Der beste Outdoor Wasserfilter auf Reisen

Über Outdoor Wasserfilter denkt man eigentlich erst nach, wenn man eine Reise in ein sehr exotisches Land geplant hat. Denn in den meisten europäischen Ländern ist die Trinkwasser-Qualität so gut, dass man bedenkenlos aus der Leitung trinken kann.

Wenn man dann aber auf dem Markt nach einem guten Outdoor Wasserfilter sucht, stellt man schnell fest, das die Auswahl nicht ganz einfach ist. Es gibt unterschiedliche Systeme und Filtermethoden und preislich scheint es nach oben keine Grenze zu geben.

Wir haben uns sehr intensiv mit der Suche nach dem perfekten Outdoor Wasserfilter für unsere große Radreise über mehrere Kontinente beschäftigt und letztendlich ein hervorragendes Produkt entdeckt.

Dieser Beitrag ist als „Werbung“ zu betrachten, weil wir hier Marken, Produkte und Firmen erwähnen/empfehlen, auch wenn wir dies unentgeltlich tun.

 

Unsere Trinkwasser-Qualität

Nicht überall auf unserem Planeten ist die Wasserqualität so gut, dass man bedenkenlos aus der Leitung trinken kann, ohne Gefahr zu laufen, sich eine handfeste Magenverstimmung oder Schlimmeres einzufangen. Da gibt es Schwebstoffe, die das Wasser eintrüben, Bakterien, Viren, Protozoen, Schwermetalle und Pestizide aus der Landwirtschaft.

Doch nicht immer endet der Verzehr von belastetem Wasser in eine akute Magenverstimmung. Denn manche Substanzen lagern sich im Laufe der Zeit im menschlichen Körper ein und können so unbemerkt schwerere Erkrankung nach sich ziehen. Daher ist auch die Beurteilung der Wasser-Qualität durch die Einheimischen vor Ort auf Reisen immer mit Vorsicht zu betrachten. Unter Umständen hat er gar keine Ahnung, mit welchen Schadstoffen sein Wasser belastet ist.

Kann oder will man auf seinen Reisen in Länder mit schlechter Wasserqualität nicht ständig auf käufliches Trinkwasser in Flaschen zurückgreifen, ist es also ratsam, sich sein Trinkwasser selber zu desinfizieren.

Unterschiedliche Outdoor Wasserfilter Methoden – ein Überblick

Zum Filtern und Entkeimen des Wassers gibt es verschiedene Methoden und eine Vielzahl unterschiedlicher Produkte auf dem Markt. Doch alle Verfahren haben ihre Vor- und Nachteile:

  • Abkochen: entkeimt das Wasser, ist aber Zeit- und Brennstoff-intensiv (mindestens 10 min Kochzeit notwendig). Es beseitigt auch keine Chemikalien oder Schwermetalle.
  • Chemische Desinfektion: Chlor- oder Silberionen-Produkte (Tabletten oder Flüssigkeiten) töten alle Mikroorganismen ab. Die Einwirkzeit beträgt aber je nach Produkt bis zu 2 Stunden. Außerdem ist die gewünschte Wirkung nur bei klarem Wasser zu erreichen. In Wohngebieten mit mutmaßlich stärkerer Virenbelastung im Wasser ist diese chemische Keule neben der UV-Strahlung der sicherste Weg zu virenfreiem Trinkwasser.
  • UV-Strahlung: Mikroorganismen werden abgetötet, verbleiben aber im Wasser wie bei der chemischen Desinfektion. Auch hier ist klares Wasser Voraussetzung für erfolgreiche Desinfektion.
  • Mechanische Filter: Keramik- oder Glasfaser-Filter halten je nach Porengröße Bakterien (0,2 μm) und Protozoen (1 μm) sowie Schwebstoffe zurück.
    Viren (0,02 – 0,2 μm) klammern sich in der Regel an andere, größere Objekte, wie z.B. Schwebstoffe, werden (nach unserem Verständnis) somit also auch zum größten Teil herausgefiltert, selbst bei einer Porengröße von 0,1 oder 0,2 μm.
    Lediglich bei Chemikalien (Schwermetalle, Pestizide, Nitrate, …) kommen die mechanischen Filter an ihre Grenzen: hierfür braucht es Aktivkohle.
    Oftmals sind mechanische Filter groß und schwer. Aber das gefilterte Wasser ist frei von toten Mikroorganismen, im Gegensatz zu den anderen Verfahren.
  • Aktivkohle-Filter binden Chemikalien im Wasser und verbessern den Geschmack deutlich. Nach Sättigung muss die Filter-Kartusche ausgewechselt werden. Das treibt den Preis/Liter in die Höhe.

Der Einsatzzweck ist entscheidend

Willst du alles herausfiltern bzw. abtöten (also Schwebstoffe, Protozoen, Bakterien, Viren, Chemikalien und Schwermetalle), dann musst du mehrere Filtertechnologien kombinieren. Dazu kannst du All-In-One-Filter kaufen oder mehrere verschiedene Filter miteinander kombinieren.

In Summe werden die Filtersysteme dann relativ teuer und die Filterkapazität ist stark beschränkt. Aktivkohlefilter z.B. müssen nach Sättigung ausgewechselt werden.

Tatsächlich ist die Wahl des notwendigen Filtersystems stark abhängig von der Wasserbelastung im Einsatzgebiet. So ist die Kontamination der Gewässer mit Chemikalien und Schwermetallen in vielen europäischen Ländern sehr gering. Ganz anders sieht das in Asien, Südamerika und Afrika aus. Dort werden die Abwässer aus Landwirtschaft und Industrie in großen Mengen oft ungefiltert in die Gewässer eingeleitet.

Der für uns beste Outdoor Wasserfilter

Wir haben für unsere große Radreise einen Wasserfilter gesucht, der einen sinnvollen Kompromiss zwischen Wirkung auf der einen Seite und Gewicht, Volumen sowie Filterkapazität auf der anderen Seite darstellt. Auf einen 100%igen Schutz in allen Kriterien haben wir also bewusst verzichtet. Wie wir im Bedarfsfall mit dieser Lücke umgehen, haben wir weiter unten beschrieben.

Auf unserer Suche sind wir dann in 2015 auf ein Produkt gestoßen, was noch gar nicht lange auf dem Markt war und was eine unglaublich effiziente Filter-Technologie aus der Medizin einsetzt: der Sawyer Mini von Care Plus:

Der Care Plus Sawyer Mini

Er hat in vielerlei Hinsicht Vorteile, wenn man ihn mit den anderen Produkten auf dem Markt vergleicht. Die Merkmale im Detail:

  • Der Sawyer Mini ist klein, leicht und handlich. Somit ist er für unsere Radreisen der ideale Outdoor Wasserfilter. Das Set besteht aus dem eigentlichen Filter (unter 14 cm x 4 cm Durchmesser), einer Spritze zum Rückspülen, einem faltbaren Wasserbeutel und einem Trinkhalm. Alles zusammen wiegt lediglich 110 gr.
  • Er weist eine Porengröße von 0,1 μm auf (die meisten Filter der oberen Preisklasse bieten nur 0,2 μm) und filtert somit nahezu alles heraus: Schwebstoffe, Protozoen, Bakterien und nach unserem Verständnis (siehe oben) auch Viren.
  • Das Wasserfiltern geht sehr zügig: pro min schafft der Sawyer Mini 1,7 Liter Filterdurchsatz.
  • Die Lebensdauer des Filters wird angegeben mit 375.000 Liter (wenn man seinen Filter nach jedem Einsatz durch einfaches Rückspülen wieder reinigt). Damit entstehen keine Folgekosten wegen Kartuschen-Erneuerung, wie bei vielen anderen mechanischen Wasserfiltern.
  • Der Preis: für unschlagbare 22 Euro (Stand 2019) ist das Set zu kaufen. Da überlegt man nicht lange.
  • Will man zusätzlich auch Chemikalien aus der Wasser filtern, benötigt man zusätzlich noch einen Aktivkohlefilter.

Bedienung und Reinigung des Sawyer Mini

Dieser Outdoor Wasserfilter hat auf der Schmutzwasser-Seite ein Gewinde, an das man sowohl den mitgelieferten Faltbeutel als auch die meisten gängigen Kunststoff-Trinkflaschen anschließen kann. Wir nutzen eine unserer 1,5 Liter-Trinkflaschen, daher können wir auf den Faltbeutel meist verzichten.

Update 2018: für Reiseländer, in denen man keine Flaschen mit dem passenden Gewinde findet, benötigt man den Faltbeutel aber auf jeden Fall. Also besser stets mitnehmen.

Auf der Trinkwasser-Seite steht ein Zapfen hervor. Hier kann der mitgelieferte Trinkhalm aufgesteckt werden. Alternativ lässt man das gefilterte Wasser einfach in eine leere Flasche laufen.

Nach dem Filtern des Wassers spült man das Filterflies in entgegengesetzter Richtung mit sauberem Wasser per Spritze durch. Die Tülle der Spritze passt genau auf den Zapfen am Filter.

Die Alternativen zum Sawyer Mini

Der LifeStraw Personal Wasserfilter

Ein weiterer interessanter Outdoor Wasserfilter ist der LifeStraw Personal Wasserfilter. Dabei handelt es sich im Prinzip zum einen überdimensionalen Trinkhalm, der auch als solcher genutzt wird. Das bedeutet, der Zugang zum aufbereiteten Trinkwasser ist schneller und einfacher. Dieser Filter wiegt lediglich 57 Gramm und ist ebenfalls für 22 Euro (Stand: 2019)  zu haben.

Allerdings besitzt das Filtervlies lediglich 0,2 µm Porengröße und die angegebene Filterkapazität über Lebensdauer ist mit 1000 Litern deutlich geringer als beim Sawyer Mini. Damit schneidet der LifeStraw Personal Wasserfilter im direkten Vergleich zum Sawyer Mini schlechter ab.

Desweiteren ist es mit dem LifeStraw Personal Wasserfilter nicht möglich, gefiltertes Trinkwasser in einem Behälter für die Mitnahme zu speichern. Er ist lediglich für den direkten Verzehr von gefiltertem Wasser vor Ort  konzipiert.

Die Katadyn BeFree Wasserfilter Flasche

Eine weitere interessante Variante ist die Filterflasche BeFree von Katadyn. Das Filtervlies weist mit 0,1 µm Porengröße die gleiche Filterqualität wie der Sawyer Mini auf, hat aber auch nur 1000 Liter Filterkapazität über Lebensdauer. Darüber hinaus ist dieser Filter mit 35 Euro deutlich teurer als der Sawyer Mini und fiel schon wegen undichter Schweißnähte negativ auf. Somit ist auch hier im direkten Vergleich der Sawyer Mini Sieger.

Der Grayl Ultralight Wasserfilter

Der Grayl Ultralight Wasserfilter ist mit 300 Gramm deutlich schwerer und auch deutlich voluminöser als der Sawyer Mini, vereint aber mechanische und elektrochemische Filtertechnik in einem Gerät. Er filtert somit nicht nur Schwebstoffe, Bakterien und Protozoen aus dem Wasser, sondern beseitigt auch weitestgehend Viren und Chemikalien.

Für extreme Bedingungen ist dieser Filter tatsächlich eine sicherere Lösung als der Sawyer Mini (solange dieser solo eingesetzt wird). Doch für einen dauerhaften Gebrauch auf Radreisen ist er aus unserer Sicht funktionell überdimenioniert, zu groß und zu schwer. Auch die begrenzte Kapazität des integrierten Aktivkohlefilters ist mit 150 Litern im Outdoor Bereich auf lange Sicht betrachtet eher unpraktisch. Mit 65 Euro ist er aber nicht zu teuer, gemessen an seiner Leistung.

Fazit zum Outdoor Wasserfilter

Für unsere Reisen ist der Sawyer Mini die beste Lösung im Hinblick auf Gewicht, Packvolumen, Filterfunktion, Handhabung und Preis. Er hat im Vergleich mit anderen interessanten Wasserfiltern mehr Vorteile und ist für alle Anwendungen geeignet (Trinken oder Befüllen von Behältern).

Wenn wir eine starke Belastung mit Chemikalien und Schwermetallen vermuten, greifen wir auf käufliches Trinkwasser zurück. Und für einen absolut sicheren Schutz gegen Viren würden wir als Ergänzung zum Sawyer Mini die Micropur Tabletten einsetzen. So erreichen wir in allen Regionen den individuell notwendigen Schutz zu einem Top-Preis.

 

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