Outdoor Wasserfilter – Trinkwasser Filter für Reise und Urlaub

Outdoor Wasserfilter für Reise Trekking RadreiseÜber Outdoor Wasserfilter denkt man eigentlich erst nach, wenn man eine Reise in ein sehr exotisches Land geplant hat. Denn in vielen europäischen Ländern ist die Trinkwasser-Qualität so gut, dass man bedenkenlos aus der Leitung trinken kann.

Wenn man dann aber auf dem Markt nach dem passenden Outdoor Wasserfilter sucht, stellt man schnell fest, das die Auswahl nicht ganz einfach ist. Denn es gibt unterschiedliche Methoden für die Wasseraufbereitung und viele Filtersysteme sind richtig teuer. Aber es gibt auch höchst effiziente Outdoor-Wasserfilter mit hervorragendem Preis-Leistungs-Verhältnis.

Wir stellen die unterschiedlichen Filtermethoden für die Wasseraufbereitung vor und sprechen konkrete Empfehlungen für bestimmte Outdoor-Wasserfilter aus.

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Inhaltsübersicht

 

 

Unsere Trinkwasser-Qualität

Die gesetzlichen Vorgaben für die Qualität unseres Trinkwassers in Deutschland haben ihren Ursprung in der EG-Richtlinie 98/83/EG. Mit der Trinkwasserverordnung (TrinkwV) hat Deutschland diese EG-Richtlinie in geltendes Recht umgesetzt.

Im Rahmen  dieser Verordnung wird die „Verschmutzung“ des Wassers in verschiedene Kategorien gegliedert und es wurden Grenzwerte für die Konzentration chemischer und biologischer Verschmutzungen definiert.

Durch die Umsetzung dieser Verordnung ist das Trinkwasser das in Deutschland am schärfsten kontrollierte Lebensmittel überhaupt. Im Vergleich zum käuflichen Mineralwasser (Grundwasser mit besonderen Eigenschaften) unterliegt es deutlich härteren Auflagen.

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Auch in einigen anderen europäischen Ländern ist die gesundheitliche Unbedenklichkeit des Trinkwassers gewährleistet (z. B. Österreich, Frankreich, Niederlande, Schweiz). In vielen anderen Ländern Europas musst du dagegen mit regionalen Einschränkungen rechnen.

Und sobald du Europa verlässt, wird es abenteuerlich. In vielen Ländern sind nämlich sowohl Grundwasser als auch Leitungswasser nicht für den Verzehr geeignet. Auch wenn dir die Einheimischen ausnahmsweise mal die Genießbarkeit bescheinigen, kann das Wasser vor Ort Schwermetalle oder Pestizide enthalten, die sich unbemerkt im Laufe der Zeit im menschlichen Körper einlagern und irgendwann später schwere Erkrankungen nach sich ziehen. Daher ist die Beurteilung der Wasserqualität durch die Einheimischen vor Ort immer mit Vorsicht zu betrachten. Unter Umständen haben sie gar keine Ahnung, mit welchen Schadstoffen ihr Wasser belastet ist.

Alternativ steht dir in aller Regel zwar käufliches Trinkwasser in Flaschen oder Containern zur Verfügung, doch wer garantiert dir, dass der Flascheninhalt nicht aus irgendwelchen dubiosen Hinterhöfen stammt? Es ist also ratsam, sich sein Trinkwasser beim geringsten Zweifel selber zu desinfizieren.

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Methoden zur Wasseraufbereitung

Zu den Verunreinigungen im Wasser gehören unter anderem Schwebstoffe, Protozoen (Parasiten), Bakterien, Viren, Chemikalien und Schwermetalle. Je nach Porengröße können mechanische Filter mehr oder weniger große Anteile dieser Schadstoffe aus dem Wasser entfernen. Kommen die mechanischen Filter an Grenzen, helfen alternative Aufbereitungsmethoden: z. B. Aktivkohle oder chemische Desinfektionsmittel. Im Folgenden stellen wir die unterschiedlichen Aufbereitungstechniken mit ihren Eigenschaften vor.

  • Abkochen: entkeimt das Wasser, ist aber Zeit- und Brennstoff-intensiv (mindestens 10 min Kochzeit notwendig). In Höhenlagen ungeeignet wegen abgesenkter Siedetemperatur des Wassers (auf 4000 m Höhe: 87 °C). Es beseitigt auch keine Chemikalien oder Schwermetalle.
  • Chemische Desinfektion: Chlor- oder Silberionen-Produkte (Tabletten oder Flüssigkeiten) töten alle Mikroorganismen ab. Die Einwirkzeit beträgt aber je nach Produkt bis zu 2 Stunden. Außerdem ist die gewünschte Wirkung nur bei klarem Wasser zu erreichen. In Wohngebieten mit mutmaßlich stärkerer Virenbelastung im Wasser ist diese chemische Keule neben der UV-Strahlung der sicherste Weg zu virenfreiem Trinkwasser.
  • UV-Strahlung: Mikroorganismen werden abgetötet, verbleiben aber im Wasser wie bei der chemischen Desinfektion. Auch hier ist klares Wasser Voraussetzung für erfolgreiche Desinfektion.
  • Mechanische Filter: Keramik- oder Glasfaser-Filter halten je nach Porengröße Bakterien (0,2 μm) und Protozoen (1 μm) sowie Schwebstoffe zurück.
    Viren (0,02 – 0,2 μm) klammern sich in der Regel an andere, größere Objekte, wie z.B. Schwebstoffe, werden (nach unserem Verständnis) also auch zum größten Teil herausgefiltert, selbst bei einer Porengröße von 0,1 oder 0,2 μm.
    Lediglich bei Chemikalien (Schwermetalle, Pestizide, Nitrate, …) kommen die mechanischen Filter an ihre Grenzen: hierfür braucht es Aktivkohle.
    Oftmals sind mechanische Filter groß und schwer. Aber das gefilterte Wasser ist frei von toten Mikroorganismen, im Gegensatz zu den anderen Verfahren. Keramikfilter sind sehr empfindlich gegen Bruch.
  • Aktivkohle-Filter binden Chemikalien im Wasser und verbessern den Geschmack deutlich. Nach Sättigung muss die Filter-Kartusche ausgewechselt werden. Das treibt den Preis/Liter in die Höhe.

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Deine Wasseraufbereitungs-Strategie

Die Belastung des Wassers mit Schadstoffen ist nicht überall gleich. In dem einen Land ist möglicherweise die Konzentration an Schwermetallen besonders hoch, in einem anderen Land ist das Wasser dagegen stark Viren-belastet. Aber du wirst in keinem Land verlässliche Informationen über solche Details bekommen. Somit bleibt es schwierig, die Aufbereitungstechnik gezielt auf eine bestimmte Schadstoff-Belastung abzustimmen.

Willst du alles herausfiltern bzw. abtöten (also Schwebstoffe, Protozoen, Bakterien, Viren, Chemikalien und Schwermetalle), dann musst du mehrere Filtertechnologien kombinieren. Dazu kannst du All-In-One-Filter kaufen oder mehrere verschiedene Filter hintereinander zum Einsatz bringen, z. B. einen mechanischen Filter und die chemische Desinfektion.

 

Der beste Outdoor Wasserfilter

Auf unserer Suche nach dem passenden Wasserfilter für unsere Radreise um die Welt sind wir in 2015 auf ein Produkt gestoßen, was seinerzeit noch gar nicht lange auf dem Markt war und was eine unglaublich effiziente Filter-Technologie aus der Medizin einsetzt.

Es war deutlich kleiner und leichter als die damals gängigen Filtersysteme im Hochpreis-Bereich und stellte die Konkurrenz mit exzellenten technischen Werten in den Schatten: der Sawyer Mini Wasserfilter.

Wir stellen diesen Filter im Folgenden detailliert vor und vergleichen ihn mit mehreren anderen Filtersystemen, die aus unserer Sicht in die engere Wahl kommen.

 

Der Care Plus Sawyer Mini Wasserfilter

  • Er ist klein, leicht und handlich. Somit ist er für Radreisen der ideale Outdoor Wasserfilter. Das Set besteht aus dem eigentlichen Filter (unter 14 cm x 4 cm Durchmesser), einer Spritze zum Rückspülen, einem faltbaren Wasserbeutel und einem Trinkhalm. Alles zusammen wiegt lediglich 110 gr.
  • Er weist eine Porengröße von 0,1 μm auf (die meisten Filter der oberen Preisklasse bieten nur 0,2 μm) und filtert somit nahezu alles heraus: Schwebstoffe, Protozoen, Bakterien und nach unserem Verständnis (siehe oben) auch Viren.
  • Das Wasserfiltern geht sehr zügig: pro min schafft der Sawyer Mini laut Hersteller 1,7 Liter Filterdurchsatz. Allerdings konnten wir diese Herstellerangabe in der Praxis noch nie erreichen.
  • Als Kapazität des Filters werden 375.000 Liter angegeben (Vorausgesetzt, man spült den Filter nach jedem Einsatz wieder ordentlich durch). Damit entstehen keine Folgekosten wegen Kartuschen-Erneuerung, wie bei vielen anderen mechanischen Wasserfiltern.
  • Der Preis ist im Hinblick auf die Filterleistung ausgesprochen niedrig. Da überlegt man nicht lange. Angeboten wird der Filter von Care Plus sowie von PointOne.

Die Einschränkungen beim Sawyer Mini Wasserfilter

  • Will man zusätzlich auch Chemikalien aus der Wasser filtern, benötigt man zusätzlich noch einen Aktivkohlefilter.
  • Und wer im Hinblick auf Viren ganz sicher gehen will, sollte sich zusätzlich noch Chlortabletten oder einen UV-Stick zulegen.

Wer die Hersteller-Angaben im Detail nachlesen will, findet alle Infos bei Sawyer (externer Link).

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Bedienung und Reinigung des Sawyer Mini

Dieser Outdoor Wasserfilter hat auf der Schmutzwasser-Seite ein Gewinde, an das man sowohl den mitgelieferten Faltbeutel als auch die meisten gängigen Kunststoff-Trinkflaschen anschließen kann. Wir nutzen eine unserer 1,5 Liter-Trinkflaschen, daher können wir auf den Faltbeutel meist verzichten. Für Reiseländer, in denen man keine Flaschen mit dem passenden Gewinde findet, benötigt man den Faltbeutel aber auf jeden Fall. Also besser stets mitnehmen.

Auf der Trinkwasser-Seite steht ein Zapfen hervor. Hier kann der mitgelieferte Trinkhalm aufgesteckt werden. Alternativ lässt man das gefilterte Wasser einfach in eine leere Flasche laufen.

Nach dem Filtern des Wassers spült man das Filtervlies in entgegengesetzter Richtung mit sauberem Wasser per Spritze durch. Die Tülle der Spritze passt genau auf den Zapfen am Filter.

Trotz sorgfältiger Reinigung hatten wir allerdings nach längerer Pause unsere Probleme, den Filter wieder zu aktivieren. Erst nach halbstündigen Bemühungen, dem Filter wieder eine annehmbare Durchflussmenge zu entlocken, waren die Poren wohl wieder frei. Hier half nur geduldiges Warten, bis das Wasser alte Schmutzrückstände wieder aufgeweicht hatte.

Etwas kritisch sind Temperaturen unter 0 Grad, wenn das Filter-Innenleben noch feucht ist. Hier können tatsächlich irreparable Schäden entstehen. Du solltest deinen Filter also stets vor Frost schützen.

 

Der LifeStraw Personal Wasserfilter

Ein weiterer interessanter Outdoor Wasserfilter ist der LifeStraw Personal Wasserfilter. Dabei handelt es sich im Prinzip zum einen überdimensionalen Trinkhalm, der auch als solcher genutzt wird. Das bedeutet, der Zugang zum aufbereiteten Trinkwasser ist schneller und einfacher. Dieser Filter wiegt lediglich 57 Gramm und ist für 22 Euro (Stand: 2019)  zu haben.

Allerdings besitzt das Filtervlies lediglich 0,2 µm Porengröße und die angegebene Filterkapazität über Lebensdauer ist mit 1000 Litern deutlich geringer als beim Sawyer Mini. Damit schneidet der LifeStraw Personal Wasserfilter im direkten Vergleich zum Sawyer Mini schlechter ab.

Des Weiteren ist es mit dem LifeStraw Personal Wasserfilter nicht möglich, gefiltertes Trinkwasser in einem Behälter für die Mitnahme zu speichern. Er ist lediglich für den direkten Verzehr von gefiltertem Wasser vor Ort  konzipiert.

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Die Katadyn BeFree Wasserfilter Flasche

Eine weitere interessante Variante ist die Filterflasche BeFree von Katadyn. Das Filtervlies weist mit 0,1 µm Porengröße die gleiche Filterqualität wie der Sawyer Mini auf, hat aber auch nur 1000 Liter Filterkapazität über Lebensdauer. Darüber hinaus ist dieser Filter mit 35 Euro deutlich teurer als der Sawyer Mini und fiel schon wegen undichter Schweißnähte negativ auf. Somit ist auch hier im direkten Vergleich der Sawyer Mini Sieger.

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Der Grayl Ultralight Wasserfilter

Der Grayl Ultralight Wasserfilter ist mit 300 Gramm deutlich schwerer und auch deutlich voluminöser als der Sawyer Mini, vereint aber mechanische und elektrochemische Filtertechnik in einem Gerät. Er filtert somit nicht nur Schwebstoffe, Bakterien und Protozoen aus dem Wasser, sondern beseitigt auch weitestgehend Viren und Chemikalien.

Für extreme Bedingungen ist dieser Filter tatsächlich eine sicherere Lösung als der Sawyer Mini (solange dieser solo eingesetzt wird). Doch für einen dauerhaften Gebrauch auf Radreisen ist er aus unserer Sicht funktionell überdimensioniert, zu groß und zu schwer. Auch die begrenzte Kapazität des integrierten Aktivkohlefilters ist mit 150 Litern im Outdoor Bereich auf lange Sicht betrachtet eher unpraktisch. Mit 65 Euro ist er aber nicht zu teuer, gemessen an seiner Leistung.

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Sawyer Mini Nachbauten

Neben dem oben beschriebenen Sawyer Mini tummeln sich mittlerweile eine ganze Reihe von bauähnlichen oder baugleichen Produkten (der Hersteller Gindoly, Festnight, Lixada, Phantiax, Etmury, Runacc) mit Preisen zwischen 15 und 25 Euro.

Leider entstehen hier bei der Lektüre der jeweiligen Produktbeschreibung gleich an mehreren Stellen Irritationen. So werben einige Hersteller mit mehreren unterschiedlichen Filterkapazitäten in einer einzigen Beschreibung oder werfen die Maßangaben der Filterqualität (Mikron / Mikrometer) durcheinander. Auch wird mit dem FDA-Zertifikat und dem SGS-Test geworben, beides nach unserer Einschätzung keine vertrauensbildenden Auszeichnungen im Hinblick auf das Filtervermögen.

 

 

Fazit zum Outdoor Wasserfilter

Für unsere Reisen ist der Sawyer Mini die beste Lösung im Hinblick auf Gewicht, Packvolumen, Filterfunktion, Handhabung und Preis. Er hat im Vergleich mit anderen interessanten Wasserfiltern mehr Vorteile und ist für alle Anwendungen geeignet (Trinken oder Befüllen von Behältern).

Wenn wir eine starke Belastung mit Chemikalien und Schwermetallen vermuten, greifen wir auf käufliches Trinkwasser zurück. Dann achten wir aber darauf, dass der Flaschenverschluss noch nicht geöffnet wurde.

Und für einen absolut sicheren Schutz gegen Viren würden wir als Ergänzung zum Sawyer Mini die Micropur Tabletten einsetzen. So erreichen wir in allen Regionen einen guten Schutz zum Top-Preis.

 

 

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