Dänemark-Radreise

Wir haben bisher viermal eine Dänemark-Radreise unternommen, so gut hat uns das Land gefallen. Kurze Anfahrt aus der Heimat, wilde Nordseeküste, Inseln wie Fünen, Als, Langeland und Ærø und Naturlagerplätze mit Feuerstellen und Shelter (kleine offene Holzhütten zum Übernachten ohne Zelt). Das Gelände ist sehr flach und damit geeignet für Radreisen mit schwerer Last (z.B. einem Fahrradanhänger für den Nachwuchs).

Dänemark-Radreise mit Kindern

Für Kinder ist Dänemark ein Paradies: Es gibt Sandstrand, Dünen, Radwege abseits der Straßen, abenteuerliche Lagerplätze und Spielplätze a la Legoland. Das echte Legoland in Billund ist übrigens auch für Erwachsene eine Reise wert. Daneben bieten sich noch einige andere Vergnügungsparks für einen Besuch an.

Du merkst auch sehr schnell, dass Kinder in Dänemark einen sehr hohen Stellenwert in der dänischen Gesellschaft haben. So findest du an sehr vielen öffentlichen Toiletten einen separaten Wickelraum und / oder eine geräumige Familienzelle. In den Restaurants gibt es Kinder-Hochstühle und Spielecken und die Dichte an Spielplätzen ist enorm.

Das Wetter auf unseren Dänemark-Radreisen

Mit dem Wetter hatten wir immer sehr viel Glück auf jeder Dänemark-Radreise. Bei einer unserer Radreisen gab es die gesamten 3 Wochen lang keinen Tropfen Regen. Nur am letzten Tag auf den letzten! 2 km vor Ankunft am Auto erwischte uns ein Gewitter und es schüttete wie aus Eimern. … Shit happens!

Und einmal kam der Wind aus dem Inland Richtung Küste und brachte eine regelrechte Schwebfliegen-Plage mit, die uns nur noch das Radfahren mit geschlossenem Mund erlaubte (siehe Foto unten).

Die beste Reisezeit für eine Dänemark-Radreise ist der Hochsommer: Juli und August. Dann ist auch die Wassertemperatur in Nord- und Ostsee zum Baden geeignet.

Gefährliche Tiere auf einer Dänemark-Radreise

Gefährliche Tiere sind selten hier oben im Norden. Was aber keine Garantie darstellt: Ich bin im hohen Gras beinahe auf eine Kreuzotter (siehe Foto unten) getreten. In unberührter Landschaft musst du da immer aufpassen. Das betrifft vor allem die Suche nach einem Zeltplatz abseits befestigter Wege und nächtliche Wanderungen.

Die Dörfer auf einer Dänemark-Radreise

Manches Dorf ist eine Sehenswürdigkeit: schiefe alte Fachwerkhäuser, enge Gassen, Fassaden in schillernden Farben und alte Stadtkerne bekommst du hier zu sehen. Alles wirkt dabei sehr aufgeräumt und sauber.

Nicht selten entdeckst du in den Dörfern oder auf den Alleen zwischen den Dörfern unglaublich alten Baumbestand mit massivem Stamm und Baumkronen mit gewaltigen Ausmaßen. Manche dieser Alleen ist eine echte Sehenswürdigkeit.

Mühlen auf einer Dänemark-Radreise

Es gibt einige Windmühlen in Dänemark. Die Sillerup Mühle an der Ostküste von Jütland lag zufällig auf unserem Weg und entpuppte sich zu einem echten Highlight: hier bieten sie ein Aktionsprogramm für Kinder (z.B. Schulklassen): Aufziehen der Segel, Inbetriebsetzen der Mühle (wenn der Wind ausreichend stark ist), Mehl mahlen auf einem alten Mühlstein, Brotbacken im Steinofen und anschließender Verzehr in geselliger Runde.

Wir hatten Glück, denn der Wind war an diesem Tag stark genug, die Mühle in Gang zu halten. Es war möglich, durch alle Stockwerke der Mühle zu steigen und das mächtige Zahnradgetriebe aus Holz in Aktion zu sehen und zu hören. Selten wird man so eindrucksvoll an altes Handwerk erinnert.

Museen auf einer Dänemark-Radreise

Neben solchen Mühlen existieren auch viele originelle Museen und Ausstellungen in den dänischen Ortschaften oder manchmal auch auf dem Land. Sie sind entweder gut ausgeschildert oder du kannst aus den Exponaten auf dem Außengelände schon von der Straße aus erkennen, dass es sich um ein Museum handelt.

In der Regel ist Anfassen und Ausprobieren im Museum erlaubt; das ist besonders spannend bei Musikinstrumenten oder Fahrrädern. Auch in diesen Museen merkst du schnell, dass sie die Regeln bewusst kinderfreundlich gehalten sind. Somit kommt ein Museumsbesuch mit dem Nachwuchs einem Besuch auf dem Kinderspielplatz gleich.

Die Landschaft auf einer Dänemark-Radreise

Fährt man die Westküste von Jütland (das dänische Festland) entlang, so findet man endlose Sandstrände, Achterbahn-artige Radwege in den Dünen, Felsenklippen und viele Seen und Wälder mit Naturpark-Charakter. Manchmal gibt es auch abenteuerliche Wegabschnitte in Dänemark.

Auch in den Dünen gibt es so manche Sehenswürdigkeit. So besichtigten wir die Wanderdüne Rubjerg Knude bei Lønstrup mit dem vom Sand eingeschlossenen Leuchtturm. Wir stiegen per „Räuberleiter“ durch eine Luke in den alten Leuchtturm und konnten bis in das Lichthaus empor gehen. Weil uns dieser Leuchtturm und die riesige Wanderdüne so sehr beeindruckt hatten, haben wir sie in einem separaten Artikel detailliert beschrieben: Rubjerg Knude.

Mittlerweile ist die Wanderdüne weitergezogen und hat den Leuchtturm wieder freigegeben. Doch weil die massive Erosion den Leuchtturm in wenigen Jahren ins Meer stürzen lassen würde, wird er in 2019 demontiert und an einer sicheren Stelle wieder aufgebaut.

Die Übernachtungen auf einer Dänemark-Radreise

Ein dänischer Naturlagerplatz bildet eine spannende, kindertaugliche und vor allem preiswerte Alternative zu den Campingplätzen und ist nur für nicht motorisierte Reisende, also Radreisende, Wanderer, Kanuten und Reiter, zugänglich bzw. erlaubt.

Er bietet oft eine Feuerstelle und sogar einen Unterstand mit trockenem Feuerholz. Und das begeistert nicht nur die Jugend: Grillwürstchen, Stockbrot, Stöcke schnitzen, Marshmallows grillen, … alles ist hier möglich.

Für die Übernachtung gibt es Rasenflächen für die Zelte und manchmal auch einen oder gleich mehrere halboffene Shelter aus Holz im Blockhüttenstil, wo sich in der Regel 4 bis 8 Personen mit ihren Schlafsäcken niederlegen können.

Diese Shelter sind aber keine gute Wahl, wenn sich auf dem Platz abends Mücken tummeln. Das weiß man aber immer erst nach der Nacht. Wir wählten im Zweifel immer das Zelt als Schlafzimmer.

Diese Waldplätze stehen in der Obhut der Ranger, die regelmäßig nach dem Rechten sehen und Feuerholz auffüllen.

Des Weiteren gibt es in Dänemark ein Netzwerk privater Unterkünfte, wo du als nicht motorisiert Reisender für kleines Geld übernachten kannst. Hier bietet man dir entweder ein Zimmer mit Bett oder einen Platz für dein Zelt im Garten, sowie Zugang zur Küche, ein Bad und manchmal auch eine Waschmaschine.

Sowohl die Naturplätze, als auch die privaten Unterkünfte sind gelistet in einem Katalog, den du in jeder Touristen Info käuflich erwerben kannst.

Außerhalb dieser Übernachtungsmöglichkeiten kannst du auch überall auf Bauernhöfen oder bei privat nach einem Zeltplatz fragen. Die Dänen sind sehr freundlich und hilfsbereit und werden dir schon einen geeigneten Platz zeigen.

Fazit unserer Dänemark-Radreisen

Bisher haben wir Jütland und die Inseln Fünen, Als, Ærø und Langeland bereist. Damit haben wir noch lange nicht alles gesehen, was Dänemark zu bieten hat.  Da ist es gut möglich, dass wir wiederkommen werden, natürlich für eine Radreise.

 

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