Die passende Sonnenbrille – worauf du beim Kauf achten solltest

Eine Sonnenbrille ist schnell gekauft. In jedem größeren Supermarkt und in vielen Boutiquen deiner bevorzugten Shoppingmeile sind sie in allen möglichen Ausführungen zu erschwinglichen Preisen zu haben.

Doch „preiswert“ heißt noch lange nicht „gut“ oder „geeignet“. Im Gegenteil: die falsche Sonnenbrille kann deine Augen für alle Zukunft schädigen. Was musst Du beachten beim Kauf einer Sonnenbrille? Was bedeutet cat3? Und was bedeutet uv400?

Unsere Tipps für deine Suche nach der passenden Sonnenbrille für all deine Outdoor-Abenteuer.

Das Sonnenlicht und deine Augen

Zu starke UV-Strahlung und zu helles Sonnenlicht sind schädlich für unsere Augen und können zu akuten Verletzungen (Bindehautentzündung) und auf Dauer sogar zu bleibenden Schäden (Grauer Star) führen.

Ohne Sonnenbrille sind es in aller Regel die natürlichen Reflexe, die das menschliche Auge vor diesen Gefahren schützen: man schließt bei zu großer Helligkeit automatisch die Augenlieder, um die Blendung zu reduzieren.

Doch trägst du eine Sonnenbrille, dann werden diese Reflexe außer Kraft gesetzt. Dem Auge wird eine wesentlich geringere Helligkeit vorgegaukelt. Mit dramatischen Folgen, wenn die Gläser der Sonnenbrille nun schädliches UV-Licht durchlassen.

Noch dramatischer ist die Wirkung der Sonne in den höheren Lagen (Hochgebirge) und in stark reflektierendem Gelände (Schneefelder, Gletscher, Sandwüsten). Wer sich dort aufhält, benötigt nicht nur guten UV-Schutz, sondern auch guten Schutz gegen die starke Helligkeit: eine Tönung.

Wenn du also deine Augen gegen diese Gefahren der Sonne ausreichend schützen willst, benötigst du eine „gute“ und „geeignete“ Sonnenbrille, die zu deinem persönlichen Einsatzzweck passt.

Die Qualität einer Sonnenbrille

Bei vielen Produkten kannst du mit dem prüfenden Auge erkennen, ob es sich um gute Qualität handelt. Bei Sonnenbrillen kannst du das nicht. Hier gibt es einige Ausstattungsmerkmale, die nur aus den Angaben des Herstellers hervorgehen. Welche Herstellerangaben sind wichtig?

Der UV-Schutz einer Sonnenbrille

Steht auf dem Bügel innenseitig „UV400“, dann absorbieren die Gläser die gefährliche, kurzwellige UV-Strahlung (bis 400 Nanometer Wellenlänge bezeichnet man das Licht als UV-Licht, daher das Logo) aus dem einfallenden Licht heraus. 100 % UV-Filter ist wohl auch eine übliche Auszeichnung. Hier solltest du auf jeden Fall das Personal im Geschäft fragen und dir den tatsächlichen UV-Schutz bestätigen lassen.

Die Tönung einer Sonnenbrille

Je stärker die Tönung der Gläser, also der Blendschutz, desto weniger Licht wird durchgelassen. Es gibt hierzu eine Einteilung der prozentualen Lichtdurchlässigkeit in 5 Kategorien:

  • Kategorie 0: 80 bis 100 % Lichtdurchlässigkeit. Das ist ein sehr heller Filter.
  • Kategorie 1: 43 bis 80 % Lichtdurchlässigkeit. Dieser Filter ist für bewölkte Tage geeignet.
  • Kategorie 2: 18 bis 43 % Lichtdurchlässigkeit. Dieser Filter ist für sonnige Tage in unseren Breiten passend.
  • Kategorie 3: 8 bis 18 % Lichtdurchlässigkeit. Dieser Filter ist für südliche Länder, Strand und Höhenlagen geeignet.
  • Kategorie 4: 3 bis 8 % Lichtdurchlässigkeit. Das ist der notwendige Filter für Hochgebirge, Schneefelder und Gletscher. Im Straßenverkehr ist diese Filterstärke nicht zugelassen!

Je nach Einsatzzweck musst du also beim Kauf deiner Sonnenbrille auf die passende Filterkategorie achten.

Die Farbe der Tönung

Es gibt unterschiedliche Farbtöne für die Gläser. Allerdings haben diese Farbtöne nicht nur dekorative Funktion. So ist rote oder orange Tönung besonders gut geeignet für überwiegend grüne Umgebung. Blaue Tönung verstärkt dagegen den Kontrast im Schnee, ist aber im Straßenverkehr völlig ungeeignet, weil orangefarbene Warnhinweise nicht mehr erkennbar sind.

Für den Outdoor-Einsatz eignen sich vor allem die Tönungen in braun, grau oder grün. Sie bieten eine sehr hohe Farbtreue und sind daher auch für den Straßenverkehr geeignet.

Hier solltest du im Zweifel den Empfehlungen erfahrener Optiker folgen und den geplanten Einsatzbereich schildern. Die falsche Tönungsfarbe kann schnell irritieren.

Darüber hinaus ist die Auswahl dann persönliche Geschmacksache.

Die Größe von Gestell und Gläsern

Je dichter Gestell und Gläser nach allen Seiten den Lichteinfall zu den Augen unterbinden, desto wirkungsvoller ist die Sonnenbrille natürlich. Speziell für extreme Verhältnisse gibt es sogenannte Gletscherbrillen. Sie haben an den Außenseiten und auf dem Nasensteg lichtdichte Abschirmungen. Aber auch sehr breite Bügel und seitlich gekrümmte Gläser bieten schon bei den normalen Sonnenbrillen einen guten Blendschutz an den Seiten.

Andererseits ist die Belüftung bei großen, dicht anliegenden Gläsern schlechter. Somit können die Gläser bei hoher Luftfeuchtigkeit und sportlichen Aktivitäten innenseitig schneller beschlagen. Das kann gewaltig stören und sogar gefährlich werden, weil es dir unter Umständen die Sicht nimmt.

Folglich musst du hier für deinen geplanten Einsatzzweck abwägen, was dir wichtiger ist: mehr Schutz gegen Lichteinfall oder ausreichende Belüftung der Gläser.

Darüber hinaus soll deine Sonnenbrille natürlich auch noch gut aussehen. Denn nur dann trägst du sie auch gerne. Andererseits gilt: je gefährlicher das einwirkende Sonnenlicht, desto wichtiger ist die Funktionalität der Sonnenbrille. Da steht die Optik dann eben an letzter Stelle.

Die CE-Kennzeichnung von Sonnenbrillen

Die CE-Kennzeichnung garantiert zwar die Einhaltung europäischer Sicherheits-Richtlinien, doch auf Fälschungen ist meist auch das CE-Kennzeichen gefälscht. Daher ist ein Optiker deines Vertrauens hierbei mehr wert als die CE-Kennzeichnung auf dem Gestell.

Der Kauf deiner Sonnenbrille

Aus den oben beschriebenen Anforderungen geht hervor, dass deine Sonnenbrille für deinen Einsatzzweck passen muß wie ein Maßanzug. Daher kommt die Beschaffung aus dem Internethandel wohl kaum in Betracht. Das Risiko, auf Fälschungen hereinzufallen, wäre zudem viel zu hoch.

Besser ist hier zweifellos der Kauf bei einem Optiker. Er hat die erforderliche Fachkenntnis, kann dir alle Fragen beantworten und garantiert für die technischen Werte der Brillengläser (siehe oben).

Benötigst du eine Sonnenbrille mit Sehschärfe, gibt es gar keine Alternative zum Optiker.

Die Preise

Wir haben uns für die extremen Regionen auf unserer großen Radreise (extreme Höhenlagen, Salzseen, Gletscher und Schneefelder) eine Sonnenbrille mit Sehschärfe, UV400 und einer Tönung Kategorie 3 anfertigen lassen. Der Preis bei Fielmann lag bei 70 €. Andere Optiker werden wahrscheinlich um einiges teurer liegen. Doch eine Sonnenbrille ohne Sehschärfe wird wohl preiswerter sein.

Anders sieht das Preisgefüge natürlich bei den sich selbst tönenden Gläsern aus, den sogenannten „phototropen“ Gläsern. Je nach Licht-Intensität verdunkeln sich die Gläser automatisch. Diese Funktion kommt jedoch nur zur Entfaltung, wenn der Lichtreiz auch bis zur Brille durchdringt (hinter der Sichtschutzscheibe im Auto tut er das möglicherweise nicht). Mit der Zeit lässt diese Eigenschaft aber auch nach.

Willst oder musst du dich für deine Unternehmungen auf eine einzige Brille beschränken, ist diese Variante durchaus interessant.

Übrigens muss eine gute Sonnenbrille nicht teuer sein, wie die Stiftung Warentest herausfand. Manches Supermarkt-Modell hatte gut abgeschnitten im Test. Du musst dann aber das Glas auf Verzerrungen oder Unreinheit prüfen.

Reinigung und Pflege

Als Brillenträger weißt du, was beim Reinigen deiner Brillengläser zu beachten ist und was du tunlichst vermeiden solltest, um die Gläser nicht zu zerstören.

Doch wenn deine Sonnenbrille die erste Brille deines Lebens ist, sind einige Empfehlungen und Tipps an dieser Stelle sehr nützlich, damit du lange Freude an der Brille hast.

Normalerweise erhälst du beim Kauf deiner Sonnenbrille ein Brillenputztuch. Und du denkst natürlich sofort: was dir die Fachleute geben, kann nicht schlecht sein. Ist es aber! Denn mit einem Tuch die Brillengläser abzureiben birgt immer und überall das Risiko, dass du feinste Staubkörnchen wie feinen Schmirgel über die Gläser reibst. Somit erhälst du feine Riefen in den Gläsern. Mit der Zeit werden es immer mehr Riefen und irgendwann sind die Gläser dahin. Gewöhne dir das gar nicht erst an.

Der einzige Weg, Brillengläser weitestgehend verschleißfrei zu reinigen, ist mit Spüli unter fließendem, kalten Wasser. Warum?

Durch das fließende Wasser werden Fremdkörper ohne Reibung abgespült, durch Spüli entfettest du die Gläser. Das Spüli darfst du nur unter fließendem Wasser auf den Gläsern verreiben. Zu warmes oder gar heißes Wasser könnte einer etwaigen Beschichtung der Gläser schaden, daher immer nur kaltes Wasser verwenden.

Auch zum Trocknen der Gläser nach der Reinigung gilt es, Reibung zu vermeiden: verwende fusselfreies Papier oder einen fusselfreien Lappen und tupfe die Nässe ohne reibende Bewegungen ab.

Lasse deine Sonnenbrille auch nicht durch fremde Personen reinigen. Auch nicht beim Optiker oder im Brillenladen. Denn sie denken, sie tun das richtige, wenn sie deine Brillengläser mit einem Brillenputztuch fleißig abreiben. Tun sie aber eben nicht.

Fazit

Die Sonnenbrille ist nicht nur ein Mode-Accessoir, sondern vor allem ein wichtiger Schutz. Je intensiver deine Augen der Sonnenstrahlung ausgesetzt werden, desto wichtiger ist die Berücksichtigung der oben erwähnten Eigenschaften. Wenn du sicher sein willst, dass das Produkt deiner Wahl auch tatsächlich die zugeschriebenen Werte einhält, solltest du eine seriöse, vertrauenswürdige Beschaffungsquelle wählen. Hier am falschen Ende zu sparen, kostet dich schnell das Augenlicht.

 

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