Das Elbsandsteingebirge – Sächsische Schweiz & Böhmische Schweiz

Das Elbsandsteingebirge zählt zu den schönsten Landschaften in unserer Heimat. Es war bis zum Mauerfall leider nicht für jeden zugänglich und auch nach der Wiedervereinigung noch für viele Jahre wegen unzureichender Infrastruktur nur mit großem zeitlichen Aufwand zu erreichen.

Das hat sich geändert: über die Autobahnen A4 und A14 ist der äußerste Osten unseres Landes mittlerweile bequem und in angemessener Zeit erreichbar. Und damit ist auch das Elbsandsteingebirge näher gerückt.

Grund genug, sich dieses einzigartige Naturparadies einmal aus der Nähe anzuschauen. Wir waren mehrmals dort und haben uns die Naturschönheiten auf Wanderungen, per Fahrrad und per Kanu angesehen.

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Unser Bericht über das Elbsandsteingebirge:

Das Elbsandsteingebirge

Das Elbsandsteingebirge ist ein deutsch-tschechisches Mittelgebirge. Es besteht aus der Sächsischen Schweiz (in Sachsen auf deutscher Seite) und der Böhmischen Schweiz (in Nordböhmen auf tschechischer Seite).

Charakteristisch für dieses Mittelgebirge sind die vielen aus der Ebene herausragenden Felsformationen aus erodiertem Sandstein. All diese Felsformationen sind sehr zerklüftet und weisen Löcher, Spalten und Höhlen auf. Sie stehen auch nicht dicht bei einander, sondern befinden sich weitläufig verteilt auf einem Gebiet von 700 km² Ausdehnung.

Sowohl auf deutscher als auch auf tschechischer Seite ist das Elbsandsteingebirge Landschaftsschutzgebiet und in weiten Teilen auch als Nationalpark ausgeschrieben.

Wie das Elbsandsteingebirge entstanden ist

Das Elbsandsteingebirge ist aus den Ablagerungen eines ehemaligen Meeres in der Kreidezeit entstanden. Dabei wurden durch die Bewegung der Erdschichten und die Strömung des Wassers an unterschiedlichen Stellen tonige oder sandige Sedimente angereichert. Die sandigen Bereiche waren in der Folgezeit resistenter gegen Verwitterung.

Nach Abfluss des Meeres drückte ein Granitmassiv auf die entstandene Sediment-Platte, bis diese zerbrach. Später wurde durch den Vulkanismus im böhmischen Gebiet auch Basalt und eisenhaltiges Gestein in das Sandsteingebiet mit eingetragen.

Aus den entstandenen Verwerfungen, dem Einfluss der Elbe und der je nach Sediment-Beschaffenheit unterschiedlich schnell verlaufenden Erosion entstand dann das heutige Panorama, bestehend aus einzelnen Tafelbergen (Pfaffenstein, Königstein, Lilienstein, Hoher Schneeberg, Großer Zschirnstein, Zirkelstein), steilen Felswänden, Felsenkämmen (Schrammsteine), isoliert stehenden Fels-Komplexen oder Felsnadeln (Barbarine, Torwächter, Herkulessäulen) und Tälern.

Dabei sind die einzelnen Felsen sehr zerklüftet (Kaiserkrone, Zirkelstein, Labyrinth) und weisen Löcher, Höhlen (Kuhstall, Diebskeller, Gamrighöhle, Idagrotte, Bennohöhle, Schwedenhöhle), senkrechte Spalten oder terrassenartige Strukturen auf.

Die Burganlagen und Schlösser im Elbsandsteingebirge

Zusätzlich bietet das Elbsandsteingebirge neben dieser außergewöhnlichen Landschaft auch eine ganze Reihe alter Schlösser und Burgruinen. Sie dienten seinerzeit zur Sicherung der Handelswege und Grenzen und sind bis heute allermeist sehr gut erhalten oder restauriert worden:

  • Landschloss Zuschendorf bei Pirna: wurde im 11. Jh. im Seidewitztal als Burg errichtet, im 16. Jh. zum Schloss ausgebaut.
  • Burg Stolpen in Stolpen: wurde im 12. Jh. als Grenzfestung erbaut.
  • Festung Königstein in Königstein: wurde im 13. Jh. auf einem Sandsteintafelberg errichtet und diente zur Sicherung der Grenze, war später auch Gefängnis.
  • Schloss Weesenstein im Müglitztal: wurde Anfang 13. Jh. errichtet zur Sicherung der Handelsstraße.
  • Schloss Kuckuckstein in Liebstadt an der Seidewitz: wurde im 15. Jh. nach Zerstörung der Vorgängerburg aus dem 13. Jh. wieder aufgebaut.
  • Burg Hohnstein in Hohnstein: wurde im 14. Jh. als Grenzfestung auf einem Felsen über dem Polenztal erbaut .
  • Barockgarten Großsedlitz in Heidenau: wurde im 18. Jh. errichtet.

Der Freizeitwert im Elbsandsteingebirge

Das Freizeit-Angebot im Elbsandsteingebirge ist unglaublich groß:

Zu allen Felsformationen führen gepflegte Wanderwege und man kann Klettern oder Bouldern (allerdings herrschen strenge Regeln im Sinne der Naturerhaltung). Es gibt auch sehr anspruchsvolle Stiegen mit spektakulären Passagen, Leitern, steilen Treppen und Kletterhilfen (Zwillingsstiege, Rotkehlchenstiege, Heilige Stiege). Es gibt sogar Klettersteige (Häntzschelstiege, Rübezahlstiege, Wirtsstiege). Mehr zum Klettern weiter unten.

In der Regel ist eine Wanderung zu einem der Felsen samt Anfahrt ein Programm für einen halben oder sogar ganzen Tag. Das bringt die Weitläufigkeit im Elbsandsteingebirge mit sich. Wenn du also viele dieser Felsformationen besichtigen willst, läuft das schnell auf einen ein- bis zweiwöchigen Aufenthalt hinaus.

Neben den ausgedehnten Wanderungen lohnen sich Bootsfahrten mit dem Schaufelraddampfer auf der Elbe, die Bielatalbahn, die Kirtitzschtalbahn, die Nationalparkbahn, einige Freizeitparks, das Bergwerk Marie-Louise-Stolln in Berggießhübel und die Freilufttheater (Felsenbühne Rathen und Naturbühne Maxen).

Wer den Kanusport liebt, findet ebenfalls kommerzielle Anbieter (externer Link).

Klettern im Elbsandsteingebirge

Im Elbsandsteingebirge wurde das Freeclimbing erfunden und es gibt über 1100 zum Klettern ausgeschriebene Felsen und insgesamt über 20.000 Kletterrouten. Um den erosionsgefährdeten Sandstein zu schützen, gibt es allerdings harte Regeln fürs Klettern.

So sind als Sicherungsmittel lediglich Seilschlingen, aber keine Keile, Friends und andere Metall-Sicherungen erlaubt. Auch Magnesia ist nicht erlaubt. Und das Klettern an nassem und brüchigem Fels ist verboten. Nach einem Regentag musst du erst mindestens einen Tag abwarten, bis der Fels wieder zum Klettern zugelassen ist.

Entweder du wendest dich an die ortsansässigen Kletterschulen oder informierst dich über das gesamte Regelwerk beim Sächsischen Bergsteigerbund (externer Link).

Des Weiteren gibt es in Dresden und Heidenau Kletterhallen (SBB-Kletterhalle, Mandala-Boulderhalle, YoYo Kletterhalle) und in Königstein zwei Hochseilgärten.

Übernachten im Elbsandsteingebirge

Neben den vielen Hotels und Pensionen gibt es auch Trekkinghütten, Ferienwohnungen, Privatzimmer und Campingplätze.

Es gibt sogar einige Alpenvereinshütten auf dem Gebiet: Karl-Stein-Hütte, Saupsdorfer Hütte, Bielatalhütte und Dessauer Hütte. Allerdings musst du Mitglied in einer Sektion des deutschen Alpenvereins sein, wenn du hier nächtigen möchtest. Und du solltest auf Selbstversorgung, einfache Matratzenlager und wenig Komfort eingerichtet sein.

Wer es zünftig mag und vor allem zum Klettern anreist, kann im Elbsandsteingebirge auch auf den 58 ausgeschilderten Freiübernachtungsstellen (Boofen) im Freien schlafen. Hier ist allerdings dringend empfohlen, sich tatsächlich konsequent an die Nutzungsregeln zu halten, sonst sind diese Boofen schon bald Geschichte. Klettersport und Boofen genießen im Elbsandsteingebirge zwar eine lange Tradition, die man gerne auch für die Zukunft erhalten möchte, doch die Belastung für die Natur steigt mit der Beliebtheit dieser Boofen enorm.

Alle Infos zu den Boofen und zu alternativen, einfachen Unterkünften (Campingplätze, Herbergen und Trekkinghütten) findest du auf der Website vom Nationalpark Sächsische Schweiz (externer Link).

Bekannte und unbekannte Sehenswürdigkeiten

Je nach Zugänglichkeit und Entfernung zu Ortschaften und Gastronomie sind die einzelnen Felskomplexe unterschiedlich stark vom Tourismus besucht. Dementsprechend ist der Bekanntheitsgrad der einzelnen Felsen auch sehr unterschiedlich. Die meisten assoziieren mit dem Elbsandsteingebirge hauptsächlich Bastei (bei Rathen), Schwedenlöcher, Barbarine, Amselsee samt Lokomotive und den Kuhstall.

Doch wer die Anfahrt nicht scheut, findet mit Prebischtor, Wilder Klamm sowie Edmundsklamm auf der Kamnitz (auf tschechischer Seite) und der Kahnfahrt auf der Oberen Schleuse im Kirnitzschtal (Grenzgebiet) sowie Vorderem und Hinterem Raubschloss ausgesprochen sehenswerte Felsenkulisse ohne den großen touristischen Rummel. Die Besichtigung der Highlights auf tschechischer Seite erfordern dabei den Grenzgang per Fähre bei Hrensko.

Sehenswürdigkeiten im Umfeld vom Elbsandsteingebirge

Es liegt nahe, sich die Stadt Dresden anzusehen, wenn man im Elbsandsteingebirge einen längeren Aufenthalt geplant hat. Doch ebenso lohnen sich die Städte Pirna, Wehlen, Rathen, Königstein und Bad Schandau, allesamt an der Elbe gelegen und über die Uferstraße sehr gut zu erreichen.

Fazit zum Elbsandsteingebirge

Das Elbsandsteingebirge ist eine der schönsten Landschaften in unserer Heimat. Es ist ähnlich spektakulär wie der Grand Canyon oder die Felsenlandschaften in Utah, wenn auch deutlich kleiner. Aber es ist ein Versäumnis, sich diese Monumente der Evolutionsgeschichte nicht einmal aus der Nähe angesehen zu haben.

 

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