Dänemark-Radreise: Reisebericht – per Fahrrad durch Skandinavien

Wir haben bisher viermal eine Dänemark-Radreise unternommen, so gut hat uns das Land gefallen. Und wir haben noch lange nicht alles gesehen.

Wilde Nordseeküste, Inseln wie Fünen, Als, Langeland und Ærø, Naturlagerplätze mit Feuerstellen und Windmühlen sind nur einige der vielen Highlights in Dänemark.

Dabei besticht Dänemark schon wegen der kurzen Anfahrt. So ist Jütland in wenigen Stunden per Auto erreichbar. So nah liegt kaum ein anderes Reiseziel. Das Gelände ist sehr flach und damit auch geeignet für Radreisen mit schwerer Last (z.B. einem Fahrradanhänger für den Nachwuchs).

Die Erlebnisse auf einer Dänemark-Radreise:

 

Radfahren in Dänemark

Du wirst es sehr schnell merken: In Dänemark gehört das Fahrrad zu den wichtigsten Verkehrsmitteln und der Radfahrer genießt einen besonderen Schutz ähnlich wie in den Niederlanden.

Die Infrastruktur ist für Radfahrer barrierefrei und das Radwegenetz ist sehr gut ausgebaut. Wann immer es machbar ist, verlaufen die Radwege räumlich getrennt vom Autoverkehr. Somit ist das Radeln meist stressfrei und gefahrlos möglich. Insbesondere für Familien ist Dänemark somit ein hervorragendes Revier für Radreisen.

Natürlich trägt das dänische Panorama zur Beliebtheit des Fahrrades bei: Dänemark ist flach. Es gibt keine Berge. Also fällt für dich auch gleich ein Hemmnis auf Radreisen weg. Denn alle Anstiege beschränken sich auf wenige Meter. Aber es gibt sie!

Die offiziellen Quellen zum Radwegenetz in Dänemark findest du hier:

Radwegenetz Europa – Radroutenplaner aller Länder

Dänemark-Radreise mit Kindern

Für Kinder ist Dänemark ein Paradies: Es gibt Sandstrand, Dünen, Radwege abseits der Straßen, abenteuerliche Lagerplätze und Spielplätze a la Legoland. Das echte Legoland in Billund ist übrigens auch für Erwachsene eine Reise wert. Daneben bieten sich noch einige andere Vergnügungsparks für einen Besuch an.

Du merkst auch sehr schnell, dass Kinder in Dänemark einen sehr hohen Stellenwert in der dänischen Gesellschaft haben. So findest du an sehr vielen öffentlichen Toiletten einen separaten Wickelraum und / oder eine geräumige Familienzelle. In den Restaurants gibt es Kinder-Hochstühle und Spielecken und die Dichte an Spielplätzen ist enorm.

Radreisen mit Kindern – Unsere Tipps

Das Wetter in Dänemark

Mit dem Wetter hatten wir immer sehr viel Glück auf jeder Dänemark-Radreise. Es ist zwar immer wechselhaft, aber Sonnenschein und milde Temperaturen überwiegen.

Bei einer unserer Radreisen gab es die gesamten 3 Wochen lang keinen Tropfen Regen. Nur am letzten Tag auf den letzten! 2 km vor Ankunft an unserem Auto erwischte uns ein Gewitter und es schüttete wie aus Eimern. … So packten wir für unsere Rückreise tatsächlich unsere gesamte Ausrüstung pitschnass ins Auto. Shit happens!

Und einmal kam der Wind aus dem Inland Richtung Küste und brachte eine regelrechte Schwebfliegen-Plage mit, die uns über mehrere Tage nur noch das Radfahren mit geschlossenem Mund erlaubte.

Die beste Reisezeit für eine Dänemark-Radreise ist der Hochsommer: Juli und August. Dann ist auch die Wassertemperatur in Nord- und Ostsee zum Baden geeignet.

Gefährliche Tiere in Dänemark

Gefährliche Tiere sind selten hier oben im Norden. Was aber keine Garantie darstellt: Ich bin im hohen Gras beinahe auf eine Kreuzotter getreten.

In unberührter Landschaft musst du da immer aufpassen. Das betrifft vor allem die Suche nach einem Zeltplatz abseits befestigter Wege und nächtliche Wanderungen.

Die Dörfer in Dänemark

Manches Dorf ist eine Sehenswürdigkeit: schiefe alte Fachwerkhäuser, enge Gassen, Fassaden in schillernden Farben und alte Stadtkerne bekommst du hier zu sehen. Alles wirkt dabei sehr aufgeräumt und sauber.

Nicht selten entdeckst du in den Dörfern oder auf den Alleen zwischen den Dörfern unglaublich alten Baumbestand mit massivem Stamm und Baumkronen mit gewaltigen Ausmaßen. Manche dieser Alleen ist eine echte Sehenswürdigkeit.

Mühlen in Dänemark

Es gibt einige Windmühlen in Dänemark. Die Sillerup Mühle an der Ostküste von Jütland lag zufällig auf unserem Weg und entpuppte sich zu einem echten Highlight: Hier bieten sie ein Aktionsprogramm für Kinder (z. B. Schulklassen): Aufziehen der Segel, Inbetriebsetzen der Mühle (wenn der Wind ausreichend stark ist), Mehl mahlen auf einem alten Mühlstein, Brotbacken im Steinofen und anschließender Verzehr in geselliger Runde.

Wir hatten Glück, denn der Wind war an diesem Tag stark genug, die Mühle in Gang zu halten. Es war möglich, durch alle Stockwerke der Mühle zu steigen und das mächtige Zahnradgetriebe aus Holz in Aktion zu sehen und zu hören. Selten wird man so eindrucksvoll an altes Handwerk erinnert.

Museen in Dänemark

Neben solchen Mühlen existieren auch viele originelle Museen und Ausstellungen in den dänischen Ortschaften oder manchmal auch auf dem Land. Sie sind entweder gut ausgeschildert oder du kannst aus den Exponaten auf dem Außengelände schon von der Straße aus erkennen, dass es sich um ein Museum handelt.

In der Regel ist Anfassen und Ausprobieren im Museum erlaubt. Das ist besonders spannend bei Musikinstrumenten, Werkzeug oder Fahrrädern. Auch in diesen Museen merkst du schnell, dass sie die Regeln bewusst kinderfreundlich gehalten sind. Somit kommt ein Museumsbesuch mit dem Nachwuchs einem Besuch auf dem Kinderspielplatz gleich.

Nicht selten haben wir einige Stunden in solchen Museen verbracht, so spannend war die Sammlung.

Die Landschaft in Dänemark

Fährt man die Westküste von Jütland (das dänische Festland) entlang, so findet man endlose Sandstrände, Achterbahn-artige Radwege in den Dünen, Felsenklippen und viele Seen und Wälder mit Naturpark-Charakter. Manchmal gibt es auch abenteuerliche Wegabschnitte in Dänemark.

Die Ostsee-Küste ist etwas weniger wild und daher vor allem für Familien mit Kleinkindern geeignet. Es gibt keine Brandung, aber auch kaum Dünenlandschaft.

Wegen der geringen Ausdehnung Jütlands kannst du auf einer Dänemark-Radreise leicht von der einen zur anderen Küstenseite wechseln. Damit lässt sich deine Route sehr abwechslungsreich gestalten und dein Urlaub wird nie monoton.

Neben Jütland bieten sich aber auch die Inseln für Radreisen an. Insbesondere Fünen ist sehr empfehlenswert, aber auch die anderen Inseln. Das Übersetzen per Fähre bereichert deine Dänemark-Radreise auch gleich um einen weiteren Höhepunkt.

Auch in den Dünen gibt es so manche Sehenswürdigkeit. So besichtigten wir die Wanderdüne Rubjerg Knude bei Lønstrup mit dem vom Sand eingeschlossenen Leuchtturm. Wir stiegen per „Räuberleiter“ durch eine Luke in den alten Leuchtturm und konnten bis in das Lichthaus empor gehen. Weil uns dieser Leuchtturm und die riesige Wanderdüne so sehr beeindruckt hatten, haben wir sie in einem separaten Artikel detailliert beschrieben:

Rubjerg Knude

Mittlerweile ist die Wanderdüne weitergezogen und hat den Leuchtturm wieder freigegeben. Doch weil die massive Erosion den Leuchtturm in wenigen Jahren ins Meer stürzen lassen würde, wurde er 2019 an eine sichere Stelle weiter Richtung Inland transportiert.

Die Übernachtungen auf einer Dänemark-Radreise

Ein dänischer Naturlagerplatz bildet eine spannende, kindertaugliche und vor allem preiswerte Alternative zu den öffentlichen Campingplätzen und ist nur für nicht motorisierte Reisende, also Radreisende, Wanderer, Kanuten und Reiter, zugänglich bzw. erlaubt.

Allesamt sind diese Plätze sehr gut gepflegt und bieten beste Bedingungen für Übernachtungen in wilder Natur: Rasenflächen für die Zelte, einen Wasseranschluss und ein WC-Häuschen im Wald.

Es gibt hier sogar oft eine Feuerstelle und einen Unterstand mit trockenem Feuerholz. Und das begeistert nicht nur die Jugend: Grillwürstchen, Stockbrot, Stöcke schnitzen, Marshmallows grillen, … alles ist hier möglich.

Für die Übernachtung gibt es Rasenflächen für die Zelte und manchmal auch einen oder gleich mehrere halboffene Shelter aus Holz im Blockhüttenstil, wo sich in der Regel 4 bis 8 Personen mit ihren Schlafsäcken niederlegen können.

Diese Shelter sind aber keine gute Wahl, wenn sich auf dem Platz abends Mücken tummeln. Das weiß man aber immer erst nach der Nacht. Wir wählten im Zweifel immer das Zelt als Schlafzimmer.

Diese Waldplätze stehen in der Obhut der Ranger, die regelmäßig nach dem Rechten sehen, Feuerholz auffüllen und die Mülltonnen entleeren.

Des Weiteren gibt es in Dänemark ein Netzwerk privater Unterkünfte, wo du als nicht motorisiert Reisender für kleines Geld übernachten kannst. Hier bietet man dir entweder ein Zimmer mit Bett oder einen Platz für dein Zelt im Garten, sowie Zugang zur Küche, ein Bad und manchmal auch eine Waschmaschine.

Sowohl die Naturplätze, als auch die privaten Unterkünfte sind gelistet in einem Katalog, den du in jeder Touristen Info käuflich erwerben kannst.

Außerhalb dieser Übernachtungsmöglichkeiten kannst du auch überall auf Bauernhöfen oder bei privat nach einem Zeltplatz fragen. Die Dänen sind sehr freundlich und hilfsbereit und werden dir schon einen geeigneten Platz zeigen.

Fazit zu einer Dänemark-Radreise

Bisher haben wir Jütland und die Inseln Fünen, Als, Ærø und Langeland bereist. Damit haben wir noch lange nicht alles gesehen, was Dänemark zu bieten hat.  Da ist es gut möglich, dass wir wiederkommen werden, natürlich für eine Radreise.

Das könnte dich ebenfalls interessieren

 

Wenn dir der Beitrag gefallen hat, freuen wir uns. Als kleines Dankeschön könntest du

  • den Artikel über unsere Social Media Kanäle teilen
  • weiterhin auf unserem Blog stöbern oder
  • unseren Newsletter abonnieren.

 

Nichts mehr verpassen:  Newsletter abonnieren

Kommentare sind geschlossen.