Fahrrad im Flugzeug mitnehmen – unsere Erfahrungen und Tipps

Wenn du dein Fahrrad im Flugzeug mitnehmen willst, bekommt das Fliegen eine ganz neue Dimension. Du hast Sondergepäck, unterliegst besonderen Vorschriften, hast eine ganze Menge mehr Arbeit bei der Suche nach dem passenden Flug und bei den Vorbereitungen.

Natürlich lauern hier auch einige Fallstricke, die dich viel Geld und Nerven kosten können. Was ist zu beachten, wenn du ein Fahrrad im Flugzeug mitnehmen willst? Wie findest du den preiswertesten Flug? Welche Risiken gehst du ein? Unser Leitfaden für den Fahrradtransport per Flugzeug.

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Was da alles auf dich zukommt

Es gab Zeiten, da haben die Fluglinien Sport-Equipment neben dem anderen aufgegebenen Gepäck kostenlos transportiert. Und nicht immer war es Pflicht, das Bike in einen Karton zu packen. Das hat sich geändert. Und damit ist es teurer und aufwändiger geworden, wenn du ein Fahrrad im Flugzeug mitnehmen willst:

  • Das Fahrrad gilt heute als Sport-Sondergepäck
  • in der Regel kostet die Mitnahme von Sport-Sondergepäck Geld
  • es gibt klar definierte Verpackungsvorschriften fürs Fahrrad (Karton oder Box)
  • du musst einen passenden Karton beschaffen
  • der Fahrrad-Karton reduziert das verbleibende Freigepäck um 4-5 kg
  • der Aufwand zum Zerlegen des Fahrrads ist gewachsen, denn die Kartons im Fahrradhandel sind mittlerweile sehr eng bemessen
  • nach der Ankunft musst du dein Fahrrad wieder aufbauen.

 

Ein Faltrad als Alternative für Vielflieger

Wenn du häufiger dein Fahrrad im Flugzeug mitnehmen willst, kann dir dieser zusätzliche Aufwand ganz schön auf die Nerven gehen. Vielleicht sind da ja Falträder eine Option für dich. Es gibt allerdings nicht viele Anbieter, deren Falträder dann gleichzeitig noch stabil und robust genug für deine Radreisen mit Gepäck sind. Riese & Müller, Dahon, BikeFriday, HpVelotechnik und Brompton bieten sehr hochwertige Falträder mit Reisetauglichkeit an.

Dabei ist diese Reisetauglichkeit aber mit Einschränkungen verbunden: Das Fahrverhalten ist gewöhnungsbedürftig, die Eignung für Gelände und nicht befestigte Wege sehr beschränkt und das Rad erfordert mehr Aufwand bei Wartung und Ersatzteilbeschaffung. Außerdem liegt die Gepäckgrenze niedriger als beim Standard-Reiserad. Ein solches Faltrad bleibt also ein Kompromiss zwischen Reisetauglichkeit und erhöhter Mobilität für z.B. Flüge.

Wenn du per Tandem auf Radreise gehen willst, bleibt dir für den Transport im Flieger allerdings gar nichts anderes übrig. Da muss! es ein Faltrad sein. Andernfalls schränken dich die Maximalmaße im Rahmen der Gepäckvorgaben der Fluggesellschaften zu stark ein. Und bzgl. Tandem-Falträder ist das Angebot noch stärker beschränkt.

 

Die Flugtauglichkeit deines Fahrrads

Für die meisten Tourenradler wird ein Faltrad aber wohl nicht infrage kommen. Dennoch lohnt ein Blick auf die Art der verbauten Komponenten im Hinblick auf die Flug-Vorbereitungen:

  • Ein Ahead-Steuersatz macht dich flexibler als ein Gewinde-Steuersatz
  • 26“-Laufräder machen flexibler als 28“-Laufräder
  • Schutzbleche und Gepäckträger erfordern meist mehr Zerlege-Aufwand
  • Anbauteile an Lenker und Vorbau können den Zerlege-Aufwand ebenfalls steigern
  • Schnellspanner an Laufrädern und Sattelstütze reduzieren den Zerlege-Aufwand dagegen.

Wenn du also häufiger dein Fahrrad im Flugzeug mitnehmen willst, lohnt es sich, bei der Komponentenwahl gezielt Einfluss zu nehmen, um sich später bei den Flügen etwas Arbeit zu ersparen. Die wesentlichen Punkte lassen sich dabei allerdings nur beim Fahrrad-Neukauf realisieren. Nachträgliche Umbauten an einem Fahrrad werden schnell sehr teuer oder sind sogar unmöglich.

Übrigens: es gibt sogar Falthelme.

 

Die Suche nach einem preiswerten Flug

Der bequemste Weg für die Buchung der Flüge ist sicher das Reisebüro. Dort bist du aber nicht sicher, ob tatsächlich alle Möglichkeiten bei der Suche ausgeschöpft werden. Insbesondere ein Preisvergleich unter Berücksichtigung der Mehrkosten für Sondergepäck ist schließlich zeitaufwändig. Diese Zeit haben die Mitarbeiter im Reisebüro nicht.

Die bessere Alternative ist folglich, wenn du die Flugsuche und die Buchung per Internet selber in die Hand nimmst. Das ist sehr zeitaufwändig und manchmal etwas abenteuerlich, belohnt dich aber am Ende mit einem günstigeren Preis und einem Flug ohne Überraschungen.

Im Folgenden beschreiben wir diesen Buchungsprozess im Detail:

 

Die Suchportale

Wenn du einen Flug suchst, bedienst du dich in der Regel der einschlägigen Suchportale. Dort werden dir für bestimmte Verbindungen alle zur Verfügung stehenden Flüge sämtlicher Fluggesellschaften angezeigt.

Unser Favorit unter den Suchportalen ist Skyscanner. Hier kannst du dir das Preisgefüge der Flüge für ganze Monate in einer Übersicht anzeigen lassen. Das erhöht deine Chance, wirklich die preiswertesten Flüge zu finden.

 

Der Preisvergleich zwischen den Fluglinien

Der in den Suchportalen angezeigte Flugpreis kann manchmal schon überholt sein. Wundere dich also nicht, wenn nach der Weiterleitung auf die Website der betreffenden Fluglinie plötzlich höhere Preise erscheinen.

Der angezeigte Flugpreis versteht sich auch immer nur als Basispreis und beinhaltet Gepäck in ganz genau definierten Grenzen (Freigepäck). Jede Fluglinie hat für zusätzliches Gepäck individuelle Preisaufschläge. Das gilt auch für Zusatzleistungen wie Sitzplatzwahl, Bord-Verköstigung und die Reiseklasse. So musst du folglich für einen Preisvergleich zwischen mehreren Anbietern immer erst die Zusatzkosten recherchieren und am Ende die Gesamtpreise vergleichen.

Für den Preisvergleich von Flügen mit Fahrradtransport ist diese Angelegenheit dann noch ein Stück aufwändiger. Neben der Recherche nach den Grenzen und Preisen für „normales“ Gepäck hast du ja noch das Fahrrad. Dieses gilt als Sportgepäck und unterliegt ebenfalls besonderen Bedingungen bei den Fluglinien im Hinblick auf Abmessungen, Maximalgewicht und Aufpreis.

So kann ein sehr günstiger Flugpreis durch solche Sonder-Aufschläge unter Umständen zum teuersten Flug mutieren. Oder der preiswerteste Flug wird für dich unbrauchbar, weil die Sportgepäck-Vorgaben (Maximalgewicht, Maximalmaße) nicht deinen Wünschen entsprechen.

Die Suche nach den Angaben zu Maximalgewicht und Maximalmaßen für zusätzliches Gepäck und Sportgepäck ist allerdings extrem mühsam. Die Websites vieler Fluggesellschaften sind in dieser Hinsicht grauenhaft kundenunfreundlich und alles andere als intuitiv.

 

Mehr Flexibilität senkt den Flugpreis

Neben den Preisunterschieden für zusätzliches Gepäck und Sportgepäck gibt es noch einige andere Möglichkeiten, den Flugpreis zu drücken:

  • Flexibilität bei Start- und Lande-Flughafen bzw. -Stadt (die stark frequentierten Rennstrecken sind preiswerter als exotische Verbindungen)
  • Flexibilität beim Flugdatum (Hauptsaison, Feiertage, Wochenende und Montage meiden)
  • Flexibilität bei der Flugzeit (nicht vor 9:00 und nicht nach 18:00 fliegen: Rushhour)
  • Buchungszeitpunkt (einige Monate im Vorfeld buchen kommt preiswerter)
  • Nutzung von Last Minute Angeboten (ist mit deinem Sportgepäck möglicherweise sehr stressig, bietet aber bei der nötigen Flexibilität bzgl. Zielland und Zielort das größte Preispotenzial).

Ein weiteres Preis-Kriterium ist das Thema Umsteigen. Direktflüge sind teurer als Flüge mit Zwischenstopps. Solange du auf demselben Flughafen deinen Anschlussflug findest, ist das eine sinnvolle Alternative zu den Direktverbindungen. Das gilt auch, wenn dieser Fliegerwechsel mit mehreren Stunden Aufenthalt am Zwischen-Flughafen verbunden ist.

Kritisch sind dagegen Verbindungen, bei denen du für den Anschlussflug den Flughafen wechseln musst („Flug mit eigenem Transfer“). Das ist mit deinem Gepäck samt Fahrrad eine sehr aufwändige, nervenaufreibende Angelegenheit. Unter Umständen benötigst du hierfür sogar ein Visum für deinen kurzen Aufenthalt im fremden Land.

Nicht selten werden bis zum Flugtag von der Fluggesellschaft noch zeitliche Änderungen von mehreren Stunden nachgeschoben. Das bringt dich dann bei zu knapp gesetzten Terminen vor bzw. nach dem Flug schnell in Bedrängnis. Berücksichtige das bei deinem Zeit-Management.

 

Die Flugbuchung

Hast du den passenden Flug gefunden, kannst du online die Buchung vornehmen. Das läuft in der Regel ähnlich dem Einkauf in einem Online-Shop. Du gibst die Daten aus dem Reisepass ein, wählst gegebenenfalls zusätzliche Leistungen (z.B. Sitzplatz-Auswahl) und bestellst bei Bedarf die erforderliche Anzahl zusätzlicher Gepäckstücke sowie dein Sportgepäck.

Aber Achtung: Es kommt auch vor, dass du im Rahmen der Weiterleitung vom Suchportal nicht bei der Fluglinie, sondern bei einer Buchungs-Agentur landest. Solche Buchungs-Agenturen bieten dir dann zu höheren Preisen verschiedene Pakete an, in denen zusätzliche Service-Leistungen (Mahlzeiten, mehr Beinfreiheit, usw.) enthalten sind, die du eigentlich nicht brauchst oder nicht haben willst. Es ist dann deutlich preiswerter, die Buchung direkt über die Fluglinie vorzunehmen.

Generell wird der Flug für dich am preiswertesten, wenn du „im Rahmen der Flugbuchung“ schon sämtliches Gepäck mit buchst. Eine nachträgliche Buchung kommt dich teurer. Am teuersten ist das Zusatzgepäck, wenn du es erst beim Einchecken anmeldest.

Wenn dir eine Storno-Option wichtig ist, solltest du die entsprechenden Geschäftsbedingungen der Fluglinie „vor“ der Buchung studieren. Hier lauern Fallstricke. Buche den Flug erst, wenn du mit den betreffenden Bedingungen einverstanden bist.

Am sichersten ist es in dieser Hinsicht, wenn du vor der Buchung bei der Fluglinie einen Account anlegst. So werden sämtliche Änderungen, wie Stornierung oder Umbuchung, deinem Konto zugeordnet und das erleichtert unter Umständen die gesamte Abwicklung im Bedarfsfall.

 

Die Online-Bezahlung

Nach Abschluss der Buchung erfolgt die Bezahlung. Je nach Fluglinie werden hier mehrere Optionen angeboten: Kreditkarte, Paypal oder andere Alternativen. Buchst du deinen Flug im Ausland, kann es hier Probleme geben, wenn z.B. deine deutsche Kreditkarte nicht für die Bezahlung akzeptiert wird (erlebt in Malaysia). Vielleicht findest du einen Einheimischen, der mit seiner Kreditkarte bezahlt und du gibst ihm das Geld in bar zurück.

Nach erfolgreicher Bezahlung sendet dir die Fluglinie die Buchungsbestätigung bzw. das Flugticket per E-Mail. Du kannst es ausdrucken und am Abflugtag im Flughafen auf die Suche nach dem Terminal und der Flugnummer nutzen.

 

Notiere dir die Gepäck-Vorgaben

Notiere dir auf jeden Fall die recherchierten Vorgaben für all dein Gepäck (Handgepäck, Freigepäck, zusätzlich bestelltes Gepäck und Sportgepäck): Abmessungen, Maximalgewicht und auch die Bedingungen für den Fahrradtransport (Luft aus den Reifen, Pedale abmontieren, usw.). Dann hast du die Daten griffbereit, wenn es an die Flugvorbereitungen geht.

Das Ablassen der Luft aus den Reifen ist zwar aus physikalischer Sicht Nonsens, aber viele Fluglinien fordern es und manche Fluggesellschaft lässt das sogar beim Check-in überprüfen. Tatsächlich erleben wir in Flughöhe weniger als 1 Bar Unterschied im Luftdruck gegenüber Meereshöhe und somit eine kaum gefährliche Zusatzbelastung für unsere Fahrradreifen.

Berücksichtige auch die Verbote für bestimmte Gegenstände in Handgepäck und aufzugebendem Gepäck sowie die Maximalmengen von Flüssigkeiten. Damit ersparst du dir unangenehme Überraschungen beim Einchecken oder in der Gepäckkontrolle.

Manche Fluggesellschaft schafft es einfach nicht, die gesamten Vorgaben zum Gepäck auf ihrer Website transparent und verständlich darzustellen. Beim geringsten Zweifel solltest du dann Kontakt mit der Fluggesellschaft aufnehmen und die offenen Fragen abklären.

Sehr hilfreich, wenngleich auch zeitaufwändig, ist in diesem Zusammenhang die persönliche Kontaktaufnahme auf dem Abflug-Flughafen einige Tage vor dem Flug. Aber es ist unter Umständen die vertrauenswürdigste Auskunft im Vergleich zu möglicherweise uneindeutigen Angaben auf der Website der Fluglinie.

 

Das Fahrrad als Gepäck vorbereiten

Nach erfolgreicher Flugbuchung kannst du erst einmal tief durchatmen und entspannen. Turbulent wird es dann aber wieder in den letzten Tagen vor dem Flugtermin.

Du benötigst (in der Regel) einen passenden Karton für dein Fahrrad und möglicherweise weitere Kartons für dein sonstiges Gepäck (weil die Anzahl deiner Fahrrad-Packtaschen die Vorgaben der Freigepäckgrenzen überschreitet).

Alternativ zum Fahrrad-Karton gibt es auch spezielle Fahrrad Transport Boxen oder Fahrrad Flugzeug Taschen zu kaufen. Solche Lösungen kommen aber nur in Betracht, wenn du am Zielort die Möglichkeit zum Einlagern hast und bereit bist, das Geld für diese Dinger zu bezahlen.

Auf der Suche nach passenden Fahrrad-Kartons haben wir im Laufe unserer Flüge von 1410 x 760 x 200 bis zu 1820 x 770 x 270 alles entdeckt. Je größer, desto besser, solange die Abmessungen noch im Rahmen der Vorgaben der Fluglinie liegen.

Die Bike-Kartons bekommst du in den Bikeshops für einen Obolus oder sogar umsonst. In mancher Stadt kann die Suche allerdings zu einer zeitaufwändigen Angelegenheit werden.

Eine interessante Alternative zum klassischen Fahrrad-Karton sind die Verpackungen großer LCD-TV-Monitore. Sie sind unter Umständen größer als die vor Ort verfügbaren Fahrrad-Kartons. Die Wahrscheinlichkeit, zum erforderlichen Zeitpunkt einen solchen Karton zu finden, ist allerdings deutlich geringer als bei den Fahrrad-Kartons.

Gewicht der Kartons: je nach Größe wiegen die Kartons zwischen 4,4 und 4,7 kg! Das frisst schon einen erheblichen Anteil des Freigepäcks (in der Regel zwischen 20 und 30 kg pro Person, je nach Fluglinie) auf. Bei mancher Fluglinie darf der Fahrrad-Karton maximal 20 kg wiegen. Dann kommt man bei einem Reiserad mit Stahlrahmen und ca. 16 kg Eigengewicht schnell an Grenzen. Wir mussten sogar Fahrrad-Anbauteile in unseren anderen Gepäckstücken transportieren, weil das Limit von 20 kg schon ohne diese Teile erreicht war.

Hast du einen passenden Karton gefunden, erfolgt die Demontage einiger Komponenten am Fahrrad, damit das Fahrrad in den Karton passt:

Pedale ab, Lenker drehen, Laufräder ausbauen, usw. Manche Fluglinie fordert zusätzlich, dass du die Luft aus den Reifen lässt, obwohl das aus physikalischer Sicht überhaupt nicht notwendig ist (siehe oben).

Die Fahrrad-Kartons sind mittlerweile auch derart klein in ihren Abmessungen, dass du unter Umständen sogar Schutzbleche und Gepäckträger demontieren musst, damit der Rahmen in den Karton passt.

Nutze Polsterfolie und Tape, um die empfindlichen Bauteile vor Beschädigungen zu schützen. Fixiere lose Bauteile per Tape am Rahmen, damit nichts verloren geht, wenn der Karton unterwegs Löcher bekommt oder gar komplett aufreißt. Markiere per Filzschreiber, wo oben und unten ist.

Beschaffe dir eine Waage, um während dem Packen der Kartons immer die volle Kontrolle über die Gewichts-Obergrenzen für alle Gepäckstücke zu behalten.

Du siehst: da kommt viel Arbeit und Vorbereitung auf dich zu, wenn du dein Fahrrad im Flugzeug mitnehmen willst.

 

Das Einchecken am Flughafen

Du kannst heute online vorab einchecken. Doch mit besonderem Zusatzgepäck wie deinem Fahrrad empfehlen wir das Einchecken am Flughafen. Hierbei erhältst du bei Bedarf Hilfe und Unterstützung vom Fachpersonal. Das ist sicherer.

Am Flughafen kannst du bei Bedarf auch das Gewicht all deiner Gepäckstücke selber wiegen, um sicherzugehen, dass du sämtliche Obergrenzen einhältst. Allerdings erlebten wir dort auch schon mal Differenzen von mehreren kg zwischen verschiedenen Waagen.

Halte für die letzten Vorbereitungen an deinem Gepäck auch sicherheitshalber eine halbe Rolle Paketklebeband und Schere oder Messer bereit. Dann bist du für böse Überraschungen gewappnet, wenn du aus irgendeinem Grund gezwungen wirst, vor dem Einchecken umzupacken. Natürlich musst du dann Schere bzw. Messer vor der Gepäckaufgabe noch irgendwo im aufzugebenden Gepäck deponieren, weil diese Gegenstände definitiv nicht im Handgepäck mitgeführt werden dürfen. Wir kleben sie dann immer mit etwas Tape ans Fahrrad, indem wir durch die Tragelöcher des verschlossenen Fahrradkartons greifen.

Deine Beweglichkeit ist auf dem Flughafengelände mit diesen sperrigen Fahrradkartons immer etwas abenteuerlich, weil die Wege in der Regel sehr schmal gehalten werden. Das nervt immer wieder auch besonders empfindliches Bodenpersonal.

Oft läuft das Sondergepäck auch auf anderem Weg zum Flugzeug und du benötigst deutlich mehr Zeit, bis alles aufgegeben ist. Plane für das ganze Geschiebe auf jeden Fall etwas mehr Zeitreserve ein. Hier werden aus zwei Stunden notwendiger Zeit schnell drei Stunden wegen der besonderen Behandlung von großen Gepäckstücken. Und selbst drei Stunden erwiesen sich aus unserer Erfahrung auf manchem Flug schon als zu knapp.

 

Die Sicherheits-Schleuse

Vermeide auf jeden Fall die Mitnahme von verbotenen Gegenständen im Handgepäck (siehe Vorschriften der Fluglinie). Denn das finden sie in der Sicherheits-Schleuse. Für ein Umpacken in dein aufgegebenes Gepäck ist es dann schon zu spät. An das kommst du ja nicht mehr heran, denn das ist schon auf dem Weg ins Flugzeug.

 

Die Ankunft am Zielflughafen

Die Fahrrad-Kartons werden auf den Flügen nicht immer pfleglich behandelt. Das tut einem nicht nur in der Seele weh, sondern ist auch mit dem Risiko verbunden, dass dir wichtige Kleinteile aus dem Karton verloren gehen auf dem Weg bis zum Gepäckband am Zielort. Daher ist es wichtig, dass du alle Kleinteile nicht lose in dem Karton deponierst, sondern alles am besten am Rahmen mit Klebeband fixierst.

Zusätzlich kannst du vor dem Flug den Karton im Bereich der Greiföffnungen mit Tape verstärken, um mehr Sicherheit gegen das Ausreißen dieser Griffe zu gewinnen.

Sichere auch augenscheinlich gut verschlossene Kartonseiten noch zusätzlich mit einer Runde Tape. Du ahnst ja nicht, welchen enormen Belastungen diese Kartons im Handling durch das Bodenpersonal ausgeliefert werden. Wir erlebten am Zielort schon einen an der Bodenfläche komplett geöffneten Fahrradkarton, obwohl die Bodenfläche vor dem Einchecken mit den üblichen Kartonklammern noch völlig unversehrt verschlossen war.

Dasselbe gilt für die üblichen Fahrrad-Packtaschen: Das Bodenpersonal greift nicht immer an den Griffschlaufen, sondern auch schon einmal an den seitlichen Riemen mit den Schnellverschlüssen. Und wenn die sich dann versehentlich öffnen, fliegt dem Bodenpersonal der gesamte Inhalt einer Packtasche um die Ohren. Verklebe deine Packtaschen daher vor dem Flug mit Tape.

Sondergepäck wird oft an einer anderen Stelle ausgeliefert als auf dem Gepäckband. Frage das Bodenpersonal, sie werden dir die betreffende Abladestelle zeigen.

 

Die Einreise-Bedingungen und dein Fahrrad

Manche Länder haben besondere Einfuhr-Beschränkungen, die dein Fahrrad und auch dein sonstiges Reise-Equipment betreffen. So gibt es in Australien und Neuseeland z.B. besonders scharfe Quarantäne-Bestimmungen:

  • Erdreste im Reifenprofil oder unter den Schutzblechen deines Fahrrades erzeugt sofort Ärger
  • Lehmreste an den Zelthäringen und Ameisen im Innenzelt ebenfalls
  • Die Einfuhr pflanzlicher und tierischer Produkte ist verboten oder muss zumindest in einem Formular vor der Einreise deklariert werden (darunter fällt auch ein Daunenschlafsack, ein Taschenmesser mit Holzgriff und ein Strohhut).

Die Zollbeamten prüfen alles sehr akribisch und auf bewusstes Verschweigen von verbotenen Gegenständen stehen harte Strafen. Dein Zelt werden sie in einem separaten Quarantäne Labor vor Ort auf links drehen, du wirst sehen.

Warum es solche harten Einreisebestimmungen gibt, haben wir unserem Artikel über das Ökosystem in Australien sehr detailliert erläutert.

Für die Einreise nach Chile benötigst du den Kaufnachweis für dein mitgebrachtes Fahrrad. Sonst gibt es Schwierigkeiten.

Informiere dich also sehr sorgfältig im Vorfeld über die Einreisebestimmungen am Zielort. So kann es auch innerhalb eines Landes an verschiedenen Flughäfen Unterschiede in der Vorgaben geben.

 

Der Aufbau der Fahrräder nach dem Flug

Wenn du dein Gepäck samt der Fahrradkartons am Zielflughafen in Empfang genommen hast, musst du erst alle Instanzen hinter dich bringen, bevor du mit dem Wiederaufbau des Fahrrads beginnen kannst. Dazu zählen: Einreiseformalitäten, Gepäckkontrolle per Scanner und unter Umständen auch die inhaltliche Überprüfung deiner Gepäckstücke. Montiere dein Fahrrad auf keinen Fall vor dem Gepäckscanner, sonst darfst du unter Umständen Lenker und Vorbau gleich wieder abmontieren, weil dein Fahrrad anders nicht durch den Scannerkanal passt.

Der Aufbau deines Fahrrads geht deutlich schneller vonstatten als das Zerlegen und Verpacken in die Kartons. Doch es dauert eben seine Zeit, je nachdem, wie umfangreich deine Demontage war. Suche dir dafür am Flughafen eine ruhige Ecke mit Licht und Wetterschutz.

An manchen Flughäfen (Brisbane, Christchurch, …) gibt es sogar explizit eingerichtete Fahrradmontage-Zonen für Reiseradler.

Besonders reibungslos klappt die Montage, wenn du das dazu erforderliche Werkzeug schnell griffbereit hast und nicht erst lange suchen musst. Überlege dir also schon im Rahmen der Flug-Vorbereitungen, an welcher Stelle in deinem aufgegebenen Gepäck du dein Werkzeug deponierst. Das betrifft auch das Messer zum Öffnen der Kartons.

Wenn dein Zielflughafen nach deiner Reise auch wieder der Abflug-Flughafen ist, lohnt es sich unter Umständen, den Fahrradkarton ortsnah zu deponieren und für die Rückreise wiederzuverwenden. Damit ersparst du dir die erneute Suche nach einem passenden Karton.

Ganz gleich, zu welcher Tageszeit du deinen Zielort erreichst: Wenn du mit dem fertig aufgebauten Fahrrad samt deinem Gepäck den Flughafen verlässt, bist du in aller Regel reif für eine erholsame Unterkunft und ganz viel Schlaf. Organisiere dir am besten schon weit vor dem Abflugtag eine solche Unterkunft, dann verläuft der erste Tagesausklang am Zielort deutlich stressfreier. Unsere Empfehlung hierzu: das private Übernachtungsnetzwerk für Reiseradler „Warmshowers“. Weitere Tipps zu Übernachtungen auf Radreisen.

 

Fazit zum Fahrrad im Flugzeug mitnehmen

Wenn du deine Flüge selber buchst und alle wichtigen Punkte im Rahmen der Vorbereitungen berücksichtigst, ist Fliegen mit einem Fahrrad im Gepäck nur halb so wild. Trotzdem bleibt es deutlich anstrengender als Fliegen ohne Fahrrad und sorgt an einigen Stellen im Ablauf immer wieder für spannende Überraschungen.

 

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