Tipps für Radreisen in England

Diese Tipps für Radreisen in England beruhen auf unseren Erfahrungen und Erlebnissen dort im Rahmen unserer Radreise durch Großbritannien. Dabei haben wir die Südküste, den Osten des Landes, einen Teil der Ostküste und unter anderem die Städte London, Dover, Exeter, Bristol und Lincoln bereist.

Unsere Tipps für Radreisen in England

Anreise und Grenzabwicklung

Die preiswerteste Möglichkeit der Anreise ist sicher eine der Fähren vom europäischen Festland zur Insel. Die Verbindungen von Calais oder Dünkirchen nach Dover sind dabei sicher die preiswertesten. Denn alle anderen Fähren legen weitere Distanzen zurück.

Der Aufpreis für ein Fahrrad ist bei allen Fährverbindungen deutlich geringer als der Zuschlag fürs Auto. Folglich solltest du dein Auto in Calais oder Dünkirchen abstellen, wenn du für Radreisen in England auf dem Festland per Auto anreist.

Du kannst alternativ jedoch auch per Fernbus, per Privatauto oder per Zug über den Eurotunnel auf die Insel fahren.

Letztendlich kannst du auch per Flugzeug anreisen. Dann hast du allerdings einen verhältnismäßig großen Aufwand für den Transport des Fahrrades als Sportgepäck. Was du dann alles beachten musst, kannst du hier nachlesen: Fahrrad im Flugzeug mitnehmen.

Mit dem Austritt Großbritanniens aus der EU werden sich die Einreisebestimmungen für England ändern. Die aktuell geltenden Bestimmungen für Einreise und Aufenthalt kannst du jederzeit auf der Website des Auswärtigen Amtes unter „Reise und Sicherheitshinweise“ nachlesen.

Verständigung

Natürlich spricht man in England Englisch. Mit anderen Sprachen wirst du wenig Glück haben.

Die Engländer sind sehr kontaktfreudig und aufgeschlossen. Du wirst auf Radreisen in England insbesondere von Radfahrern oft spontan angesprochen und erlebst nette Unterhaltungen.

Auf diesem Weg erhälst du auch immer wieder Tipps zur Wegführung und zur besten Reiseroute. Gleichzeitig bekommst du alle deine Fragen zu Sehenswürdigkeiten, der Kultur des Landes oder zu anderen Themen beantwortet.

Internet, Telefonie, Stromversorgung

Für das englische Stromnetz benötigst du einen dreipoligen Adapterstecker (Typ G). Dieser Steckertyp ist im ganzen Commonwealth verbreitet.

Wenn du noch andere Länder bereisen möchtest, lohnt sich sicher die Anschaffung eines Universaladapters. Weitere Tipps zu diesem Thema: Stromversorgung auf Radreisen.

Zum Telefonieren kaufst du dir am besten eine Prepaid-SIM-Karte, oder du nutzt einen öffentlichen Telefonapparat per Bargeld, Kreditkarte oder PhoneCard.

Der preiswerteste Zugang zum Internet ist freies WiFi, was du in Hotels, Gaststätten oder an vielen öffentlichen Plätzen findest.

Im Hinblick auf den Wegfall der Roaminggebühren innerhalb der EU solltest du den Brexit im Auge behalten: mit dem Austritt Großbritanniens aus der EU entfällt diese Vergünstigung für England, Wales, Nordirland und Schottland.

Bargeldbeschaffung

Offizielle Währung in England ist das Pfund Sterling.

Die Bargeldbeschaffung am Geldautomaten ist in den Städten ohne Probleme möglich. Kläre bei deiner Bank vor der Reise, ob du mit der EC-Karte oder einer Kreditkarte günstiger kommst beim Abheben.

Alternativ kannst du in Banken und Wechselstuben Fremdwährungen wechseln. Informiere dich am besten vor Ort, welche Variante preiswerter ist.

Wenn du auch Schottland und Nordirland bereist, solltest du beachten, dass die schottischen und irischen Pfundnoten nicht überall in England akzeptiert werden.

Lebensmittelbeschaffung

In allen Städten ist die Versorgung sehr gut. Es gibt Supermärkte, Shoppingzentren, kleine Läden und Märkte. In den dicht besiedelten Regionen kannst du das Volumen an Vorräten in deinen Packtaschen auf Radreisen in England also auf ein Minimum reduzieren. Das erleichtert dir das Radeln in dem zum Teil sehr hügeligen Gelände. Haferflocken sind übrigens sehr preiswert und du bekommst sie wirklich im kleinsten Dorf.

Trinkwasserbeschaffung

Das Wasser aus den Leitungen ist nahezu überall zum Trinken geeignet. Dennoch solltest du sicherheitshalber immer nachfragen.

Wenn du trotzdem einen Outdoor-Wasserfilter mitnehmen willst, findest du hier unsere Tipps: Outdoor-Wasserfilter für deine Reisen.

In nahezu jedem Haushalt gibt es einen Wasserkocher. Und auf Anfrage war es für uns überall möglich, unsere Thermosflasche mit kochendem Wasser aufzufüllen, wenn wir mal zu früh am Tag leer gelaufen waren, z.B. wegen schlechten Wetters. Nicht selten wirst du dann sogar auf einen Tee ins Haus eingeladen und erlebst wieder nette Unterhaltungen.

Bikeshops und Service

Der Radsport ist sehr populär in England. Folglich ist auch die Versorgung mit Bikeshops sehr gut. Du findest Werkzeug, Ersatzteile und hochwertige Komponenten.

Trotzdem solltest du Werkzeug und Reparaturmaterial für den Notfall stets im Gepäck dabei haben, damit du dir außerhalb der Städte selber helfen kannst.

Unsere Tipps hierzu:

Straßen

Das Straßennetz in England ist gut ausgebaut und in einem guten Zustand. Daneben gibt es ein sehr gut entwickeltes Radwegenetz: das National Cycle Network (Details hierzu weiter unten).

An extrem steile Anstiege musst du dich gewöhnen in England. Die Hügel sind in der Regel nicht sehr hoch, aber eben sehr steil. Achte auf gute Bremsen an deinem Fahrrad, denn das schwere Gepäck erzeugt in der Abfahrt auf diesen Straßen enorme Beschleunigungskräfte.

Unsere Tipps zu den Bremssystemen: Fahrrad Bremssysteme im Vergleich.

Verkehr

In ganz Großbritannien, so auch in England, herrscht Linksverkehr. Natürlich auch auf den Radwegen.

England ist ziemlich dicht besiedelt. Du musst dich auf ein hohes Verkehrsaufkommen einstellen. Allerdings hält sich die Belastung für Radfahrer in Grenzen, weil das National Cycle Network sicher in jede Richtung eine Route für dich bereit hält.

Orientierung

Per GPS und digitaler Offlinekarte im Handy sind Orientierung und Navigation in England kein Problem. Im Zweifel helfen die Engländer auch gerne mit Infos.

Nutzt du die Radwege des National Cycle Networks, dann findest du in der Regel eine sehr gute Beschilderung vor. Innerhalb der Städte musst du allerdings oft sehr aufmerksam sein: hier übersiehst du manches Schild leicht.

Behalte bei deiner Streckenplanung in England immer das Höhenprofil im Auge. Nicht selten bremsen dich unerwartet steile Anstiege enorm aus und dein Tagesziel wird schnell zur Illusion.

Unsere Tipps: Navigation & GPS Logger per Handy.

Geländeprofil

Es gibt in England viele hügelige Regionen (unter anderem Nordengland und die Südküste) als auch flaches Land (Lake District). Oft führen sie in England die Radwege durch flacheres Terrain, manchmal aber eben auch durch sehr hügelige Gelände, der Landschaft wegen. Es kann also durchaus sinnvoll sein, der Höhenmeter wegen kurzzeitig die Straße zu benutzen.

Radeln

In ganz Großbritannien und Irland kannst du dich für Radreisen und Fahrradtouren auf das Wegenetz des National-Cycle-Network konzentrieren. Sämtliche Infos hierzu findest du unter:
https://www.sustrans.org.uk/national-cycle-network/

Es gibt hier Übersichtkarten und du kannst deine Routen planen. Die Radwege sind sehr gut ausgeschildert und die Übersichtstafeln an den größeren Radwege-Kreuzungen helfen bei der Orientierung.

Etwas nervig sind die Schikanen, die du auf dem Land immer wieder mit Fahrrad und Gepäck passieren mußt, wenn du den Radwegen folgst: es sind Barrieren, die das Vieh oder motorisierte Zweiradfahrer am Passieren hindern sollen. Diese Barrieren sind so konstruiert, dass du gerade so mit einem Fahrrad hindurch kommst. Das bedeutet: du musst in der Regel dein gesamtes Gepäck vom Fahrrad trennen und einzeln durch die Schikane tragen. Das ist auf Strecken mit vielen dieser Barrieren sehr anstrengend und treibt dich schnell zur Weißglut, vor allem an Schlechtwettertagen.

Trampen

Wir haben auf unserer Radreise zwar nie aufs Trampen zurück gegriffen, doch nach unserer Einschätzung ist es ohne Probleme möglich. Auch mit Fahrrad und Gepäck. Die Engländer sind sehr hilfsbereit.

Unsere Tipps hierzu: Trampen auf Radreisen.

Zelten und alternative Übernachtungsplätze

Es gibt in England überall Campingplätze. Alternativ kannst du Farmer oder Anwohner fragen und wirst in aller Regel dein Zelt an einem ruhigen und sicheren Platz aufstellen dürfen. An Tagen mit schlechtem Wetter ist es sogar möglich, dass man dich dann zur Übernachtung ins Haus einläd.

Selbst, wenn du innerhalb größerer Städte ohne offizielle Erlaubnis irgendwo dein Zelt aufschlägst, werden die Anwohner dich stets freundlich grüßen und dir eine gute Weiterreise wünschen.

Alternativ sind die privaten Übernachtungs-Netzwerke Warmshowers und Couchsurfing eine gute Adresse zur Suche nach einem Schlafplatz.

Sicherheit auf Radreisen in England

England ist ein Landesteil von Großbritannien und Nordirland (Vereinigtes Königreich) und war in den letzten Jahren häufiger Ziel terroristischer Anschläge (2017 in Manchester und London, 2018 in Westminster). Das Auswärtige Amt stuft alle Landesteile von Großbritannien seither im Hinblick auf internationalen Terror als sehr gefährdet ein.

Das solltest du beim Besuch großer Städte immer im Hinterkopf behalten. Darüber hinaus gelten natürlich die üblichen Empfehlungen für deine Achtsamkeit im Zentrum großer Städte: Massenansammlungen meiden und auf deine Sieben Sachen aufpassen ist dort immer empfehlenswert.

Auf dem Land und in den kleineren Städten ist es dagegen völlig ungefährlich.

Gefährliche Tiere

Zu den wenigen gefährlichen Tieren in England zählen die giftige Kreuzotter, die Ringelnatter und die eher selten auftretende Glattnatter. Es ist also ratsam, vor dem Zeltaufbau die Anwohner nach der Gefahr vor Ort zu fragen.

Ebensolches gilt neuerdings bezüglich der Wildschweine. In einigen Regionen Englands sorgen sie derzeit für etwas Unruhe.

Gesundheitsgefahren

Für Reisen nach England solltest du im Vorfeld deinen Impfschutz überprüfen und bei Bedarf auffrischen lassen. Kontaktiere hierzu rechtzeitig deinen Hausarzt.

Unsere Tipps hierzu: Reiseimpfungen im Überblick.

Das Wetter in England ist sehr wechselhaft. Rechne mit Regen und Kälte, feuchtem Nebel und stürmischem Wind. Berücksichtige das bei der Zusammenstellung deiner Garderobe für deine Radreisen: wetterfeste, atmungsaktive Kleidung und ein Wärmeschutz für den Kopf sind hier ganz wichtig.

Unsere Tipps hierzu: Fahrrad Bekleidung für Radreisen.

Klima

Das Klima in England ist im Süden mild, im Norden kühler und insgesamt sehr wechselhaft. Dabei erfolgt der Wetterwechsel manchmal sehr schnell und sehr extrem. So können sich strahlender Sonnenschein und tief schwarze Wolken mit heftigem Regenguß sehr kurzfristig abwechseln.

Im Westen fällt mehr Regen als im Osten Englands, der Südwesten (Cornwall) bekommt das mildeste Klima m Lande ab.

Beste Reisezeit für Radreisen in England sind die Monate Mai bis September. Dann sind die Tage am länsgten und die Temperaturen am höchsten. Fürs Baden im Meer kommen allerdings für die meisten nur Juli und August in Frage.

Kultur

Fish & Chips sind quasi das Nationalgericht. Es dominiert die Speisekarte in jedem Straßenimbiss, jedem Pub und jedem Restaurant. Insbesondere an der Küste spielt frischer Fisch auf dem Markt auch immer eine große Rolle.

Auch das English Breakfast mit Eiern und Speck gibt es überall, nicht nur in den Hotels.

Der Englische Tee ist fester Bestandteil der Trinkkultur des Landes und wird vor allem zur „Tea Time“ am Nachmittag um 17 Uhr regelrecht „celebriert“.

Neben anderem süßen Gebäck stehen vor allem Scones und Donuts hoch im Kurs.

Toastbrot erfreut sich großer Beliebtheit in England und füllt ganze Regale in den Supermärkten.

Die Pubs sind nicht nur einfache Kneipen, sondern vor allem auch ein sozialer Treffpunkt.

Neben Fußball erfreuen sich vor allem Rugby und Cricket roßer Beliebtheit. Von historischer Bedeutung sind die Bemühungen Englands, für viele Sportarten offizielle Regeln zu definieren, die dann in aller Regel auch weltweit übernommen wurden. So geschehen bei Fußball, Rugby, Cricket, Basketball, Tischtennis, Hockey, Tennis und einigen anderen Sportarten.

Sehenswürdigkeiten

Wenn du den ausgeschriebenen Radwegen des National Cycle Networks folgst, wirst du vor allem in den Städten oft an den Haupt-Sehenswürdigkeiten entlang geführt. Aber auch auf dem Land führen dich die Routen durch die sehenswerten Landschaften Englands.

Zu den landschaftlichen Highlights zählen in England unter anderem die Südküste mit den Kreidefelsen und zerklüfteten Steilklippen, die Region Cornwall, die Grafschaften Devon, Kent und Essex und die Nationalparks (Lake District, Dartmoor, Exmoor, Peak District, New Forest, Northumberland).

Zu den sehenswerten Städten zählen London, Brighton, Exeter, Bristol, Leicester, Stoke-on-Trent, Nottingham, Birmingham, Salisbury, Glastonbury, Hereford, Bath, Ironbridge, Derwent Valley Mills, Masson Mills in Derbyshire, Cambridge, Oxford, York, Newcastle upon Tyne, Manchester, Hadrianswall, St.Ives und viele weitere Küstenstädte.

Es gibt alte Burgruinen und historische Kathedralen sowie prähistorische Fundstätten (Stonehenge, Salisbury) zu entdecken.

 

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