Tipps für Radreisen in Chile

Diese Tipps für Radreisen in Chile beruhen auf den Erfahrungen und Erlebnissen auf unserer Radreise auf der Carretera Austral in 2018. Dabei sind wir über Futaleufu aus Argentinien nach Chile eingereist, sind ab Villa Santa Lucia bis El Maiten auf der Carretera Austral geradelt und haben das Land über Chile Chico nach Argentinien wieder verlassen.

Unsere Tipps für Radreisen in Chile:

Anreise und Grenzabwicklung

Chile gewährt 90 Tage visumfreien Aufenthalt, so wie die meisten anderen Länder in Südamerika.

Bei der Einreise mit Fahrrad ist der legitime Besitz des Fahrrades nachzuweisen und eine eidesstattliche Erklärung zu unterschreiben. Du musst also den Kaufbeleg von deinem Fahrrad mit dabei haben. Sie wollen ihn bei der Ein- und bei der Ausreise sehen und kontrollieren Rahmenmarke bzw. Rahmennummer auf Übereinstimmung.

Bei der Ausreise auf dem Landweg erhältst du einen Beleg über die Mitnahme deines Fahrrades, den du bei der Einreise ins Nachbarland (z.B. Argentinien) unter Umständen gleich wieder vorzeigen musst.

In Chile herrscht Helmpflicht für Radler. Folglich solltest du deinen Fahrradhelm mitbringen.

Daneben ist die Einfuhr von bestimmten Lebensmitteln nicht erlaubt und wird an der Grenze sehr akribisch kontrolliert. Hierzu zählen frisches Obst und Gemüse, Nüsse, Honig, Fleisch, Fisch und vieles mehr.

Verständigung

Es wird spanisch gesprochen. Die allerwenigsten sprechen zusätzlich Englisch. Das betrifft auch die touristisch sehr populären Regionen, wie zum Beispiel die Carretera Austral. Es ist also sehr sinnvoll, sich Grundkenntnisse in Spanisch anzueignen vor Radreisen in Chile.

Internet, Telefonie, Stromversorgung

Freies WiFi außerhalb der Hotel- und Gastronomie-Branche ist selten. Es gibt freies WiFi im Stadtzentrum am Dorfplatz, doch auf unserer Strecke war das häufig nicht der Fall oder die Verbindung war sehr langsam. So haben wir es auf der Carretera Austral, aber nicht nur dort erlebt. Folglich ist WiFi oft de facto nur gegen Verzehrzwang oder gegen Bezahlung verfügbar.

Bargeldbeschaffung

Die Bargeldbeschaffung am ATM klappt problemlos, die Obergrenzen für eine Transaktion sind brauchbar und die Gebühren halten sich in Grenzen.

Lebensmittelbeschaffung

In den großen Städten ist die Versorgung sehr gut, entlang der Carretera Austral wird sie in Richtung Süden zunehmend schwieriger und vor allem teurer. Allgemein ist Chile eines der teuersten Länder in Südamerika.

Ein weiteres Merkmal von Chile ist, dass du für alles bezahlen musst. Wirklich für alles: es gibt zum Beispiel nirgendwo Zugang zu kostenlosen Toiletten, nicht mal auf den Tanlkstellen.. Ja selbst für einen halben Liter heißes Wasser wollten die meisten Menschen Geld haben, was wir in sämtlichen anderen Reiseländern nie erlebt haben.

Der Brennspiritus für den Trangia-Kocher ist zwar erhältlich, doch von besonders mieser Qualität. Der Brenner setzte sich sehr schnell zu und die Flamme brannte sehr unsauber. Auch der Heizwert war mangelhaft.

Die mittägliche Siesta von 13 Uhr bis 16 oder 17 Uhr kann die geplanten Einkäufe auf Radreisen in Chile schon mal sehr anstrengend machen. Das solltest du in deiner Tagesplanung immer im Auge behalten.

Trinkwasserbeschaffung

In weiten Teilen des Landes ist das Wasser trinkbar. Doch sicherheitshalber solltest du immer nachfragen, bevor zu deine Flaschen auffüllst. Wegen der dünnen Besiedelung im Süden empfiehlt sich dort die Mitnahme eines Wasserfilters.

Bikeshops und Service

Die dünne Besiedelung im Süden und die geringe Größe der meisten Dörfer lässt es schon erahnen: Es gibt nur sehr selten einen Bikeshop. Also solltest du die erforderlichen Ersatzteile und das Werkzeug schon aus der Heimat mitbringen, um dir bei Bedarf selber schnell helfen zu können.

Damit sparst du auch viel Geld, denn auch hierbei ist Chile teuer.

Straßen

Vor allem auf den Überlandstrecken und in weiten Teilen auf der Carretera Austral besteht die Straßendecke aus Schotter, sonst aus Asphalt. Der Schotterbelag ist zum Teil sehr anstrengend per Fahrrad. Allerdings wird die Carreteras Austral sukzessive asphaltiert seit einigen Jahren. Für viele Reiseradler geht dadurch der Reiz dieser Strecke ein Stück weit verloren.

Wenn du dann alternative Schotterpisten für deine Abenteuer suchst, solltest du dir einmal den Pamir Highway ansehen:

Der Pamir Highway in Tadschikistan.

Verkehr

Wir erlebten sowohl rücksichtsvolle Autofahrer als auch rücksichtslose. Auf den Schotterstraßen nebelten uns die rücksichtslosen Fahrer stets mit viel Staub ein. Das war manchmal schon sehr unangenehm.

Orientierung

Die Orientierung ist kein Problem. Die Beschilderung ist sehr gut, in den Touristenzentren zum Teil schon zu üppig. Per GPS und Offlinekarte im Handy war die Navigation nie ein Problem.

Unsere Tipps zur Navigation per Handy:

Fahrrad Navigation und GPS Logger per Handy – offline und kostenlos.

Geländeprofil

Spektakuläre Landschaft bringt meist auch viele Höhenmeter mit sich. Insbesondere Richtung Süden wird das Panorama anspruchsvoller und die Befahrung per Reiserad anstrengender.

Radeln

Zu den am meisten von Reiseradlern befahrenen Strecken in Chile gehört zweifelsohne die Carretera Austral. Sie ist teilweise asphaltiert und die Schotterpassagen sind stellenweise sehr anstrengend. Doch es gibt einige Strecken, die landschaftlich deutlich interessanter sind. Wir sind sie gefahren und haben sie in Verbindung mit der Carretera Austral hier detailliert beschrieben:
Die Carretera Austral in Chile.

Trampen

Angeblich klappt Trampen gut, doch oft ist die Nachfrage größer als das Angebot. Insbesondere die vielen Backpacker stehen an manchen Orten neben den Einheimischen schon Schlange. Da wird es für Reiseradler noch ein Stück schwieriger wegen dem zusätzlichen Gepäck.

Es gibt sehr viele Pickups auf den Straßen. Damit klappt die Mitnahme von Fahrrad und Gepäck  aus unserer Erfahrung noch am einfachsten.

Unsere Tipps zum Trampen auf Radreisen: Trampen auf Radreisen.

Zelten und alternative Übernachtungsplätze

Es war schwierig, zu erfahren, wo genau freies Zelten erlaubt ist und wo nicht. Selbst die offiziellen Stellen halfen uns da nicht weiter. Sie verweisen dich direkt ohne Umschweife zu den kostenpflichtigen Campingplätzen. In der Regel haben wir bei privat gefragt und konnten auf dem Grundstück dann unser Zelt aufbauen. Damit umschifften wir mögliche Verbote.

Interesse an unserer Radreise hatte dabei kein einizger Einheimischer. Das wirkte sehr befremdlich auf uns im Vergleich zu unseren Erfahrungen und Erlebnissen in den meisten anderen Reiseländern.

Die privaten Übernachtungs-Netzwerke Warmshowers und Couchsurfing waren nutzlos, weil alle gemeldeten Mitglieder für Übernachtungen nicht zur Verfügung standen.

Sicherheit auf Radreisen in Chile

Chile ist ein sicheres Reiseland. Es gibt lediglich in großen Städten die üblichen Gefahren mit Kleinkriminalität. Auf dem Lande ist es völlig ungefährlich. Dennoch solltest du dein Fahrrad stets abschließen über Nacht und dein Gepäck im Zelt unterstellen.

Gefährliche Tiere

In Chile gibt es lediglich zwei sehr gefährliche Spinnen. Es ist allerdings unwahrscheinlich, auf Radreisen in Chile  mit diesen Spinnen in Kontakt zu kommen, weil sie sehr scheu sind.

Gesundheitsgefahren

Es werden Impfungen empfohlen. Kontaktiere hierzu rechtzeitig vor Reiseantritt einen Tropenmediziner, denn für manche Impfung benötigst du mehr als ein Jahr Zeit. Mehr zum Thema Impfungen:

Reiseimpfungen – ein Überblick.

Malaria und Dengue sind auf dem chilenischen Festland nicht vertreten, dennoch empfiehlt sich lange Kleidung und die Anwendung von Repellentien sowie ein Moskitonetz für die Nacht.

Gebietsweise ist auch das Hanta-Virus ein Risiko. Auch dazu hilft dir der Tropenmediziner weiter.

Klima

Der Wind kann einem heftig zusetzen, wenn er aus der falschen Richtung bläst. Er ist oft ungewöhnlich stark und kann das Radeln tatsächlich unmöglich machen (selber erlebt).

In der Regel bläst er aus Nord-West. Daher ist die Fahrtrichtung von Nord nach Süd eher zu empfehlen als umgekehrt.

Kultur

Die Chilenen sind sehr distanziert, teilweise wirken sie sogar frostig, manchmal auch unfreundlich. Das haben wir auf all unseren Radreisen in keinem anderen Reiseland so deutlich und negativ wahrgenommen.

Ganz besonders ausgeprägt ist diese Mentalität entlang der touristisch frequentierten Carretera Austral.

Entfernt man sich von der Carretera Austral, werden die Menschen zunehmend freundlicher. Im Grenzgebiet zu Argentinien sind sie genauso herzlich wie die Argentinier.

Sehenswürdigkeiten

Die Berge der Anden sind stellenweise ungewöhnlich schroff und spektakulär, manchmal aber eben auch wie das heimische Mittelgebirge oder das Alpenvorland. Besonders sehenswert sind die 120 km Strecke auf der CH-265 (abseits der vielbeschworenen Carretera Austral) von El Maiten bis Chile Chico.

Im Süden des Landes gibt es eine Vielzahl sehenswerter Nationalparks, wobei die Eintrittspreise für die Highlights oft überzogen teuer und einige Objekte völlig überbewertet sind.

Bedingt durch die Geländebeschaffenheit ist der Zugang zu mancher Sehenswürdigkeit per Fahrrad äußerst schwer bis gar nicht machbar.

 

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