Tipps für Radreisen in Uruguay

Diese Tipps für Radreisen in Uruguay haben wir aus unseren Erfahrungen auf der Radreise durch Südamerika zusammengestellt.

Unsere Tipps für Radreisen in Uruguay:

Anreise und Grenzabwicklung

Die Ein- und Ausreise-Formalitäten sind schnell erledigt und völlig unbürokratisch. Am Grenzübergang Mercedes gibt es lediglich einen Stempel in den Pass, der sowohl die Ausreise aus Argentinien als auch die Einreise nach Uruguay belegte.

Allerdings ist die Brücke über den Rio Uruguay kurz zwischen Gualeguaychu und Mercedes für Fahrradfahrer verboten. Da musst du dir ein Fahrzeug per Trampen organisieren. Das ist nicht zu jeder Tageszeit einfach, weil das Verkehrsaufkommen sich an diesem Grenzübergang sehr in Grenzen hält. Alternativ wähle den Grenzübergang weiter nördlich bei Paysandú. Dort gibt es keine Beschränkungen für Radler.

Die Einfuhr bestimmter Lebensmittel ist nicht erlaubt. Das solltest du vor dem Grenzgang bei deinen Lebensmitteleinkäufen im Auge behalten. Uns hatten sie jedoch nicht daraufhin kontrolliert.

Verständigung

Man spricht Spanisch. Englisch wird nur selten gesprochen, in der Regel lediglich in größeren Städten. Mit einem kleinen Basiswissen an Spanisch kommst du aber sehr gut zurecht.

Internet

Internet findest du in vielen öffentlichen Einrichtungen, wie Tankstellen, Schulen, Hotels, in der Gastronomie und auf Plätzen. Allerdings kann das Internet auch mal stundenweise ausfallen.

Bargeldbeschaffung

Die Bargeldbeschaffung an Geldautomaten klappt völlig reibungslos. Bei der Banco Republica del Uruguay (BROU) wurden keine Gebühren erhoben. In den Städten ist die Versorgung mit Geldautomaten sehr gut, auf dem Land deutlich eingeschränkt. Behalte das im Auge, wenn du die Ballungszentren verlässt und im Inland radelst.

Lebensmittelbeschaffung

Uruguay ist deutlich teurer als seine Nachbarländer Argentinien und Brasilien. Da lohnt es sich, die Preise zu vergleichen. In den kleineren Läden findest du oft günstigere Preise als in großen Supermärkten.

Trinkwasserbeschaffung

Fast überall im Land ist das Wasser aus der Leitung genießbar. Sicherheitshalber aber immer nachfragen. Viele betreiben einen Wasserfilter in der Küche, weil der Mate dann besser schmeckt. Da kannst du ohne Bedenken dein Wasser zapfen.

Bikeshops und Service

Es gibt in allen größeren Städten gut sortierte Bikeshops und hochwertige Komponenten. Der Radsport ist sehr populär in Uruguay und du siehst viele hochwertige Fahrräder auf der Straße. Daher ist die Versorgung mit Ersatzteilen kein Problem.

Straßen

Außerhalb der Städte hat Uruguay überwiegend gute Straßen, oft mit Seitenstreifen, der aber nicht generell für Radfahrer geeignet ist. In den Städten fährst du häufig über alte Betonplatten mit Stoßkanten, die sich wie kleine Bordsteinkanten anfühlen. Anstrengend ist in dieser Hinsicht auf jeden Fall Montevideo und das historische Stadtzentrum in Colonia del Sacramento mit seinem groben Kopfsteinpflaster.

Verkehr

Außerhalb der Städte hält sich der Verkehr sehr in Grenzen. Uruguay ist dünn besiedelt mit gerade einmal 3 Mio. Einwohnern. Das kommt dir auf den Überlandstrecken zugute. Es gibt selten gefährliche Situationen für Radfahrer, denn die meisten Autofahrer halten Seitenabstand und sind sehr rücksichtsvoll, solange es der Gegenverkehr zulässt.

In größeren Städten herrscht viel Verkehr und vor allem die öffentlichen Busse und Taxis können dir das Radeln sehr anstrengend gestalten. Sie schneiden dich oft und zwingen dich zum Ausweichen, weil sie gerade Fahrgäste ein- oder aussteigen lassen wollen.

Orientierung

Mit GPS und offline-Karte von OSM klappten Navigation und Orientierung sehr gut. Allerdings ist die OSM-Karte außerhalb der Städte noch sehr mager ausgestattet. Viele Straßen und Nebenstrecken werden erst angezeigt, wenn du tief in die Karte hinein zoomst. Folglich lohnt sich als Ergänzung eine kleine einfache Papierkarte vom Land, um den Überblick zu behalten, vor allem, wenn du im Inland aus den Nebenstrecken unterwegs bist.

Unsere Tipps zu Navigation und GPS Logger per Handy

Geländeprofil

Es gibt keine spektakuläre Bergwelt, sondern lediglich hügeliges Gelände oder flaches Land mit Landwirtschaft. Im Bereich der Küste bietet Uruguay allerdings so abwechslungsreiches Panorama, dass man spektakuläre Berge nicht wirklich vermisst.

Radeln

Fahrradfahren in Uruguay ist sehr angenehm und überwiegend ungefährlich. Lediglich der Wind kann dir stark zusetzen, wenn er aus der falschen Richtung weht. Allerdings wechselt er hier schnell mal die Richtung, sodass sich auch keine bevorzugte Fahrtrichtung entlang der Küste daraus ableiten lässt.

Trampen

Trampen ist möglich, aber du benötigst an manchen Tagen sehr viel Durchhaltevermögen. Es ist auch abhängig vom Verkehrsaufkommen: auf vielen Nebenstrecken kommt stundenlang kein Fahrzeug.
Unsere Tipps zum Trampen auf Radreisen

Zelten und alternative Übernachtungsplätze

Wegen der gefährlichen Schlangen und Spinnen beschränkten wir das Zelten auf ein Minimum. In den Städten versuchten wir es bei der Freiwilligen Feuerwehr (Bomberos), was allerdings nicht so oft klappte wie in Argentinien. Meist ist die Übernachtung hier nur Männern erlaubt.

Das private Übernachtungsnetzwerk Warmshowers ist eine gute Alternative. Die angeschriebenen Gastgeber melden sich häufig relativ zügig und es gab einige Zusagen.

In den Städten wirst du auch des Öfteren angesprochen und vielleicht sogar eingeladen zur Übernachtung im Haus. Und es ist sogar gut möglich, dass dir der Gastgeber für deinen weiteren Weg schon eine Übernachtung bei einem Kumpel in einer anderen Stadt organisiert (wir haben es zweimal so erlebt).

Sicherheit auf Radreisen in Uruguay

Uruguay ist ein sicheres Land. Auch im Zentrum der großen Städte ist es sehr ruhig. Allerdings solltest du immer wachsam sein, insbesondere nachts in den Städten. Die Einheimischen empfehlen dir auch, stets vorsichtig zu sein. Während unserer 4 Wochen in Uruguay erlebten wir jedoch keine kritischen Situationen im Land.

Gefährliche Tiere

Giftige Schlangen und Spinnen gibt es in Uruguay. Allerdings ist lediglich die Lanzenotter ( Yarará Crucera) wirklich gefährlich. Sie greift aber nicht an. Du musst nur aufpassen, wo du hintrittst, wenn du durch das Gras läufst.

Du solltest auf Radreisen in Uruguay generell aufpassen, wenn du dich abseits der befestigten Wege bewegst und insbesondere, wenn du einen Platz für dein Zelt suchst.

Uns lief tagsüber eine große Spinne (Tarantula) über die Fahrbahn. Sie ist ebenfalls gefährlich, aber nicht aggressiv.

Zu den harmlosen Tieren in Uruguay zählen die Mönchssittiche (Cotorras), die zu Scharen in den hohen Eukalyptusbäumen leben und ganztägig einen Höllenlärm veranstalten.

Gesundheitsgefahren

Für Uruguay werden Impfungen empfohlen. Beim Tropenmediziner erhältst du alle Infos, die du für deine Reise nach Uruguay benötigst, ggf. auch die erforderlichen Impfungen.

Unsere Tipps zu den Reiseimpfungen.

Klima

Beste Reisezeit für Radreisen in Uruguay ist der Sommer (Dezember bis Februar), dann ist auch Baden im Meer möglich. Den April (Herbst) erlebten wir spätsommerlich warm, aber im Mai war es an einigen Tagen schon unangenehm kühl, morgens nicht selten um die 6 °C.

Kultur

Mate ist das Nationalgetränk wie auch in anderen südamerikanischen Ländern. Es ist völlig normal, mit der Calebaza und einer Thermoskanne voll heißem Wasser unter dem Arm durch die Straßen zu laufen, an der Bushaltestelle zu stehen oder was auch immer zu tun. Der Mate gehört immer dazu und ist tatsächlich ständiger Begleiter im täglichen Leben.

In Uruguay ist der Konsum von Marihuana erlaubt. Beim Verlassen des Landes solltest du allerdings „clean“ sein, sonst gibt es Ärger.

Sehenswürdigkeiten

Uruguay bietet entlang der Küste sehr sehenswerte Landschaft: Sanddünen, Badestrände, im Bereich Punta del Este sehr gepflegte Dörfer mit Reet-gedeckten Häuserdächern und ein paar ausgefallene Kunstwerke: z.B. die übergroße Hand in Punta del Este, das Castillo Pittamiglio in Montevideo, das Gebäude El Aguila an der Küste bei Villa Argentina.

Besonders sehenswerte Städte sind Colonia del Sacramento und Montevideo. Hier findest du eine Fülle von sehenswerten Plätzen und Objekten.

Beeindruckend sind auch die vielen endlosen Palmen-Alleen in und außerhalb der Städte.

Cabo Polonia ist bekannt wegen seiner Sanddünen, ist für Reiseradler allerdings nur unter größerem Aufwand erreichbar. Für eine Besichtigung organisiert du dir am besten einen motorisierten Transport, denn es gibt nur eine sandige Piste als Verbindung.

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