Tipps für Radreisen in Kirgistan

Diese Tipps für Radreisen in Kirgistan beruhen auf unseren Erfahrungen in diesem Land im Rahmen unserer großen Radreise durch Asien. Dabei waren wir, von Tadschikistan kommend, über Sary-Tash, Osh, Kara-Kol, Toktogul und Kara-Balta nach Bishkek gefahren und haben das Land per Flugzeug wieder verlassen.
Unsere Tipps für Radreisen in Kirgistan:

Anreise und Grenzabwicklung

Die Anreise ist auf dem Landweg (von Tadschikistan, Usbekistan, Kasachstan oder China) oder per Flugzeug möglich. Bis zu 60 Tage Aufenthalt sind für Deutsche und Bürger vieler anderer Staaten ohne Visum möglich.

Die Ein- und Ausreise-Formalitäten sind einfach und unkompliziert. Solltest du jedoch von Kiristan aus nach China weiterreisen wollen, gibt es einige Punkte zu beachten:

Der Einreise-Stempel von Kirgistan muss unbedingt im selben Reisepass stehen wie das chinesische Visum. Für die Beschaffung des chinesischen Visums über die Botschaft in Kirgistan ist es Voraussetzung, dass du dich in den ersten 5 Tagen nach der Einreise nach Kirgistan in Osh hast registrieren lassen.

Die Beschaffung eines Visums für China über eine chinesische Botschaft klappt am einfachsten in Teheran. In den zentralasiatischen Ländern ist das nicht immer möglich. Wir hatten in 2016 leider keine Möglichkeit, über die Botschaften in Usbekistan, Tadschikistan oder Kirgistan ein China-Visum zu beantragen.

Verständigung

Die Kirgisen sind sehr aufgeschlossen und freundlich. Du wirst oft gegrüßt und erhälst schnell Hilfe, wenn du fragst.

Es wird Kirgisisch gesprochen. Englisch ist eher selten verwendbar. Mit Russisch kommst du dagegen sehr gut bei der Verständigung zurecht.

Internet, Telefonie, Stromversorgung

WiFi findest du nur in den großen Städten. Das Stromnetz fällt immer wieder einmal aus und auch das Internet hat regelmäßig Aussetzer. Die meisten Steckdosen im Land sind veraltet und völlig ausgeleiert. Da knistert es ganz schön heftig beim Stecker Ziehen.

Deutsche Stecker mit dünnen Kontaktstiften passen, für Stecker mit dicken Kontaktstiften benötigst du einen Adapter.

Bargeldbeschaffung

In den Städten ist die Bargeldbeschaffung am Geldautomaten kein Problem. In den abgelegenen, ländlichen Gebieten findest du dagegen keine Geldautomaten. Zur Sicherheit empfiehlt sich eine Bargeldreserve in US-Dollar. Informiere dich aber vor einem Umtausch über den aktuellen Wechselkurs, sonst könntest du außerhalb der offiziellen WEechselstuben einen schlechten Schnitt machen.

Lebensmittelbeschaffung

Außerhalb der Städte ist die Versorgung sehr stark eingeschränkt. Die Menschen leben hier eher vom Warentausch. So gibt es lediglich Brot, Butter und Milch aus privater Hand sowie eine überschaubare Grundversorgung in den wenigen kleinen Läden.

In den Städten ist die Versorgung mit Geschäften gut. In Bishkek gibt es sogar Supermärkte, aber eben auch traditionelle Basare.

Alternativ zu den Lebensmittelläden bietet sich in den Städten aber auch die Straßenküche an.

Bei den Preisen musst du wachsam sein. Nicht selten werden diese spontan erhöht, wenn sie merken, dass du ein Tourist bist.

Trinkwasserbeschaffung

In den Bergen hat das Wasser oft Trinkwasser-Qualität, doch du musst dir sicher sein, dass sich nicht gerade eine Viehherde oder eine Jurtensiedlung oberhalb befindet.

In den Städte ist das Wasser meist nicht genießbar. Du musst es abkochen oder filtern. Alternativ kannst du auch Trinkwasser in Plastikflaschen kaufen.

Unsere Tipps zum Wasserfilter auf Reisen haben wir in einem separaten Artkel veröffentlicht:
Outdoor-Wasserfilter für Radreisen und Backpacker.

Bikeshops und Service

In den großen Städten gibt es Bikeshops mit gutem Sortiment. Doch wenn du sicher gehen willst, bringst du deine Ersatzteile und dein Werkzeug schon bei der Einreise mit ins Land.

Straßen

Die Straßen in Kirgistan sind überwiegend gut. Aber du erwischst auch löchrige Buckelpisten. Besonders kritisch auf Radreisen in Kirgistan sind vor allem die Straßen, die keinen breiten Seitenstreifen aufweisen und gleichzeitig ein hohes Verkehrsaufkommen aufweisen. Die Strecke von Kara-Balta bis Bishkek ist dafür beispielhaft und ist somit eine der gefährlichsten Pisten für Radler in Kirgistan.

Verkehr

Es gibt auf den Überlandstrecken zwar nicht so viel Verkehr, doch die meisten Fahrer halten keinen Seitenabstand ein beim Überholen und somit ist Radeln in Kirgistan sehr gefährlich, wenn auch immer nur für ein paar Sekunden.

Besonders heikel ist die Straße zwischen Kara-Balta und Bishkek. Dort herrscht viel Verkehr und der fehlende Seitenabstand macht diese Strecke zur Hölle für Reiseradler.

Es gibt sehr laute Hupen, völlig überladene Fahrzeuge, nicht angeschnallte Mütter mit Säugling auf dem Schoß am Steuer, fehlende Frontscheiben und viele andere rustikale Sitten in Kirgistan.

Orientierung

Per GPS und Offlinekarte im Handy waren Orientierung und Navigation kein Problem. Behalte das Höhenprofil auf deiner Strecke im Auge und bringe deine Lebensmittel-Versorgung mit den Tagesetappen in Einklang. So vermeidest du Versorgungs-Engpässe unterwegs. Das betrifft vor allem die Strecke von Kara-Balta bis Sary-Tash nahe der Grenze zu Tadschikistan.

Unsere Tipps zur Navigation per Handy:

Fahrrad Navigation und GPS Logger per Handy – offline und kostenlos.

Geländeprofil

Kirgistan ist ein sehr gebirgiges Land. Das Tien-Shan-Gebirge mit bis zu 7000 Metern hohen Gipfeln dominiert das Geländeprofil in weiten Teilen des Landes.

Auf der Strecke von Tas-Komur bis Kara-Balta geht es über 360 km durchs Gebirge.

Radeln

Das Radeln mit Gepäck ist sehr anstrengend in Kirgistan. Es sind viele Höhenmeter wegen der Berge und der Verkehr ist sehr gefährlich. Doch die abwechslungsreiche Landschaft und die Berge entschädigen dich für die Anstrengungen.

Trampen

Trampen ist problemlos möglich in Kirgistan. Und es kann notwendig werden, wenn du die nächste Ortschaft nicht mehr vor Einbruch der Dunkelheit erreichst oder dir die vielen Höhenmeter irgendwann zuviel sind.

Unsere Tipps zum Trampen: Trampen auf Radreisen.

Zelten und alternative Übernachtungsplätze

Zelten ist in Kirgistan ohne Probleme möglich. Außerhalb der Städte ist die Auswahl fast unbegrenzt, in Stadtnähe ist es manchmal etwas schwierig. Doch mit den Tipps der Einheimischen findet sich dann immer ein Platz.

Kirgistan ist Erdbeben-Risikogebiet. Stelle dein Zelt nie zu dicht an steilen Felswänden auf.

Manchmal wirst du auch zur Übernachtung ins Haus eingeladen, wenn du nach einem Zeltplatz fragst. Gleichzeitig ist das die beste Gelegenheit, in die kirgisische Kultur einzutauchen.

Das private Übernachtungs-Netzwerk Warmshowers bietet sich ebenfalls an, aber nur in den Städten.

Sicherheit auf Radreisen in Kirgistan

Kirgistan ist ein sicheres Reiseland. Natürlich mußt du im Zentrum der großen Städte aufpassen, wie in jedem anderen Land. Aber es gibt davon abgesehen keine gefährlichen Regionen.

Etwas lästig sind stellenweise besonders dreiste Kinder, die neben dem Fahrrad herlaufen, die Hand aufhalten und Geld haben wollen: Hey, give me your money!

Bishkek ist ein gefährliches Pflaster, wenn man den Erfahrungsberichten glaubt. Nachts sind Raubüberfälle möglich und es gab wohl schon Passkontrollen, die mit unzulässigen Gepäckkontrollen und Raub kombiniert wurden.

Wir haben nichts der gleichen erlebt während unserem Aufenthalt in Bishkek. Trotzdem: sei auf der Hut.

Gefährliche Tiere

Auf dem Land halten sich viele Familien in ihren Jurten einen wachsamen Hund, der sehr gefährlich reagieren kann, wenn man der Jurte zu nahe kommt.

Gesundheitsgefahren

Für Reisen nach Kirigstan sind einige Impfungen empfehlenswert. Kontaktiere hierfür am besten einen Tropenmediziner. Während der Reise solltest du die üblichen Hygiene-Regeln beachten und in den Malaria-Gebieten mit Moskitoschutz schlafen.

Unsere Tipp zu den Impfungen: Reise -Impfungen im Überblick.

In manchen Gebieten sind zu bestimmten Zeiten auch die Zecken eine ernsthafte Gefahr.

Schütze dich vor allem in den Bergen vor der intensiven Sonnenstrahlung.

Für Touren ins Hochgebirge solltest du dich mit der korrekten Höhenanpassung auseinandersetzen. Ab 2000 Metern Höhe sind hierfür bestimmte Höhenwerte einzuhalten, um nicht Opfer der Höhenkrankheit zu werden.

Klima

Es herrscht Kontinentalklima mit regionalen Unterschieden je nach Höhenlage. Die beste Zeit für Radreisen in Kirgistan sind die Monate März bis Oktober. In Juli und August ist es in den Tälern sehr heiß.

Kultur

Kirgistan ist ein islamisches Land. Allerdings nimmt man das kaum wahr: die Frauen sind nicht verschleiert und es gibt keine Moscheen, weil die Kirgisen seit jeher als Nomaden lebten.

Die Tradition des Nomadenlebens wird auch heute noch sehr gepflegt. So erlebst du in den Sommermonaten so viele Jurten entlang der Straßen in den Bergen, wie in keinem anderen Land.

Sehenswürdigkeiten

Die sehenswerte Berglandschaft, die vielen Jurten, der Lake Ysyk-Kôl und die herzlichen Begegnungen mit der Landesbevölkerung zählen zu den großen Highlights in Kirgistan.

Im Süden der Hauptstadt Bishek gibt es einen Berg, der als Startpunkt fürs Paragliding genutzt wird. Dort bieden sie auch Tandemsprünge an, die deutlich preiswerter sind, als an vielen anderen Orten. Wir haben unseren Aufenthalt in Bishkek unter anderem auch für einen solchen Tandemsprung genutzt.

 

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