Der Plan

Es stand schon seit vielen Jahren auf unserem Plan: eine große Radreise über die Kontinente. Und im Juli 2015 war es endlich so weit: es konnte losgehen. Unsere Planung im Detail:

Der Plan für die Reiseroute:

Wir fuhren in Deutschland von unserer Haustür aus los und radelten über Österreich, Slowenien, Kroatien, Bosnien, Montenegro, Albanien, Kosovo, Mazedonien und Griechenland Richtung Asien. Weiter ging es über Türkei, Georgien, Armenien, Iran, Turkmenistan, Usbekistan, Tadschikistan, Kirgistan, per Flug nach Indien, dann durch Nepal, Thailand, Laos, Kambodscha, Malaysia und Indonesien. Von Indonesien  ging es per Flug nach Australien, dann weiter nach Neuseeland und wieder zurück nach Australien.

Aktuell sind wir in Südamerika. Hier stehen Argentinien, Brasilien, Bolivien, Peru und Chile auf dem Plan.

Insgesamt haben wir unsere Streckenführung in der Planung sehr grob gehalten, um uns nicht den Spielraum für spontane Empfehlungen der Einheimischen oder aufgezwungene Änderungen zu verbauen. So bleiben wir flexibel.

Beispielsweise haben wir Georgien und Armenien nachträglich in die Route mit aufgenommen, weil es in Trabzon in der Türkei unmöglich war, ohne Referenznummer ein Visum für den Iran zu beantragen.

Ebenso hatten wir ursprünglich vor, von Kirgistan über China nach Vietnam zu fahren. Weil die Visa-Beschaffung für China unterwegs in Zentralasien in 2016 jedoch unmöglich war, haben wir unsere Route auch hier geändert und stattdessen Indien, Nepal und Myanmar integriert.

Und auch Myanmar mussten wir später streichen, weil die MTT-Permits mittlerweile extrem teuer geworden sind (wir sollten 350 US-$ bezahlen) und keine Weiterreise nach Thailand erlaubten.

So ist das halt mit Plänen.

Der Plan

Innerhalb der einzelnen Länder verläuft unsere Reiseroute entlang vieler Sehenswürdigkeiten oder durch herausragende Landschaften. Die geplanten Fahrstrecken in km haben wir durch Kürzung bei Bedarf immer auf die Klimadaten der Länder abgeglichen, um Wetterextreme möglichst zu umgehen (der Pamir-Highway im Winter oder Malaysia in der Regenzeit: das wäre schlecht für eine Radreise mit Zeltübernachtung).

Natürlich gibt es auch Beschränkungen durch die Aufenthaltsbestimmungen einzelner Länder: China zum Beispiel erlaubt (zur Zeit) maximal 30 Tage Aufenthalt; das reicht kaum, um dieses riesige Land ausgiebig kennen zu lernen.

Der Plan für die Reisedauer:

Wir wollen uns Zeit lassen zum Erleben von Land und Kultur. Unser Tagespensum wird durchschnittlich bei 50 km pro Tag liegen (Erfahrungswert aus unseren bisherigen Radreisen). So benötigten wir bis Indonesien über 2 Jahre. Wir hoffen, dass wir noch lange durchhalten und nicht durch unabsehbare Ereignisse unterbrechen oder gar abbrechen müssen.

Die Fahrräder:

Hier sind wir kompromisslos: stabile Reiseräder mit Stahlrahmen, hochwertigen Komponenten und einfacher Technik gewährleisten lange Lebensdauer und gute Ersatzteilversorgung weltweit. Der nahezu gleiche Aufbau unserer Fahrräder reduziert den mitzunehmenden Ersatzteil-Umfang und das Werkzeug auf ein Minimum. In dem Artikel Unsere Fahrräder haben wir den Aufbau unserer Reiseräder detailliert beschrieben.

Der Plan für Unterkünfte und Verpflegung:

Wie gewohnt aus den vergangenen Jahren, reisen wir mit Zelt und Schlafsack. Das erhöht den Abenteuer-Faktor. Ob und wo wir alternative Unterkünfte aufsuchen werden, entscheiden wir  immer unterwegs spontan. In vielen buddhistischen Ländern zum Beispiel waren Übernachtungen auf dem Tempelgelände möglich, in Indonesien empfahlen uns die Locals die Räumlichkeiten der Verkehrspolizei. In der tropischen Hitze in Äquatornähe war uns das Zelt oft auch viel zu heiß. Da suchten wir nur einen luftigen Unterstand für unser Moskitonetz. Und als feste Unterkünfte haben wir später die privaten Übernachtungsnetzwerke Warmshowers und Couchsurfing abgesucht.

Zum Kochen haben wir den geliebten Trangia-Spirituskocher mit, samt Erweiterung um den Optimus Nova Benzinbrenner. Damit ist Brennstoffmangel auch in abgelegenen Gegenden nahezu ausgeschlossen. Andererseits reizte uns die asiatische Küche schon sehr. Da blieb unsere Zeltküche dann über viele Wochen kalt.

Der Plan zu Kommunikation und Elektronik:

Dieses Thema hat unerwartet viel Zeit in Anspruch genommen im Rahmen der Vorbereitung:

  • der Aufbau einer Website, über die wir bloggen wollen von unterwegs
  • der Aufbau eines Smartphones samt Bluetooth-Mini-Tastatur zum mobilen Büro
  • die Auswahl der sozialen Netzwerke, über die wir Kontakt halten wollten (Twitter, Youtube)
  • die Suche nach den richtigen Apps für Bildbearbeitung, Textverarbeitung, Navigation, Tracking, VPN-Client, digitale Unterschriften, usw.
  • das Sicherheitskonzept (Backup, Passwortschutz, Notfall-Management)
  • der Internetzugang außerhalb Europas

… all das war auf unseren „kleinen“ Radreisen nie ein Thema. Da brauchten wir das alles nicht. Jetzt aber schon. Und nach 2 Jahren auf Reisen haben sich mittlerweile so ziemlich alle Geräte verabschiedet und mussten ersetzt werden. Diesen Umstand haben wir dann auch genutzt, um für unsere Büro-Organisation vom Smartphone auf ein Netbook umzusteigen.

Fazit:

Für lange Zeit per Fahrrad zu reisen, ist nicht neu für uns. Denn 2014 waren wir für 7 Monate in Großbritannien und Irland unterwegs und haben vieles schon getestet. Aber quer durch die Kontinente und mehrere Jahre Reisezeit, das ist noch mal eine Nummer größer. Und wir wussten natürlich, dass Planung und Realität zwei verschiedene Dinge sind. Daher betrachteten wir unseren Plan immer nur als grobe Orientierung und lassen die Dinge auf uns zukommen.

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