Kettenschaltung Nabenschaltung oder Tretlagerschaltung – die richtige Fahrradschaltung

Wenn du dir unsicher bist, ob an deinem Fahrrad Kettenschaltung Nabenschaltung oder Tretlagerschaltung zum Einsatz kommen soll, dann lies weiter. Denn in diesem Artikel stellen wir die verschiedenen Schaltungstypen mit ihren Vor- und Nachteilen gegenüber.

Unsere Entscheidungshilfe für Kettenschaltung Nabenschaltung oder Tretlagerschaltung.

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Fahrrad Schaltungstypen im Überblick

Aktuell bietet der Markt im Wesentlichen fürs Fahrrad Kettenschaltung Nabenschaltung oder Tretlagerschaltung an. Daneben existieren noch einige Kombinationsschaltungen, bei denen Kettenschaltung und Nabenschaltung miteinander kombiniert wurden.

Als Steuersystem drängen mittlerweile neben der mechanischen Betätigung über Bowdenzüge auch die elektrische Betätigung und auch Funk-Ansteuerung auf den Markt. Es gibt mittlerweile sogar schon Automatik-Regelungen und Tempomat-Funktion.

Sobald die Fahrradkette nicht mehr als Element der Schaltung fungiert, sondern nur noch Antriebsfunktion übernimmt, wird auch der Zahnriemen zu einer interessanten Alternative zur Fahrradkette.

Dein Einsatzbereich für eine Schaltung

Die wichtigsten Kriterien für die Auswahl einer Schaltung ist dein individueller Anspruch an Qualität und Bedienkomfort sowie dein Einsatzbereich.

  • Beim Citybike zählen geringer Wartungsaufwand und Schaltkomfort.
  • Beim Rennrad sind geringes Gewicht und hohe Schaltpräzision wichtig.
  • Beim MTB erwartest du hohe Zuverlässigkeit, Robustheit und die Freiheit zum Schalten unter Last.
  • Beim E-Bike sind Komfort beim Schalten und Harmonie zwischen Antrieb und Schaltung wichtig.
  • Und bei Lastenfahrrad und Reiserad zählen hohe Zuverlässigkeit, große Übersetzungsbreite und Robustheit.

Zum Bedienkomfort: Es gibt Drehgriffschalter, Zug- und Druckschalter, Tasten, Schieber und mit dem Einzug der Elektronik in Zukunft auch Sensor-Betätigungen. Im Zweifel lohnt eine Probefahrt, um beurteilen zu können, ob die Schaltung deiner Wahl auch im Bedienkomfort zu dir paßt.

Darüber hinaus zählt möglicherweise aber auch deine Begeisterung für ausgefallene Technik oder der Preis.

Je präziser du deinen Einsatzbereich und deine Anforderungen beschreiben kannst, desto genauer grenzt es den in Frage kommenden Umfang verschiedener Schaltungsmodelle ein.

Im Folgenden beschreiben wir die verschiedenen Schaltungstypen mit ihren charakteristischen Eigenschaften:

Kettenschaltung

Die Kette überträgt die Antriebskraft vom vorderen Kettenblatt auf das Ritzel am Hinterrad. Das Getriebe besteht hier aus ein, zwei oder drei Kettenblättern vorne und einer Kassette mit 7, 8, 9, 10, 11 oder 12 Ritzeln auf der Hinterradnabe. Aus den unterschiedlichen Kombinationen aus vorderen und hinteren Zahnkränzen resultieren unterschiedliche Übersetzungen: die verschiedenen Gänge. Dabei gibt es mehr oder weniger große Überscheidungen und zwecks Schonung der Kette nur eine beschränkte Anzahl realer Gänge. Maßgeblich für die Beurteilung der Übersetzung ist hierbei nicht die Anzahl der theoretisch möglichen Gänge, sondern der Übersetzungsbereich von der kleinsten Untersetzung bis zur größte Übersetzung.

Das Wechseln der Gänge erfolgt vorne an den Kettenblättern durch den „Umwerfer“ und hinten an der Kassette durch das „Schaltwerk“. Angesteuert werden Umwerfer und Schaltwerk entweder mechanisch über Bowdenzüge, oder elektrisch über Kabel oder neuerdings auch per Funk kabellos. Die entsprechenden Schalthebel sind am Lenker direkt neben den Griffen montiert: links für den Umwerfer, rechts für das Schaltwerk.

Für den Umgang mit den bekannten Verschleißteilen (Kette, Kassette, Kettenblätter) gibt es verschiedene Philosophien in den Fachkreisen: viele tauschen frühzeitig die Fahrradkette aus, um Kassette und Kettenblätter zu schonen, andere fahren bis zu 3 Ketten rollierend im Wechsel bis zum bitteren Ende und tauschen dann mit den Ketten auch gleich die Kassette und die Kettenblätter aus.

Nabenschaltung

Bei der Nabenschaltung ist das gesamte Getriebe in der Regel als Planetenradgetriebe in der Hinterradnabe untergebracht. Das System ist geschlossen und somit sehr gut gegen Witterung und Schmutzeintrag geschützt. Hier übernimmt die Fahrradkette nur noch die Aufgabe der Kraftübertragung von der Tretkurbel samt Kettenblatt auf das Antriebs-Zahnrad auf der Hinterradnabe. Dadurch fällt der Verschleiß an der Kette geringer aus als bei einer Kettenschaltung.

Angesteuert wird die Nabenschaltung entweder mechanisch über Drehgriff und Bowdenzug, oder elektrisch per Schalter. Auch eine Automatik-Funktion ist heute schon verfügbar. Alles eine Preisfrage.

Tretlagerschaltung

Bei der Tretlagerschaltung ist das Getriebe als Stirnradgetriebe oder Planetenradgetriebe im Tretlagerbereich im Fahrradrahmen oder an der Tretkurbel untergebracht. Der populärste Vertreter, Pinion, erfordert dabei einen speziellen Rahmen.

Kombinationsschaltung

Hier werden Kettenschaltung und Nabenschaltung miteinander kombiniert, um einen großen Übersetzungsbereich zu erhalten. Allerdings vereinen diese Schaltungen auch stets die Nachteile beider Schaltungstypen in sich. Daher sind diese Kombinationsschaltungen auch nicht so weit verbreitet wie die anderen Systeme.

Art der Schaltungsbetätigung

Gab es früher lediglich die mechanische Betätigung per Bowdenzug, so drängen heute zunehmend elektrisch angesteuerte Schaltsysteme auf den Markt. Stellmotoren sorgen für präzise Schaltvorgänge und per Kabel oder sogar kabellos per Funk werden die Schaltinformationen weitergeleitet. Dabei wird die Stromversorgung über Akkus und Kopfzellen bereitgestellt.

Kabel und Kontaktstellen unterliegen allerdings ebenfalls dem Einfluß der Bewitterung mit all ihren negativen Auswirkungen, sodaß auch bei diesen Systemen mit einem Wartungsaufwand zu rechnen ist. Als Vorteile bleiben also der höhere Schaltkomfort und eine aufgeräumtere Optik am Rahmen. Nachteilig ist auf alle Fälle ein deutlich höherer Preis gegenüber mechanisch betätigtern Schaltsystemen.

Vergleich von Kettenschaltung Nabenschaltung oder Tretlagerschaltung

Will man die verschiedenen Schaltungssysteme nun pauschal miteinander vergleichen, dann wird es etwas schwierig. Denn oft sind die Unterschiede zwischen verschiedenen Modellvarianten innerhalb eines Schaltungssystems deutlich größer als der Unterschied zu einem anderen Schaltungssystem. Hier gibt es massive Überschneidungen in Qualiät, Langlebigkeit, Zuverlässigkeit und beim Preis.

So ist eine Shimano Alfine 11 Nabenschaltung kaum schwerer als eine durchschnittliche Kettenschaltung. Also hat die Kettenschaltung gegenüber der Nabenschaltung nicht „generell“ einen Gewichtsvorteil.

Und der leichte Vorteil einer Kettenschaltung beim Wirkungsgrad gegenüber einer Nabenschaltung löst sich schnell in Luft auf, sobald eine Fahrradkette nicht völlig schmutzfrei und perfekt geschmiert ist.

Auch eine den Nabenschaltungen pauschal zugeschriebene Wartungsfreiheit ist relativ: lediglich die Nuvinci von Enviolo gilt tatsächlich als wartungsfrei, alle anderen Nabenschaltungen erfordern ein regelmäßiges Ölbad oder einen Ölwechsel alle 5.000 oder 10.000 km. Zusätzlich ist in der Regel eine Antriebskette zu pflegen, wenngleich diese auch einem weniger großen Verschleiß unterliegt als die Schaltungskette in einer Kettenschaltung. Aber sie unterliegt in vielen Fällen (wenn sie nicht komplett gekapselt ist) der gleichen Bewitterung wie eine Kette im Rahmen einer Kettenschaltung. Vor diesem Hintergrund erscheint der Wartungsaufwand an einer Kettenschaltung gar nicht mehr so deutlich höher im Vergleich zur Nabenschaltung.

Ebenso ist es mit den Preisunterschieden: du kannst für eine Kettenschaltung je nach Anspruch 100 oder auch 1600 € ausgeben, für eine Nabenschaltung ebenfalls zwischen 150 und 1100 €. Folglich kann man bei einem Vergleich auch nicht pauschal die Kettenschaltung als das preiswertere Schaltungssystem darstellen.

Es gibt also nur sehr wenige Kriterien, die sich tatsächlich „generell“ als Vor- oder Nachteile diesen Schaltungssytemen zuschreiben lassen:

  • Die Kettenschaltung ist (meist) leichter und preiswerter als andere Schaltungssysteme, ist technisch einfacher im Hinblick auf Wartung und Reparatur und es gibt Überschneidungen bei den vielen theoretisch möglichen Gängen. Die Wartung ist technisch einfach, aber je nach Bewitterung und Schmutzeineirkung in sehr kurzen Intervallen nötig.
  • Die Nabenschaltung ist besser gegen Witterung und Schmutz geschützt als die Kettenschaltung, bietet höheren Schaltkomfort, erfordert bei Reparaturen aber oft die Unterstützung durch den Hersteller. Auch die Ersatzteilverfügbarkeit ist je nach Einsatzort (Ausland) u.U. kritisch.
  • Die Tretlagerschaltung erfordert oft eine darauf abgestimmte Rahmengeometrie (Pinion), ist aber insbesondere für die Verwendung im E-Bike eine interessante Option.

Gängige Schaltungs-Modelle im Vergleich

Weil also eine Abgrenzung zwischen Kettenschaltung Nabenschaltung oder Tretlagerschaltung wenig sinnvoll erscheint, listen wir im Folgenden alle gängigsten Schaltungsvarianten in einer Gesamt-Übersicht auf. Hier bewerten wir nach gleichen Maßstäben und unter Anwendung der gleichen Kriterien.

Dabei haben wir alle Modellvarianten zu einer Schaltungsart in jeweils einer Spalte zusammen gefasst, um die Übersichtlichkeit zu bewahren.

Neben all diesen Schaltungstypen in der obigen Tabelle existieren aber noch einige interessante Exoten, die sich bislang lediglich in Nobel-Mountainbikes oder noch gar nicht als Massenprodukt durchsetzen konnten:

  • Hammerschmidt Planetengetriebe in der Kurbel
  • G-Boxx von Nicolai
  • V-Boxx (von Suntour, früher Nicolai)
  • Nagelcraft-Getriebe
  • Phaser-Getriebe
  • Honda RN01 Getriebe
  • Innenliegende Kettenschaltung von Unno
  • Cyfly-Getriebe.

Auch wenn wir diese Getriebe nicht als echte Konkurrenz zu den Massengetrieben in der Tabelle sehen, so möchten wir sie dennoch nicht unerwähnt lassen. Denn dafür sind sie allesamt zu interessant.

Fazit zu Kettenschaltung Nabenschaltung oder Tretlagerschaltung

Für Vielfahrer mit hohen Ansprüchen an Langlebigkeit, Robustheit und Zuverlässigkeit sind neben einer hochwertigen, leichten, technisch überschaubaren Kettenschaltung vor allem die hochwertigen Nabenschaltungen von Rohloff und Enviolo, aber auch die Pinion-Tretlagerschaltung interessante Alternativen. Allesamt sind diese High-End-Getriebe aber auch deutlich teurer.

Für Radler mit deutlich niedrigeren Anforderungen kommen dagegen viele preiswerte Varianten im Bereich Kettenschaltung und Nabenschaltung in Frage.

Wenn die Fahrradkette keine Schaltungsfunktion, sondern lediglich Antriebsfunktion übernimmt, ist auch der Umstieg auf einen Zahnriemen eine Überlegung wert. Wer damit liebäugelt, der sollte sich mal die detaillierte Analyse von Martin auf Biketour Global ansehen:

Ketten- oder Riemenantrieb: was ist effizienter? (externer Link)

 

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