Tipps für Radreisen in der Türkei

Aus unseren Erfahrungen auf einer Radreise durch Asien haben wir diese Tipps für Radreisen in der Türkei zusammengestellt. Sie helfen dir bei deiner Reisevorbereitung und sicher auch auf deiner eigenen Radreise durch dieses Land.

Wir sind insgesamt 90 Tage durch die Türkei geradelt und haben die Mittelmeerküste, das zentrale Hochland und die Küste am Schwarzen Meer erkundet.

Unsere Tipps für Radreisen in der Türkei:

Anreise und Grenzabwicklung

Abhängig von deinen Reiseplänen kommen für die Anreise Flugzeug, Schiff oder der Landweg infrage. Für die Anreise per Flugzeug wirst du dein Fahrrad im Karton als Sportgepäck aufgeben müssen. Das kostet Zeit und Aufwand im Rahmen der Vorbereitungen.

Was es dabei alles zu beachten gibt, kannst du hier nachlesen:

Fahrrad im Flugzeug mitnehmen.

Das Gebiet westlich der Dardanellen zählt zwar noch zu Europa, doch bei der Einreise in die Türkei erlebst du schon deutlich aufwändigere Grenzkontrollen:

Du durchläufst mehrere Instanzen und musst 4 mal deinen Pass zeigen. Sie wollen auch genau wissen, auf welcher Route du durch die Türkei radeln willst.

Auf dem Weg durchs Niemandsland passierst du noch schwer bewaffnete Wachposten.

Verständigung

Der Islam bringt es mit sich, dass du als Reisender sehr häufig gegrüßt und auch eingeladen wirst: zu einem Glas Tee oder einer kleinen Mahlzeit. Für einen gläubigen Muslim ist es eines der obersten Gebote, einen Reisenden nach Kräften zu unterstützen.

Daraus resultiert auch eine sehr hohe Hilfsbereitschaft, ganz gleich, um was es geht. So spielt es auf Radreisen in der Türkei fast keine Rolle, wenn du die türkische Sprache nicht verstehst.

Ein kleines Grundwissen in Türkisch ist allerdings von Vorteil und kommt sehr gut an.

Internet, Telefonie, Stromversorgung

WiFi findest du überall in den Städten. Wirst du eingeladen, kannst du bei Bedarf oft sogar deren Computer nutzen. Allerdings sind manche Anwendungen nicht verfügbar. Eines unserer E-Mail-Konten war nicht erreichbar. Wie gut, wenn du dann Konten bei mehreren E-Mail-Providern betreibst. Dann bleibst du auch auf Radreisen in der Türkei erreichbar.

Bargeldbeschaffung

Die Bargeldbeschaffung an den Geldautomaten ist in den größeren Städten problemlos möglich.

Lebensmittelbeschaffung

Es gibt Supermarktketten und auch viele kleine Läden in jeder Stadt. Die Versorgung ist somit kein Problem. Auf dem Land sind die Entfernungen zwischen den Städten allerdings je nach Region sehr groß. Da musst du auf Radreisen in der Türkei dann rechtzeitig auf Vorrat kaufen.

Trinkwasserbeschaffung

Nicht überall in der Türkei ist das Wasser genießbar. Sicherheitshalber solltest du nachfragen, bevor du deine Flaschen auffüllst. Im Zweifel musst du es filtern oder abkochen.
Unsere Tipps zum Wasserfilter für Reisen.

Bikeshops und Service

In den größeren Städten gibt es gut sortierte Bikeshops. Hier findest du die gängigen Komponenten und Ersatzteile.

Doch weil du auf dem Land bei Pannen auf dich alleine gestellt bist, solltest du alles dabei haben: Ersatzteile und Werkzeug.

Der Radsport ist in der Türkei sehr populär. So triffst du häufig privat organisierte Biker-Gruppen, die dir weiterhelfen können, wenn du Probleme hast.

Straßen

Die meisten Straßen haben einen breiten Seitenstreifen, den du per Fahrrad auch nutzen kannst. Das macht das Radeln in der Türkei sehr sicher und angenehm. Der Straßenbelag ist oft sehr rau.

Lediglich der öffentliche Busverkehr kommt dir auf diesem Streifen immer wieder in die Quere. Oder du ihm. Je nachdem, aus welcher Sicht man es sieht: Du bist als Radler für den öffentlichen Nahverkehr ein Hindernis und das lassen dich die Busfahrer auch oft spüren.

Sie alle fahren einen heißen Reifen und halten mit scharfer Bremsung direkt, nachdem sie dich überholt haben, um einzelne Fahrgäste zwischen den Haltestellen mitzunehmen. Das zwingt dich oft zur Vollbremsung und ist sehr unangenehm und auch gefährlich.

Verkehr

Zum Glück gibt es den oben beschriebenen Seitenstreifen, sonst wäre der Verkehr sehr gefährlich für Radler.

Überlaute Autohupen und Hupkonzerte in mehreren Tönen sind ganz normal in der Türkei.

Orientierung

Navigation und Orientierung sind mit GPS und Offlinekarte im Handy kein Problem. Zusätzlich war uns eine reale Landkarte sehr nützlich, wenn wir die Einheimischen nach dem schöneren Weg gefragt haben. Auf der virtuellen Karte im Handy können viele Menschen dort nicht viel anfangen und dir selber fehlt der Gesamt-Überblick, denn die Türkei ist ein gewaltig großes Land.

Halte beim Wechsel von der Küste ins zentrale Hochland die Höhenmeter im Auge bei deiner Streckenplanung.

Unsere Tipps zur Navigation per Handy:
Fahrrad Navigation und GPS Logger per Handy – offline und kostenlos.

Radeln

Die gesamte Mittelmeerküste ist ein traumhaftes Revier für Radreisen in der Türkei. Doch auch im Landeszentrum sind die Bedingungen fürs Radfahren sehr angenehm. Hier kann es nachts allerdings empfindlich kalt werden.

Trampen

Mit unseren bisherigen positiven Erfahrungen mit dem Trampen in vielen Ländern Asiens und Südamerikas würden wir heute auf keinen Fall mehr auf Bahn oder Bus zurückgreifen, um weite Strecken in einem Reiseland zu überbrücken. Wir würden trampen. Es funktioniert tatsächlich ohne große Probleme und auch mit Fahrrad und Gepäck.

Trampen ist deutlich einfacher zu organisieren, zudem deutlich preiswerter als öffentliche Verkehrsmittel und du erlebst oft die herzlichsten Begegnungen mit der Landesbevölkerung. Einzige Bedingung: du bist flexibel beim Zeitrahmen und den Strecken.

Es gibt immer mal wieder gute Gründe zum Trampen und wenn du ein paar Punkte beachtest, hast auch du Erfolg.

Unsere Tipps zum Trampen auf Radreisen.

Zelten und alternative Übernachtungsplätze

Zelten ist in der Türkei ohne Probleme möglich. Frage, wenn möglich, an den Tankstellen. Dort gibt es oft einen Stellplatz oder sogar die Einladung zur Übernachtung im Gebäude, manchmal sogar im Gebetsraum.

Dort gibt es zu jeder Tageszeit kochendes Wasser und Tee, kostenlos. Das ist der Kultur des Landes geschuldet, denn in der Türkei ist Cay (Tee) quasi das Nationalgetränk. Ohne Cay geht hier gar nichts.

Vor allem bei kalten Temperaturen außerhalb des Sommers wirst du dankbar sein für diese unbeschränkte Verfügbarkeit von heißem Wasser.

Sicherheit auf Radreisen in der Türkei

Die Nähe der Türkei zu Syrien und die Kurdengebiete im Südosten des Landes erzeugen bei den offiziellen Stellen eine gewisse Anspannung. So wurden wir im Winter 2015/16 im Inland nachts von einer Polizei-Patrouille festgenommen unter dem Verdacht, kriminell oder sogar terroristisch motiviert zu sein (unser Zug von Mersin nach Nigde kam erst um 23 Uhr nachts am Ziel an).

Heute sind weitere Risiken hinzugekommen. Das Auswärtige Amt hat für bestimmte Gebiete in der Türkei eine Reisewarnung herausgegeben.

Kritisch sind darüber hinaus natürlich auch Menschenansammlungen, Proteste oder Kundgebungen und wegen der üblichen Kleinkriminalität auch die touristischen Zentren in den Großstädten.

Der Norden der Türkei ist Erdbeben-Risikogebiet. Hier solltest du nicht zu nah an steilen Felswänden dein Zelt aufschlagen.

Gefährliche Tiere

Eine der größten Gefahren für dich ist der türkische Hirtenhund, der Kangal. Schau dir im Internet die Fotos an, dann weißt du sofort, was wir meinen. Dieser Hund bewacht sein Jahrtausenden in der Türkei die Schafsherden, wenn es sein muß, auch gegen Wölfe und Bären.

Kommst du mit deinem Fahrrad nach Meinung der betreffenden Kangals zu dicht an einer dieser Herden vorbei, musst du mit einem Angriff rechnen. Und das kann ganz böse für dich enden.

Tipps für das richtige Verhalten in einer solchen Situation zu geben, halten wir für wenig zielführend. Stattdessen solltest du die betreffenden Gebiete im Osten der Türkei gezielt umfahren, um gar nicht erst in eine solche Situation zu kommen.

Gesundheitsgefahren

Für die Türkei werden Impfungen empfohlen. Kontaktiere rechtzeitig den Arzt, um die betreffenden Impfungen zu organisieren. Unsere Tipps hierzu: Reise-Impfungen im Überblick.
Des Weiteren ist die Einhaltung der üblichen Hygiene-Regeln sehr wichtig.

Klima

Am Mittelmeer genießt du subtropisches Klima, am Schwarzen Meer fällt viel Regen und im zentralen Hochland herrscht Kontinentalklima.

Kultur

Die Türkei ist ein islamisches Land. Dabei wird diese Religion hier sehr frei gelebt. Es gibt keine strengen Kleidungsvorschriften oder sonstigen Restriktionen. Beim Besuch einer Moschee wirst du manchmal vom Hodscha angesprochen und eingeladen. Alle Begegnungen dieser Art sind dabei nie aufdringlich.

Sehenswürdigkeiten

Die gesamte Mittelmeerküste bietet viele Highlights:

Aber auch im Inland warten Sehenswürdigkeiten auf dich:

Unser Artikel über die Sehenswürdigkeiten in der Türkei

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