ist bei der Auswahl des Netzes eher zweitrangig. Aber dieser Faktor gewinnt an Bedeutung, wenn du mit Rucksack oder Fahrrad auf Tour gehst. Naturgemäß ist ein Netz mit engeren Maschen schwerer als ein Netz mit größeren Maschen. Hast du die Wahl zwischen mehreren Produkten mit der gleichen Maschenweite, kann das Gewicht den Ausschlag geben.

Die Pflege von Moskitonetzen

Vor dem Verpacken solltest du immer das gesamte Netz auf Insekten absuchen, die sich möglicherweise im Netz verheddert haben. Die Tierchen freuen sich darüber und du ersparst dir unschöne Flecken auf deinem Netz.

Moskitonetze aus Kunstfaser können auch mal feucht verpackt werden. Für kurze Zeit ist das unschädlich. Doch für eine längere Lagerung muß das Netz auf jeden Fall trocken sein.

Die Netze lassen sich auch beliebig oft waschen. Hat dein Moskitonetz eine Imprägnierung, so geht diese mit dem Waschen natürlich verloren.

Du wirst mit dem Netz immer wieder einmal an scharfen Gegenständen hängen bleiben. Dabei entstehen schnell Risse oder größere Löcher. Diese kannst du aber ohne Probleme selber wieder nähen.

Weitere Ausstattungsmerkmale

Neben den erwähnten Modellen findest du noch Exoten mit Eingang oder Bleiband in der Unterkante. Für dauerhafte Installationen sind diese Merkmale vielleicht noch interessant. Aber auf Reisen mit Beschränkungen in Gepäckgewicht und Gepäckvolumen sind das eher Funktionen, auf die du verzichten kannst.

Ein Eingang ist sogar kontraproduktiv, weil er ein Schlupfloch für die Insekten darstellt.

Behandlung mit Insektenschutzmitteln

Einen zusätzlichen Schutz erreichst du durch eine Behandlung des Moskitonetzes mit Insektenschutzmitteln. Es gibt auch imprägnierte Moskitonetze zu kaufen. Allerdings ist das nicht gerade gesundheitsfördernd, weil diese Gifte für den Menschen nicht unbedenklich sind. Da solltest du gut abwägen, ob du das wirklich benötigst. Im Übrigen geht der Schutz mit mehrmaligem Waschen auch schnell verloren.

Unser Moskitonetz

Wir haben uns zu Beginn unserer großen Radreise ein Moskitonetz in Kastenform von BasicNature mit Mesh 225 zugelegt. Preis: 17 €. Es hat 8 Aufhängepunkte mit Ringösen, ist aus Polyester und misst aufgespannt 2 x 2,2 m bei 2 m Höhe. Waschen ist ohne Probleme möglich und das Aufhängen haben wir meist über eine Leine bewerkstelligt, wie oben beschrieben. Die tropischen Mücken hält es uns sicher auf Abstand. Wir würden dieses Moskitonetz auch jederzeit wieder kaufen.

Ein freistehendes Innenzelt als Moskitonetz

Solltest du ein Zelt besitzen, bei dem das Innenzelt auch ohne Außenzelt und Abspannungen selbständig steht, dann hast du schon ein perfektes Moskitonetz. Mit einem solchen Zelt bist du am flexibelsten, gehst aber unter Umständen an anderer Stelle Kompromisse ein, zum Beispiel bei der Sturmstabilität oder beim Platzangebot.

Kopfnetz

Als mobile Variante gibt es neben den großen Moskitonetzen noch Kopfnetze. Die sind sehr praktisch, um sich tagsüber lästige Insekten vom Hals zu halten. Diese Kopfnetze haben meist sehr enge Maschen, die einen auch vor den kleinen Midges oder Sandflies schützen. In Kombination mit langer Kleidung erreichst du hier einen guten Rundumschutz, wenn du tagsüber von diesen lästigen Tierchen genervt wirst.

Die komfortable Variante ist dabei ein faftbarer Hut mit weiter Krempe, durch die das Netz auf Abstand zum Kopf gehalten wird. Die einfachere Variante ist lediglich ein Netz in Sackform, das du dir über den Kopf stülpst. Mehr Komfort hast du natürlich bei der ersten Variante, zur Not tut es aber eben auch das einfache Netz.

Ergänzender Schutz vor Insekten

Impfungen gehören mit zu den wirkungsvollsten Methoden, sich vor Krankheiten zu schützen, die durch Insekten übertragen werden. Doch es gibt auch Krankheiten, gegen die es eben noch keinen Impfstoff gibt. Dazu zählen beispielsweise Malaria, Dengue, Chikungunya und das Zikavirus.

Daher ist lange Kleidung in den Risikoländern grundsätzlich immer zu empfehlen und stellt möglicherweise den besten Infektionsschutz dar. Outdoor-Kleidung gibt es mittlerweile auch schon mit einer Insekten-Blocker-Funktion durch Vorbehandlung mit bestimmten Substanzen.

Repellentien sind vor allem tagsüber ein sinnvoller Schutz. Für die nächtliche Schlafphase sind sie allerdings nicht gut geeignet.

Räucherspiralen setzten beim Verglimmen Insektizide in Gasform frei. Sie sind relativ wirkungsvoll, aber in größerer Dosis definitiv nicht gesund, weil die Insektizide über die Atemwege in den Menschlichen Körper gelangen.

 

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