Quebrada de Humahuaca – Sehenswürdigkeiten in Argentinien

Die Quebrada de Humahuaca ist eine Schlucht (= Quebrada) in der Provinz Jujuy im Norden von Argentinien. Wir haben diese Schlucht im Rahmen unserer großen Radreise erlebt und beschreiben sie hier sehr detailliert mit Bildern, Tipps zu den Sehenswürdigkeiten und Angaben zu den Höhenlagen.

Die Lage der Quebrada de Humahuaca

Die Provinz Jujuy befindet sich im Grenzbereich zu den Nachbarländern Bolivien und Chile. Die Schlucht selber erstreckt sich von der Stadt San Salvador de Jujuy (1260 m) im Süden der Provinz bis zur Stadt Humahuaca (3000 m) weiter nördlich und lässt sich komplett über die RN9 befahren. Diese Strecke ist auch ein Teil des alten Inka-Straßensystems.

GPS-Koordinaten der Quebrada: -23.7200,-65.4607

Durch die Höhenlage und das permanent trockene Klima bietet die gesamte Landschaft samt der Berge außer den vielen, sehr imposanten Kakteen nicht sehr viel Vegetation. So wirken viele Berge sehr kahl und steinwüstenartig, was der Schönheit dieser Landschaft jedoch nicht schadet. Im Gegenteil:

Die Highlights der Quebrada de Humahuaca

Vordergründig herausragend ist die außergewöhnliche Farbenpracht des Gesteins, das sich in den Gebirgszügen zu beiden Seiten der Straße zeigt. Durch Ablagerungen im Laufe der Evolution und durch Einlagerung verschiedener Mineralien leuchten die einzelnen Gesteinsschichten in unzählig vielen Farbnuancen. Zum Teil bestehen die Bergmassive aus Sandstein oder Konglomerat und sind durch Erosion sehr zerklüftet. So mischen sich immer wieder sehr bizarre Gesteinsstrukturen unter die schillernd bunten Berghänge. Alles in allem sehr abwechslungsreich. Daher lohnt sich auch auf alle Fälle die Befahrung der gesamten Schlucht.

Darüber hinaus bietet sich entlang der gesamten Schlucht aber noch einiges mehr zur Besichtigung an:

Die Stadt San Salvador de Jujuy

Der Rio Xibi Xibi schlängelt sich durch die gesamte Stadt und wurde zu beiden Uferseiten mit einem liebevoll gestalteten Park umsäumt. Im Norden der Stadt gibt es noch einen Botanischen Park mit einem sehenswerten Ausblick auf die Stadt aus 300 Metern Höhe.

GPS-Koordinaten von San Salvador de Jujuy: -24.1897,-65.3055

Die Stadt Purmamarca

60 km nördlich von San Salvador liegt 3 km abseits der RN9 die Stadt Purmamarca an der RN52, eingebettet zwischen eng stehenden Bergen. Dabei bieten einige der Berge, allen voran der Cerro de los Siete Colores, durch ihre vielen verschiedenen Farben ein sehr außergewöhnliches Erscheinungsbild. Die bunten Felsen wirken wie Inseln in dem ansonsten eher grauen Gesteinsmassiv. Und sie leuchten regelrecht in der Sonne.

Die baumhohen Kakteen, die vereinzelt in den Berghängen stehen, sorgen dabei noch für den Wüsten-Flair.

Es gibt einen Rundwanderweg mit einigen Aussichtspunkten im Bereich der Stadt. Doch die beste Aussicht genießt du von einem Hügel auf der nördlichen Uferseite des Rio Purmamarca, der in Stadthöhe parallel zur Straße verläuft.

GPS-Koordinaten der Stadt Purmamarca: -23.7467,-65.4992

Die Stadt Tilcara

Diese kleine Stadt 85 km nördlich von San Salvador erinnert an die Pueblos der indigenen Indianer-Völker und lässt die Nähe zu Bolivien erahnen: viele Gebäude bestehen aus Lehmziegeln, auf dem Außengelände stehen die großen Lehmöfen und die Bebauung zieht sich bis weit in den steilen Berghang.

Immer wieder hat man aus der Stadt heraus den Blick auf die schroffen, farbigen Bergmassive, die Tilcara umschließen.

Ein besonderes Highlight sind die Ruinen der Festung „Pucara de Tilcara“ der Omaguaca-Indianer, der Ureinwohner. Dieses Gelände wurde für die Besichtigung mit dem Botanischen Garten kombiniert. Im Westen der Stadt lassen sich die Höhlen „Cuevas de Wayra“ besichtigen: ein Weg führt über 3 km und 400 Höhenmeter zu diesen Höhlen. Für die Besichtigung sind jedoch Lampen oder Kerzen zwingend erforderlich.

GPS-Koordinaten der Stadt Tilcara: -23.5765,-65.3955

Die Stadt Humahuaca

Ähnlich wie in Tilcara ist Humahuaca umsäumt von sehenswerten Bergzügen, schroffen Felsformationen und Berghängen in schillernden Farben.

Im Stadtzentrum stehen einige sehenswerte Gebäude aus der Kolonialzeit und es gibt einen sehr schönen Platz, wo sich die Einwohner und auch die vielen Touristen tummeln.

GPS-Koordinaten der Stadt Humahuaca: -23.20402,-65.35027

Das Top-Highlight ist der „Mirador del Hornocal de 14 Colores“: Das ist ein Aussichtspunkt auf 4350 Metern Höhe im Osten der Stadt. Hier lässt sich die Farbenpracht der Serranía de Hornocal genießen. Diese geologische Formation ist in seiner Struktur und der Farbenpracht einzigartig entlang der gesamten Quebrada de Humahuaca.

Allerdings ist der Weg dorthin recht mühsam: Eine 25 km lange Schotterpiste mit Waschbrett-Profil zieht sich von Humahuaca aus ganze 1400 Höhenmeter hoch in die Berge. Ein Geländewagen ist hierfür sehr ratsam.

Nördlich von Humahuaca

Offiziell ist die Quebrada de Humahuaca in der Stadt Humahuaca zu Ende. Doch auch weiter Richtung Norden sind die Berge zu beiden Seiten der Straße noch ein lohnenswertes Reiseziel. Doch je weiter du dich der Stadt Abra Pampa näherst, desto höher schraubt sich die Straße ins Hochplateau bis auf 3500 Meter und desto seltener werden die landschaftlichen Highlights. Dafür erlebst du hier Guanacos in freier Wildbahn.

Die Infrastruktur

Die RN9 ist durchgehend asphaltiert, aber sehr schmal gehalten. Für Fahrradfahrer wird es dort gefährlich eng (was in Argentinien aber eher der Standard, als die Ausnahme ist).

Ganz besonders gefährlich für Radler sind jedoch dabei einige Passagen im Bereich der Dörfer und Städte: Der Mittelstreifen wird dort durch 5 cm hohe Trennsteine zu einer Barriere, die den motorisierten Verkehr am Überholen hindern soll. Gleichzeitig machen sie es dem Verkehr unmöglich, einen ausreichenden Sicherheitsabstand einzuhalten, wenn sie Radler überholen. Bremsen kommt gar nicht infrage, also hupen sie sich den Weg frei und treiben den Fahrradfahrer in den Schotterstreifen, der meist nur sehr anstrengend zu befahren ist.

Viele Straßen in den oben erwähnten Städten sind sehr rustikale Schotter- und Lehmpisten. So nebelt der Verkehr große Teile der Städte permanent mit Staubwolken ein. Vor allem die vielen Reisebusse sorgen da den ganzen Tag lang immer für Nachschub.

Gastronomie, Hotels und Hostels gibt es in den erwähnten Städten wie Sand am Meer. Und alles natürlich zu Touristenpreisen.

Fazit zur Quebrada de Humahuaca

Diese Schlucht ist eine der größten Sehenswürdigkeiten Argentiniens. Sie lässt sich sehr gut in die Reiseroute integrieren, wenn man im weiteren Verlauf seine Reise in Bolivien oder im Norden von Chile fortsetzen will.

 

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