Tipps für Radreisen in Belgien

Diese Tipps für Radreisen in Belgien beruhen auf unseren Erfahrungen auf zwei Radreisen durch das Land. Dabei haben wir das Radwegenetz kennengelernt und sind an den Kanälen entlang, durch die Wälder und an der Küste entlang geradelt. Wir haben einige sehenswerte Städte besichtigt, die Kultur des Landes und die Mentalität der Belgier kennengelernt.

Unsere Tipps für Radreisen in Belgien:

Anreise und Grenzabwicklung

Belgien grenzt im Nordwesten an Deutschland. Folglich ist die Anreise so kurz wie zu kaum einem anderen Reiseland. Trotzdem kommen für die Anreise neben dem Auto auch Fernbus, Bahn oder sogar das Flugzeug in Betracht.

Wir sind zu beiden Radreisen gleich per Fahrrad von zu Hause aus gestartet, weil es bis zur belgischen Grenze für uns lediglich 100 km Strecke sind.

Bei der Einreise gibt es keine Grenzkontrollen (Schengenraum). Dennoch musst du die Zollbestimmungen Belgiens beachten. So gibt es Beschränkungen auf bestimmte Güter. Eine sehr hilfreiche Website ist hierzu die Seite vom Auswärtigen Amt.

Verständigung

In Belgien wird Niederländisch (im Norden), Französisch (im Süden) und Deutsch (im Osten) gesprochen. Doch mit Englisch kommst du auch gut zurecht.

Die Belgier wirkten auf uns immer sehr ernst und etwas distanziert. Sie sind aber freundlich und hilfsbereit, wenn man sie anspricht oder um Informationen bittet.

Internet, Telefonie, Stromversorgung

Das Stromnetz stellt 220 Volt bereit, es gibt Steckdosen von Typ E und Typ C. In der Regel benötigst du also keinen Adapter für deutsche Stecker. Die dickeren Schukostecker (Typ F) passen jedoch bei Typ E Steckdosen nur, wenn sie ein zusätzliches Loch für den mittleren, hervorstehenden Stiftkontakt aufweisen. Prüfe die Stecker all deiner Gerätschaften hierauf und nimm im Zweifel einen Adapterstecker mit auf deine Radreisen in Belgien.

Innerhalb der EU sind 2017 die Roaminggebühren entfallen. Damit ist das Surfen im Internet mit deinem deutschen Vertrag nicht mehr teurer als daheim.

Die preiswerteste Alternative ist allerdings die Nutzung von WiFi. Das findest du in den Städten überall: in Hotels, Gastronomie und vielen öffentlichen Einrichtungen.

Eine weitere Alternative ist die Beschaffung einer belgischen Prepaidkarte mit Datenvolumen.
Telefonieren kannst du ebenfalls über WiFi: per Skype oder WhatsApp.

Bargeldbeschaffung

Die offizielle Währung in Belgien ist der Euro. Die Bargeldbeschaffung an den Geldautomaten und auch die Bezahlung per Karte ist in Belgien kein Problem. Die gängigen Kreditkarten werden akzeptiert. Kläre vorab, ob Gebühren fällig werden und ob du mit der Nutzung der EC-Karte oder der Kreditkarte günstiger kommst.

Lebensmittelbeschaffung

Die Versorgung mit Lebensmittelgeschäften ist sehr gut. Es gibt kleine Fachgeschäfte und größere Supermärkte. Etwas befremdlich wirkte auf uns die vorgeschriebene Fahrtrichtung für den Einkaufswagen in einigen Supermärkten. Und wir haben erlebt, dass die Belgier diese Vorschriften sehr ernsthaft befolgen.

Trinkwasserbeschaffung

Das Wasser in Belgien hat Trinkwasserqualität. Frage sicherheitshalber trotzdem nach, bevor du deine Flaschen auffüllst. Aber einen Wasserfilter benötigst du auf jeden Fall nicht auf Radreisen in Belgien.

Bikeshops und Service

In Belgien ist das Fahrrad als Verkehrsmittel und als Sportgerät für jedes Alter eine Selbstverständlichkeit. Folglich findest du in jeder Stadt Bikeshops, die allesamt gut sortiert sind. Hier bekommst du hochwertige Komponenten, Werkzeug und Ersatzteile.

Spezielle Ersatzteile, Flickzeug und dein eigenes Werkzeug solltest du aber schon bei der Einreise mit im Gepäck haben, dann bist du autark. Denn auf manchem Radweg kommt nur selten ein anderer Radler vorbei und in der Regel führen die Radwege über weite Strecken fernab der Straßen. Also bist du bei einer Panne auf dich allein gestellt.

Straßen

Belgien hat ein sehr gut ausgebautes Straßennetz. Die Autobahnen sind geräumig und sehr gut vernetzt. Daneben existieren Schnellstraßen, Überlandstraßen und ein flächendeckendes Radwegenetz, in der Regel fernab der Straßen. Ergänzend kommen noch viele Bus- und Bahnverbindungen hinzu.

Verkehr

Wenn du deine Anreise per Auto organisierst, solltest du die geltenden Vorschriften für Autofahrer kennen:

  • Das Mitführen einer Warnweste ist für Autofahrer und Motorradfahrer in Belgien Pflicht. Ebenso ist das Tragen dieser Weste bei Panne oder Unfall Pflicht.
  • Für Fahrzeuge mit deutschem Kennzeichen ist für Brüssel und Antwerpen eine kostenlose Registrierung Pflicht. Bei Nichtbeachtung drohen empfindliche Bußgelder.
  • Halte dich auch auf dem Laufenden im Hinblick auf die Ausweitung der Umweltzonen in Antwerpen und Brüssel.

Orientierung

Mit GPS und offline-Karte im Handy sind Orientierung und Navigation kein Problem. Das belgische Radwegenetz erleichtert dir zudem die Navigation enorm: hier navigierst du über die Nummerierung der Knotenpunkte. Mehr Details unter „Radeln in Belgien“.

Unsere Tipps zu Navigation & GPS Logger per Handy.

Geländeprofil

Solange du nicht in die Ardennen radelst, wirst du mehr oder weniger plattes Land bereisen. Die Hügel halten sich sehr in Grenzen. Dennoch ist die Landschaft sehr abwechslungsreich.

In den Ardennen wirst du mit Bergen konfrontiert, im Hohen Venn erreichen sie bis zu 700 Meter Höhe.

Radeln

Belgien besitzt ein hervorragendes Radwegenetz. Und für die Routenplanung existiert ein Online-Routenplaner. Des Weiteren führen einige EuroVelo-Routen durch Belgien.

Alle Infos zum Radwegenetz in Belgien.

Das Radeln in Belgien ist sehr angenehm. Viele Radwege führen an Wasserwegen entlang oder führen dich durch dichte Wälder oder an Sehenswürdigkeiten vorbei.

Anstrengend aber landschaftlich sehr reizvoll ist das Radeln in den Ardennen im Südosten Belgiens.

Infos zur Fahrrad Helmpflicht in allen Ländern

Trampen auf Radreisen in Belgien

Wir haben in Belgien nie aufs Trampen zurückgegriffen, haben daher auch keine Erfahrungswerte.

Wir können uns aber gut vorstellen, dass dich die Belgier stur stehen lassen werden. Spontane Offenheit und Hilfsbereitschaft haben wir eher in vielen anderen Ländern wahrgenommen, jedoch nicht in Belgien. Einen Versuch ist es trotzdem wert.

Unsere Tipps zum Trampen auf Radreisen.

Zelten und alternative Übernachtungsplätze

In Belgien ist wildes Zelten verboten. Doch die Campingplätze sind meistens zu teuer. Frage bei privat oder beim Bauernhof und in der Regel ist es überhaupt kein Problem, das Zelt auf dem Grundstück in einer Ecke abseits der Straße aufzubauen.

Daneben sind die privaten Übernachtungsnetzwerke Warmshowers und Couchsurfing eine Alternative.

Sicherheit auf Radreisen in Belgien

Belgien ist ein sicheres Reiseland. Die Bevölkerung ist friedlich und gastfreundlich. Im Zentrum der großen Städte, insbesondere in Brüssel, solltest du allerdings auf deine Sieben Sachen aufpassen. Hier sind Kleinkriminalität, Ablenkungsmanöver an Geldautomaten und Autodiebstahl an der Tagesordnung.

In 2016 und 2018 ereigneten sich in Belgien einige Terroranschläge. Demnach ist zukünftig immer mit Terrorgefahr zu rechnen, obwohl die Terrorwarnstufe mittlerweile wieder gesenkt wurde. Beachte auf jeden Fall die aktuellen Eintragungen zur Reisesicherheit in Belgien auf der Website vom Auswärtigen Amt, bevor du zu deiner Reise startest.

Gefährliche Tiere

Zu den wenigen gefährlichen Tieren in Belgien gehören die Schwarze Witwe sowie die Quallen und das Petermännchen in der Nordsee. Also aufpassen beim Baden.

Gesundheitsgefahren

Kontaktiere rechtzeitig deinen Hausarzt und lasse deinen Impfstatus überprüfen. Möglicherweise benötigst du eine Auffrischung für den bestehenden Impfschutz oder sogar weitere Impfungen.
Weitere Infos hierzu: Reiseimpfungen im Überblick.

Die medizinische Versorgung in Belgien ist ausgezeichnet. Du kannst dich unter Verwendung der Europäischen Krankenversicherungskarte (EHIC) in Belgien behandeln lassen.

Eine Reisekrankenversicherung ist dennoch sehr ratsam, weil deine gesetzliche Krankenkasse im Ausland nicht alle Leistungen übernimmt (z.B. den medizinisch sinnvollen Rücktransport).

Klima

In den flachen Gebieten nahe der Küste herrscht ozeanisches Klima: Es ist mild, feucht und das Wetter sehr wechselhaft, oft hält sich Nebel. In den höheren Lagen der Ardennen ist es deutlich kälter. Die Niederschlagswerte steigen von der Küste ausgehend Richtung Ardennen an.

Kultur

Kulinarisch geht vieles mit Pommes. Daneben sind belgische Waffeln und belgische Schokolade sowie das belgische Bier zu erwähnen.

In der Küche gibt es Unterschiede zwischen den verschiedenen Sprachgebieten. So hat die flämische Küche andere Besonderheiten als die Küche in Brüssel und in Wallonie.

Kulturell ist das Land gespalten: zwischen den Flamen und den Wallonen herrscht seit dem 19. Jh. ein Konflikt um Sprache und Kultur des Landes.

21.07. ist Nationalfeiertag (Tag der Vereidigung des ersten belgischen Königs)

Sehenswürdigkeiten

Belgien hat viele sehenswerte Städte mit historischer Architektur, 70 km Nordseeküste, sehenswerte Flüsse und Kanäle sowie dichte Wälder. Die Ardennen im Südosten des Landes sind dazu ein traumhaftes Wanderparadies.

 

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