Die beste Schlafmatte für Reise und Camping finden

Neben Zelt und Schlafsack gehört die Schlafmatte zu den drei wichtigsten Ausrüstungs-Gegenständen, wenn du dich auf das Übernachten in der freien Natur vorbereitest. Dabei stellt die Schafmatte bestimmt die kleinste Investition im Bunde dar. Noch! Denn die technische Weiterentwicklung bei diesen Outdoor-Matratzen ist seit einigen Jahren rasant und hat natürlich auch die Preise in die Höhe geschraubt: 200 Euro für eine Hightech-Camping-Matte ist keine Seltenheit mehr. Deshalb will die Entscheidung gut überlegt sein.

Dieser Artikel soll dir einen Überblick geben, welche Outdoor-Schafmatten, Matratzen und Isomatten es auf dem Markt aktuell gibt und welche Vor- und Nachteile diese Produkte haben.

Dieser Beitrag ist als „Werbung“ zu betrachten, weil wir hier Marken, Produkte und Firmen erwähnen/empfehlen, auch wenn wir dies unentgeltlich tun.

Inhaltsverzeichnis

Dein Verwendungszweck

Die Auswahl der passenden Schlafmatte fällt dir leichter, wenn du genau weißt, wie und wo du sie einsetzen wirst.

Erfolgt der Transport deiner Matte meist per Auto, spielen Gewicht und Packmaß keine große Rolle. Bist du per Rucksack oder Reiserad unterwegs, sind das mitunter die wichtigsten Kriterien. Entsprechend verhält es sich mit allen anderen Merkmalen: Liegekomfort, Wärmeisolation, Handling, Geräuschentwicklung, Mattenform und Robustheit.

Das Optimum wäre sicher eine Matte mit hohem Liegekomfort bei sehr guter Isolation, geringem Gewicht und kleinstem Packmaß für den niedrigsten Preis. Doch in der Realität wirst du hier Kompromisse eingehen müssen.

Eigenschaften der Schlafmatten

Im Folgenden erläutern wir die einzelnen Merkmale der Outdoor-Schlafmatten ein wenig. Das schärft deinen Blick für die Vielzahl an Eigenschaften, unter denen du für dich persönlich nach wichtig und unwichtig trennen kannst.

Der Liegekomfort

Wie tief sinkt der liegende Körper in die Matte ein? Wieviel Abstand hat der Körper dann noch zur harten Bodenfläche? Und wie rutschfest ist das Oberflächenmaterial der Schlafmatte? All diese Punkte entscheiden über den Liegekomfort auf der Matte.

Auf einem zu glatten Stoffbezug rutscht man mit seinem (ebenfalls glatten) Schlafsack (Nylon- oder Polyester-Außenbezug) schnell zur Seite. Das kann sehr unangenehm werden, wenn man sich im Schlaf öfter dreht oder mit angewinkelten Beinen auf der Seite schläft. Solltest du zur Sicherheit mit deinem Schlafsack testen.

Der R-Wert

Der Wärmedurchgangswiderstand (R-Wert) gibt an, wie gut eine Schlafmatte gegen Kälte vom Boden isoliert. Das ist allerdings ein Labor-Messwert. Das subjektive Empfinden kann ganz anders aussehen. Es ist lediglich eine Orientierungsgröße, aber es ist das einzige objektive Kriterium zum Vergleich der verschiedenen Matten.
Je höher der R-Wert, desto besser die Isolation. Ab R = 4 ist eine Schlafmatte wintertauglich, ab 7 ist sie expeditionstauglich.

Erforderlicher R-Wert für bestimmte Außentemperaturen:

  • 1 (bis +7 °C)
  • 2 (bis +2 °C)
  • 3 (bis -5 °C)
  • 4 (bis -11 °C)
  • 5 (bis -17 °C)
  • 6 (bis -24 °C)
  • 7 (bis -32 °C)

Kombiniert man z. B. eine Schaumstoff-Isomatte mit einer Luftmatratze, addieren sich deren R-Werte. So lassen sich Extrem-Temperaturen abfangen, ohne gleich in eine extrem teure Hightech-Matte investieren zu müssen.

Das Packmaß

Das Packmaß ist vor allem für Rucksack-Reisende oder Reiseradler ein wichtiges Kriterium. Denn sie haben wenig Stauraum zur Verfügung.

Das größte Packmaß hat eine Schaumstoffmatte, das kleinste eine Matratze ohne Füllungen. Dazwischen gibt es die Schlafmatten, in denen ein Luftposter und Füllungen wie Daune, Kunstfaser oder Schaumstoff kombiniert wird. Das Packmaß ist dabei auch oft ein Preiskriterium.

Das Gewicht

Neben der Größe einer Matte nehmen auch die verwendeten Materialien Einfluss auf das Gewicht. Dabei geht ein geringes Gewicht bei einer Matte meist mit einem hohen Preis einher, weil die leichtgewichtigen Hightech-Materialien in der Regel deutlich teurer sind.

Die Geräuschentwicklung

Einige Thermoluftmatratzen rascheln ungewöhnlich laut. Das kann den erholsamen Schlaf empfindlich stören. Wenn einem dieser Punkt wichtig ist, sollte man probeliegen vor dem Kauf.

Das Handling

Wie groß ist der Aufwand beim Aufbau und beim Packen der Schlafmatte? Wie ergonomisch ist die Bedienung des Ventils oder der integrierten Pumpe?

Wenn man täglich den Standort wechselt auf seinen Reisen, kann ein einfaches Handling deutlich an Relevanz gewinnen bei der Kaufentscheidung.

Die Mattenform

Es gibt sie mit geradem Schnitt, abgerundeten Ecken, in Mumienform, Alpinform (abgesetzt) und auch in 3/4-Länge (Beinbereich gekürzt). Ein aufwändiger Schnitt reduziert Materialeinsatz und somit auch Gewicht und Packmaß, treibt den Preis unter Umständen aber nach oben.

Die Robustheit

Wie empfindlich ist die Schlafmatte gegen Feuchtigkeit, Abrieb und Schmutz? Wie anfällig ist sie für Löcher? Hier punktet eine einfache Isomatte aus Schaumstoff. Manche moderne aufblasbare Matratze erfordert hier deutlich mehr Aufmerksamkeit und Pflege.

Varianten und Modelle

Im Folgenden zeigen wir im Überblick die verschiedenen Bauarten der Schlafmatten und beschreiben sie mit ihren Vor- und Nachteilen, ihren Materialeigenschaften und ihrem bevorzugten Einsatzgebiet.

Isomatte aus Schaumstoff

Sie bestehen aus PE- oder EVA-Schaum (z. B. Evazote), sind je nach Modell zwischen 3 und 20 mm dick und stellen die einfachste Form einer Schlafmatte dar. Der R-Wert wird hier durch das Material und die Dicke der Matte beeinflusst. Manche Produkte weisen zusätzlich eine Profilstruktur (Noppen oder Rillen) auf, die eine größere Dicke der Matte erzeugt, das Gewicht aber nicht massiv erhöht.

Solche Schlafmatten sind nahezu völlig unempfindlich gegen die Einwirkung spitzer Gegenstände. Das ist der größte Vorteil gegenüber den aufblasbaren Matten. Sie lassen sich auch ohne großen Aufwand reinigen.

Abstriche muss man beim Liegekomfort und beim Packmaß machen. Die meisten Isomatten werden dabei gerollt, einige lassen sich zum Paket falten (Thermarest Z-Lite).

Bei einigen Billigprodukten liegt sich der Schaumstoff mit der Zeit platt, bei hochwertigen (Evazote) Matten passiert das nicht. Darauf solltest du achten vor dem Kauf.

Isomatten sind die optimale Lösung für Puristen, die mit dem geringen Liegekomfort kein Problem haben. Extrem-Minimalisten verwenden eine solche Matte in 3/4-Länge und legen unter die Beine stattdessen ein paar Kleidungsstücke.

Luftmatratze der alten Art

Sie ist schwer, stinkt unter Umständen nach Gummi, benötigt eine separate Pumpe, hat wegen der Konvektion mit Sicherheit einen extrem schlechten R-Wert und zudem ein großes Packmaß. Aber sie ist preiswert. Sie ist aufgrund ihrer Eingenschaften nur für den Einsatz im Sommer und für den Transport im Auto zu empfehlen.

Anmerkung: unter „Konvektion“ versteht man den Wärmetransport durch Luftbewegung. Bei einfach aufgebauten Luftmatratzen wird also die Körperwärme der liegenden Person durch die Luftzirkulation innerhalb der Schlafmatte kontinuierlich abtransportiert.

Die Folge: Der Schlafende kühlt aus und friert. Bei sommerlichen Temperaturen spielt dieser Effekt keine Rolle im Hinblick auf die Behaglichkeit. Im Winter ist Konvektion jedoch ein K.O.-Kriterium für eine Schlafmatte.

Selbstaufblasbare Schlafmatte

Sie bestehen aus einer geschlossenen, wasserdichten Hülle aus Nylon oder Polyester, haben innenseitig eine PU-Schaum-Füllung mit oder ohne gestanzte Aussparungen und ein Schraubventil. Es gibt sie in Dicken zwischen 1,5 cm und 10 cm.
Sobald man das Ventil öffnet, zieht diese Matte Luft, weil sich der innenseitig verarbeitete Schaumstoff langsam ausdehnt und dabei mit Luft füllt.

Lange Zeit war diese Konstruktion das Non plus ultra im Bereich der Outdoor-Schlafmatten. Doch mittlerweile gibt es einige interessante Alternativen (siehe nächster Absatz).

In der Realität lässt das Vermögen, sich vollständig selber aufzublasen, bei diesen Matten etwas nach, weil der Schaumstoff durch das Einrollen stetig an Bauschfähigkeit einbüßt. Aber in der Regel reichen tatsächlich einige wenige Atemzüge als Ergänzung, bevor man das Ventil schließt.

Der Empfehlung, statt der feuchten Atemluft beim Aufblasen auf eine Pumpe zurückzugreifen, kommt wahrscheinlich niemand nach, weil das Zusatzgewicht und der Zusatzaufwand für eine solche Pumpe eigentlich in keinem gesunden Verhältnis zum Nutzen stehen. So ist halt mit einem Schimmelbefall in der Matte zu rechnen.

Unser Tipp: immer wieder bei Gelegenheit die Matte zusammenrollen, um die enthaltene (feuchte) Luft ausströmen zu lassen, dann bei offenem Ventil für eine Stunde unbelastet liegen lassen (die Matte zieht nun wieder trockenere Umgebungsluft) und diesen Vorgang mehrmals wiederholen. So transportierst du zumindest einen Teil der Feuchtigkeit wieder nach draußen. Besonders gut klappt das in einem Klima mit relativ niedriger Luftfeuchtigkeit.

Luftmatratze der neuen Art

Seit wenigen Jahren gibt es Luftmatratzen, die eine hohe Isolationsleistung mit viel Liegekomfort, geringem Gewicht und kleinstem Packmaß kombinieren (z. B. die Thermarest NeoAir Xlite).

Sie enthalten innenseitig eine ausgeklügelte Rippenstruktur oder einen großporigen Schaumstoff oder andere Füllungen (Daune, Mikrofaser), die Konvektion verhindern und damit den großen Nachteil der historischen Camping-Luftmatratzen beseitigen.

Einige dieser neuen Luftmatratzen erzeugen allerdings bei jeder Bewegung auf der Matte laute Raschelgeräusche. Das kann enorm stören, wenn man einen unruhigen Schlaf hat.

Wegen dem deutlich größeren erforderlichen Luftvolumen benötigt man bei diesen Matratzen tatsächlich eine Pumpe. Bei vielen Luftmatratzen ist sie entweder integriert oder gehört zumindest zum Lieferumfang dazu. Wenn nicht, musst du diese Anschaffung natürlich beim Produktvergleich mit einbeziehen.

Pflege und Reparatur der Schlafmatte

Zum Abschluss noch einige Tipps zur Pflege der Schlafmatten:

Schlafmatten, die eine Füllung aus Daune, Mikrofaser oder Schaumstoff beinhalten, behalten ihre ausgetüftelte Funktionalität auf Dauer wesentlich länger, wenn sie frei ausgerollt und mit geöffnetem Ventil an einem trockenen und schattigen Platz gelagert werden.

Das Einrollen zu einem kleinen Packmaß ist nur während der Einsatzzeit (Urlaub, Reise, usw.) vorgesehen. Es belastet das Innenmaterial und reduziert auf Dauer das Bauschvermögen.

Alle Schlafmatten lassen sich mehr oder weniger gut reinigen. Meist reicht etwas Wasser oder Seifenlauge. Scharfe Reiniger sind auf keinen Fall nötig und auch nicht empfehlenswert. Bei Schlafmatten mit Ventil darfst du zusätzlich noch darauf achten, dass keine Flüssigkeit ins Innere der Matte gelangt.

Das Aufblasen der Luftmatratzen per Lunge ist bedenklich wegen dem Eintrag von Feuchtigkeit und kleiner Tierchen (Bakterien, Viren, usw.). Konsequent wäre hier nur die Nutzung einer Pumpe. Muss jeder für sich abwägen.

Die Luft-führenden Matratzen sind natürlich anfällig für Löcher und Undichtigkeit. Doch die Hersteller bieten in aller Regel das passende Reparatur-Material an, um diese Löcher wieder abzudichten. Auf keinen Fall solltest du ohne passendes Flickzeug mit einer solchen Matte auf Reisen gehen.

Eine nützliche Ergänzung zur luftführenden Schlafmatte ist eine dünne Isomatte als Unterlage. Sie schützt die eigentliche Schlafmatte vor den meisten Beschädigungen, hält Bodenschmutz fern und sorgt dazu noch für eine zusätzliche Wärmeisolation.

Die Hersteller der luftführenden Schlafmatten empfehlen sogar eine wöchentliche Reinigung (bei Dauereinsatz), weil Schweiß die innenseitige Schaumstoffeinlage im Laufe der Zeit zersetzt und sich dann Blasen bilden (Foto).

Weitere Infos zum Outdoor-Equipment

Dieser Beitrag enthält wertvolle Information. Du erhältst diese Infos kostenlos. Wenn dir der Beitrag gefallen hat, freuen wir uns. Als kleines Dankeschön könntest du weiterhin auf unserem Blog stöbern oder unseren Newsletter abonnieren.

Nichts mehr verpassen:  Newsletter abonnieren

Kommentare sind geschlossen.