Montevideo in Uruguay – Sehenswürdigkeiten und Tipps

Montevideo ist nicht nur die Hauptstadt von Uruguay, sondern auch ein Ort mit vielen sehenswerten Objekten, von denen sich einige allerdings sehr erfolgreich verstecken. In diesem Beitrag findest du eine Zusammenstellung vieler dieser architektonischen und kulturellen Highlights, die du dir bei deinem Besuch in Montevideo nicht entgehen lassen solltest.

Es gibt zwar mehrstündige Stadtrundfahrten mit Führung, doch zum Einen sind diese Unternehmungen recht teuer und zum Anderen lassen sie dir keinen großen Spielraum für individuelle Entdeckungen.

Unsere Tipps für deinen Besuch in Montevideo:

Die Lage von Montevideo in Uruguay

Montevideo liegt im Süden des Landes am Rio de la Plata, dem riesigen Mündungstrichter der großen südamerikanischen Ströme Rio Paraná und Rio Uruguay. Auf über 200 km Breite fließt das Wasser der Flüsse hier in den Atlantischen Ozean. Am gegenüber liegenden Ufer befindet sich Buenos Aires, die Hauptstadt von Argentinien. Die Skyline von Buenos Aires ist bei guter Sicht von der uruguayischen Stadt Colonia del Sacramento aus zu sehen. An dieser Stelle misst das Mündungsdelta ca. 50 km Breite.

Die Anreise nach Montevideo

Wie in den meisten anderen Ländern in Südamerika sind für Touristen 90 Tage Aufenthalt ohne Visum erlaubt. Du erhälst bei der Einreise einen Stempel in den Reisepass. Unter anderem ist die Einfuhr bestimmter Lebensmittel (Obst, Gemüse, Nüsse, Fleisch, Milchprodukte, usw.) untersagt. Da solltest du dich informieren vor deiner Anreise.

Montevideo besitzt einen internationalen Flughafen und ist über den Landweg von Argeninien oder Brasilien aus erreichbar.

Alternativ gibt es mehrere Fährverbindungen über den Rio de la Plata von Argentinien nach Uruguay, die sich bei Bedarf auch mit einer anschließenden Busfahrt bis Montevideo kombinieren lassen. Anbieter sind hierfür ColoniaExpress, Buquebus und SeacatColonia.
Die Alternativen (Preise aus 2019):

  • Tigre – Carmelo (2,5 Stunden Fahrzeit, 19 Euro, danach 240 km Straße bis Montevideo)
  • Buenos Aires – Colonia del Sacramento (1,5 Stunden Fahrzeit, 30 Euro, danach 180 km Straße bis Montevideo)
  • Buenos Aires – Montevideo (2,5 bis 3,5 Stunden Fahrzeit, 90 Euro)

 

Sehenswürdigkeiten im Westen der Stadt

Virgen del Carmen y Santa Teresita

Die katholische Kirche Virgen del Carmen y Santa Teresita (GPS-Koordinaten: -34.86481,-56.20388) ist ein sehenswerter gotischer Dom, der etwas versteckt mitten im Wohnviertel liegt. Der Besuch lohnt sich, allerdings war die Kirche bei unserer Ankunft leider geschlossen.

Der Botanische Garten

(GPS-Koordinaten: -34.86126,-56.19846): Der Eintritt ist frei und der Park ist ganz nett, aber nicht wirklich spektakulär.

Der Japanische Garten

(GPS-Koordinaten: -34.85300,-56.19744): Er liegt nahe beim Botanischen Garten. Der Eintritt ist frei und der Garten ist recht überschaubar, aber dennoch einen Besuch wert, wenn du gerade in der Nähe bist.

Die Semena Criolla

Die Semena Criolla ist ein besonderes kulturelles Ereignis, das alljährlich in der Karwoche unweit des Botanischen Gartens im Rural del Prado stattfindet. Über 7 Tage dreht sich hier alles um das Leben und Wirken der Gauchos, die uruguayische Landwirtschaft und die damit verbundenen kulturellen Traditionen. Allerdings steht die Behandlung der Tiere im Rahmen dieser Veranstaltung bei Tierschutzorganisationen immer wieder in der Kritik. Insbesondere das Rodeoreiten auf Pferden und Rindern ist Anlaß für den Protest (GPS-Koordinaten: -34.86322,-56.20277).

Sehenswürdigkeiten im Stadtzentrum von Montevideo

Die Rambla

Über 22 km zieht sich die Rambla, die Uferstraße, im Bereich Montevideo an der Küste entlang. Sie ist nicht nur ein Verkehrsweg, sondern vor allem ein sozialer Treffpunkt für die ganze Stadt. Besonders amüsant: als Tourist fällst du hier gleich auf, wenn du nicht auch dein Mate-Equipment unter dem Arm hast: die Calabaza samt Bombilla und die Thermoskanne mit dem heißen Wasser. Vor allem am Wochenende ist die Rambla im Bereich der Innenstadt sehr gut besucht und tatsächlich trinken hier gefühlte 99% aller Bürger ihren geliebten Mate.

Wir haben diese faszinierende Mate Kultur in einem separaten Artikel detailliert beschrieben:
Die Mate-Kultur in Südamerika.

Der Palacio Legislativo

Der Palacio Legislativo (GPS-Koordinaten: -34.89131,-56.18720) ist das ururuayische Parlamentsgebäude, ein Monumentalbau aus dem 20. Jh.

Das Museo Nacional de Historia Natural

Das Museo Nacional de Historia Natural (GPS-Koordinaten: -34.89456,-56.17975) wartet mit einigen Highlights auf. Besonders außergewöhnlich ist die Tasache, dass nicht wenige Exponate frei zugänglich ausgestellt sind und in die Hand genommen werden können. Nach mehreren Umzügen befindet es sich seit 2018 in den Gebäuden vom ehemaligen Gefängnis von Miguelete und wird seitdem kontinuierlich ausgebaut. So wird es noch einige Zeit dauern, bis die gesamte Sammlung besichtigt werden kann.

Das Kunstmuseum Espacio de Arte

Dieses Museum befindet sich im selben Häuserblock (GPS-Koordinaten: -34.89464,-56.18077).

Das Auditorio Nacional Adela Reta

Diese Kunstbühne ist mit Baujahr 2009 noch ein sehr junges Theater mit schlichter Glasfassade ohne Schrörkel. Es beerbte das ehemalige Urquiza Theater, das 1971 durch Feuer zerstört wurde und beherbergt Sinphonieorchester, Staatsballett, Nationalchor, Kinderchor und einige andere bedeutende Ensembles Uruguays. Für 120 Peso bietet das Theater eine tägliche Führung um 14:30 Uhr. Sie dauert 1,5 Stunden. (GPS-Koordinaten: -34.90451,-56.19860).

Der Plaza Independencia

Diese gewaltig große Platz bietet gleich mehrere Highlights dicht bei einander (GPS-Koordinaten: -34.90656,-56.19974):

Der Palacio Salvo

Der Palacio Salvo ist eines der spektakulärsten Gebäude in Montevideo. Es gleicht dem Palacio Barolo in Buenos Aires wie ein Zwilling, verkörpert denselben Baustil und entstammt auch demselben Architekten (Palanti). (GPS-Koordinaten: -34.90678,-56.19836). Sehr sehenswert.

Die Puerta de la Ciudadela

Die Puerta de la Ciudadela ist das historische Eingangstor einer von den Spaniern im 18. Jh errichteten Zitadelle zur Verteidigung der Stadt. Im 19. Jh wurden Stadtmauer und Zitadelle beseitigt, weil sie dem Wachstum der Stadt im Wege waren. Lediglich das Tor der Zitadelle blieb erhalten und wurde im 20. Jh an der ursprünglichen Stelle wieder aufgebaut. Es ist eher ein schlicht gestaltetes Tor aus Stein, doch seine symbolische Bedeutung für die Stadtentwicklung erhebt es zu etwas Besonderem. Heute bildet dieses Tor quasi den Eingang zur Calle Sarandí, einer Fußgängerzone mit Shoppingmeile. (GPS-Koordinaten: -34.90652,-56.20083)

Das Teatro Solís

Das Teatro Solís: Dieses Theater gehört zu den wichtigsten Kulturbühnen in Uruguay. Hier finden dreimal täglch Führungen statt: 11.00, 12:00, 16:00. Bei den Vormittagsterminen erlebt der Besucher zusätzlich ein Liveprogramm auf der Bühne. Die Führungen kosten 90 Peso und dauern 45 min. (GPS-Koordinaten: -34.90754,-56.20117)

Barrio Sur & Barrio Sur

Die alten Stadtviertel Barrio Sur (GPS-Koordinaten: -34.9113,-56.1947) und Ciudad Vieja (GPS-Koordinaten: -34.9066,-56.2060) beherbergen viele historische Gebäude aus der Kolonialzeit mit sehenswerten Fassaden und Spitztürmen und dem Flair vergangener Zeiten. Es lohnt sich also, einfach durch die Straßen zu schlendern und sich auf Entdeckungsreise zu begeben.

Das Museo Andes 1972

Ein kleines Museum über ein tragisches Ereignis: Im Jahr 1972 stürzte ein uruguayisches Flugzeug mit 45 Passagieren über den Anden auf 4000 Metern Höhe ab. Die Suche nach dem Wrack und den Überlebenden verlief erfolglos und wurde abgebrochen. Daraufhin kämpften sich die Verschollenen bei bis zu -30 °C selber durch und wurden nach insgesamt 72 Tagen gerettet. Überlebt haben am Ende lediglich 16 Passagiere.

Ich selber assoziierte über viele Jahre die Gebirgskette der Anden mit genau diesem Ereignis. Um so beeindruckender war für mich die Entdeckung und der Besuch dieses Museums. Eintritt 250 Peso. (GPS-Koordinaten: -34.90588,-56.20291)

Der Hafen

Durch die direkte Anbindung von Montevideo an die internationalen Gewässer hat der Überseehandel seit jeher eine hohe Bedeutung. Demzufolge ist das Hafengelände riesig und ebenfalls eine Besichtigung wert (GPS-Koordinaten: -34.90441,-56.21126).

Der Parque Jose Enrique Rodo

Eine sehr gepflegte, historische Parkanlage mit einem künstlichem See, der sich am besten vom Tretboot aus entdecken lässt. (GPS-Koordinaten: -34.91487,-56.16774)

Der Faro de Punta Carretas

Der Leuchtturm Faro de Punta Carretas liegt am südlichsten Ende der Küstenlinie von Montenegro. Mit seinen 21 Metern Höhe gehört er sicher nicht zu den spektakulärsten Bauwerken der Stadt, ist aber dennoch einen Besuch wert. (GPS-Koordinaten: -34.93537,-56.16054).

Sehenswürdigkeiten im Osten von Montevideo

Das Castillo Pittamiglio

Das Castillo Pittamiglio auf der Rambla im Osten von Montevideo (GPS-Koordinaten: -34.92101,-56.14984) war im 20. Jh. die Residenz des uruguayischen Architekten Humberto Pittamiglio. Es ist ein sehr außergewöhnliches Gebäude mit verwinkelten, engen Gängen, 23 Türmen, 54 Räumen, 33 Türen, die zum Teil ins Nichts führen und viel Symbolik aus unterschiedlichen Wissenschaften, mit denen sich der Architekt seinerzeit beschäftigt hat. Heute ist es ein Museum (10 bis 21 Uhr zu besichtigen, WE 14 – 22 Uhr). Es gibt noch ein zweites Castillo Pittamiglio, in Las Flores, 66 km weiter östlich.

 

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