Pedelec E-Bike und S-Pedelec – was ist der Unterschied

Wenn von der Elektromobilität im Zweiradbereich gesprochen wird, fallen immer wieder die drei Begriffe Pedelec  E-Bike und S-Pedelec. Dabei werden diese Begriffe oftmals verwendet, ohne dass man sich über die juristischen und verkehrsrechtlichen Unterschiede im Klaren ist. Daraus resultiert auch Unsicherheit, mit welchem Fahrzeug man nun auf dem Radweg oder gegen die Einbahnstraße fahren darf, einen Helm tragen muss, eine Fahrerlaubnis benötigt, usw.

Grund genug, die Unterschiede bei Pedelec  E-Bike und S-Pedelec einmal genauer gegenüber zu stellen.

Pedelec  E-Bike oder S-Pedelec – was sind die Unterschiede?

Der (deutsche) Gesetzgeber hat die technischen Lösungen, die der Markt bereit stellt, juristisch und verkehrsrechtlich entweder dem Fahrrad oder dem Kleinkraftrad gleichgestellt, je nach Funktionalität und Leistung. Vereinfacht bedeutet das:

  • das Pedelec ist dem Fahrrad gleichgestellt (weil der Motor nur das Treten unterstützt und das auch nur bis max. 25 km/h)
  • S-Pedelec (Abkürzung für Speed-Pedelec) und E-Bike sind dem Kleinkraftrad gleichgestellt, aber es gibt Unterschiede je nach Leistung und Geschwindigkeit.

Im Detail wird es also etwas komplizierter. Daher im Folgenden eine detaillierte Auflistung der juristischen Merkmale von Pedelec  E-Bike und S-Pedelec.

Das Pedelec

  • gilt als Fahrrad (seit 10.03.2017, StVZO)
  • der Motor unterstützt nur
  • Unterstützung bis max. 25 km/h
  • Leistung: max 250 Watt
  • CE-Kennzeichnung ist Pflicht
  • keine Führerscheinpflicht
  • keine Versicherungspflicht
  • keine Helmpflicht
  • kein Mindestalter
  • Kinder-Anhänger ist erlaubt
  • Kindersitz ist erlaubt
  • Radwege dürfen und sollen genutzt werden

(Tipp: prüfe, ob deine Privathaftpflicht-Versicherung auch Schäden aus der Nutzung eines Pedelec abdeckt)

Das S-Pedelec (Speed-Pedelec)

  • gilt als Kleinkraftrad
  • Leistung: größer 250 Watt, bis max. 500 Watt
  • Geschwindigkeit bis max. 45 km/h
  • Geschwindigkeit ohne Tretunterstützung bis max 20 km/h zulässig
  • Führerschein Klasse AM erforderlich (ist im Auto-Führerschein mit enthalten)
  • Versicherungs- und Kennzeichenpflicht
  • Vorgaben zur Betriebsaustattung am Fahrzeug (Licht, Hupe, Spiegel, Ständer, usw., Dauerlicht ist Pflicht)
  • Kinder-Anhänger ist nicht erlaubt
  • Mindestalter 16 Jahre
  • Helmpflicht („ein geeigneter Schutzhelm“)
  • Kindersitze bedingt zulässig (setzt Änderung in der Typgenehmigung voraus)
  • Radwege: nicht erlaubt
  • Einbahnstraßen in Gegenrichtung: nicht erlaubt (auch nicht, wenn ausdrücklich für E-Bikes und Mofas zugelassen)

Anmerkung: Haftpflicht-Versicherung ist Pflicht, Diebstahl- und Teil- oder Vollkasko-Versicherung ist optional

Das E-Bike

  • der Motor setzt keine Tretunterstützung voraus
  • Versicherungs- und Kennzeichenpflicht
  • Kinderanhänger nicht erlaubt

Je nach Leistung und Geschwindigkeit gelten im Weiteren unterschiedliche Vorgaben bzgl. Mindestalter, Fahrerlaubnis, Helmpflicht und der Nutzung der Radwege:

E-Bike bis 20 km/h und max. 500 Watt

  • gilt als Leichtmofa ( = Kleinkraftrad)
  • Mindestalter 15 Jahre
  • keine Führerscheinpflicht
  • Mofaprüfbescheinigung erforderlich
  • keine Helmpflicht
  • Einbahnstraßen in Gegenrichtung erlaubt
  • Radwege innerorts: zulässig, wenn für E-Bike ausdrücklich freigegeben
  • Radwege außerorts: generell zulässig
  • Kindersitze erlaubt

 

E-Bike bis 25 km/h

  • gilt als Mofa (= Kleinkraftrad)
  • Mindestalter 15 Jahre
  • keine Führerscheinpflicht
  • Mofaprüfbescheinigung erforderlich
  • Helmpflicht
  • Einbahnstraßen in Gegenrichtung nicht erlaubt
  • Radwege nicht erlaubt (nur erlaubt, wenn ausdrücklich für Mofas freigegeben)

 

E-Bike bis 45 km/h

  • gilt als Kleinkraftrad (aber nicht mehr als Mofa)
  • Mindestalter 16 Jahre
  • Führerschein Klasse AM erf (ist im Auto-Führerschein mit enthalten)
  • Helmpflicht
  • Einbahnstraßen in Gegenrichtung nicht erlaubt
  • Radwege nicht erlaubt

 

Zweiräder über 45 km/h

Es gibt wohl auch E-Bikes mit höherer Geschwindigkeit als 45 km/h, allerdings nur wenige Hersteller bieten so etwas an. Auch wenn sie in diesem Vergleich folglich relativ bedeutungslos sind, erscheint die Abgrenzung im Rahmen der Gesamtbetrachtung sinnvoll: sie gelten entweder als Leichtkrafträder der Klasse A1 oder als Motorräder der Klasse A, je nach Leistung.

 

Fazit zu Pedelec  E-Bike und S-Pedelec

Wieder einmal war die technische Entwicklung und die Bereitstellung innovativer Fahrzeuge durch die betreffenden Hersteller schneller, als der Gesetzgeber es schaffte, die juristischen Rahmenbedingungen für deren Einsatz klar und transparent zu gestalten.

Bleibt zu hoffen, dass er diese Aufgabe in naher Zukunft doch noch wahrnimmt. Aktuell ist die Verwirrung sehr groß und auch verständlich.

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