Fahrradreifen kaufen – Welcher Fahrradmantel ist der Beste?

Du willst oder musst dir neue Fahrradreifen kaufen, doch du hast keine Ahnung, was du nehmen sollst. Welche Reifengröße kommt infrage? Welche Reifenbreite? Welches Reifenprofil? Welcher Fahrradreifen ist der Beste? Und wie war das noch mit dem Pannenschutz?

Deine Entscheidung will gut durchdacht sein. Denn die Reifen zählen zu den sicherheitsrelevanten Komponenten an deinem Fahrrad.

Sie entscheiden über Traktion, Rollwiderstand, Komfort und Fahrverhalten. Sie sind im Fahrbetrieb hohen Belastungen ausgesetzt und sollen sich nicht zu schnell abnutzen.

Dieser Leitfaden hilft dir, wenn du dir neue Fahrradreifen kaufen willst.

* Dieser Beitrag enthält Werbelinks.

 

Die passende Reifengröße

Reifendurchmesser und Reifenbreite müssen zu Durchmesser und Maulweite deiner Felge passen. Sonst drohen Unfälle. Wie du aus den Angaben deiner Fahrradfelge die zulässigen Reifenabmessungen ableiten kannst, erfährst du aus dem folgenden Artikel:

Reifen und Felgen am Fahrrad

Dort informieren wir über die verfügbaren Felgen-Nenndurchmesser (559, 584 und 622 mm) und die dazu passenden Reifendurchmesser (26”, 27,5”, 28” und 29”) und zeigen die zulässigen Kombinationen aus Felgengröße und Reifengröße in einer Tabelle auf.

Die passende Reifenbreite

Auf glattem, hartem Untergrund (Asphalt, Beton, …) eignen sich am besten schmale Fahrradreifen und ein hoher Luftdruck. Das reduziert den Laufwiderstand und ermöglicht eine höhere Geschwindigkeit. Darunter leitet natürlich der Komfort. So können dünne Reifen unter hohem Luftdruck die Unebenheiten vom Untergrund nicht so komfortabel abfedern wie breitere Reifen.

Dünne Reifen kommen an Cyclocross Bike, Crossrad, Gravelbike, Fitnessbike und Rennrad zum Einsatz. Reifen für Stadt und Touren sind breiter ausgelegt. Sie bietet mehr Komfort, aber auch mehr Laufwiderstand.

Lesetipp: Die gängigsten Fahrradtypen in der Übersicht

 

Je breiter ein Fahrradreifen, desto größer ist die Kontaktfläche auf dem Untergrund und desto höher ist der Fahrkomfort. Der Spielraum zum Abfedern von Stößen und Schlägen wächst dabei mit sinkendem Luftdruck. Ebenso lässt sich so auch die Haftung auf unbefestigtem Untergrund erhöhen. Besonders breite Reifen kommen folglich im Gelände beim MTB-Sport zum Einsatz.

Lesetipp: Fahrrad bequemer machen – ein Leitfaden

 

Den unterschiedlichen Einsatzbereichen lassen sich folgende Reifenbreiten zuordnen:

Fahrradtyp Breite [mm] Breite [Zoll]
Rennrad 23 – 28 1,0 – 1,1
Cyclocross-Bike 28 – 40 1,1 – 1,6
Gravelbike 28 – 40 1,1 – 1,6
Citybike 23 – 57 1,0 – 2,1
Trekkingbike 23 – 57 1,0 – 2,1
Mountainbike 48 – 64 1,9 – 2,5
Plus / B-Plus 66 – 83 2,6 – 3,25
Fatbike 97 – 122 3,8 – 4,8
  • Plus / B-Plus eignen sich für sehr unwegsames Gelände
  • Fatbikes eignen sich für sehr weichen Untergrund

 

Prüfe vor dem Kauf, ob Fahrradrahmen und Gabel ausreichend Platz für die gewünschte Reifenbreite bereithalten.

Es kann übrigens von Vorteil sein, für das Vorderrad breitere Reifen zu wählen als für das Hinterrad. Sie haben ein höheres Dämpfungspotenzial sowie eine bessere Haftung in Kurvenlage.

Das passende Reifenprofil

Für einen glatten, trockenen Untergrund und hohe Geschwindigkeiten sind Fahrradreifen ohne Profil ideal (Slick). Für unbefestigten Untergrund (Schotter, Waldboden) eignet sich grobes Stollenprofil am besten.

Je nach Einsatzbereich kannst du jetzt zwischen diesen beiden Extremen weiter ausdifferenzieren und findest auf dem Markt quasi für jede Anwendung das passende Reifenprofil.

Die Wahl wird allerdings schwierig, wenn du mit einem Reifenprofil sowohl Straße als auch unbefestigte Waldwege befahren willst. Dann musst du Kompromisse bei Traktionsvermögen, Laufwiderstand und Verschleiß eingehen. So nutzt sich grobes Stollenprofil auf Asphalt schneller ab als auf weichem Waldboden und der Laufwiderstand ist deutlich höher als bei einem dünneren Reifen mit glattem Straßenprofil.

Weil solche Anwendungsfälle aber relativ häufig vorkommen, hält der Reifenmarkt auch dafür passende Produkte bereit: So gibt es Reifen mit überwiegend glattem Straßenprofil auf der Reifenmitte und einem nicht zu groben Stollenprofil auf den Seitenflächen (Semi-Slicks).

Es gibt sogar Winterreifen mit Spikes. Alternativ werden mittlerweile zwar auch schon Fahrrad-Schneeketten angeboten, doch aktuell haben die Spikes-Reifen bezüglich Grip und Komfort noch die Nase vorn.

Die unterschiedlichen Reifensysteme

Schlauch und Reifen

Am weitesten verbreitet sind Schlauch und Reifen als separate Bauteile. Dabei verkrallt sich der Reifen über einen nach außen stehenden Wulst beidseitig hinter dem Felgenhorn. Meistens enthält der Wulst eine Verstärkung aus Draht (Drahtreifen), aber es gibt auch Reifen mit drahtlosem Wulst (Faltreifen). Hier ersetzt ein Geflecht aus Kevlarfäden den Draht.

Ein Faltreifen ist als Ersatzteil auf Radreisen einfacher zu transportieren, aber er ist in der Regel etwas teurer als der Drahtreifen.

Schlauchreifen

Hauptsächlich im Rennsport kommen dagegen Schlauchreifen zum Einsatz. Hier sind Schlauch und Mantel zu einem Bauteil miteinander verbunden. Das System wird mit Klebstoff auf der Felge fixiert und du benötigst dafür eine besondere Felge. Das System bringt sehr gute Laufeigenschaften mit, aber im Fall einer Panne wird es anstrengend.

Tubeless-Reifen

Der Tubeless-Reifen bringt im Vergleich zum “Schlauch und Reifen” – System höheren Pannenschutz, höheren Komfort und etwas weniger Gewicht. Es erfordert aber weitere spezielle Komponenten: Dichtmilch, spezielles Tubeless-Felgenband und spezielle Tubeless-Ventile. Auch bei diesem System ist der Aufwand bei einer Reifenpanne höher als beim “Schlauch und Reifen” – System.

Der Pannenschutz im Fahrradreifen

Um den Schutz vor Reifenpannen zu erhöhen, gibt es mittlerweile einige verschiedene Ansätze.

So gibt es Reifen mit einem integrierten Pannenschutzgürtel. Hierbei ist die Reifendicke im Bereich der Lauffläche so stark, dass selbst Reißbrettstifte nicht bis zum Schlauch durchdringen können. Diese Reifen bringen natürlich ein höheres Gewicht auf die Waage und kosten wegen der Walkarbeit etwas mehr Krafteinsatz.

Wer auf ein geringeres Reifengewicht setzt, findet alternativ Schutzgürtel aus speziellen Geweben.

Daneben werden noch Pannenschutzflüssigkeiten angeboten. Je nach verwendeter Substanz haben diese Flüssigkeiten aber auch Nachteile in Funktion und Anwendung. Entweder die Haltbarkeit ist zeitlich begrenzt oder das Leck im Schlauch wird lediglich verstopft, aber nicht verschlossen. Lediglich für Schlauchreifen und Tubeless-Reifen ist diese Lösung interessant.

Einige Reifenhersteller nutzen eine firmeninterne Pannenschutz-Klassifizierung. So kannst du den Pannenschutz aller Produkte eines Herstellers untereinander vergleichen.

Lesetipp: Fahrradschlauch flicken – Tipps & Tricks

 

Aufbau der Fahrradreifen

Reifen bestehen aus mehreren Komponenten, die unterschiedliche Funktionen haben:

Für eine ausreichend hohe Festigkeit gegen den Luftdruck und die schlagartigen Einwirkungen von außen im Laufbetrieb beinhaltet jeder Reifen eine Gewebeeinlage, die Karkasse.

Gemessen wird bei der Karkasse die Anzahl der Fäden pro Zoll (TPI = Threads per Inch). Dünne Fäden werden dichter gewebt, erzeugen somit einen höheren TPI-Wert. Die Karkasse ist flexibler, der Reifen leichter aber auch anfälliger für Beschädigungen.

Umspritzt wird diese Karkasse dann mit einem elastischen Kunststoff, der je nach Gummimischung mehr oder weniger steif und verschleißfest ist. Ein weicherer Gummi gewährleistet eine bessere Bodenhaftung, verschleißt aber stärker.

Einen guten Kompromiss bilden an dieser Stelle die Dual-Compound-Reifen: In der Mitte der Lauffläche kommt hierbei ein härterer Kunststoff zum Einsatz, um die Verschleißfestigkeit zu steigern, ohne dabei auf die höhere Haftung in Kurvenlage (durch den dort weicheren Kunststoff) verzichten zu müssen.

Der Reifenwulst (s. o.) hält den Reifen beidseitig sicher in der Felge.

Handelt es sich um einen Fahrradreifen mit definierter Laufrichtung im Profil, findest du die Angabe zur Laufrichtung auf der Seitenflanke als Pfeil dargestellt.

Wenn du an deinem Fahrrad für die Beleuchtungsanlage noch einen herkömmlichen Seitenläufer-Dynamo betreibst, solltest du auf die dafür erforderliche Rändelung auf der Seitenflanke des Reifens achten. Bei zu flach ausgeprägtem Reibprofil rutscht die Laufrolle deines Dynamos sonst u.U. durch.

Lesetipp: Stromversorgung auf Radreisen – Dynamo, Pufferakku & Co

 

Es gibt Reifenmodelle, die auf der Seitenflanke auch einen Reflexstreifen haben. Dieser ersetzt nach StVZO im Rahmen der Fahrradbeleuchtung die Notwendigkeit von Reflektoren zwischen den Speichen.

Lesetipp: Fahrradbeleuchtung und die StVZO

 

Verschleißfestigkeit der Reifen

Einige Hersteller geben bei hochwertigen Reifen die Lebenserwartung in km an. Doch dein Nutzungsprofil beeinflusst diese Angabe unter Umständen stark: Reifendruck, Fahrstil, Gelände, Bewitterung und die Temperaturen sind hierbei die stärksten Einflussfaktoren.

Aber generell solltest du dich auf renommierte Reifenhersteller beschränken, wenn du Fahrradreifen kaufen willst. No-Name-Produkte sind im Hinblick auf Verschleißfestigkeit und Qualität nur schwer einzuschätzen und du findest keine Erfahrungsberichte anderer Nutzer.

Der richtige Luftdruck im Fahrradreifen

Auf der Seitenflanke eines jeden Fahrradreifens ist die Vorgabe des Herstellers für den empfohlenen Reifendruck vermerkt. Im Rahmen dieser empfohlenen Spanne bewirkt ein geringer Luftdruck höheren Fahrkomfort und ein hoher Reifendruck einen geringeren Rollwiderstand.

Generell begünstigt ein höherer Reifendruck eine höhere Verschleißfestigkeit, weil die Walkarbeit deutlich geringer ausfällt als bei niedrigerem Luftdruck. Du solltest also regelmäßig den Reifendruck an deinem Fahrrad kontrollieren und bei Bedarf nachpumpen.

Weil jedoch ab ca. 2,5 Bar Luftdruck die Sensorik in unseren Händen für eine halbwegs genaue Beurteilung des Reifendrucks nicht mehr ausreicht, empfiehlt sich eine Luftpumpe mit Manometer. Diese Investition solltest du von vornherein in deinem Budget mit berücksichtigen, wenn du neue Fahrradreifen kaufen willst. Der neue Reifen wird es dir danken.

Lesetipp: Fahrrad Luftpumpen im Vergleich

 

Wo kannst du alte Fahrradreifen entsorgen

Fahrradreifen kannst du mit reinem Gewissen in den Hausmüll geben. Verwinde die alten Reifen zu einer 8 und binde das ganze mit einer Kordel zusammen. Damit reduzierst du den Durchmesser des Reifens um ca. die Hälfte und es passt in deine Mülltonne.

Fazit zum Fahrradreifen kaufen

Kläre die erforderliche Reifengröße anhand deiner Felgen, wähle Reifenbreite und Reifenprofil entsprechend dem geplanten Einsatzbereich, entscheide dich für einen guten Pannenschutz und wähle Markenhersteller. So findest du den für dich passenden Fahrradreifen.

Ein sehr umfangreiches Angebot hochwertiger Fahrradreifen sowie Schläuche, Luftpumpen mit Manometer und weiteres Reifen-Zubehör findest du im Sortiment von BOC24 (Werbung*).

 

 

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