Tipps für Radreisen in Kambodscha

Diese Tipps für Radreisen in Kambodscha beruhen auf den Erfahrungen, die wir im Rahmen unserer Radreise durch Asien in diesem Land gemacht haben. Wir sind dort, von Laos kommend, über Stung Treng, Siem Reap, Battambang und Pailin geradelt und haben Kambodscha Richtung Thailand wieder verlassen.

Unsere Tipps für Radreisen in Kambodscha:

Anreise und Grenzabwicklung

Du kannst auf dem Landweg von Thailand, Vietnam oder Laos aus einreisen oder per Flugzeug. Und du benötigst für die Einreise ein Visum. Es empfiehlt sich die Beschaffung des Visums vorab über eine der Botschaften, denn an manchem Grenzübergang geht Visa on Arrival manchmal mit Betrug einher (Schmiergeld Forderung von den Grenzbeamten).

Die Ein- und Ausreise-Formalitäten sind relativ einfach und unbürokratisch.

Unsere Tipps zur Mitnahme von Fahrrädern im Flugzeug:

Fahrrad im Flugzeug mitnehmen.

Verständigung

In den Städten findet sich immer jemand, der englisch spricht. Auf dem Land wird es da schwieriger. Du solltest dir ein kleines Basiswissen in Khmer aneignen, dann hast du auf deinen Radreisen in Kambodscha die wichtigsten Begriffe parat und kommst auch auf dem Land zurecht.

Auf den Märkten klappt die Verständigung auch ohne Sprachkenntnisse, auch wenn du manchmal nicht weißt, was du da gerade gekauft hast.

Internet, Telefonie, Stromversorgung

WiFi ist nur in den größeren Städten zu finden. Das internet ist insgesamt eine einzige Katastrophe, was Zuverlässigkeit und Geschwindigkeit angeht. Es gibt immer wieder Aussetzer und beim Hochladen gibt es ständig Fehlermeldungen und Abbrüche.

Zusätzlich ist das Stromnetz nicht sehr zuverlässig. Immer wieder fällt der Strom für mehrere Stunden aus.

Man nimmt es auch nicht so genau mit dem Aktualisieren der Software und der Treiber auf den Rechnern. Da wird das Lesen deiner Speicherkarten zum Abenteuer. Am sichersten ist es, wenn du deine eigenen Geräte mit dabei hast und ohne kambodschanische Hardware auskommst.

Bargeldbeschaffung

Die Bargeldbeschaffung am Geldautomaten ist nur in den größeren Städten möglich. Neben der Landes-Währung Riel (KHR) wird auch der US-Dollar zum Bezahlen akzeptiert. Da musst du allerdings aufpassen, wenn sie dir das Wechselgeld dann in Riel herausgeben. Da solltest du die aktuellen Kurse kennen.

Lebensmittelbeschaffung

Die kambodschanische Straßenküche ist sehr schmackhaft und preiswerter als die Lebensmittel im Geschäft. Wir haben da vollständig aufs Kochen verzichtet.

Du solltest die üblichen Preise für bestimmte Lebensmittel kennen und mußt bei Bedarf handeln, sonst zahlst du zuviel.

In den Läden in Touristenzentren sind die Preise zum Teil extrem überteuert: in Siem Reap z.B. kosten 0,5 kg Haferflocken 5 US-Dollar.

Aber auch auf dem Land und in kleineren Dörfern wird mit allen Tricks versucht, den Touristen das Geld aus der Tasche zu ziehen: den Reis schlagen sie so locker auf, dass es mehr Volumen auf dem Teller vortäuscht und beim Reis im Bambusrohr füllen sie oft nur ein Drittel, aber es sieht voll aus.

Trinkwasserbeschaffung

Das Wasser in ganz Kambodscha ist nicht zum Trinken geeignet und kommt selten aus einem richtigen Leitungssystem. Du musst es abkochen oder filtern. Alternativ kannst du Trinkwasser in Plastikflaschen kaufen oder in den Städten nach Einrichtungen Ausschau halten, in denen man einen Trinkwasser-Spender mit Zapfhahn stehen hat. Mit der entsprechenden Erlaubnis kannst du dort in der Regel dein Wasser zapfen.

Sei auch wachsam bei Getränken, die sie dir mit Eiswürfeln anbieten. Du weißt nie, woher das Wasser für die Eiswürfel kam.

Unsere Tipps zum Wasserfilter haben wir in einem separaten Artikel veröffentlicht:
Outdoor-Wasserfilter für Radreisen und Backpacking.

Bikeshops und Service

Die Fahrradtechnik in Kambodscha ist auf dem Stand der 50er Jahre. Erwarte nicht zuviel in den Bikeshops der größeren Städte. Am besten bringst du deine Ersatzteile und das Werkzeug schon bei der Einreise mit ins Land.

Straßen

Die Hauptrouten sind asphaltiert, die anderen Straßen betsehen meist aus Lehm oder Schotter. Du wirst sehr intensiv mit Staub eingenebelt auf manchen Strecken.

Immer wieder reinigen sie in Kambodscha ihre Felder großflächig durch gezielt gelegte Feuer. Dann fährst du auch duch dicke Rauchschwaden.

Verkehr

Seitenabstand beim Überholen kennt man in Kambodscha nicht. Und weil die vielen Motorroller-Fahrer das auch wissen, halten sie noch weniger Abstand beim Überholen, als die Autofahrer. Du wirst das Radeln in Kambodscha daher manchmal als sehr gefährlich empfinden.

Viel gefährlicher als der private Verkehr sind jedoch die vielen Kleinbusse, mit denen sie die Touristen in die Hauptstadt oder zu den Sehenswürdigkeiten kutschieren. Deren Fahrer geben stets Gas, als ging es ums Ganze. Und sie fahren extrem rücksichtslos.

Insgesamt ist Kambodscha aber immer noch ein empfehlenswertes Reiseziel für Radreisen, denn auf vielen Straßen hält sich der Verkehr in Grenzen.

Orientierung

Die Beschilderung ist auf Khmer, nur selten gibt es englische Hinweise. Doch per GPS und Offlinekarte im Handy sind Orientierung und Navigation kein Problem.

Unsere Tipps zur Offline Navigation per Handy:

Fahrrad Navigation und GPS Logger per Handy – offline und kostenlos.

Geländeprofil

Kambodscha ist überwiegend sehr flach. Du erlebst viel Landwirtschaft und tropischen Dschungel und viele kleine Dörfer entlang der Straße.

Radeln

Trotz des gefährlichen Verkehrs ist das Radeln aus unserer Sicht eine der schönsten Varianten, das Land Kambodscha kennenzuleren. Der Verkehr hält sich auf manchen Überlandstrecken sehr in Grenzen. Auch die Staubbelastung ist bis auf ganz wenige Strecken erträglich.

Trampen

Trampen ist kein Problem. Es gibt viele Pickups und Kleinlaster, die dich samt Fahrrad und Gepäck mitnehmen können. An manchen Straßen dauert es aber etwas länger, bis jemand anhält.
Unsere Tipps zum Trampen haben wir in einem separaten Artikel beschrieben:
Trampen auf Radreisen.

Zelten und alternative Übernachtungsplätze

Wir haben aufs Zelten verzichtet wegen der gefährlichen Schlangen. Stattdessen haben wir stets die buddhistischen Tempelanlagen aufgesucht. Dort war eine Übernachtung in der Regel kein Problem. Nur die Wasserversorgung war sehr spartanisch in den meisten Tempeln. Leitungen gibt es nicht, lediglich riesige Tongefäße, gefüllt mit Wasser, woher auch immer das Wasser kommt.

Sicherheit auf Radreisen in Kambodscha

Kambodscha ist ein friedliches Land. Die Menschen sind freundlich und hilfsbereit. Es gab nie Anlass zur Sorge um die Fahrräder oder unser Gepäck. In den großen Städten musst du natürlich aufpassen, wie in jedem anderen Land.

Gefährliche Tiere

Es gibt gefährliche Schlangen, Hundertfüßler (der Biß ist sehr schmerzhaft, aber nicht tödlich) und 12 cm großen Spinnen. Da solltest du auf Radreisen in Kambodscha also aufpassen, wenn du befestigte Wege verlässt.

Nicht gefährlich, aber sehr lästig sind die vielen Ameisen in Kambodscha. Sie sind winzig klein, aber sehr aggressiv. Sie beißen sofort zu, wenn sie der Meinung sind, dass man sie stört. Und sie riechen Lebensmittel in deinen Packtaschen und organisieren in Windeseile ganze Armeen, die dann alles Essbare zerkleinern und abtransportieren. Wir hatten gleich mehrfach einen solchen Ameisen-Befall in unserem Gepäck.

Gesundheitsgefahren

Du benötigst eine ganze Reihe an Impfungen für eine Reise in Kambodscha. Kontaktiere rechtzeitig einen Tropenmediziner hierfür. Unsere Tipps zu den Impfungen:

Reise Impfungen im Überblick.

Gegen einige Krankheiten (Malaria, Dengue, Chikungunya) gibt es allerdings keine Impfungen. Da helfen nur lange Kleidung, Repellentien und die weiteren Empfehlungen des Tropenmediziners.

Darüber hinaus solltest du die üblichen Hygiene-Regeln beachten und immer unter einem Moskitonetz schlafen. Unsere Tipps dazu:

Das passende Moskitonetz finden.

Klima

Es herrscht tropisch-heißes Klima wegen der Nähe zum Äquator. Die Monsunzeit (April – Oktober) solltest du meiden, denn dann ist es unerträglich heiß und schwül und durch den vielen Regen sind viele Lehmpisten dann nicht befahrbar per Fahrrad.

Kultur

Die Menschen in Kambodscha sind friedlich und freundlich, viele sind hilfsbereit. Allerdings wird du eher eine falsche Information bekommen als ein „weiß nicht“ hören. Das gilt in den Augen eines Asiaten als unhöflich.

Kambodscha ist ein buddhistisches Land und die Religion durchdringt das Leben der Menschen sehr intensiv. Die buddhistischen Mönche werden berührungslos gegrüßt, Frauen dürfen die Mönche gar nicht berühren.

Buddha-Statuen dürfen nicht berührt werden und du darfst deine Fußsohlen nicht auf sie richten.
Vor dem Fotografieren von Menschen solltest du erst fragen. Wutausbrüche sind zu vermeiden und die linke Hand gilt als unrein.

Sehenswürdigkeiten

Du erlebst auf Radreisen in Kambodscha tropischen Dschungel, exotische Früchte, viele buddhistische Tempel, eine hervorragende Straßenküche und viele herzliche Begegnungen.

Ein ganz besonderes Highlight sind die alten Khmer-Tempel aus der Zeit 11. – 13. Jahrhundert in Angkor Wat nördlich von Siem Reap. Wir haben dieser Tempel-Stadt einen separaten Artikel gewidmet:
Die Khmer-Tempel in Angkor Wat.

 

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