Tipps für Radreisen in Nepal

Diese Tipps für Radreisen in Nepal beruhen auf unseren Erfahrungen in diesem Land im Rahmen unserer großen Radreise durch Asien. Dabei sind wir, von Indien kommend, über Butwal, Lumbini, Pokhara, Kathmandu, Naubise und Hetauda gefahren und bei Birganj wieder nach Indien eingereist.
Unsere Tipps für Radreisen in Nepal:

Anreise und Grenzabwicklung

Du kannst auf dem Landweg einreisen oder per Flugzeug. Aber du benötigst ein Visum, welches du vor Ort an der Grenze ausgestellt bekommst (Visa on Arrival).

Der Grenzübergang Indien-Nepal ist ungewöhnlich einfach und unkompliziert. Du erkennst es gar nicht als Grenze und musst dich tatsächlich selber durchfragen zum betreffenden Gebäude, um die notwendigen Aus- und Einreise-Stempel zu erhalten. Es gibt dort keine Zwangsführung für Touristen, die Grenze ist quasi offen und es herrscht reger Verkehr. Für Touristen ist das etwas riskant und unserer Meinung nach schon zu locker organisiert.

Verständigung

Es wird Nepali und Hindi gesprochen, doch mit Englisch kommst du in den Städten gut zurecht. Auf dem Land wird es etwas schwieriger. Ein kleines Basiswissen in Hindi ist daher sehr hilfreich.

Internet, Telefonie, Stromversorgung

Das Stromnetz fällt immer mal aus. Auch das Internet hat immer wieder Aussetzer. Aufpassen musst du mit dem Preisgefüge in den Internet-Cafes: dort laufen die Anlagen bei Stromausfall über Generatoren und der Stundenpreis ist dann plötzlich drastisch höher. Du erfährst die Aufpreise in der Regel nur auf gezielte Anfrage.

WiFi in den Städten zu finden, ist kein Problem. Sogar in manchem Tempel boten uns die Mönche WiFi an, wenn wir dort einen Übernachtungsplatz hatten.

Dagegen hatten die privaten Warmshowers- oder Couchsurfing-Kontakte in der Regel kein Internet oder wollten es nicht zur Verfügung stellen.

Bargeldbeschaffung

In den großen Städten ist die Bargeldbeschaffung am Geldautomaten kein Problem. Auf dem Land und in den kleineren Dörfern ist es da deutlich schwieriger bis unmöglich, einen Geldautomaten zu finden.

Lebensmittelbeschaffung

Es gibt zwar Lebensmittelläden, doch Nepal hat eine hervorragende Straßenküche. Da haben wir aufs Kochen verzichtet. Lediglich Obst und Gemüse haben wir in den Läden oder auf den Märkten gekauft.

Reis bildet die Basis für die meisten Mahlzeiten und wird mit verschiedenen Chutneys und vor allem mit Linsen kombiniert (Dal Bhat).

Trinkwasserbeschaffung

Das Wasser ist in ganz Nepal nicht zum Trinken geeignet. Du musst es filtern oder abkochen. Alternativ kannst du überall Trinkwasser in Plastikflaschen kaufen. In vielen Einrichtungen stehen Trinkwasserspender, an denen du mit entsprechender Erlaubnis in der Regel deine Flaschen auffüllen kannst.

Unsere Tipps zum Wasserfilter: Outdoor-Wasserfilter für Radreisen.

Bikeshops und Service

In den großen Städten verleihen die Reiseanbieter im großen Stil Fahrräder an die Touristen. Dementsprechend stehen auch Bikeshops mit hochwertigen Komponenten zur Verfügung. Allerdings sind die Preise zum Teil sehr hoch, Touristenpreise halt. Sicherheitshalber solltest du Ersatzteile und Werkzeug schon bei der Einreise im Gepäck haben, dann kommst du preiswerter weg.

Straßen

Es gibt gute Asphaltstraßen, aber ebenso staubige Schotter- oder Lehmpisten. Insbesondere die Hauptstadt Kathmandu ist in dieser Hinsicht sehr unterentwickelt. In keiner anderen Stadt, die wir bisher bereist haben, war der Staubanteil in der Luft derart hoch. Kaufe dir eine dieser Atemschutzmasken vor Ort, dann schluckst du weniger Staub. Des Weiteren sind die Straßen dort voller Schlaglöcher und Krater.

Verkehr

Überall in Nepal herrscht ein sehr hohes Verkehrsaufkommen. Die Reiseveranstalter kutschieren die Touristen in Bussen und Geländewagen in die Berge und wieder zurück. Das hat Konsequenzen für deine Radreisen in Nepal:

In der Regel heizen die Fahrer völlig rücksichstlos über die Bergpisten und erzeugen so ständig gefährliche Situationen für einen Radler. Radfahren ist in Nepal folglich nicht überall richtig entspannend.

Orientierung

Per GPS und Offlinekarte im Handy sind Navigation und Orientierung kein Problem. Du solltest aber stets das Höhenprofil im Auge behalten, denn auf mancher Strecke erwarten dich sehr viele Höhenmeter.

Unsere Tipps zur Offline-Navigation:

Fahrrad Navigation und GPS Logging per Handy – offline und kostenlos.

Geländeprofil

Nepal ist ein Gebirgsland. In weiten Teilen des Landes verlaufen die Straßen durch die Berge und weisen entsprechend viele Höhenmeter auf. Nur in den südlichen Landesteilen ist das Gelände flacher.
Für den Blick auf die höchsten Gipfel des Himalaya musst du allerdings dein Fahrrad stehen lassen und dich an einer dieser Trekkingtouren beteiligen. Dafür benötigst du zum einen die richtige Ausrüstung und zum anderen eine klare, dunstfreie Sicht. Und diese Sicht hast du nicht zu jeder Jahreszeit.

Radeln

Nepal ist wegen der Berge bestimmt kein klassisches Reiseland für Radreisen. Doch es lässt sich mit anderen Ländern Asiens (z.B. Indien) zu einer größeren Radreise verbinden und bietet neben der Bergwelt vor allem eine einzigartige Kultur und unglaublich viele historische Tempel.

Trampen

Trampen klappt ohne große Wartezeiten in Nepal. Es findet sich sehr schnell ein Kleinlaster oder ein Pickup zur Mitnahme. Wir haben es genutzt, wenn uns der Verkehr doch zu gefährlich oder die Anstiege zu hart waren. Unsere Tipps zum Trampen:
Trampen auf Radreisen.

Zelten und alternative Übernachtungsplätze

Einige buddhistische und hinduistische Tempelanlagen erlauben eine Übernachtung auf ihrem Gelände. In mancher Stadt klappte es allerdings nicht immer im ersten Versuch. Da kam uns zugute, dass es in der Regel mehrere Tempelanlagen in den Städten gibt.

Kontakte auf den privaten Übernachtungs-Netzwerken Warmshowers oder Couchsurfing gibt es zwar, aber viele melden sich leider zu spät oder gar nicht. Ganz unbrauchbar sind diese Netzwerke zur Zeit nepalesischer Festivals. Dann sind alle auf Reisen oder bei ihrer Familie. In manchen Zeiten folgt in Nepal ein Festival dem anderen.

Besonders negativ fanden wir die versteckten kommerziellen Anbieter auf Warmshowers. Sie erwarten im Gegenzug zur kostenlosen Übernachtung stillschweigend den Verzehr im angebundenen Restaurant.

Zelten ist in Nepal kein Problem. Lediglich im Bereich der Gebirgsstraßen kann es schwierig werden, einen Stellplatz zu finden, weil der Platz zwischen Straße und Felsen oft zu klein ist. Im Gelände ist auch immer mit giftigen Schlangen zu rechnen (siehe unten).

Sicherheit auf Radreisen in Nepal

Nepal ist sicher und friedlich. Doch in den Touristenzentren der größeren Städte solltest du aufpassen und wachsam sein. Über Nacht solltest du dein Fahrrad immer abschließen und dein Gepäck an einem sicheren Platz abstellen.

Gefährliche Tiere

Die freilaufenden Affen haben es meistens auf die Lebensmittel in deinem Gepäck abgesehen, sind ansonsten aber friedlich. Diesen Tieren haben wir sogar einen eigenen Artikel gewidmet:

Die freilaufenden Affen in Asien.

Es gibt eine ganze Reihe giftiger Schlangen in Nepal. Das solltest du immer im Auge behalten, wenn du auf der Suche nach einem Zeltplatz bist. Im Zweifel fragst du vor Ort die Einheimischen, ob Gefahr droht.

Gesundheitsgefahren

Für eine Reise nach Nepal werden Impfungen empfohlen. Kontaktiere dazu rechtzeitig vor Reisestart einen Tropenmediziner.

Nicht gegen alle Krankheiten, die von stechenden Insekten übertragen werden, gibt es Impfungen. Daher sind lange Kleidung und Repellentien angebracht. Ferner solltest du stets unter einem Moskitonetz schlafen.

Des Weiteren gelten die üblichen Regeln der Hygiene: Hände waschen, Fliegen vom Essen fernhalten, usw.

In den Bergen ist ab einer Höhe von 2000 Metern auf die Höhenanpassung zu achten, um gesundheitliche Gefahren zu vermeiden. Wie wir mit der Höhenanpassung in Tadschikistan umgegangen sind, kannst du hier nachlesen:

Pamir Highway und die Höhenanpassung.

Das Gesundheitssystem in Nepal ist einigermaßen gut organisiert. Solltest du auf einer Reise durch Indien ernsthafte gesundheitliche Probleme haben, lohnt ein kurzer Abstecher nach Nepal zur Behandlung, denn das Gesundheitssystem in Indien ist definitiv nicht zu empfehlen (eigene Erfahrung).

Klima

In den Bergen im Norden des Landes herrscht hochalpines Klima, im Süden des Landes wird es tropisch heiß. Die Monsunzeit Juni – September solltest du für Radreisen in Nepal meiden, dann fällt sehr viel Regen.

Kultur

Bist du zu Gast zum Essen eingeladen, wird in Etappen gegessen. Zuerst speist der Gast und der Gastgeber schaut dir die ganze Zeit zu. Danach erst isst der Gastgeber samt Familie. Dabei essen zuerst die Männer, danach die Frauen. Ist alles etwas gewöhnungsbedürftig, aber Ausdruck vorzüglicher Behandlung.

Nepal feiert sehr viele religiöse Festivals. Sicher kommst du während deiner Radreisen in Nepal in den Genuss der Feierlichkeiten mancher Festivals. Oft spielen Farben und Blumenschmuck eine große Rolle und für die Kids bauen sie dann gigantische Bambusschaukeln. Sogar die Hunde werden bei manchem Festival in die Feierlichkeiten integriert.

Die Gestik für Ja und Nein ist umgekehrt.

Auch in Nepal durchdringt das Kastensystem die Gesellschaft, ähnlich wie in Indien.

Sehenswürdigkeiten

Mit Nepal assoziiert natürlich jeder zunächst einmal das Himalaya Gebirge. Doch auf Radreisen in Nepal liegt der Schwerpunkt etwas anders:

Das Panorama zwischen Butwal und Pokhara ist ausgesprochen sehenswert, die Städte Pokhara und vor allem Kathmandu mit seinen unzähligen historischen Tempeln ebenfalls, mit Lumbini Garden gibt es einen historischen Ort (der Geburtsort Buddhas) und in jeder Kleinstadt laden die kleineren Tempel zu Besichtigungen ein. Auch die Reisterrassen, der riesige Bambus und die Bananenstauden sind ein Highlight entlang der gängigen Routen.

Wir haben einige dieser Highlights in separaten Artikeln detailliert beschrieben:

 

Das könnte dich ebenfalls interessieren

 

Dieser Beitrag „Tipps für Radreisen in Nepal“ enthält sehr viel wertvolle Information, mühsam zusammengetragen und sorgfältig aufbereitet. Du erhältst diese Infos kostenlos. Wenn dir der Beitrag gefallen hat, freuen wir uns. Als kleines Dankeschön könntest du weiterhin auf unserem Blog stöbern oder unseren Newsletter abonnieren.

 

Nichts mehr verpassen:  Newsletter abonnieren

Kommentare sind geschlossen.