Tipps für Radreisen in Kroatien

Diese Tipps für Radreisen in Kroatien beruhen auf unseren Erfahrungen in diesem Land im Rahmen unserer großen Radreise Richtung Asien. Hierbei sind wir, von Slowenien kommend, über Rijeka, Lukova, Prizna, Sibenik, Makarska und Dubrovnik geradelt und haben das Land im Süden Richtung Montrenegro wieder verlassen.
Unsere Tipps für Radreisen in Kroatien:

Anreise und Grenzabwicklung

Du kannst auf dem Landweg, per Schiff oder per Flugzeug einreisen und benötigst kein Visum. Es gibt keine komplizierten Grenzkontrollen.

Südlich von Ploce verlässt du für 13 km Kroatien und radelst durch Bosnien/Herzegowina. Es gibt auch dort keine bürokratischen Grenzkontrollen und du kannst mit der kroatischen Währung bezahlen.

Verständigung

Man ist entlang der gesamten Küste auf Touristen eingestellt. Daher kommst du mit Englisch sehr gut zurecht. Die Kroaten sind sehr kontaktfreudig. Allerdings beschränkte sich diese Kontaktfreudigkeit mit ganz wenigen Ausnahmen auf das Bestreben, ihre Produkte an die Touristen zu verkaufen oder ihre Hotelzimmer anzupreisen. Das ist auf Dauer sehr lästig. Sie laufen oft sogar hinter dir her.

Weil uns in jedem Reiseland immer sehr viel an dem authentischen Kontakt zu den Einheimischen liegt, waren wir von Kroatien in dieser Hinsicht etwas enttäuscht.

Internet, Telefonie, Stromversorgung

WiFi findest du in den Hotels und der Gastronomie. Und davon gibt es entlang der kroatischen Küste ja jede Menge.

Bargeldbeschaffung

Die Bargeldbeschaffung am Geldautomaten ist in den Städten und in kleinen und größeren Siedlungen ohne Probleme möglich. Würde uns ja auch wunden, wenn es nicht so wäre. Schließlich ist das Bargeld der Touristen in Kroatien eine der größten Einnahmequellen. Da darf beim Geldabheben natürlich nichts schiefgehen.

Lebensmittelbeschaffung

Es gibt Supermärkte, wie wir sie aus der Heimat kennen. In den Touristenzentren sind die Preise deutlich höher als in Deutschland.

An den wenigsten Lebensmittelgeschäften gibt es einen schattigen Stellplatz für Fahrräder. Somit steht dein Fahrrad samt der Packtaschen stets in der prallen Sonne.

Die kroatische Küche ist bestimmt sehr schmackhaft, war uns an der Küste aber viel zu teuer. Wir haben selber gekocht, um die Reisekosten im Rahmen zu halten.

Im Spätsommer tragen die vielen Feigenbäume entlang der Küste reife Früchte. Das wird deine Mahlzeiten bereichern. Mit etwas Glück findest du auch Mandelbäume.

Trinkwasserbeschaffung

Das Wasser aus den Leitungen entlang der Küste hatte immer Trinkwasserqualität. Meist kannst du in Restaurants oder Hotels entlang der Straße deine Flaschen auffüllen. Im Inland kann das anders aussehen. Sicherheitshalber solltest du stets nachfragen, ob es sich um Trinkwasser handelt oder nicht. Wir empfehlen auf jeden Fall die Mitnahme eines Wasserfilters.

Unsere Tipps zum Wasserfilter auf Reisen haben wir in einem separaten Artikel veröffentlicht:
Der perfekte Wasserfilter für Radreisen und Backpacking.

Bikeshops und Service

In den Touristenzentren bieten sie geführte Biketouren und Leihfahrräder an. Dementsprechend gibt es dort auch Bikeshops, aber die Komponenten werden zu Touristenpreisen angeboten. Bringe deine Ersatzteile und dein Werkzeug schon bei der Einreise mit, dann bist du autark und kommst preiswerter weg.

Straßen

Die Straßen in Kroatien sind meist sehr schmal und enthalten oft Schlaglächer oder andere Hindernisse, denen du als Radler ausgeliefert bist.

Durch das überwiegend gebirgige Panorama weisen die Straßen immer viele Anstiege, Gefällestrecken und sehr viele Kurven auf. Das alleine macht sie schon gefährlich.

Verkehr

Durch die intensive touristische Nutzung des Landes erlebst du stets ein sehr hohes Verkehrsaufkommen auf den Straßen. Wir haben in dieser Hinsicht die gesamte Küstenstraße als äußerst gefährlich in Erinnerung: pausenlos schieben sich dort in der Hochsaison Massen von Wohnmobilen, Wohnanhängern, LKWs, Reisebussen und der lokale Individualverkehr über die viel zu schmale Straße. Und sie machen dir das Radeln zur Hölle. Wenn sich zwei Groß-Fahrzeuge auf deiner Höhe begegnen, hälst du die Luft an und hoffst auf ein gutes Ende.

Es grenzte für uns an ein Wunder, dass es nie zu einer Kollision kam. Dabei zeigen die vielen Kreuze am Straßenrand und die abgefahrenen Außenspiegel, dass es nicht immer gut endet.

Auch in den Städten ist der Verkehr sehr rustikal und gefährlich. Mancher Gullideckel ist derart tief in den Asphalt eingelassen, dass du dich nur durch eine Vollbremsung retten kannst, denn der fließende Verkehr lässt kein Ausweichen zu.

Achte auf engen Stellflächen, wie zum Beispiel am Supermarkt, darauf, dass du dein Fahrrad an einem sichern Platz abstellst, wo dir kein Schaden durch rangierende Fahrer entstehen kann. Die Kroaten sehen das nicht so eng und fahren gerne auch mal dein Fahrrad über den Haufen, um aus der Parklücke zu kommen (selber erlebt).

Orientierung

Per GPS und Offlinekarte im Handy waren Navigation und Orientierung nie ein Problem. Berücksichtige das Geländeprofil und die Summe der Höhenmeter bei deiner Tagesplanung.

Unsere Tipps zur Navigation per Handy:

Fahrrad Navigation und GPS Logger per Handy – offline und kostenlos.

Geländeprofil

Kroatien weist sehr viel Gebirge auf. Da kommen auf einer Radreise viele Höhenmeter zusammen. Das betrifft auch die Küstenstraße.

Radeln

Wäre da nicht der intensive Verkehr auf den Straßen, dann wäre Kroatien ein perfektes Land zum Radeln. Ganz gleich, ob mit oder ohne Gepäck: je abgelegener die Straßen, desto mehr Spaß macht das Radfahren dort. An die vielen Höhenmeter musst du dich allerdings gewöhnen.

Alle Infos zum Radwegenetz in Kroatien.

Trampen

Auf den touristisch stark frequentierten Straßen, z.B. der Küstenstraße, ist das Trampen nach unserer Einschätzung so gut wie unmöglich. Zunächst einmal ist es schwierig, eine Stelle an der Straße zu finden, wo ein Fahrzeug auch tatsächlich ohne Gefahr anhalten kann, um dich aufzugabeln. Darüber hinaus wird nach unserer Einschätzung keiner anhalten.

Auf weniger stark frequentierten Straßen im Inland mag das etwas anders ablaufen. Da haben wir keine Erfahrungswerte.

Allerdings gibt es aus unserer Sicht auch keine triftigen Gründe zum Trampen auf Radreisen in Kroatien. Denn die Landschaft entschädigt immer und überall für die anstrengenden Anstiege und die Besiedelung des Landes ist relativ dicht, sodass du nirgends weite Überlandstrecken überbrücken müsstest.

Unsere Tipps zum Trampen auf Radreisen haben wir in einem separaten Artikel zusammengestellt:
Trampen auf Radreisen.

Zelten und alternative Übernachtungsplätze

Die gesamte kroatische Küste ist landschaftlich besonders reizvoll. Daher hat jeder, der es sich leisten konnte, so nah wie möglich an die Küste gebaut. Das hat für deine Suche nach einem Zeltplatz fatale Folgen, wenn du nicht gewillt bist, auf die vielen, überteuerten Campingplätze auszuweichen.

Denn neben der verkehrsintensiven Uferstraße gibt es zur einen Seite nur die Klippen und den Sandstrand, zur anderen Seite die dichteste Bebauung, die du dir vorstellen kannst. Bis steil in den Berghang haben sie ihre Anwesen adobe-artig ineinander verschachtelt angelegt, zum Teil mit extrem abenteuerlichen Auffahrtsrampen. Da bleibt nur ganz selten ein kleines Plätzchen im überwiegend dornigen Gestrüpp für ein Zelt.

Wir haben sehr häufig unsere liebe Mühe gehabt, einen Platz fürs Zelt zu finden. Doch bis auf wenige Nächte waren wir trotzdem erfolgreich: auf privater Wiese, zwischen den Bäumen in der Nähe vom Strand oder in einem verlassenen Gebäude fand sich dann doch ein Platz.

Abseits von privatem Grund haben wir dabei stets unser Gepäck ins Zelt gestellt und die Fahrräder an einen festen Gegenstand angeschlossen, weil wir die Sicherheit nicht sauber beurteilen konnten.

Sicherheit auf Radreisen in Kroatien

Entlang der gesamten Küste ist das Gefahren-Potenzial sicher ebenso groß wie in den großen Städten. Den bei den Touristen ist gewöhnlich immer viel Geld zu holen. Sei wachsam, wo auch immer du dein Fahrrad samt Gepäck abstellst, ganz gleich, ob bei Tag oder in der Nacht.

Schließe dein Fahrrad immer ab und stelle deine Packtaschen ins Zelt. Sei auch vorsichtig an den Supermärkten.

Gefährliche Tiere

Die Einheimischen haben uns mehrfach vor den giftigen Schlangen gewarnt. Das solltest du bei deiner Suche nach einem Zeltplatz im Auge behalten und gegebenenfalls bei den Einheimischen nachfragen. Wir hatten allerdings nie eine lebende Schlange gesehen während unserer Zeit in Kroatien.

In den Morgen- und Abendstunden sind die Mücken sehr lästig. Entweder du verschwindest schnell in deinem Zelt oder du musst tatsächlich auf Repellentien zurückgreifen.

Gesundheitsgefahren

Für Reisen nach Kroatien werden Impfungen empfohlen. Informiere dich beim Hausarzt und plane die betreffenden Impfungen rechtzeitig ein.

Halte dich auf Radreisen in Kroatien auch an die gängigen Hygieneregeln (Hände waschen, Fliegen vom Essen fernhalten, …)

Klima

Das milde Klima und die angenehmen Temperaturen bis tief in den Herbst sind einer der Hauptgründe für die hohe touristische Attraktivität der Küste von ganz Kroatien. Im Inland ist es dagegen etwas kühler und es fällt mehr Niederschlag.

Im Hochsommer ist es eigentlich viel zu heiß und schwül zum Radfahren und auch die Nächte bringen dann selten eine Abkühlung. Folglich sind Frühling und Herbst die besseren Zeiten für Radreisen in Kroatien.

Kultur

Wir häten sie gerne kennengelernt, die Kultur des Landes und die kulturellen Werte der Einheimischen. Doch daran hatten die allermeisten Kroaten auf unserem Reiseweg kein Interesse. Sie wollen ausschließlich ihre Produkte verkaufen und sonst nichts. Schade!

Sehenswürdigkeiten

Von der Kultur des Landes bekommst du nicht sehr viel mit. Dafür sind die Einheimischen viel zu stark auf den Tourismus focussiert.

Bleibt also die traumhafte Landschaft. Besondere Highlights sind hierbei:

  • der Sjeverni Velebit Nationalpark
  • der Biovoko-Park
  • die Städte Omis, Dubrovnik, Split und Zagreb
  • die Seen bei Bacina
  • die gesamte Jadranska Magistrala
  • die fruchtbare Tiefebene bei Ploce
  • die vorgelagerten Inseln
  • die Kvarner Bucht
  • die Istrische Riviera

Die extrem dichte Bebauung entlang der Küste hat den landschaftlichen Reiz der Küstenlandschaft fast vollständig zerstört. „Schön“ ist die Küste heute lediglich auf den wenigen Passagen zwischen den Küstenstädten.

Oft liegt auch der Zugang zum Wasser auf privatem Grund. Da kann es schon einmal schwierig werden, eine Badepause an der gewünschten Stelle einzulegen. Folglich wirst du häufig gezwungen sein, auf den überfüllten Massenstrand auszuweichen.

 

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