Welche Reiseimpfungen gibt es: Tipps zum Impfschutz auf Reisen

Reiseimpfungen sind einer der wichtigsten Punkte im Rahmen der Reisevorbereitungen. Das ist nicht neu und die allermeisten wissen das auch.

Doch welche Reiseimpfungen gibt es und wann und wo soll man sich impfen lassen?  Wie sieht das Impfschema aus? Für wie lange habe ich dann Impfschutz? Wer darf überhaupt impfen und wer zahlt die Impfungen? Je exotischer die Reiseziele, desto mehr Fragen tun sich auf. Und desto mehr Impfungen kommen auf dich zu.

Je nach Reiseziel und Reisedauer kann das Thema Reiseimpfungen folglich sehr komplex werden und viel Vorbereitungszeit in Anspruch nehmen:

  • Bevor du mit den Reiseimpfungen startest, steht möglicherweise zunächst eine umfangreiche Beratung beim Reise- oder Tropenmediziner an, um abzuklären, welche Impfungen tatsächlich infrage kommen
  • Manche Impfung erfolgt in mehreren Schritten und zieht sich über einen Zeitraum von 12 Monaten oder sogar länger. Die Mindest-Zeitabstände muss man bei diesen Impfungen auf jeden Fall einhalten, sonst gefährdet man seine Immunität.
  • Bei der einen oder anderen Reiseimpfung dauert es nach der Impfung ein paar Wochen, bis der Impfschutz im Körper aufgebaut ist.

Da erscheint es sinnvoll, sich mit dem Thema Reiseimpfungen für eine geplante Reise rechtzeitig auseinanderzusetzen. Unsere Empfehlung: 1,5 – 2 Jahre vor Reisebeginn solltest du mit den Vorbereitungen starten.

Die Grund-Immunisierung

Das Standard-Versorgungsprogramm, das wir alle in der Regel im Säuglings- oder Kindesalter verabreicht bekommen, beinhaltet unter anderem die Grund-Immunisierung für Tetanus, Polio und Diphtherie. Diese Impfungen müssen zwar alle 10 Jahre aufgefrischt werden, aber nicht jeder hat seine Impftermine immer auf dem Schirm.

Anstehende Reiseimpfungen bilden daher einen guten Anlass, sich auch mit dieser Grund-Immunisierung noch einmal auseinander zu setzen. Insbesondere bei einer geplanten Langzeitreise über mehrere Jahre lohnt es sich sogar unter Umständen, eine noch nicht fällige Auffrischimpfung vorzuziehen.

Welche Reiseimpfungen benötigt man

Für jedes Land und jede Region gibt es Impfempfehlungen der STIKO  (Ständige Impfkommission am Robert Koch-Institut). Dort sind für alle bekannten Krankheiten die entsprechenden Risikogebiete ausgewiesen.

Der eigene Hausarzt ist zwar die erste Anlaufstelle, wenn man sich über den Umfang der notwendigen Reiseimpfungen informieren möchte. Doch bei Reisen in exotische Regionen oder die Tropen wird er/sie mit Sicherheit direkt die Konsultation eines Reise- oder Tropenmediziners empfehlen.

Der kennt den aktuellen Stand der Impfempfehlungen und hinterfragt individuelle Details, die noch Einfluss nehmen auf die Auswahl der Impfungen. Zum Beispiel deine Art zu reisen: Hotel oder Camping, Stadt oder Wildnis, usw.

Er wird dich auch beraten, wenn du die Wahl hast zwischen Prophylaxe und Stand-by. Das ist insbesondere beim Schutz vor Malaria ein sehr komplexes Thema. Hier fließen Reisegebiet, Jahreszeit, Aufenthaltsdauer, Verträglichkeit der Medizin und Kosten mit in die Betrachtung ein.

Für bestimmte Personengruppen wie Kinder, Schwangere, Allergiker oder durch bestimmte Krankheiten vorbelastete Menschen kann die Impfempfehlung auch ganz anders ausfallen als für den normalen Erwachsenen. Auch das klärt der Reisemediziner ab.

Die Durchführung der Reiseimpfungen wird dann wahrscheinlich zum größten Teil beim Hausarzt abgewickelt. Für Lebendimpfungen (Gelbfieber, Typhus) kommen allerdings nur zugelassene Impfstellen infrage, z. B. der Tropenmediziner.

Welche Reiseimpfungen gibt es

Eine Anmerkung vorweg:

Die folgende Auflistung enthält den Impfplan für einen normalen erwachsenen Menschen. Für Kinder oder Risikopersonen kann der Impfplan andere Zeitintervalle und Impfhäufigkeiten vorsehen. Ebenso sind die Zeitintervalle vom Impfstoff-Hersteller abhängig.

Die Angaben zu den Risikogebieten haben wir relativ grob gehalten. Maßgeblich bleibt für dich am Ende die Beurteilung des Tropenmediziners.

Des Weiteren könnten die Angaben aufgrund neuer Erkenntnisse schon überholt sein. Sie sind daher auf keinen Fall bindend. Aber sie geben dir eine erste Orientierung und zeigen auf, was auf dich zukommt.

FSME

Eine von Zecken übertragene Krankheit mit Grippeartigen Symptomen. Langzeitschäden möglich. Die Impfung empfiehlt sich schon für Wanderungen in deutschen Wäldern, aber auch in vielen anderen Staaten Europas. Die Impfung erfolgt in 3 Dosen über 1 Jahr verteilt. Totimpfstoff. Alle 5 Jahre Auffrischung mit einer Dosis.

Hepatitis A

Gelbsucht durch fehlende Hygiene bei der Lebensmittelversorgung. Heilt meist vollständig aus. Risikogebiete: Mittelmeer und Umgebung, Südamerika, Afrika, Asien. Totimpfstoff. Die Impfung erfolgt in 2 Dosen über 6-12 Monate. Damit ist Langzeitschutz für mindestens 20 Jahre gegeben.

Hepatitis B

Lebererkrankung, verursacht durch eine Virusinfektion, selten schwerer Verlauf, Risikogebiete: Asien, Afrika, Teile von Südamerika.Totimpfstoff. Die Impfung erfolgt in 3 Dosen über 7 Monate verteilt. Dadurch Langzeitschutz für mind. 10 Jahre.

Typhus

Bakterielle Infektion, die tödlich enden kann. Risikogebiete: Südostasien, Afrika, Südamerika. Lebendimpfung. Die Impfung erfolgt in 3 Dosen über 5 Tage. Die Wirksamkeitsdauer beträgt max. 3 Jahre.

Tollwut

Virusinfektion durch Tierbisse, die ohne Impfschutz tödlich endet. Risikogebiete: ist weltweit verbreitet, aber vor allem in Asien, Afrika und Osteuropa. Ein Impfschutz ist empfehlenswert vor allem in allen Ländern mit freilaufenden Hunden. Todimpfstoff. Die Impfung erfolgt in 3 Dosen über 28 Tage. Erste Wiederholung nach 1-2 Jahren, später alle 5 Jahre.

Gelbfieber

Eine durch Mücken übertragene Viruskrankheit, manchmal schwerer Verlauf mit Todesfolge. Risikogebiete: die tropischen Zonen von Afrika und Mittel- und Südamerika. Lebendimpfstoff. Die Impfung ist für die Einreise in manche Reiseländer sogar Pflicht. Die Impfung erfolgt in 1 Dosis. Danach hält die Schutzwirkung lebenslang.

Japanische Enzephalitis

Eine durch Mücken übertragene Virusinfektion, manchmal schwerer Verlauf mit Todesfolge. Risikogebiete: Südasien, Südostasien. Die Impfung erfolgt in 2 (3) Dosen über 28 Tage. Totimpfstoff. Die Wirksamkeitsdauer ist noch unbekannt.

Cholera

Bakterielle Infektionskrankheit durch verseuchte Nahrung bzw. unsauberes Trinkwasser. Kann zum Tod führen. Risikogebiete: Asien, Afrika und Südamerika. Schluckimpfung, Totimpfstoff. Die Impfung erfolgt in 2 Dosen im Abstand von 1-6 Wochen. Für den Langzeitschutz erfolgt nach 2 Jahren eine 3. Dosis.

Meningokokken

Schwere bakterielle Erkrankung im Nasen-Rachen-Bereich, kann zum Tod führen. Risikogebiete: afrikanische Tropen. Totimpfstoff. Die Impfung erfolgt in 2 Dosen über 4 Wochen. Die Wirksamkeitsdauer wird auf 4 Jahre vermutet.

Pneumokokken

Schwere bakterielle Infektion, meist im Bereich der Atemwege, kann zum Tod führen. Risikogebiete: Afrika. Totimpfstoff. Die Impfung erfolgt in 1 Dosis. Die Immunität hält 5 Jahre.

Der persönliche Impfkalender

Je mehr Reiseimpfungen anstehen, desto wichtiger wird ein persönlicher Impfkalender:

Aus den Empfehlungen des Reisemediziners stellt man sich in Abstimmung mit dem Hausarzt seinen persönlichen Impfkalender zusammen. Darin sind dann idealerweise die vorgeschriebenen Zeitintervalle bei Mehrfach-Impfungen und die Absicherung gegen Wechselwirkungen zwischen den verschiedenen Impfungen mit berücksichtigt.

Achtung: bei Impfungen mit Zeitintervallen von nur wenigen Tagen muss man natürlich alle Impftermine auf die Arbeitstage legen, um die Wirkung der Impfung nicht nachteilig zu beeinflussen.

Der Hausarzt, der ja in der Regel die allermeisten Reiseimpfungen verabreicht, ist dankbar, wenn der Patient ihn mit einem selbst erstellten Kalender bei der Terminplanung unterstützt. Gleichzeitig kann man für sich selber die absolvierten Impfungen im Kalender als „erhalten“ markieren oder abhaken. Auch das ist wichtig. Denn bei insgesamt 10 verschiedenen Reiseimpfungen und insgesamt 23 Impfterminen kommt man da selber schnell ins Schleudern.

Noch anspruchsvoller wird diese Abarbeitungs-Kontrolle, wenn es um den Impfschutz für eine mehrköpfige Familie geht und dazu noch mögliche Unverträglichkeiten beachtet werden müssen. Da mutiert das Thema Reiseimpfungen schnell zu einem kleinen „Projekt“.

Der internationale Impfausweis der WHO

Der internationale Impfausweis ist neben deinem Reisepass das zweitwichtigste Dokument auf Reisen. In manchen Ländern ist er für die Einreise sogar zwingend vorgeschrieben.

Du erhältst dieses kleine Buch beim Hausarzt für kleines Geld und lässt dort sämtliche Impfungen eintragen. Auch die Impfungen aus deiner Kindheit kannst du aus dem alten Impfausweis übertragen lassen. Das solltest du sogar, um im Reiseland deine Impf-Historie lückenlos nachweisen zu können.

Aus den Eintragungen im Impfausweis gehen Datum der Impfung, behandelnder Arzt und der Bezeichnung der verabreichten Medizin hervor. Es informiert auch über die Fälligkeit weiterer Auffrisch-Impfungen.

Wer zahlt die Reiseimpfungen

Die meisten Reiseimpfungen kosten Geld. Für das volle Programm sind schnell über 1000 € fällig (Stand: 2015). Doch eine Kostenübernahme durch die Krankenkasse gehört nicht zum Pflichtprogramm der Kassen. Daher gibt es Unterschiede: Die eine Krankenkasse übernimmt die Kosten für die Reiseimpfungen, die andere Kasse zahlt nichts.

Steht im Vorfeld geplanter Reisen zufällig der Wechsel zu einer anderen Krankenkasse an, aus welchen Gründen auch immer, dann lohnt es sich auf jeden Fall, den Leistungsumfang im Hinblick auf Reiseimpfungen zu checken, bevor man sich entscheidet.

In der Regel muss man in Vorkasse treten und die Rechnungen an die eigene Krankenkasse senden. Dann erfolgt kurze Zeit später eine entsprechende Gutschrift aufs eigene Konto. Oder man erhält einen Brief: „Leider können wir Ihnen nicht ….“

Reiseimpfungen unterwegs

Geht man auf Langzeitreise, dann kann es notwendig werden, sich bestimmte Reiseimpfungen unterwegs verabreichen zu lassen. Zum Beispiel, wenn eine Auffrischung für den Langzeitschutz ansteht.

Hierfür solltest du dir den Termin für die betreffende Impfung als Merker im Reisekalender eintragen vor Beginn der Reise. Allerdings solltest du im Vorfeld prüfen, ob der benötigte Impfstoff auch tatsächlich in dem jeweiligen Reiseland verfügbar ist.

Sicherheitshalber kannst du schon vorab ein Rezept vom Arzt in der Heimat ausstellen lassen, um die Beschaffung des Impfstoffes später im Ausland zu erleichtern (das vermeidet unter Umständen Diskussionen mit den medizinischen Stellen im Ausland).

Auch empfiehlt es sich bei berechtigtem Misstrauen in die Hygiene des betreffenden Reiselandes, sich seine eigenen Spritzen und Nadeln mitzubringen (hat man sich natürlich vor Reisebeginn beim Hausarzt organisiert). Das betrifft übrigens nicht nur Impfungen, sondern jede Art von Behandlung im betreffenden Reiseland.

Die im Ausland verabreichten Impfungen solltest du dann natürlich auch in deinem Impfausweis eintragen lassen.

Viele Reise- oder Auslands-Krankenversicherungen übernehmen keine Kosten für Impfungen im Ausland. Da lohnt sich möglicherweise der Preisvergleich für die gleiche Impfung in den verschiedenen Reiseländern auf der geplanten Route (die gleiche Impfung kostet z.B. in Indonesien deutlich weniger als in Australien).

Fazit zu den Reiseimpfungen

Man ist gut beraten, wenn man mindestens 1,5 -2 Jahre vor Antritt einer Reise in tropische Gebiete mit der ersten Recherche beginnt und den Hausarzt konsultiert. Damit vermeidet man Stress, Zeitdruck und möglicherweise sogar einen unvollständigen Impfschutz zum Antritt der Reise.

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