Mit Erkältung Radfahren – wieviel Sport ist erlaubt?

Du bist leidenschaftlicher Radler, hast dir einen grippalen Infekt eingefangen und fragst dich nun, ob du mit Erkältung Radfahren darfst oder besser daheim bleibst.

Wann ist Sport erlaubt? Wie viel Sport ist erlaubt? Und wie steht es mit Radfahren? Ein Leitfaden für alle, die trotz Erkältung Radfahren wollen.

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Haftungsausschluss

Das Allerwichtigste vorneweg: Dieser Artikel ersetzt keine medizinische Abklärung und stellt lediglich unsere persönliche Einschätzung und Empfehlung dar. Hast du auch nur den geringsten Zweifel, konsultiere den Arzt.

Erkältung, Grippe oder Covid-19?

Für den medizinischen Laien ist relativ einfach erkennbar, ob es sich nur um eine leichte Erkältung oder gar um eine handfeste Grippe handelt, wenn erste Symptome auftreten. Die Corona-Pandemie macht diese Selbstdiagnose allerdings deutlich schwieriger. Und diese Selbstdiagnose ist der erste und wichtigste Schritt, um für sich selber abschätzen zu können, ob Sport noch zulässig ist oder nicht.

Grippe

Grippe ist ein viraler Infekt, hervorgerufen durch das Influenza-Virus, Typ A oder B. Der Verlauf: plötzlicher Ausbruch innerhalb weniger Stunden, starkes Fieber (über 40 °C), lange Erholungszeit (Rekonvaleszenz-Phase), Dauer bis zur Genesung: einige Wochen.

Erkältung

Erkältung ist ein “grippaler Infekt”, hervorgerufen durch Adenovirus, Coxsackievirus oder Rhinovirus. Der Verlauf: Schleichender Anstieg der Beschwerden über mehrere Tage, erhöhte Temperatur (aber kein 40 °C), Dauer bis zur Genesung: wenige Tage.

Halsschmerzen und Halsentzündung

Halsschmerzen zählen übrigens nicht zu den typischen Symptomen bei einer Erkältung. Sie werden eher durch eine zeitgleiche Zweitinfektion durch Bakterien hervorgerufen, begünstigt durch das überlastete Immunsystem.

Werden vom Arzt Antibiotika verordnet, helfen diese nur gegen den bakteriellen Infekt, nicht aber gegen die Viren. Denn Viren mit Antibiotika zu bekämpfen, funktioniert nicht. Viren haben keinen Stoffwechsel und keine Zellwand, Grundvoraussetzungen für eine Bekämpfung mit Antibiotika. Auch Virostatika lindern nur Beschwerden und hemmen im besten Fall die Vermehrung von Viren. Gleichzeitig können Virostatika allerdings auch gesunde Zellen angreifen, was eindeutig kontraproduktiv ist.

Den Kampf gegen die Viren führt also einzig und alleine unser Immunsystem. Und das funktioniert am besten, wenn wir unser Immunsystem nicht zusätzlich belasten, z. B. mit zu viel Sport zum falschen Zeitpunkt.

Covid-19

Covid-19 ist eine Infektion durch das Coronavirus. Die häufigsten Symptome sind: Fieber, Husten, Schwäche, Geruchs- und Geschmacksverlust. Die Unterscheidung von Erkältung und Grippe ist etwas schwieriger. Ein Versuch auf Basis aktueller Erkenntnisse: Es treten bei Covid-19 nur selten Kopf- und Gliederschmerzen, Schnupfen und Halsschmerzen auf.

Fazit zur Selbstdiagnose

In allen drei Fällen kämpft der Körper vorrangig oder ausschließlich gegen Viren. Die Krankheitsverläufe sind aber unterschiedlich heftig. Und genau das ist ein wichtiger Punkt in der Beurteilung, wann und wie viel Sport erlaubt ist. Dazu weiter unten mehr.

Was passiert bei einer Erkältung im Körper?

Der Mensch wird permanent von Viren und anderen Krankheitserregern heimgesucht. Das ist kein Grund zur Besorgnis, denn das Immunsystem kommt in der Regel mit der Bekämpfung ganz gut zurecht. Kritischer wird es in der nass-kalten Jahreszeit:

Die Unterkühlungsgefahr steigt und die Heizungsluft trocknet unsere Schleimhäute aus. Wir werden anfällig und die Viren gewinnen die Oberhand über das Immunsystem.

Das Immunsystem erkennt das Virus aber, bildet Antikörper und bekämpft das Virus. Das kostet Energie. Anstrengung wie z. B. intensiver Sport greift jetzt die Energiereserven ab, die eigentlich dein Immunsystem benötigt.

Daher ist eine zu starke Belastung durch jeglichen Sport zu vermeiden, sobald der Körper die heftigeren Beschwerden aufweist: Gliederschmerzen, Kopfschmerzen, Schwäche, Fieber, usw.

Was hilft am besten gegen Erkältung

In der Regel kommt ein “gesundes” Immunsystem alleine mit dem Virus klar. Es benötigt nur Zeit und Ruhe. Durch einfache Verhaltensregeln kannst du dein Immunsystem bei dieser Arbeit unterstützen bzw. entlasten. So wirken frische Luft und leichte Bewegung lindernd und entzündungshemmend auf die Schleimhäute, warme Kleidung und Ruhe im Bett reduzieren den Wärmeverlust des Körpers auf ein Minimum und leichte, vitaminreiche Kost versorgt den Körper mit den benötigten Nährstoffen.

Daneben gibt es unzählige Hausmittel, die Beschwerden lindern: Wadenwickel, Salbeitee, Ingwertee, Kamillentee, Thymiantee, Nasendusche mit Salzwasser, warmes Bier mit Honig, usw.
Medikamente lindern möglicherweise die Beschwerden, können aber häufig auch mehr Schaden anrichten als sie Nutzen stiften (siehe oben). Dagegen wirken ein heißes Bad oder die Inhalation ätherischer Öle sehr erholsam und schonen den Körper.

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Sport trotz Erkältung

Frische Luft und Bewegung ist gut und kann die Erkältungssymptome sogar lindern. Denn die Luftfeuchtigkeit reduziert Schwellungen der Schleimhäute und die körperliche Bewegung sorgt für deren bessere Durchblutung. Allerdings ist zu starke sportliche Intensität zu vermeiden. Der Puls ist unter Erkältung höher und du beginnst früher zu schwitzen. Reduziere also Tempo und Belastung, um dein Immunsystem nicht unnötig zu belasten. Und sorge mit der passenden Kleidung dafür, dass du nicht auskühlst.

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Höre vor allem auf deinen Körper: Bei Fieber, Schmerzen und Schwäche ist eher Ruhe und Schlaf angesagt. Der Körper meldet dir schon sehr genau, was er gerade noch erträgt und erduldet.

Bei stärkeren Symptomen solltest du auf jeden Fall zur Abklärung den Arzt konsultieren. Der erkennt auch, wenn weitere Viren oder Bakterien gerade die Schwäche deines Immunsystems ausnutzen und an anderen Stellen für größere Baustellen sorgen. Besonderes Risiko in dieser Hinsicht bei viralen Infekten: Die Herzmuskelentzündung. Sie wird nicht sofort erkannt und kann durch zu starke körperliche Belastung (z. B. Sport) schnell bleibende Schäden (Herzschwäche, Herzrhythmusstörungen) oder sogar den Herztod verursachen.

Arznei kann Symptome abschwächen und dir einen sporttauglichen Zustand vorgaukeln. In diesem Zustand ist es sogar gefährlich, sich für Sport zu entscheiden.

Radfahren mit / trotz Erkältung

Radfahren zählt per se zu den gesündesten Sportarten. Krafteinsatz und Kreislaufbelastung lassen sich hier zudem sehr fein steuern. Eine notwendige Voraussetzung, wenn du mit Erkältung radfahren willst. Aber du musst auf deinen Körper hören und die Anstrengung in gesundem Verhältnis zu den Beschwerden halten.

Weil bei Grippe innerhalb kürzester Zeit die Beschwerden stark zunehmen, ist Radfahren schon bei Aufzug einer Grippe und auch in der Erholungsphase nach dem Abklingen der Erkrankung definitiv nicht zu empfehlen. Ist lediglich eine Erkältung im Anzug, lässt sich durch den langsamen Anstieg der Beschwerden (siehe oben) sehr gut abschätzen, ab wann das Radfahren den Körper dann doch zu stark belastet. Das Risiko, sich mit dem Sport zu schaden, ist bei einer Erkältung also deutlich geringer als bei Grippe.

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Fazit zu Radfahren bei Erkältung

Wenn du sicher bist, dass du dir nicht eine Grippe, sondern lediglich eine Erkältung eingehandelt hast, ist Radfahren erlaubt und kann die Heilung sogar unterstützen, solange du nur mit “leichten” Symptomen zu kämpfen hast.

Bei schweren Symptomen ist auf das Radfahren aber zu verzichten, weil es das Immunsystem unnötig belastet. Höre auf deinen Körper. Du merkst sehr deutlich, was du deinem Körper noch zumuten kannst.

Einziges Risiko vor diesem Hintergrund bleibt aus unserer Sicht die Herzmuskelentzündung. Deren Abklärung erfordert ärztliche Behandlung. Bei Symptomen wie Müdigkeit, Fieber und Herzrasen ist daher Vorsicht geboten und aufs Radfahren besser zu verzichten. Aber unter solchen Symptomen macht dir das Radfahren sowieso keinen Spaß mehr.

 

 

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