Unser Schlafzimmer auf Radreisen und Fahrradtour

Das Schlafzimmer auf unseren Reisen besteht in der Regel aus Zelt, Schlafmatten und den Schlafsäcken. In diesem Artikel stellen wir unser Equipment vor und nennen die Vor- und Nachteile im Vergleich zu anderen Produkten auf dem Markt.

Das Zelt – unser Schlafzimmer auf Reisen

Unter den verschiedenen Zelt-Konstruktionen hat das Tunnelzelt das größtmögliche Raumangebot und ist sturmstabil. Daher ist es das Zelt unserer Wahl.

Wir verwenden das Hilleberg Nallo 3 GT inclusive der passenden Hilleberg-Zeltunterlage. Es wiegt so komplett nur 3,5 kg, ist sehr sturmstabil, hat eine geräumige Apsis und ist schnell auf- und abgebaut.

Aber es hat auch Nachteile:

  • das stark abgeflachte Fußende beim Innenzelt beschert leicht ein nasses Schlafsackende. Um das zu verhindern, spannen wir mittlerweile von außen eine selbst angehähte Abspannleine zwischen Innenzelt und der Außenzelt-Abspannleine. So entsteht ein größerer Innenzelt-Raum am Fußende.
  • der Außenreißverschluss-Schieber zeigt hohen Verschleiß (wir mussten mittlerweile schon zwiemal die Schieber austauschen). Aber Hilleberg liefert problemlos Ersatzteile. In Zukunft nehmen wir Ersatzschieber mit auf Reisen.

Die Original-Zeltunterlage ist zwar wesentlich teurer als eine Plastikplane, aber sehr zu empfehlen: sie hat genau die erforderlichen Abmessungen und man kann sie im Zelt eingehängt lassen; somit verzögert es den Auf- und Abbau des Zeltes nicht. Sie gewährleistet ein trockenes und sauberes Vorzelt und schützt den Innenzeltboden gegen Beschädigungen.

Zusätzlich zum Zelt haben wir ein selbstgeschneidertes Tarp. Den Stoff (das Material, aus dem Hilleberg seine Außenzelte schneidert) haben wir übers Internet bei Extremtextil gekauft. Es wiegt unter 300 gr. und wird quer zur Zeltachse über den Eingang gespannt. Die Befestigung erfolgt hinten mit Klickverschlüssen an zwei Abspannleinen  (eigene Konstruktion) und vorne mit 2 Häringen im Boden.

Es dient nur dazu, bei Regen den offenen Zelteingang weitgehend trocken zu halten. Unser Jack-Wolfskin-Tarp (3×4 m) wiegt 1000 gr. und bleibt wegen des hohen Gewichts mittlerweile zu Hause, wenn wir auf Radreise sind.

Tatsächlich eignet sich dieses Tarp auch als Unterlage, wenn man in geschlossenen Räumen mal einen Schlafplatz auf dem Boden einrichten darf und die Hygiene stark zu wünschen übrig lässt.

Unsere Erfahrung mit diesem Tarp nach 3 Jahren Radreise: kaum ein Utensil aus unserer Ausrüstung haben wir derart oft im Gebrauch, wie dieses Tarp.

Um die Häringe auch in hartem Boden verankern zu können, verwenden wir einen kleinen Hartgummi-Hammer aus dem Baustoffhandel. Den Hammer aus dem Outdoor-Equipment-Handel hat es nach viel zu kurzer Zeit gehimmelt.

Die Schlafmatten

Als Schlafmatten nutzen wir die Themarest Trail Lite: 3,8 cm dick, 0,8 kg, selbstaufblasbar wie alle Schlafmatten von Thermarest, Liegefläche texturiert und somit rutschhemmend.

Diese Schlafmatte ist in unseren Augen ein guter Kompromiss zwischen Komfort, Packmaß und Gewicht. Für den Transport auf dem Fahrrad rollen wir die Matten nicht, sondern wir falten sie zu einem flachen Paket und deponieren sie auf dem Hinterrad-Gepäckträger quer über den beiden Radtaschen.

Ganz wichtig ist bei der Mitnahme von aufblasbaren Schlafmatten das Reparatur-Kit. Denn eine kleine Unachtsamkeit bei der Suche nach einem geeigneten Zeltplatz reicht und schon bohren sich irgendwelche spitzen Objekte ein Loch in die Matte.

Wir hatten in 3 Jahren auf Radreise insgesamt 4 mal ein Loch in den Matten und konnten es mit dem Reparatur-Material von Thermarest ohne Schwierigkeiten wieder abdichten.

Die 30 Jahre Garantie auf Thermarest-Schlafmatten bezieht sich zwar nur auf Herstellungs- oder Material-Fehler, aber mancher Thermarest-Service ist da sehr kulant und liefert gerne kostenlosen Ersatz. So erlebt in Australien in 2018 auf unserer großen Radreise.

Die Schlafsäcke

Daunen-Schlafsäcke haben im Vergleich zu Kunstfaser-Schlafsäcken bei gleichen Isolationswerten weniger Gewicht und weniger Packvolumen. Deshalb sind sie für uns die erste Wahl.

Wir nutzen die Daunen-Schlafsäcke The North Face „Blue Kazoo“. Sie haben ein sehr gutes Preis-Leistungsverhältnis und bieten im Neuzustand Komfort bis -2 Grad. Allerdings lässt die Isolierwirkung im Laufe der Nutzungszeit nach. Durch Waschen lässt sich diese Funktion zwar wieder herstellen, aber nur mit mäßigem Erfolg.

Für tiefere Temperaturen haben wir noch unsere Hüttenschlafsäcke (Seiden-Inlets) als Ergänzung im Gepäck. Die bringen noch etwa 2-3 Grad zusätzlich.

Das Damenmodell des „Blue Kazoo“ ist entsprechend der weiblichen Anatomie an einigen Stellen etwas stärker befüllt für bessere Isolation.

Mit dem Kundenservice von The North Face sind wir sehr zufrieden: wir erhielten auf unsere Bitte hin prompt einen Satz Ersatz-Reißverschluss-Schieber für unsere Schlafsack-Modelle. Die Mitnahme solcher Ersatz-Reißverschluss-Schieber auf eine längere Reise würden wir auch jedem dringend empfehlen.

Die Körperpflege

Auf Campingplätzen mit modernen Sanitäranlagen ist die Körperpflege fast so komfortabel wie zu Hause. Nächtigt man jedoch abseits der Campingplätze, dann wird es schnell spartanisch. Um nicht gänzlich auf Komfort bei unserer Körperpflege verzichten zu müssen, bedienen wir uns der folgenden Ausrüstungs-Gegenstände:

  • Ortlieb Duschsack: man füllt ihn mit kaltem oder warmem Wasser, hängt ihn an einen starken Ast oder Wandhaken und lässt das Wasser durch den Brauseaufsatz rieseln. Das kommt der heimischen Dusche schon sehr nahe.
  • Ortlieb-Faltschüssel: sie eignet sich neben der Körperpflege auch fürs Wäsche waschen und Spülen. Sie lässt sich klein falten und hat ein geringes Gewicht.
  • Seife: wir nutzen ausschließlich Bio-Flüssigseife, sobald wir keine geregelte Kanalisation zur Entsorgung vorfinden.
  • Handtücher: hier kommen nur Microfaser-Handtücher zum Einsatz; die trocknen sehr schnell und sind nicht so voluminös wie Baumwollhandtücher.
  • Für die Rasur kommen ein Handspiegel und Einwegrasierer zum Einsatz. Ein Einwegrasierer hält einige Tage lang. Manche Systeme sind zerlegbar: man trennt die Scherköpfe von den Griffen und nimmt nur einen Griff mit mehreren Scherköpfen mit auf Reisen.

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