Unser Schlafzimmer auf Radreisen und Fahrradtour

Das Schlafzimmer auf unseren Reisen besteht im Wesentlichen aus Zelt, Moskitonetz, Schlafmatten und den Schlafsäcken. Das macht uns auf unseren Unternehmungen, insbesondere den Radreisen, sehr flexibel und unabhängig. In diesem Artikel stellen wir unser Equipment vor und nennen die Vor- und Nachteile im Vergleich zu anderen Produkten auf dem Markt.

Desweiteren findest du hier Hinweise zu den Beiträgen, in denen wir dir erläutern, wie du das für dich passende Equipment findest.

Dieser Beitrag ist als „Werbung“ zu betrachten, weil wir hier Marken, Produkte und Firmen erwähnen/empfehlen, auch wenn wir dies unentgeltlich tun.

Das Zelt – unser Schlafzimmer auf Reisen

Unter den verschiedenen Zelt-Konstruktionen hat das Tunnelzelt das größtmögliche Raumangebot und ist sturmstabil. Daher ist es das Zelt unserer Wahl.

Wir verwenden das Hilleberg Nallo 3 GT inclusive der passenden Hilleberg-Zeltunterlage. Es wiegt so komplett nur 3,5 kg, ist sehr sturmstabil, hat eine geräumige Apsis und ist schnell auf- und abgebaut.

Aber es hat auch Nachteile:

  • das stark abgeflachte Fußende beim Innenzelt beschert leicht ein nasses Schlafsackende. Um das zu verhindern, spannen wir mittlerweile von außen eine selbst angenähte Abspannleine zwischen Innenzelt und der Außenzelt-Abspannleine. So entsteht ein größerer Innenzelt-Raum am Fußende.
  • Der seitliche Eingang hat fast keinen Abstand zum Eingang vom Innenzelt. So regnet es bei vollständig geöffnetem Außenzelt in den vorderen Bereich vom Innenzelt. Das ist etwas unglücklich gelöst.

Daneben zeigt sich ungewöhnlich schnell Verschleiß:

  • Der Außenreißverschluss-Schieber hält nicht lange. Ihn zu schonen, ist schwierig, weil ein Tunnelzelt konstruktionsbedingt in Längsrichtung immer unter einer gewissen Spannung aufgebaut ist. Genau diese Zugspannung ist Gift für einen Reißverschluss. Wir mussten mittlerweile schon zweiemal die Schieber austauschen. Aber Hilleberg liefert problemlos Ersatzteile. Zur Not verwendet man den Schieber vom anderen Eingang, den man vielleicht nicht so intensiv genutzt hat in der Vergangenheit. In Zukunft nehmen wir Ersatzschieber für sämtliche Reißverschlüsse mit auf Reisen.
  • Die Gummibänder, mit denen das Innenzelt am Außenzelt befestigt wird, leiern im Laufe der Zeit aus. Dadurch hängt das Innenzelt auf den Seiten dann sehr stark durch und es reduziert den zu Verfügung stehenden Raum merklich. Wir haben mittlerweile in Handarbeit die gesamte Aufhängung am Innenzelt mit neuen Gummibändern ausgestattet.

Für den Fall, dass einem noch einmal ein Stangensegment bricht, hat Hilleberg ein Ersatz-Segment mit im Standard-Lieferumfang. So ist es mit wenigen Handgriffen möglich, ein gebrochenes oder defektes Segment zu ersetzen. Uns blieb nauch diese Erfahrung nicht erspart: so brach uns auf unserer Radreise in Argentinien ein solches Segment.

Die Original-Zeltunterlage ist zwar wesentlich teurer als eine Plastikplane, aber sehr zu empfehlen: sie hat genau die erforderlichen Abmessungen und man kann sie im Zelt eingehängt lassen; somit verzögert es den Auf- und Abbau des Zeltes nicht. Sie gewährleistet ein trockenes und sauberes Vorzelt und schützt den Innenzeltboden gegen Beschädigungen.

Alles Wissenswerte über Zelte und einen Leitfaden für deine Suche nach dem perfekten Zelt haben wir in einem separaten Artikel detailliert erläutert:

Wie du das perfekte Zelt findest

Alles Wissenswerte über die richtige Zeltpflege und  Reparaturen am Zelt findest du in diesem Artikel:

Zelt Reparatur und Zeltpflege – Unsere Tipps für unterwegs

Das Moskitonetz

Neben unserem Zelt haben wir noch ein Moskitonetz im Gepäck. Es kommt zum Einsatz, wenn kein Wetterschutz notwendig ist, wir uns aber vor gefährlichen oder lästigen Insekten schützen müssen. Dabei hat sich die Kastenform gegenüber der Pyramidenform auf unseren Reisen bewährt.

Neben der Mückennetzform spielt aber vor allem die Maschenweite eine Rolle. Was es bei Mückennetzen alles zu beachten gibt und wie du für dich das passende Moskitonetz findest, haben wir in einem separaten Artikel detailliert beschrieben:

Was du für die Suche nach deinem Moskitonetz wissen solltest.

 

Das Tarp

Zusätzlich zum Zelt haben wir ein selbstgeschneidertes Tarp. Den Stoff (das Material, aus dem Hilleberg seine Außenzelte schneidert) haben wir übers Internet bei Extremtextil gekauft. Es wiegt unter 300 gr. und wird quer zur Zeltachse über den Eingang gespannt. Die Befestigung erfolgt hinten mit Klickverschlüssen an zwei Abspannleinen  (eigene Konstruktion) und vorne mit 2 Häringen im Boden.  Ergänzend können wir vorne einen langen, stabilen Ast als Zeltstange integrieren, um den Komfort zu erhöhen. Dann muss man sich nicht mehr zu tief bücken.

Es dient nur dazu, bei Regen den offenen Zelteingang weitgehend trocken zu halten. Unser Jack-Wolfskin-Tarp (3×4 m) wiegt 1000 gr. und bleibt wegen des hohen Gewichts mittlerweile zu Hause, wenn wir auf Radreise sind.

Tatsächlich eignet sich dieses Tarp auch als Unterlage, wenn man in geschlossenen Räumen mal einen Schlafplatz auf dem Boden einrichten darf und die Hygiene stark zu wünschen übrig lässt.

Unsere Erfahrung mit diesem Tarp nach 3 Jahren Radreise: kaum einen Gegenstand aus unserer Ausrüstung haben wir derart oft im Gebrauch, wie dieses Tarp. Dabei haben wir es lediglich einmal als Tarp über das Zelt gespannt, aber unzählige Male als saubere Liegefläche auf diversen Böden ausgebreitet, um unsere Schlafmatten zu schonen.

Um die Häringe auch in hartem Boden verankern zu können, verwenden wir einen kleinen Hartgummi-Hammer aus dem Baustoffhandel. Den Hammer aus dem Outdoor-Equipment-Handel hat es nach viel zu kurzer Zeit gehimmelt. Tatsächlich ist der stabile Hammer aus dem Baustoffhandel sogar preiswerter gewesen.

Die Schlafmatten

Als Schlafmatten nutzen wir die Themarest Trail Lite: 3,8 cm dick, 0,8 kg, selbstaufblasbar wie alle Schlafmatten von Thermarest. Die Liegefläche ist texturiert und somit rutschhemmend.

Diese Schlafmatte ist in unseren Augen ein guter Kompromiss zwischen Komfort, Packmaß und Gewicht. Für den Transport auf dem Fahrrad rollen wir die Matten nicht, sondern wir falten sie zu einem flachen Paket und deponieren sie auf dem Hinterrad-Gepäckträger quer über den beiden Radtaschen.

Ganz wichtig ist bei der Mitnahme von aufblasbaren Schlafmatten das Reparatur-Kit. Denn eine kleine Unachtsamkeit bei der Suche nach einem geeigneten Zeltplatz reicht und schon bohren sich irgendwelche spitzen Objekte ein Loch in die Matte.

Mittlerweile bietet Thermarest selbstklebende Pads für die Abdichtung kleiner Löcher an. Das ist deutlich komfortabler als die alte Methode mit Flüssigkleber, den man erst im Wasserbad erhitzen musste.

Wir hatten in 3 Jahren auf Radreise insgesamt 5 mal ein Loch in den Matten und konnten es mit dem Reparatur-Material von Thermarest wieder abdichten.

Nachteilig ist auf jeden Fall die Eigenschaft der Kaschierung, bei Kontakt mit Wasser sehr schnell zu quellen. Das erschwert die Suche unter Wasser nach einem sehr kleinen Loch in der Matte oder macht eine Suche sogar unmöglich. So lebe ich seit Monaten mit einem Leck in der Matte, kann das Loch aber selbst im Wasserbad nicht lokalisieren.

Doch auch das Reparatur-Kit von Thermarest kommt an Grenzen, wenn sich der innenseitig verarbeitete Schaumstoff zersetzt. Dann wächst eine Blase zu beiden Seiten der Schlafmatte. Das ist dann tatsächlich das Ende der Matte.

Die 30 Jahre Garantie auf Thermarest-Schlafmatten bezieht sich zwar nur auf Herstellungs- oder Material-Fehler, aber mancher Thermarest-Service ist da sehr kulant und liefert gerne kostenlosen Ersatz. So erlebt in Australien in 2018 auf unserer großen Radreise.

Alles Wissenswerte über Schlafmatten und einen Leitfaden für deine Suche nach der passenden Matte findest du in folgendem Artikel:

Wie du die perfekte Schlafmatte findest.

Die Schlafsäcke

Daunen-Schlafsäcke haben im Vergleich zu Kunstfaser-Schlafsäcken bei gleichen Isolationswerten weniger Gewicht und weniger Packvolumen. Deshalb sind sie für uns die erste Wahl.

Wir nutzen die Daunen-Schlafsäcke The North Face „Blue Kazoo“. Sie haben ein sehr gutes Preis-Leistungsverhältnis und bieten im Neuzustand Komfort bis -2 Grad. Allerdings lässt die Isolierwirkung im Laufe der Nutzungszeit nach. Durch Waschen lässt sich diese Funktion zwar wieder herstellen, aber nur mit mäßigem Erfolg.

Mit zunehmendem Alter und intensiver Nutzung verklumpen die Daunen immer stärker, vor allem in empfindlichen Zonen (Brustbereich, Wärmekragen, …). Dadurch geht die Isolierwirkung komplett verloren in den betreffenden Bereichen. Diese unerwünschte Eigenschaft lässt sich auch nicht durch häufigeres Waschen beseitigen.

Da hilft nur: einsenden an einen professionellen Reinigungs-Service für Schlafsäcke, wo nach dem Waschen auch wieder Daunen nachgefüllt werden.

Für tiefere Temperaturen haben wir noch unsere Hüttenschlafsäcke (Seiden-Inlets) als Ergänzung im Gepäck. Die bringen noch etwa 2-3 Grad zusätzlich. Zur Not tut es auch ein Baumwoll-Inlet. Doch Baumwolle trocknet nicht so schnell wie Seide und ist deutlich schwerer und voluminöser.

Das Damenmodell des „Blue Kazoo“ ist entsprechend der weiblichen Anatomie an einigen Stellen etwas stärker befüllt für bessere Isolation.

Auch lassen sich Herren- und Damenmodell koppeln. Dann erhält man einen Schlafsack für 2 Personen. Allerdings sinkt dabei die Isolationsfähigkeit dramatisch. Bei sommerlichen Temperaturen ist das ok. Doch für Übernachtungen bei kalten Temperaturen ist das nicht wirklich zu empfehlen.

Mit dem Kundenservice von The North Face sind wir sehr zufrieden: wir erhielten auf unsere Bitte hin prompt einen Satz Ersatz-Reißverschluss-Schieber für unsere Schlafsack-Modelle. Die Mitnahme solcher Ersatz-Reißverschluss-Schieber auf eine längere Reise würden wir auch jedem dringend empfehlen.

Unseren Leitfaden für deine Suche nach dem passenden Schlafsack und alles Wissenswerte über Schlafsäcke findest du im Artikel:

Den passenden Schlafsack finden – unsere Tipps

Die Körperpflege

Auf Campingplätzen mit modernen Sanitäranlagen ist die Körperpflege fast so komfortabel wie zu Hause. Nächtigt man jedoch abseits der Campingplätze, dann wird es schnell spartanisch. Um nicht gänzlich auf Komfort bei unserer Körperpflege verzichten zu müssen, bedienen wir uns der folgenden Ausrüstungs-Gegenstände:

  • Ortlieb Duschsack: man füllt ihn mit kaltem oder warmem Wasser, hängt ihn an einen starken Ast oder Wandhaken und lässt das Wasser durch den Brauseaufsatz rieseln. Das kommt der heimischen Dusche schon sehr nahe. Zur Not tut es hier auch ein Ortlieb Wasserbeutel mit dem gleichen Brauseaufsatz.
  • Ortlieb-Faltschüssel: sie eignet sich neben der Körperpflege auch fürs Wäsche waschen und Spülen. Sie lässt sich klein falten und hat ein geringes Gewicht.
  • Seife: wir nutzen ausschließlich Bio-Flüssigseife, sobald wir keine geregelte Kanalisation zur Entsorgung vorfinden.
  • Handtücher: hier kommen nur Microfaser-Handtücher zum Einsatz; die trocknen sehr schnell und sind nicht so voluminös wie Baumwollhandtücher.
  • Für die Rasur kommen ein Handspiegel und Einwegrasierer zum Einsatz. Ein Einwegrasierer hält einige Rasuren lang. Manche Systeme sind zerlegbar: man trennt die Scherköpfe von den Griffen und nimmt nur einen Griff mit mehreren Scherköpfen mit auf Reisen. Das spart wieder etwas Gepäckvolumen.

 

Weitere Infos zum Reise-Equipment findest du hier:

 

 

Nichts mehr verpassen:  Newsletter abonnieren

 

Kommentare sind geschlossen.