Radfahren im Winter – Tipps für Kleidung Fahrrad Fahrstil Sicherheit

Radfahren im Winter ist nicht jedermanns Sache. Zu groß sind die Hürden für die meisten: Kälte, Nässe, Schnee, Eisglätte, kurze Tage, … allesamt keine einladenden Bedingungen.

Doch es hat eben auch seinen Reiz, dem ungemütlichen Wetter zu trotzen und sich aufs Fahrrad zu schwingen. Du bleibst so auch im Winter fit und es stärkt deine Abwehrkräfte. Zudem schont es ja gleichzeitig auch dein Auto und du entgehst der Grippe-Ansteckungsgefahr in überfüllten Bussen und Bahnen.

Welche Jacke eignet sich fürs Radfahren im Winter? Welche Schuhe kommen infrage? Was hilft gegen kalte Füße? Wie kann ich mein Fahrrad auf den Winter vorbereiten? Und was muss ich auf winterlichen Straßen beachten?

Wir haben zu all diesen Punkten unsere Empfehlungen zusammengestellt. Unsere Tipps fürs Radfahren im Winter:

 

* Dieser Beitrag enthält Werbelinks.

 

Das winterliche Wetter aus Radler-Sicht

Der Windchill-Effekt

Eine besondere Herausforderung ist im Winter der Windchill-Effekt. So fällt die vom Körper empfundene Temperatur mit zunehmendem Fahrtwind deutlich niedriger aus, als die Außenluft es sowieso schon ist. Die Folge: Du kühlst schneller aus und deine Extremitäten frieren ab. Hände, Kopf und Gesicht, Knie und Füße sind hierbei besonders empfindlich. Es gibt zwar spezielle Kältecreme für die Haut, aber vorrangig solltest du über die passende Bekleidung den Schutz aufbauen.

Nässe

Der Winter ist bekannt für erhöhte Niederschlagswerte. So fällt mehr Regen als in den Sommermonaten, bei ausreichend niedrigen Temperaturen sogar als Schnee oder Eiskristalle. Durch die Nässe wird der Bremsweg länger und die Rutschgefahr steigt. Als Radfahrer trifft dich die Nässe besonders hart. Du benötigst Regenkleidung und hast erhöhten Verschleiß am Fahrrad.

Die Sichtverhältnisse

Und dann wäre da noch die Sichtbarkeit im Straßenverkehr: kurze Tage, düstere Lichtverhältnisse auch am Tag, schlechte Sicht durch Niederschlag, Nebel oder Blendung auf nasser Straße. Du wirst als Radfahrer oft übersehen, selbst mit einer hochwertigen, modernen Lichtanlage am Fahrrad.

 

Welche Kleidung brauchst du zum Radfahren im Winter?

In unserem Artikel über Fahrrad Bekleidung haben wir Radlerhosen und Regenbekleidung schon detailliert thematisiert:

Fahrrad Bekleidung – Ein Leitfaden

Im Folgenden gehen wir dafür tiefer auf die speziellen Anforderungen im Winter ein.

Winddicht, wasserdicht, atmungsaktiv

Du kennst das sicher aus dem Outdoor-Bekleidungs-Shop: Das Bekleidungssystem für sportliche Aktivitäten besteht aus mehreren Schichten und alle diese Schichten sollten atmungsaktiv sein. Damit verbietet sich Baumwolle, denn die gibt die Feuchtigkeit nicht weiter, sondern hält sie. Und dann wird es unangenehm klamm und feucht unter der Jacke.

Allerdings werden die wenigsten unter uns zum Beispiel den Weg zur Arbeit im Biker-Outfit antreten können. Das macht die Kombination verschiedener Bekleidungsschichten etwas anspruchsvoller.

Die äußere Schicht, also die Jacke, sollte aber auf jeden Fall winddicht und wasserdicht (Regenjacke) oder mindestens wasserabweisend (Softshelljacke) sein. Dabei sind Softshelljacken deutlich atmungsaktiver als regendichte Jacken.

Grundsätzlich kommt dir im Winter bei der Atmungsaktivität die Kälte zugute: Je größer der Unterschied zwischen Körper- und Außen-Temperatur, desto besser funktioniert „Atmungsaktivität“. Zudem kannst du die Belüftung eines schwitzenden Körpers bei kalter Außenluft durch eine geöffnete Jacke schnell regulieren. Wenngleich damit auch die Gefahr einer Erkältung ansteigt.

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Warme Kleidung

Natürlich muss deine Kleidung der Außentemperatur entsprechend warm genug sein. Doch bedenke: Beim Fahrrad fahren schwitzt du, sobald es anstrengend wird, z. B. bei Anstiegen oder im Kampf gegen eine geschlossene Schneedecke. Aber auch ohne besondere Anstrengungen läuft dein Körper mit höherer Betriebstemperatur, wenn du radelst. Folglich muss sich deine Kleidung schnell ohne großen Aufwand an deine Körpertemperatur anpassen lassen.

Kopfhaube, Sturmmaske und Schal

Kopf und Hals lassen sich nicht so effektiv gegen Kälte und Fahrtwind schützen, wie andere Körperteile. Umso wichtiger ist hier die Auswahl der richtigen Accessoires.

Es gibt warm gefütterte Kopfhauben, die du unter deinem Fahrradhelm tragen kannst. Für besonders kalte Tage empfiehlt sich sogar eine Sturmhaube, die Kopf und Hals komplett bedeckt und die Atemluft etwas anwärmt. Alternativ kannst du auch Ohrwärmer einsetzen.

Lesetipp: Den passenden Fahrradhelm finden

Der Hals ist ebenfalls ein empfindlicher Bereich. Die wärmste Jacke nützt nichts, wenn die kalte Luft am Kragen hineinzieht, während du radelst. Ein warmer Schal zum Beispiel aus dünnem Faserpelz ist also ebenso wichtig.

Natürlich benötigst du als Regenschutz für deinen Fahrradhelm auch eine Regenhaube. Wähle hier eine grell leuchtende Farbe. Denn das erhöht deine passive Sicherheit im Straßenverkehr.

Sehr nützlich ist auch eine Schirmmütze unter dem Helm. Sie schützt deine Augen bei Schneefall oder Regen, nicht nur, wenn du Brillenträger bist. Ebenso ist das Schild eine wertvolle Hilfe gegen Blendung bei ungünstigen Sichtverhältnissen und tief stehender Sonne.

Gefütterte Kopfhauben, Schals, Schirmmützen und weitere Winter-Accessoires findest du im Sortiment von BOC24 (Werbung*).

Welche Handschuhe fürs Radfahren im Winter?

Deine Winterhandschuhe sollten vor allem winddicht sein. Denn der kalte Wind kühlt deine Hände schnell aus und dann wird Bremsen und Schalten zum Kampf gegen den Schmerz. Auch das Verletzungsrisiko steigt dann im Bereich der Hand enorm an (Zerrungen, Verstauchungen). Zusätzlich können die Handschuhe auch wasserabweisend oder sogar wasserdicht sein. Wenn sie zudem noch warm und dick gefüttert sind, darf das die Bedienung von Schaltung und Bremse nicht behindern. Vor diesem Hintergrund sind auch Fingerhandschuhe den Fäustlingen vorzuziehen.

Es gibt spezielle Fahrradhandschuhe, bei denen Zeige- und Mittelfinger getrennt von Ringfinger und Kleinem Finger untergebracht sind. Das ist quasi eine Mischung aus Fingerhandschuh und Fäustling.

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Welche Hosen fürs Radfahren im Winter?

Im Trainingsbereich ist sicher eine richtige Radlerhose mit Sitzpolster und winddichter Membran sowie warmer Fütterung die ideale Lösung. Wer dagegen nicht auf die übliche Gesellschafts-taugliche Garderobe verzichten kann, der sollte über einen zusätzlichen Kälteschutz für die Knie nachdenken. Hierfür gibt es wintertaugliche Beinlinge und Knielinge.

Gegen Nässe und hoch spritzenden Schneematsch schützt eine Regenhose. Sie sollte winddicht und zudem atmungsaktiv sein. Ist sie lediglich als Überziehhose gedacht, sollte sie sich leicht an- und ausziehen lassen. Teste die Anprobe auch mit Schuhen. Wir finden es sehr unangenehm, wenn man für die Regenhose immer aus den Schuhen schlüpfen muss.

Eine große Auswahl an wintertauglichen Radlerhosen sowie Regenhosen findest du im Sortiment von BOC24 (Werbung*). Hier findest du auch Beinlinge und Knielinge (Werbung*).

Socken, Schuhe und Gamaschen fürs Radeln im Winter

Es gibt wintertaugliche Fahrradschuhe mit oder ohne Klickpedal-Einsätze. Aber natürlich kannst du im städtischen Raum auch deine normalen Winterschuhe oder Straßenschuhe tragen. Du musst sie dann bei Nässe und Schnee nur mit Überschuhen oder Gamaschen schützen.

Hier klappt es nach unserer Erfahrung zur Not auch mit nicht atmungsaktivem Material, aber sie müssen sich leicht an- und ausziehen lassen und eine gute Passform haben.

Um dem starken Verschleiß auf der Trittfläche zu begegnen, kannst du hier rechtzeitig eine weitere Lage Stoff oder sogar Leder auf die Riemen nähen.

Sehr wirkungsvoll sind auch warme Wintersocken. Achte hier auf gute Qualität.

Wer zu kalten Füßen neigt, kann sich auch mal elektrisch beheizte Einlegesohlen anschauen. Allerdings kann die unkontrollierte Wärme auch schnell einen Hitzestau bewirken.

Wintertaugliche Überschuhe und Gamaschen findest du im Sortiment von BOC24 (Werbung*).

Wohin mit den nassen Klamotten?

Halte im Einsatzfall für die nassen Gamaschen eine separate Plastiktüte bereit, denn sonst versaut es dir schnell andere Kleidung im Rucksack, wenn du sie unterwegs wieder wegpacken willst. Gleiches gilt für die Regenhose.

 

Sinnvolle Accessiores für das Radfahren im Winter

Als Ergänzung zur oben beschriebenen Bekleidung gibt es noch ein paar nützliche Gadgets:

Eine Helmlampe unterstützt deine Sichtbarkeit im Straßenverkehr und hilft dir selber auch bei Orientierung und Fahrbetrieb. So lässt sich in der Dunkelheit an der Schaltung ablesen, welcher Gang eingelegt ist und du erkennst schneller Objekte, die sich außerhalb des Lichtkegels deiner Fahrradbeleuchtung befinden. Zur Not lässt sich hierfür schon deine Stirnlampe verwenden.

Lesetipp: Die perfekte Stirnlampe finden

Rettungswesten: Es gibt sie in mehreren leuchtenden Farben und mittlerweile auch als feuchtigkeitsdurchlässige Netzgewebe oder Gurtsysteme. Sie erhöhen deine Sichtbarkeit im Verkehr ganz enorm und sind in vielen Ländern sogar außerhalb der Winterzeit Pflicht.

Lesetipp: Infos zur Warnwestenpflicht – alle Länder

Nierengürtel sind für besonders kälteempfindliche Personen zu empfehlen. Und sie sind eine sinnvolle Ergänzung, wenn deine Jacke zu weit geschnitten ist.

Ein Rucksack ist äußerst praktisch. Darin transportierst du unter anderem auch deine Regenkleidung und natürlich Luftpumpe, Flickzeug und ein kleines Werkzeug-Set für die Notfälle.

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Wie du dein Fahrrad winterfest machst

Nässe, Frost, Schnee, Streusalz und Schlamm setzten deinem Fahrrad im Winter gehörig zu: Wasser und Dreck kriechen in alle beweglichen Komponenten und es bildet sich Korrosion.

Du solltest dein Fahrrad also sehr sorgfältig auf das winterliche Wetter vorbereiten. Zudem werden die Pflege- und Wartungsintervalle je nach Bewitterung sehr kurz.

Für die Winter-Vorbereitung kannst du dich an unserem Leitfaden zum Frühjahrscheck orientieren. Die anstehenden Tätigkeiten sind quasi die Gleichen.

Leitfaden zum Fahrrad Frühjahrscheck

Im Wesentlichen kommen da im Winter folgende Dinge auf dich zu:

 

Die Beleuchtungsanlage

Prüfe die Kontaktstellen auf Wackelkontakt und Korrosion. Verwende Kontaktspray und überprüfe den Dynamo sowie die Leuchtmittel.

Wie? Du bist noch nicht auf Nabendynamo umgestiegen? Ziehe es in Erwägung. Damit ersparst du dir alle Nachteile eines Seitenläufer-Dynamos, z. B. den Ausfall wegen Durchrutschens bei Regen oder Schnee. Unsere Tipps zum Nabendynamo:

Stromversorgung auf Radreisen

Mit den jüngsten Anpassungen der Rechtslage im Hinblick auf die Fahrradbeleuchtung (StVZO) strömen völlig neue, leistungsstarke Beleuchtungs-Komponenten auf den Fahrradmarkt. Unsere Empfehlungen hierzu findest du hier:

Fahrradbeleuchtung und die StVZO Fahrradlampen – Übersicht und Kauftipps

 

Die Bremsanlage

Prüfe die Bremsbeläge, die Bowdenzüge und alle beweglichen Gelenke auf Gängigkeit. Insbesondere die Bowdenzüge mechanischer Bremssysteme frieren gerne zu, wenn sie nicht ausreichend geschmiert oder schon korrodiert sind. Achte auf ausreichenden Bremsbelag, insbesondere bei Felgenbremsen. Denn bei Nässe ist der Verschleiß an den Bremsbelägen deutlich höher als bei trockenem Wetter. Stelle bei Bedarf auf einen hochwertigen Bremsbelag um. Wir haben mit Produkten von Kool Stop beste Erfahrungen gemacht.

V-Brake Felgenbremse warten

Aber auch die Felgen müssen bei Felgenbremsen unter ständiger Kontrolle stehen: Die Nässe fördert die Entstehung von Riefen und Kaltverschweißungen, die du stets zeitnah entfernen solltest, um die Verschleiß-Spirale zwischen Felge und Bremsbelag aufzuhalten.

Wer oft und viel bei Nässe radelt, für den ist die Scheibenbremse eine Überlegung wert. Sie ist bei Nässe das Bremssystem mit den wenigsten Nachteilen.

Lesetipp: Fahrrad Bremssysteme im Vergleich

 

Die Laufräder

Sind die Nabenlager noch gut gefettet? Haben deine Reifen noch ausreichend viel Profil? Stimmt der Luftdruck? Vielleicht ist auch der Wechsel auf echte Winterreifen sinnvoll. Die renommierten Hersteller haben da mittlerweile einiges zu bieten: So gibt es kältegeeignete Gummimischungen, Spikes aus Metall und griffiges Profil. Dabei sind die Spikes auf dem Profil so platziert, dass sie auf schneefreier Straße nicht stören, solange der Luftdruck im Reifen stimmt. Wähle am Vorderrad mehr Spikes als hinten und halte den Luftdruck am Hinterrad dafür geringer. So schafft du optimale Bedingungen für gute Traktion auf dem Untergrund.

Generell wirken sich dickere Reifen und ein reduzierter Luftdruck bei Schnee und vereisten Straßen günstig auf das Fahr- und Manövrierverhalten aus. Was du bei der Auswahl neuer Reifen alles beachten musst, haben wir in unserem Artikel über Fahrradreifen näher beschrieben.:

Den passenden Fahrradreifen finden

Allerdings musst du dir nicht gleich ein Fatbike zulegen, nur weil an einigen Tagen des Jahres mit Schnee zu rechnen ist.

Fahrradreifen aus wintertauglichen Gummimischungen und Reifen mit Spikes findest du im Sortiment von BOC24 (Werbung*).

Mit einem hochviskosen Fett kannst du die Spalte zwischen Felgenbohrung und Speichennippel abdichten und so gegen Korrosion schützen.

Schutzbleche gehören auf Stadträdern zur Standardausstattung. Doch solltest du an deinem Fahrrad keine besitzen, kannst du sie nachrüsten. Sie ersparen dir die unangenehme Spritzerei, sobald es nass ist auf der Straße.

 

Die Schaltung

Deine Fahrradkette leidet ganz besonders intensiv unter den winterlichen Straßenverhältnissen. Mindestens wöchentlich solltest du sie reinigen und mit Kettenschmierstoff behandeln. Das verzögert nicht nur den Verschleiß an der Kette, sondern reduziert auch das Risiko von Schaltproblemen.

Fahrradkette reinigen schmieren warten kürzen

Übrigens schneidet die konventionelle Fahrradkette gegenüber dem Zahnriemen aktuell bei winterlichen Straßenverhältnissen immer noch eindeutig besser ab. Ketten haben konstruktionsbedingt eine Zwangsführung auf den Zahnrädern. Ein Zahnriemen kann durch Schnee und Eis zwischen Riemen und Zahnrad ganz unerwartet und plötzlich abrutschen.

 

Schraubverbindungen

Schrauben aus Edelstahl sind resistent gegen Korrosion. Stelle an allen zugänglichen Verschraubungen auf Edelstahl um. Das kostet dich nicht viel, erspart dir aber die intensive Korrosion an den betreffenden Verbindungen.

Während der gesamten Schlechtwetterperiode solltest du dein Fahrrad bei intensiver Nutzung alle paar Tage einmal kurz einer Schnell-Inspektion unterwerfen. So erkennst du rechtzeitig, ob irgend etwas nicht stimmt oder in Kürze zum Ausfall führt. Warte auf keinen Fall, bis du unangenehme Geräusche hörst oder eine Schwergängigkeit bemerkst. Denn dann kann es schon zu spät sein. Reibe auch alle Oberflächen immer wieder mit einem trockenen Lappen ab. Dann hat schleichende Korrosion keine Chance. Pflegemittel aus dem Fahrradgeschäft unterstützen an dieser Stelle zwar den Schutz, sind aber nicht ganz preiswert.

Achte auf die Abnutzung der Bremsbeläge, die Schmierung der Kette und auf ausreichendes Profil auf deinen Reifen.

Lesetipp: Schmiermittel für Fahrrad und E-Bike

Um die Sichtbarkeit zu erhöhen, kannst du noch zusätzliche Reflektoren an deinem Fahrrad anbringen und selber eine Warnweste tragen. Es gibt auch Fahrradhelme mit Reflektoren und integrierter Beleuchtung.

Wenn du per Handy unterwegs navigieren musst, lohnt sich eine regendichte Hülle sowie eine Handyhalterung für den Lenker. Wenn du schon einmal mit nassen Fingern versucht hast, den Touchscreen zu bedienen, weißt du, was wir meinen.

Lesetipp: Fahrrad Navigation & GPS Logger per Handy

 

Ein winterfester Stellplatz für dein Fahrrad

Im Winter leidet dein Fahrrad nicht nur im Fahrbetrieb, sondern auch schon, wenn es im Stand dauerhaft der Bewitterung ausgesetzt ist. Stelle dein Fahrrad, wenn immer möglich, in einem geschlossenen, trockenen Raum oder mindestens in einem Unterstand ab. Das gilt für dein Zuhause, aber auch für Stellplätze auf der Arbeit oder unterwegs.

Lesetipp: Perfekter Fahrrad Diebstahlschutz

 

Radfahren auf winterlichen Straßen

Es muss gar nicht geschneit haben. Es reicht schon nasses Laub, um das Radfahren eine ganze Ecke gefährlicher zu gestalten. Die Rutschgefahr steigt, dein Bremsweg wird länger. Die Straße wird an manchen Stellen unberechenbar.

Sinken die Temperaturen unter null Grad, wird es richtig gefährlich. Jetzt kann sogar schon eine leichte Kurvenlage zum Sturz führen. Wähle der Sicherheit halber nur noch Radwege und Straßen ohne großen Verkehr. Plane längere Bremswege ein und rechne mit Autos, die aus der Spur geschleudert werden. Vermeide auch zu starkes Bremsen mit der Vorderradbremse. Blockiert der Vorderreifen, kann das schnell zum Sturz führen.

Jetzt zahlt sich eine hochwertige wintertaugliche Bereifung auch am Fahrrad aus (siehe oben).

Frischer Schnee ist wieder eine andere Herausforderung. Wenn du in der Frühe als Erster eine Schneise in die geschlossene Schneedecke treibst, kostet dich das merklich mehr Kraft und macht dich langsamer. Plane hierfür ausreichend Zeit ein, wenn du Termine hast.

Und dann genieße es! Das Radfahren durch eine unberührte, weiße Winterlandschaft ist ein ganz besonderes Erlebnis. Die Eindrücke bleiben tief in deiner Erinnerung.

Tipp: Stelle den Sattel ein Stück tiefer ein. So verlagerst du deinen Körperschwerpunkt in eine stabilere Lage und kannst bei drohenden Stürzen schneller mit abstützenden Beinen reagieren. Verstelle den Sattel dabei auch ein Stück weiter nach vorne. Damit verteilst du das Körpergewicht günstiger auf beide Laufräder und erhältst am Vorderrad mehr Traktion. Das kann manche Rutschpartie vermeiden. Achte bei diesen Anpassungen aber auf das erhöhte Risiko von Knieschmerzen:

Knieschmerzen beim Radfahren vermeiden

 

Radfahren bei winterlichen Sichtverhältnissen

In den Wintermonaten sind die kurzen Tage an für sich ja schon Strafe genug, wenn du per Fahrrad täglich zur Arbeit fährst. So erlebst du über viele Wochen sowohl früh morgens als auch am späten Nachmittag auf dem Heimweg ausschließlich Dunkelheit.

Doch auch tagsüber ist die Helligkeit nicht annähernd mit dem Tageslicht im Sommer vergleichbar, denn die Sonne wandert deutlich flacher über den Tageshimmel.

Wenn sich dann noch Nebel oder eine dichte Wolkendecke breit macht, kommst du ohne eingeschaltete Beleuchtungsanlage nicht wirklich sicher durch den Verkehr.

Besonders gefährlich ist es dann bei Schneefall und unmittelbar nach dem Schneefall: Alles ist weiß, es gibt kaum Kontraste, an denen man sich im Verkehr orientieren könnte. Damit wirst du als Radfahrer leicht übersehen. Hier hilft am besten noch eine Warnweste in leuchtendem Orange oder Gelb.

 

Dein Fahrverhalten beim Radfahren im Winter

Schneematsch, Streusalz und aufgeweichter Lehmboden belasten dein Fahrrad enorm. Wenn du die Wahl hast, dann wähle Wege und Straßen, die in dieser Hinsicht weniger Schaden anrichten können. Nehme dafür auch bewusst Umwege in Kauf. Dein Fahrrad wird es dir danken.

Vermeide Nachtfahrten, wenn immer möglich. Nicht jeder Autofahrer hat neue Scheibenwischer und erkennt dich bei Dunkelheit rechtzeitig. Nasse Straßen reflektieren das Scheinwerferlicht anderer Autofahrer und können schnell Blendung begünstigen. All das erhöht nicht gerade deine Sicherheit im Straßenverkehr.

Auf Abfahrten ist äußerste Vorsicht geboten: Je nach Bremssystem ist bei Nässe dein Bremsweg deutlich länger. Und rechne bei frostigen Temperaturen immer mit glatten Straßen. Brücken und Bahnübergänge sind in dieser Hinsicht ganz besonders gefährlich.

Plane im Winter immer etwas mehr Zeitreserve ein, wenn du per Fahrrad zu Terminen fährst. Unvorhersehbare Ereignisse im Straßenverkehr, dein Kleidungswechsel am Zielort, deine Akklimatisierung, all das kann dich schnell in zeitliche Bedrängnis bringen.

 

Deine Gesundheit im Winter

Kalte Luft schadet der Lunge zwar erst ab 15 Grad unter null, doch auch schon bei höherer Temperatur macht es Sinn, die Atemluft vorzuwärmen. Dafür reicht eine Atemmaske aus Neopren, ein Buff-Halstuch, eine Sturmhaube oder der hochgezogene Halskragen deiner Winterjacke.

Die Wahrscheinlichkeit, dass du dir als Radsportler in dem kalt-nassen Winterwetter eine Erkältung zuziehst, ist nicht höher als bei einem Nichtsportler. Im Gegenteil. Der regelmäßige Sport härtet ab und dein Immunsystem kommt besser mit der Kälte klar. Außerdem treibt das Radfahren im Winter deinen Kreislauf auf eine erhöhte Betriebstemperatur. Du wirst also eher schwitzen als frieren, wenn du im Winter radelst.

Kritisch ist allerdings unpassende Bekleidung (siehe oben). Denn mangelhafte Atmungsaktivität oder Regendurchlässigkeit sorgen bei sportlichem Radeln im Winterwetter schnell für Unbehagen oder erhöhen das Erkältungsrisiko.

 

Fazit zum Radfahren im Winter

Achte auf sporttaugliche Garderobe, unterziehe dein Fahrrad einer intensiven Pflege, rüste es bei Bedarf auf wintertaugliche Komponenten um, passe deinen Fahrstil den Wetter- und Straßen-Bedingungen an und rechne immer mit dem unüberlegten Verhalten anderer Verkehrsteilnehmer. Dann wird dir das Radfahren im Winter ein Vergnügen sein und dir so manche unvergesslichen Eindrücke bescheren.

 

 

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