Tipps für Radreisen in Ecuador

Diese Tipps für Radreisen in Ecuador beruhen auf unseren Erfahrungen dort im Rahmen unserer Radreise durch Südamerika. Dabei haben wir Ecuador von Süden bis Norden durchquert und die Ruta del Sol als auch Quito in unsere Reiseroute integriert.

Unsere Tipps für Radreisen in Ecuador:

Anreise und Grenzabwicklung

Deutschen gewährt man 90 Tage visumfreien Aufenthalt in Ecuador. Du erhältst an der Grenze einen Stempel in den Pass.

Unsere Einreise auf dem Landweg im Süden bei Lalamor verlief schnell und reibungslos. Hier scannen sie die Abdrücke aller 10 Finger und fertigen Fotos an. Angeblich wird auch der Nachweis einer Reise-Krankenversicherung verlangt. Wir wurden danach allerdings nicht gefragt. Das kann jedoch an anderen Grenzübergängen anders ablaufen.

Verständigung

Wie in den meisten anderen Ländern Südamerikas wird in Ecuador Spanisch gesprochen. Du benötigst also mindestens Grundkenntnisse in Spanisch. In den Städten finden sich auch immer wieder Personen, die Englisch verstehen. Doch darauf alleine solltest du dich nicht verlassen.

Internet, Telefonie, Stromversorgung

In Ecuador findest du Steckdosentyp A und B. Du benötigst folglich einen Adapter für deine deutschen Stecker. In manchen Steckdosen passen allerdings auch die flachen Eurostecker (dünne Kontaktstifte).

Alle Infos zu den Steckdosen-Typen und den Steckern weltweit findest du in unserem Artikel:

Steckertypen weltweit – eine Übersicht

Die preiswerteste Art, Internet zu nutzen, ist sicher frei zugängliches WiFi. Du findest WiFi in der Gastronomie, in den Hotels und in öffentlichen Einrichtungen. Dabei kann die Qualität der Verbindung sehr unterschiedlich ausfallen.

Bargeldbeschaffung

Im Jahre 2000 hat Ecuador den US-Dollar als Währung übernommen. Damit bist du also vor zu starker Inflation geschützt und hast die seltene Möglichkeit, am Geldautomaten eines Reiselandes deine Bargeldreserve in Dollar aufzufüllen.

Etwas anstrengend ist nur die Auseinandersetzung mit den vielen unterschiedlichen Cent-Münzen. Es dauert seine Zeit, bis du an der Größe der Münzen den Wert erkennst, ohne nach einer aufgeprägten Zahl suchen zu müssen.

Lebensmittelbeschaffung

Ecuador liegt auf dem Äquator und ist für seine ungewöhnlich große Artenvielfalt bekannt. Das betrifft auch das Repertoire an tropischen Früchten. Dabei findest du immer und überall Straßenstände, wo du deinen Bedarf an Obst oder Obstsäften decken kannst.

Große Supermärkte sind selten, aber in jedem Dorf findest du ein großes Angebot kleiner Läden, wo du alles bekommst, was du an Lebensmitteln benötigst.

Daneben findest du eine vielseitige Straßenküche. Du wirst geneigt sein, auf das Kochen zu verzichten.

An der Küste kommst du vor allem als Fischliebhaber voll auf deine Kosten.

Wenn du Spiritus für deinen Kocher benötigst, wird es schwierig. Meist verkaufen sie nur den 70 %-igen Alkohol. Der hat keinen hohen Brennwert und ist zum Kochen nicht geeignet. Mit viel Glück findest du aber 97 %-igen Alkohol.

Trinkwasserbeschaffung

Das Wasser aus den Leitungen ist in Ecuador nicht zum Trinken geeignet. Selbst, wenn du es abkochst, riecht und schmeckt es noch nach Gammelwasser.

In vielen Privathaushalten ist ein Wasserfilter dem Wasserhahn in der Küche vorgeschaltet. Doch bevor du jemandem deine Flaschen zum Auffüllen in die Hand drückst, solltest du immer nachfragen, ob du tatsächlich trinkbares Wasser bekommst.

Suche nach öffentlich zugänglichen Trinkwasserspendern oder frage entlang der Straße, wo immer du einen solchen Trinkwasserspender vermutest. Du kannst aber auch an jeder Straßenecke Trinkwasser in Plastikflaschen kaufen.

Bikeshops und Service

In den größeren Städten gibt es Fahrradgeschäfte. Doch es gibt keine Garantie, dass du dort findest, was du benötigst. In Quito ist die Chance da noch am größten.

Bringe deine Ersatzteile und dein Werkzeug am besten schon aus der Heimat mit ins Land.

Straßen

Die Qualität der Straßen in Ecuador variiert sehr stark. Besonders kritisch für Radfahrer sind die schmalen Bergstraßen und alle Straßen ohne Seitenstreifen. Der Verkehr hält selten Seitenabstand beim Überholen. Öffentliche Busse und Taxis hupen den Radler auch gerne von der Straße, wenn sie mehr Platz benötigen.

In den Städten ist die Asphalt-Qualität deutlich schlechter als auf den Überlandstraßen. Immer wieder wirst du dort auch mit Kopfsteinpflaster und Betonplatten konfrontiert.

In den Anden lauern zudem kernige Passstraßen und heftige Anstiege.

Der Verkehr in Ecuador

Auf den Hauptverkehrsrouten herrscht ein hohes Verkehrsaufkommen. Haben die Straßen dort keinen Seitenstreifen, wird es gefährlich für Fahrradfahrer. Die Überholmanöver sind zum Teil abenteuerlich knapp und Seitenabstand ist nicht üblich.

Nachts solltest du ganz aufs Radeln verzichten. Dann ist es extrem gefährlich, selbst bei geringstem Verkehr.

Immer wieder nebeln dich auch die Abgaswolken altgedienter Fahrzeuge ein und zwingen dich zu Atempausen.

Orientierung in Ecuador

Die Beschilderung der Straßen ist meist ausreichend. Wenn du per GPS navigierst und Karten von OpenStreetMap nutzt, erlebst du aktuell noch eine eher mager ausgestattete Karte. Unsere Tipps zu Fahrrad Navigation und GPS Logger

Geländeprofil in Ecuador

Grob lässt sich Ecuador gliedern in die Andenregion, das Küstengebiet und das Amazonas-Tiefland. Dabei ist es in der Küstenregion stellenweise stark hügelig und bei den Anden handelt es sich um Hochgebirge.

Radeln in Ecuador

Ecuador per Fahrrad zu bereisen, macht Spaß. Die Landschaft ist sehr abwechslungsreich und du erlebst sehr intensiv die Kultur des Landes. Straßen ohne Seitenstreifen, kurvenreiche, schmale Bergstraßen und Tunnel sind allerdings gefährlich. Ebenso das Radeln bei Nacht.

Ungewöhnlich viel Glas liegt am Fahrbahnrand herum. Das hatte uns mindestens zwei Plattfüße eingebracht.

Trampen auf Radreisen in Ecuador

Trampen klappt sehr gut in Ecuador, auch mit Fahrrad und vollem Gepäck. Dabei laden dich die Fahrer während der Fahrt dann manchmal noch zu einer Kostprobe der Landesküche ein. Am besten eignen sich Pickups für eine Mitnahme, wenn du per Reiserad unterwegs bist.

Unsere Tipps zum Trampen.

Zelten und alternative Übernachtungsplätze

Grundsätzlich ist das Zelten kein Problem. Doch in manchen Regionen findest du kein Fleckchen Rasen, sondern ausschließlich eingezäunte Bananenplantagen.

Aber es gibt oft alternative, kostenlose Übernachtungsplätze für Reiseradler:

  • Manche Feuerwehr-Station (Bomberos) erlaubt dem Reiseradler eine Übernachtung.
  • An den Kirchen beim Padre nachfragen, schadet ebenfalls nicht. Manche Pfarrei hat Räumlichkeiten und der Padre gewährt eine Übernachtung.
  • Die privaten Übernachtungsnetzwerke Warmshowers und Couchsurfing sind zwar ebenfalls eine Alternative, doch es gibt nicht so viele gemeldete Mitglieder wie in anderen Ländern und eine kurzfristige Kontaktaufnahme war meistens schwierig.
  • In kleineren Städten ist auch eine Anfrage beim Casa Communal einen Versuch wert.

Sicherheit auf Radreisen in Ecuador

Ecuador ist ein sicheres Reiseland. Lediglich im Zentrum großer Städte solltest du aufpassen wegen der Kleinkriminalität.

Es gibt noch einige aktive Vulkane in Ecuador. Darüber hinaus ist Ecuador ein Erdbebengebiet. Du musst also immer mit Naturkatastrophen rechnen.

Gefährliche Tiere

Je nach Reisegebiet wirst du mit mehr oder weniger gefährlichen Tieren konfrontiert. In den Anden ist die Tierwelt durchweg harmlos.

In den tropischen Regionen sieht das völlig anders aus. Giftige Schlangen, Spinnen und andere Kleintiere können für dich zur Gefahr werden, wenn du befestigte Wege verlässt oder in der Wildnis dein Zelt aufbaust.

Doch auch mit größeren gefährlichen Tieren musst du hier rechnen. Informiere dich vor Ort bei den Einheimischen. Die kennen sich bestens aus.

Gesundheitsgefahren

Für Reisen in die Anden solltest du dich mit den Gefahren der Höhenkrankheit befassen. Unser Artikel mit Tipps zur Höhenanpassung.

Abseits der Anden musst du dich vor etlichen Tropenkrankheiten schützen. Beim Reisemediziner erfährst du alles über die notwendigen Reiseimpfungen sowie die wirkungsvollsten Vorbeugemaßnahmen. Beginne mit deinem Impf-Programm jedoch nicht zu spät vor Reiseantritt.

Unsere Infos zu den Reiseimpfungen.

Klima

Aufgrund der Lage am Äquator herrscht ganzjährig ein tropisches Klima ohne großartige Schwankungen. Allerdings ist das Klima in den Anden deutlich abweichend vom Klima an der Küste und im Amazonas-Tiefland.

Für Radreisen in Ecuador eignen sich die folgenden Zeitfenster am besten:

  • An der Küste: Mai bis Dezember
  • In den Anden: Juni bis September
  • Im Amazonas-Tiefland: September bis Dezember

Sehenswürdigkeiten

Die Artenvielfalt bei Flora und Fauna ist sicher eines der größten Highlights im Lande. Und du wirst sie auf Radreisen in Ecuador besonders intensiv genießen können.

Daneben erlebst du aktiven Vulkanismus, historische Architektur der Kolonialzeit, sehenswerte Kathedralen und die Bergwelt der Anden.

 

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