Tipps für Radreisen in Frankreich

Diese Tipps für Radreisen in Frankreich beruhen auf unseren Erfahrungen aus Radreisen in Normandie, Bretagne, Provence, Vogesen und einigen anderen Regionen. So haben wir die unterschiedlichen Klimazonen, die vielfältige Landschaft, die französische Lebensart und die Mentalität der Franzosen erlebt.

Unsere Tipps für Radreisen in Frankreich:

Anreise und Grenzabwicklung

Die Anreise aus Deutschland ist mit Auto, Fernbus, Bahn oder Flugzeug möglich. Maßgeblich für deine Entscheidung werden die Entfernung zum Zielort, deine gewünschte Reisegeschwindigkeit und dein Budget sein.

Per Auto ist der organisatorische Aufwand sicher am geringsten, per Flugzeug hast du den größten Aufwand, weil dein Fahrrad als Sportgepäck im Karton mitreist.

Unsere Tipps hierzu: Fahrrad im Flugzeug mitnehmen.

Bei der Einreise nach Frankreich gibt es keine Grenzkontrollen (Schengenraum). Trotzdem musst du die Zollbestimmungen Frankreichs einhalten: Es gibt Obergrenzen für Tabak, Alkohol und andere Dinge. Informiere dich vor der Einreise darüber, was zulässig ist und was nicht.

Eine gute Quelle für aktuelle Informationen ist in dieser Hinsicht die Website des Auswärtigen Amtes.

Verständigung

Die Franzosen erwarten von dir zunächst, dass du dich mit ihnen in Französisch unterhältst. Wenn du dann tatsächlich ein Grundwissen in Französisch anwenden kannst, sammelst du gleich Pluspunkte und der Sympathie-Faktor steigt rasant.

Es dauert dann nicht lange, dann sprechen sie plötzlich auch etwas Deutsch und mit manch einem kannst du dich dann auf Deutsch weiter unterhalten.

Mit Englisch kommst du nicht weit. Es ist trotzdem hilfreich für Unterhaltungen mit der jüngeren Generation.

Die Franzosen sind ein herzliches und hilfsbereites Volk. Ihre Gelassenheit wird dich mitreißen. Spätestens, wenn sie dich auf eine Partie Boule einladen.

Internet, Telefonie, Stromversorgung

Das Stromnetz hat 230 Volt Spannung. Die Steckdosen sind vom Typ E. Die flachen deutschen Stecker passen ohne Adapter, aber Schukostecker (Typ F) passen nur, wenn sie ein Loch für den mittleren Kontaktstift aufweisen. Im Zweifel nimm einen Adapterstecker mit.

Wenn du noch viele andere Länder auf deinem Reiseplan stehen hast, lohnt sich möglicherweise die Anschaffung eines Universal-Reisestecker-Adapters.

Zum Telefonieren kannst du dir eine Carte Prépayée (französische Prepaid-Karte mit Guthaben) kaufen oder Skype bzw. WhatsApp nutzen.

In Frankreich surfst du seit 2017 (zumindest für Auslandsaufenthalte von bis zu 90 Tagen) zwar ohne Roaminggebühren bei Nutzung deines heimatlichen Vertrages, doch der Zugang zum Internet per WiFi ist preiswerter. WiFi findest du in den Städten in vielen öffentlichen Stellen und der Gastronomie.

Bargeldbeschaffung

Zahlungsmittel ist der Euro, wie bei uns in Deutschland.

Die Bargeldbeschaffung am Geldautomaten ist in jeder Stadt ohne Probleme möglich. Kläre mit deiner heimatlichen Bank, ob du mit EC-Karte oder Kreditkarte günstiger kommst fürs Geldabheben und Bezahlen.

Wenn du in zivilisationsarmen Regionen radeln willst, solltest du ausreichend Bargeld dabeihaben, denn in kleineren Dörfern oder in den Bergen ist die Abdeckung mit Geldautomaten nicht garantiert.

Lebensmittelbeschaffung

Die Versorgung mit Lebensmittelgeschäften ist überall sehr gut. In den Städten gibt es große Supermärkte und viele kleine Fachgeschäfte. Je kleiner die Dörfer, desto geringer das Angebot. Aber es reicht immer aus.

Baguette und Croissants dominieren in Frankreich das Frühstück, daher findest du sogar im hintersten Winkel des Landes eine Boulangerie (Bäckerei) und ein Cafe.

Das Preisniveau ist in Frankreich etwas teurer als in Deutschland.

Trinkwasserbeschaffung

Das Wasser aus den Leitungen ist überall in Frankreich genießbar. Es wird in der Regel auch als Tafelwasser in den Restaurants serviert. Sicherheitshalber solltest du aber stets nachfragen, bevor du deine Flaschen auffüllst.

Bikeshops und Service

In den größeren Städten ist die Versorgung mit Bikeshops sichergestellt. Es gibt hochwertige Komponenten und Ersatzteile und sie haben hochwertiges Werkzeug. Bist du per Fahrrad in Regionen mit überwiegend kleinen Dörfern unterwegs, solltest du dich vorher ausreichend mit Werkzeug und Ersatzteilen versorgt haben.

Straßen

Frankreich hat ein sehr gutes Straßennetz. Es beinhaltet privatisierte, kostenpflichtige Autobahnen und einfache, meist zweispurige Überlandstraßen. Auf den Autobahnen kommst du deutlich schneller voran, musst aber auf den meisten Strecken bezahlen. Es gibt Online-Mautrechner zur Berechnung der Kosten über größere Strecken. Auf den Überlandstrecken ist das Überholen der langsameren Fahrzeuge auf Dauer sehr anstrengend.

Weil das Radeln auf Straßen ohne Seitenstreifen immer eine riskante Angelegenheit ist, solltest du tatsächlich gezielt auf das ausgeschriebene Radwegenetz zurückgreifen.

Alle Infos hierzu unter: Radwegenetz Frankreich.

Verkehr

In 2012 wurde in Frankreich das Mitführen eines Alkoholschnelltesters zur Pflicht erhoben. Kurze Zeit später (2013) wurde diese Auflage aber wieder ausgesetzt, weil es Zweifel an der Zuverlässigkeit der Geräte gab. Informiere dich über den aktuellen Stand, bevor du mit dem Auto nach Frankreich reist.

Darüber hinaus gilt die Pflicht für Autofahrer, eine Warnweste mitzuführen und diese bei Panne oder Unfall zu tragen.

(Die Warnwestenpflicht für Radler wird weiter unten beschrieben).

Orientierung

Mit GPS und offline-Karte im Handy sind Navigation und Orientierung kein Problem. Zudem ist die Beschilderung ausgezeichnet und stets gut lesbar.

In den hügeligen Regionen solltest du bei deiner Routenplanung auch das Geländeprofil und die Höhenmeter auf deiner Strecke im Auge behalten.

Unsere Tipps zu Navigation und GPS Logger per Handy.

Geländeprofil

Ein großer Vorteil auf Radreisen in Frankreich ist das Verhältnis zwischen sehenswerter Landschaft und mäßigen Steigungen auf den Straßen. So erlebst du in den interessantesten Regionen (Normandie, Bretagne, Provence, …) überwiegend nur kurze Anstiege, die sehr moderat sind, genießt aber stets ein traumhaftes Panorama.

In den Gebirgsregionen (Alpen, Vogesen, Pyrenäen, …) werden die Anstiege natürlich deutlich intensiver.

 

Radeln

Seit 2008 musst du als Radfahrer in Frankreich bei Nacht und bei schlechter Sicht eine Warnweste tragen, sobald du dich außerhalb geschlossener Ortschaften aufhältst.

Während dem Fahrradfahren per Handy zu telefonieren oder Musik zu hören ist unter Strafe verboten.

Das französische Radwegenetz ist eine Kombination aus „Grünen Routen“ (Wege abseits der Straßen), „Blauen Routen“ (verkehrsarme Straßen) und einigen EuroVelo-Routen, die unter anderem auch durch Frankreich verlaufen. All das lässt sich miteinander kombinieren zu größeren Strecken.

Alle Infos zum Radwegenetz in Frankreich.

Trampen auf Radreisen in Frankreich

Wir hatten nie einen Anlass, um auf unseren Radreisen aufs Trampen zurückzugreifen. Doch nach unserer Einschätzung dürfte es kein Problem sein. Die Franzosen sind sehr freundlich und hilfsbereit. Ideale Fahrzeuge für die Mitnahme samt Fahrrad und Gepäck sind Pickups und kleine Pritschen-LKWs.

Unsere Tipps zum Trampen auf Radreisen.

Zelten und alternative Übernachtungsplätze

Wenn dir viele der Campingplätze zu teuer sind, suche gezielt nach Camping Municipal. Das sind die kommunalen, deutlich preiswerteren Plätze.

Du kannst auch auf Bauernhöfen oder bei privat nach einem Platz für dein Zelt fragen und sie werden dich selten abweisen.

Daneben gibt es noch die Jugendherbergen, sowie „Accueil Vélo“ – Unterkünfte und die „Gîtes d’étapes“. Die Gîtes d’étapes sind preiswerter als Hotels, Accueil Vélo sind speziell für Radler ausgelegte Unterkünfte.

Auch die privaten Übernachtungsnetzwerke Warmshowers und Couchsurfing sind eine Alternative.

Sicherheit auf Radreisen in Frankreich

Frankreich ist ein sicheres Reiseland. Allerdings solltest du im Zentrum der großen Städte wachsam sein und immer mit der üblichen Kleinkriminalität rechnen. Das gilt vor allem für dein Fahrrad samt Gepäck.

Unsere Tipps zum perfekten Diebstahlschutz am Fahrrad.

Schwierig einzuschätzen ist die Terrorgefahr in Frankreich. Es gab seit 2015 einige Anschläge in den Großstädten. Beachte daher auf jeden Fall die aktuellen Eintragungen auf der Website vom Auswärtigen Amt.

Gefährliche Tiere

Es gibt in Frankreich giftige Schlangen, Spinnen und Skorpione. Richtung Süden nimmt die Gefahr zu, doch auch in der Bretagne ist mir auf einem Radweg schon eine lebende Schlange begegnet.

Frage die Anwohner nach der Gefahr vor Ort, bevor du befestigte Wege verlässt oder einen Platz für dein Zelt suchst.

Gesundheitsgefahren

Kontaktiere rechtzeitig deinen Hausarzt oder bei Bedarf einen Reisemediziner und lasse deinen Impfschutz checken. Je nach Reiseregion werden Impfungen empfohlen. Darüber hinaus benötigst du möglicherweise eine Auffrischung für den bestehenden Impfschutz.

Weitere Infos: Reiseimpfungen im Überblick.

Eine weitere Gefahr auf Radreisen in Frankreich ist die Suchtgefahr. Uns hat jede Reise nach Frankreich stets zu neuen Unternehmungen in Frankreich inspiriert. Und dich erwischt es auch.

Klima

In Frankreich findest du gleich mehrere Klimazonen vor und wirst mit großen regionalen Unterschieden konfrontiert.

Im Norden herrscht küstennah ein ozeanisches, mildes Klima mit häufigem Wetterwechsel. Landeinwärts nimmt der Kontinentaleinfluss zu. Im Süden herrscht tropisch heißes Klima. Hier kann ein kleiner Gebirgszug auch schon als Klimagrenze wirken und eine Temperaturdifferenz um einige Grad mit sich bringen. In Mittelmeernähe wird es mediterran. Die Westflanke der Gebirge bekommt stets mehr Niederschlag ab, als andere Regionen. In den höheren Lagen der Alpen und in den Pyrenäen herrscht alpines Klima.

Ideale Reisezeit für Radreisen in Frankreich sind im Norden die Monate Juni, Juli, August und September, der Süden ist dagegen in den Frühjahrs- und Herbst-Monaten sehr angenehm. Dort unten ist es im Hochsommer deutlich zu heiß zum Radfahren.

Kultur

Zur französischen Lebensart zählen Gelassenheit, der Kaffee in der Bar, das Glas Rotwein in der Abendsonne, das Boule Spiel im Dorfzentrum mit Freunden und das ausgiebige Dinner in mehreren Gängen zu später Stunde. Morgens reicht den meisten ein Croissant und ein Kaffee.

Sehenswürdigkeiten

Für Radreisen in Frankreich bieten sich sehr viele Regionen an. Dabei hat jede Region ihren eigenen landschaftlichen und kulturellen Reiz.

Die Bretagne bietet urwüchsige Natur, wilde Felsküste und tosende Meeresbrandung, prähistorische Dolmen, und mit der Cote de Granit Rose ein landschaftliches Highlight.

Die Normandie bietet lange Sandstrände und ausgedehnte Dünenlandschaft sowie einige sehenswerte Städte.

Die Provence ist sehr hügelig und beherbergt viele sehenswerte, verwinkelte Bergdörfer sowie viele Düfte (nicht nur den Lavendel).

Die Bucht von Biscaya bietet viel Sandstrand, Surferwellen, tropische Hitze und Pinienwälder.

Die Vogesen sind ein interessantes Mittelgebirge mit sehenswerten Städten im Osten des Landes.

Die Pyrenäen sind sicher eine Herausforderung für Reiseradler mit Gepäck. Hier ist das Backpacking eine sinnvolle Alternative zu einem vollen Satz Packtaschen.

Auch viele große Städte sind sehr sehenswert. Hier ist das Reiserad allerdings nicht wirklich das geeignete Reiseverkehrsmittel. In Paris steigst du z.B. am besten von vornherein auf die Metro um.

 

Das könnte dich ebenfalls interessieren

 

 

Dieser Beitrag „Tipps für Radreisen in Frankreich“ enthält sehr viel wertvolle Information, mühsam zusammengetragen und sorgfältig aufbereitet. Du erhältst diese Infos kostenlos. Wenn dir der Beitrag gefallen hat, freuen wir uns. Als kleines Dankeschön könntest du weiterhin auf unserem Blog stöbern oder unseren Newsletter abonnieren.

 

Nichts mehr verpassen:  Newsletter abonnieren

Kommentare sind geschlossen.