Die besten Radreise Tipps für Einsteiger

In diesem Artikel findest du die besten Radreise Tipps für Einsteiger – die systematische Vorbereitung auf deine erste Fahrradtour. Es sind Tipps, die dazu beitragen sollen, dass dein erster Fahrrad Urlaub nicht durch unangenehme Überraschungen oder Enttäuschungen getrübt wird. Unsere Radreise Tipps für Einsteiger:

Erst einmal kleine Brötchen backen

Auf deiner ersten Radreise ist vieles oder möglicherweise sogar alles neu: das Fahrrad, die Packtaschen, das Thema Zelten, der kleine Campingkocher, die tägliche Suche nach einem geeigneten Zeltplatz, der Umgang mit Werzeug, Flickzeug, der Regenkleidung und vieles mehr.

Da gestaltet sich der Einstieg leichter und kontrollierter, wenn du nicht gleich zu Anfang eine Vierwochen-Fahrradtour und ein exotisches Reiseziel ins Auge fasst und sämtliches Equipment zeitgleich testest. Hier empfiehlt sich tatsächlich die Devise: „erst einmal kleine Brötchen backen!“ Was ist damit gemeint?

Die Länge deiner ersten Radreise

Deine erste Radreise sollte nicht gleich 3 oder 4 Wochen einnehmen. Starte mit einer Wochenendtour. 2 bis 3 Tage sind perfekt geeignet, um neue Ausrüstung zu testen, erste Erfahrungen zu sammeln und Lücken in der Ausrüstung aufzuspüren.

Nichts läuft von Anfang an perfekt. Der Umgang mit Zelt, Kocher, den Packtaschen und dem Fahrrad braucht Übung. Im Laufe der Übung entsteht dann Routine. Und erst, wenn die nötige Routine erreicht ist, ist die Zeit reif für längere Trips oder sogar exotische Reiseziele.

Der Fahrkomfort auf deinem Reiserad

Achte bewusst auf den Sitz- und Fahrkomfort beim Radeln über längere Zeiträume: sind Sattel, Radlerhose und Sitzposition auf Dauer unangenehm, solltest du die Ursahen suchen und gezielt abstellen, noch bevor du an eine längere Radreise denkst. Denn ein Schmerz- und Ermüdungsfreies Radeln ist Grundvoraussetzung für ungetrübten Fahrspass auf längeren Radreisen.

Wir haben uns seinerzeit sehr intensiv mit diesem Thema beschäftigt und eine gute Lösung gefunden, die wir  hier näher beschrieben haben.

Was du alles mitschleppst

Vorweg gesagt: du benötigst nicht alles, was dir die gut sortierten Ausrüstungs-Shops alles anbieten. Überlege dir zweimal, ob du einen bestimmten Gegenstand tatsächlich brauchst auf deinen Radreisen. Denn du musst schließlich alles schleppen. Und das kostet Kraft und kann dich zermürben auf schwierigen Strecken.

Verfolgt man dieses Thema in aller Konsequenz bis zum Ende, landet man beim „Bikepacking“, einer besonders schlanken Art des Radreise – Gepäcks.

Die allermeisten Radler packen zuviel ein und senden so manches im Laufe der Reise nach Hause zurück.

Auch hier bieten sich kurze Wochenendtouren an: nehme dabei vor allem schwere und großvolumige Gegenstände sehr kritisch unter die Lupe: brauche ich das wirklich auf der Radreise? Wenn ja, wie häufig? Kann ich es mir nicht auch vor Ort borgen? Oder gibt es möglicherweise eine leichtere Variante?

Oft herrscht ein direkter Zusammenhang zwischen Gewichtsreduzierung und Preisanstieg. Da musst du dann deine persönlichen Prioritäten setzen beim Kauf neuer Ausrüstung.

Neue Ausrüstung solltest du auf jeden Fall vor einer längeren Radreise ausgiebig getestet haben. Damit vermeidest du böse Überraschungen.

Teste im Vorfeld aber nicht alles in einem Schwung, sondern am besten Stück für Stück. Mit einem neuen Fahrrad reicht zum Beispiel zunächst schon ein Tagesausflug ohne Gepäck, um sich intensiv mit dem neuen Gefährt vertraut zu machen. Da würden volle Packtaschen nur stören.

Taste dich dabei auch in Grenzsituationen vor: übe den Zeltaufbau mal bei Dunkelheit und prüfe, ob dein Campingkocher auch bei Sturm noch funkioniert. Es ist immer gut zu wissen, wo die Grenzen der mitgeführten Ausrüstung und die eigenen Grenzen liegen. Und du kannst sicher sein, dass es auf jeder Radreise eine Fülle von unerwarteten Herausforderungen für dich geben wird, selbst wenn du dich perfekt vorbereitet fühlst.

Packtaschen richtig packen

Finde heraus, wie du am besten dein Gepäck auf die Packtaschen und Packsäcke verteilst. Lass dich dabei vom üblichen Tagesablauf auf deinen Radreisen leiten und vermeide unnötige Packerei. Wenn du für eine kurze Snackpause alle 4 Packtaschen öffnen musst, hast du auf alle Fälle falsch gepackt.

Achte dabei aber auch immer auf eine möglichst gleichmäßige Gewichstverteilung. Das betrifft vor allem die beiden Lowridertaschen (die vorderen Taschen). Denn bei stark unterschiedlichem Taschengewicht zieht es den Lenker zur schwereren Seite.

Doch ganz gleich, wo du was verpackst: halte deine Regenkleidung dabei immer griffbereit. Wenn dich ein Regenschauer überrascht, muss alles schnell gehen, sonst bist du ruck zuck nass bis auf die Knochen.

Präge dir ein, in welcher Tasche du welche Gegenstände wo genau deponiert hast. Das erspart dir viel nervige Sucherei.

Mit Gepäck am Fahrrad ist alles anders

Sammle auf Kurztouren erste Erfahrung im Umgang mit Anstieg und Gefälle, Asphalt und Schotter, Wind aus allen möglichen Richtungen und Regen.

Du wirst schnell merken: ein Reiserad mit vollem Gepäck fährt sich ganz anders. Der Bremsweg ist länger, der Wind hat mehr Angriffsfläche und das Zusatzgewicht kostet Kraft im Aufstieg. Du brauchst deutlich mehr Platz und das Manövrieren verläuft träger. Sogar eine hohe Bordsteinkante wird plötzlich zu deinem Feind, weil deine Lowridertaschen daran entlang schrabbeln. Überlege dir auch, wie du bei strömendem Regen Dinge aus deinen Packtaschen holst, ohne dass du gleich deine ganze Ausrüstung flutest.

Das sind sozusagen die Basics, das Grundrauschen. Das begleitet dich auf all deinen Reiseradtouren, ganz gleich wo und wie lange du auf Tour bist.

Deine Tagesstrecke

Lote aus, welche Tagesstrecken du auf Dauer als angenehm empfindest. Orientiere dich dabei auf keinen Fall an deinen Tagesstrecken mit Fahrrad ohne Gepäck. Du benötigst wahrscheinlich viel öfter Pausen. Plane auch die notwendigen Zeiten für Zeltauf- und abbau, Kochen, Waschen und all die anderen regelmäßigen Tätigkeiten ein. Das alles braucht nicht nur seine Zeit, sondern es nimmt dir auch ein Stück weit die Energie, die du fürs Radeln benötigst. Somit reduziert es unter Umständen indirekt deine Tagesstrecken.

Halte die gefahreren Strecken in km fest. Denn erst, wenn du dein durchschnittliches, realistisches Tagespensum kennst, hast du eine Planungsgrundlage für größere Radreisen. Planst du eine Gruppen – Radreise, orientiere dich immer am schwächsten Mitglied der Truppe.

Je länger deine Radreisen, desto stärker solltest du auch Pausentage mit einplanen: für Besichtigungen, Ruhephasen und Spielraum für Reparaturen oder Wartung am Fahrrad. Insbesondere, wenn du Unterkünfte, Fähren oder Flüge buchen und termingerecht erreichen willst, kann ein zu enger Zeitplan dich sonst schnell unter Druck setzen.

Der Umgang mit Werkzeug und Flickzeug

Irgendwann erwischt es jeden: du fährst durch Glasscherben oder Dornen und kurze Zeit später hast du einen Plattfuß. Lerne „vor“ deiner ersten Radreise, wie du einen Plattfuß reparierst, wie du die Bremsen an deinem Fahrrad einstellst, wie du die Schaltung nachjustierst und wie du die Ursache für einen Fehler in der Beleuchtungsanlage findest.

Scanne dein Fahrrad im Hinblick auf die wichtigsten Reparatur- und Wartungsarbeiten und stelle dir das dafür benötigte Werkzeug zusammen. 80% aller Arbeiten wirst du mit 4er, 5er und 6er Inbusschlüssel sowie 8er und 10er Maulschlüssel bewerkstelligen können. Doch da kommt für längere Fahrradtouren noch einiges hinzu: Kettennietdrücker, Speichenschlüssel, Kettenblattschlüssel, 15er Maulschlüssel für die Pedale und einiges mehr. Es kann sehr unangenehm werden, wenn du auf deiner Radreise plötzlich mit einer Panne konfrontiert wirst und dir fehlt das passende Werkzeug und/oder das Know How und du findest nicht gleich jemanden, der dir helfen kann.

Du brauchst dafür übrigens nicht Machinenbau studieren. Es reicht, wenn du dir die wichtigsten Arbeiten vom Fachmann oder einer Person mit etwas Sachkenntnis zeigen oder erklären lässt.

Fehlt dir das Know How, kannst du dir unterwegs immer noch von jemandem helfen lassen. Das kann ein anderen Mitglied deiner Reisegruppe sein oder eine versierte Person vor Ort. Womit auch gleich deutlich wird, dass Radreisen in abgelegene Regionen für dich erst in Frage kommen, wenn du dieses Know How selber besitzt.

(Hierzu ein reales Beispiel: im australischen Outback verdursten immer wieder leichtsinnige Touristen, weil sie mit einer Motorpanne liegen bleiben und das Notfall-Management im Vorfeld nicht vorbereitet hatten)

Zur Standard-Austattung gehört natürlich auch die Luftpumpe. Achte auf den passenden Ventilaufsatz und wähle gleich eine hochwertige Luftpumpe. Billigprodukte sind schnell verschlissen und erfordern häufig unnötig hohen Kraftaufwand beim Pumpen.

Je größer und exotischer deine Radreisen, desto wichtiger wird auch das Thema Ersatzteile. Dazu zählen Bremsbeläge, Bowdenzüge für Schaltung und Bremse, Schrauben, Muttern, Kugeln für die Lager, usw.

Wir haben unser Fahrrad Werkzeug und unser Ersatzteil-Management auf Radreisen in separaten Artikeln niedergeschrieben:

Dein Ernährungsplan auf Radreisen

Auf Radreisen mit schwerem Gepäck verbrennst du enorm viel Energie. Dein Speiseplan muss dem Rechnung tragen und wird entsprechend umfangreicher ausfallen. Aber nicht nur die Menge ist wichtig, sondern auch die Art der Lebensmittel. Und dabei sind geringes Gewicht, einfache Zubereitung ohne viel Brennstoff und geringer Platzbedarf in den Packtaschen die wichtigsten Anforderungen. Das passende Stichwort hierzu: dehydrierte Lebensmittel.

Haferflocken, Polenta, Gries, Kartoffelpuler und Reis zählen vor diesem Hintergrund zu den geeigneten Grundnahrungsmitteln auf Fahrradtouren mit Gepäck. Sie sind leicht und du benötigst lediglich Wasser für die Zubereitung. Und das findest du meist an deinem Zeltplatz, musst es also nicht über den Tag schleppen.

Verabschiede dich auf jeden Fall von den leicht verderblichen Lebensmitteln, denn du hast keinen Kühlschrank dabei. Frisches Fleisch, Fisch, Milchprodukte, Obst und Gemüse musst du also entweder mit Bedacht kaufen oder weglassen.

Wenn dir diese Einschränkungen nicht zusagen, kannst du dich gleich von der eigenen Zeltküche verabschieden und solltest stattdessen auf die lokale Gastronomie zurückgreifen.

Das muss kein K.O.-Kriterium für Radreisen sein, denn z. B. in Asien ist Streetfood nicht nur ausgesprochen schmackhaft, sondern auch preiswerter als selber zu kochen.

Dein erstes Reiseziel

Für deine ersten Ausflüge und zum Sammeln erster Erfahrung braucht es nicht gleich ein exotisches Fernziel. Starte von deiner Haustüre aus und erkunde deine eigene Wohnregion. So vermeidest du unnötigen Aufwand für An- und Abreise und lernst gleichzeitig deine Heimat ein ganzes Stück besser kennen.

Erst wenn dir Fahrrad, Gepäck, widrige Straßenverhältnisse und Wetterkapriolen ausreichend vertraut sind, ist es Zeit für einen höheren Abenteuer-Faktor beim Reiseziel.

Das muss dann auch nicht gleich Neuseeland oder der Iran sein. Frankreich, Dänemark, Großbritannien, Holland und Belgien zum Beispiel sind hervorragend geeignet für Radreisen und erfordern keinen großen Aufwand bei der Anreise.

Exotische Reiseziele

Wähle die wirklich exotischen Reiseziele erst, wenn dir Radreisen in europäischen Ländern nicht mehr viel Spannendes bieten. Wüste, endlose Steppe, extreme Höhenlagen, tropische Hitze, Starkregen, unwegsames Gelände, gefährliche Fauna und ähnliche Merkmale stellen große Herausforderungen dar, für deren Bewältigung man den Kopf frei haben muss. Da bist du schnell überfordert, wenn die Basics nicht im Schlaf sitzen.

Radreise Tipps für Einsteiger, die auch trampen werden

Trampen kann auf einer Radreise sinnvoll oder sogar notwendig werden. Doch bevor du dich zum Trampen an die Straße stellst, solltest du deine Packtaschen so vorbereitet haben, dass harte, scharfkantige Gegenstände deiner Ausrüstung nicht direkt an der Außenhülle deiner Taschen anliegen. Damit reduzierst du die Gefahr, dass durch zu ruppiges Handling oder die Vibration auf dem Transportweg an den Taschen oder deren Inhalt ein Schaden entsteht. Ebenso ist es ratsam, empfindliche Elektronik weich zu polstern oder gleich in der Lenkertasche mit in den Fahrerraum zu nehmen. Die besten Tipps zum Trampen haben wir übrigens hier detailliert zusammengestellt.

Fazit zu den Radreise Tipps für Einsteiger

Mit jeder Fahrradtour wächst die Erfahrung und die Routine im Umgang mit Fahrrad, Ausrüstung, Straßenverhältnissen, dem Wetter und unerwarteten Situationen. Wenn du unsere Radreise Tipps für Einsteiger beherzigst, beugst du unliebsamen Überraschungen und zu großen Herausforderungen vor. So bleibt dir der Fahr- und Reisespaß lange erhalten.

 

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