Stromversorgung auf Radreise und Fahrradtour: Nabendynamo & Co

Die Stromversorgung auf Radreise und Fahrradtour ist spätestens seit der Einführung von Smartphone und GPS-Navigation auf dem Fahrrad ein heißes Thema geworden.

Gleichzeitig bietet uns der Nabendynamo am Fahrrad mittlerweile eine zuverlässige Stromerzeugung. Das war zu Zeiten des Seitenläufers definitiv nicht so. Denn da waren Regen und Schnee die Feinde einer Unterbrechungs-losen Stromverbindung.

Doch wie bringt man Nabendynamo und Verbraucher zusammen?  Wie kann man Batterien, MP3-Player und Kamera-Akkus damit aufladen?

Wir haben uns auf dem Markt umgesehen und für unsere Stromversorgung auf Radreise und Fahrradtour eine gute technische Lösung gefunden. Sie ist mittlerweile seit 3 Jahren im Dauereinsatz auf unserer großen Radreise und hat sich bewährt.

Im Folgenden stellen wir dieses Equipment vor und berichten über unsere Erfahrungen.

Die Stromverbraucher unterwegs

Stirnlampen, Zeltlaterne, Smartphone, MP3-Player, Kamera, Camcorder, E-Book-Reader, Bluetooth-Mini-Tastatur … all diese Geräte sind wichtige Begleiter auf unseren Radreisen. Und sie benötigen Strom.

Weil wir auf unseren Radreisen allermeist per Zelt und auch oft abseits der Campingplätze unterwegs sind, ist der Zugang zum lokalen Stromnetz nicht immer garantiert. Folglich benötigt es eine Energiequelle, mit der wir autark sind.

Natürlich wird der Zugang zum normalen Stromnetz nie von uns verschmäht, wenn er uns denn zur Verfügunbg steht. Doch dieser Zugang ist eben ohne Garantie. Und somit lediglich eine Backup-Lösung.

Die Stromerzeugung unterwegs

Im Wesentlichen stehen dem Reiseradler für die Stromerzeugung 2 Alternativen zur Verfügung auf Radreisen: Entweder er nutzt ein Solarpanel zur Strom-Erzeugung oder er verwendet einen Nabendynamo im Vorderrad seine Fahrrads.

Für die Stromgewinnung per Solarpanel reicht Tageslicht, idealerweise Sonnenstrahlung. Für die Stromgewinnung per Nabendynamo muss man sein Fahrrad bewegen. Auf längeren Fahrradtouren und Radreisen ist das in der Regel tägliches Programm.

Weil wir uns für unsere große Radreise sowieso neue Reiseräder zulegen wollten / mussten, bot sich die Integration des Nabendynamos direkt an. Aber auch ein Umbau in einem vorhandenen Laufrad eines älteren Fahrrads ist kein großer Akt und auch nicht kostenintensiv. Am preiswertesten wird es an dieser Stelle, wenn du dein Laufrad selber umspeichen und neu zentrieren kannst.

Unsere Anleitungen hierzu:

Laufräder einspeichen

Laufräder zentrieren

Auf Radreisen benötigt man einen Nabendynamo über den Tag äußerst selten für die Fahrrad-Beleuchtung (der ursprüpngliche Verwendungszweck eines Nabendynamos): allerhöchstens in Tunneln oder auf extrem gefährlichen Straßen mit viel Verkehr. Folglich kann fast die gesamte Laufleistung zur Stromerzeugung für andere Verbraucher genutzt werden.

Wenn die Anschaffungskosten für ein Solarpanel als Ergänzung zum Nabendynamo kein Hinderungsgrund sind, lohnt vielleicht eine Kombination aus beidem. Denn spätestens an Pausentagen (ohne Radeln) entfaltet ein Solarpanel seine Vorteile gegenüber dem Nabendynamo.

Wie funktioniert ein Nabendynamo ?

Ein Nabendynamo ist ein Stromgenerator, der baulich in eine Fahrradnabe integriert ist. So wird die beim Fahrradfahren erzeugte Drehung des Vorderrades genutzt, um per Generator Strom zu erzeugen. Dieser Strom wird dann über Kabel zu Vergügung gestellt und kann sowohl für die Fahrrad-Beleuchtung als auch zum Laden von Akkus und anderen elektrischen Geräten genutzt werden.

Auch wenn man seinen Nabendynamo lediglich für die Stromversorgung der Fahrradlampen nutzt, geniest man schon Vorteile: er läuft bei Regen oder Schnee störungsfrei (was ein Seitenläufer-Dynamo meist nicht tut) und erzeugt wesentlich weniger Reibungswiderstand im Lauf. Noch dazu läuft er geräuschlos.

Welcher Nabendynamo ist der beste ?

Es gibt eine ganze Reihe von Produkten in unterschiedlicher Qualität mit Preisen von 25 bis 200 Euro auf dem Markt. Neben Produkten von Shimano, Sram, Renak und Shutter Precision ragt hier besonders der SON 28 Nabendynamo heraus, für den wir uns auch entschieden haben.

Er ist wartungsfrei, hat Rillenkugellager (keine billigen Konuslager) und erreicht schon bei 16 km/h seine Nennleistung bei der Strom-Abgabe. Weil wir mit unseren Reiserädern für mehrere Jahre auf Radreise sind, war die Investition von stolzen 200 Euro für diesen Nabendynamo für uns kein Hemmnis. Alleine das wartungsfreie Rillenkugellager in Industrie-Qualität ist es schon wert.

Was benötigt man zum Laden von Smartphone & Co. ?

Will man seinen Nabendynamo aber nicht nur für die Fahrradbeleuchtung, sondern auch für das Laden anderer Geräte nutzen, benötigt man noch ein wenig mehr Equipment.

Denn der Nabendynamo puffert die erzeugte Energie nicht. Somit führen unterschiedliche Fahrgeschwindigkeit oder Anhalten (z.B. an Ampeln) zu einem Abriss im Stromfluss.

Für das Laden externer Verbraucher wie Smartphone oder Standard-Akkus benötigt man auf jeden Fall eine konstante Energiequelle, die ohne Unterbrechung speist. Sonst zerstört man die Akkus.

Man benötigt also zusätzlich zum Nabendynamo einen Pufferakku mit einem Ausgang, an dem eine konstante Spannung anliegt: z.B. 5 Volt. Auf dem Markt gibt es hierfür eine ganze Reihe guter technischer Lösungen:

Unter anderem E-Werk und USB-Werk von Busch & Müller, Kemo M172, NC-17, Zzing USB, DynaLader Digital und The Plug III Plus.  Daneben gibt es für ambitionierte Bastler auch noch den legendären Forumslader, den man sich halt nach Bauplan aus dem Netz selber anfertigen kann.

Alle Geräte unterscheiden sich in Bauart, Speicherkapazität und Preis, sodass man sich durchaus tiefer mit der Materie beschäftigen sollte, um für sich die passenden Produkte zu finden.

Der Zzing Pufferakku

Wir haben uns 2015 für das Zzing USB mit  2700 mAh Speicherkapazität entschieden.  Eine volle Strom-Ladung wird durch ca. 100 km (beim alten Zzing) bzw. 70 km (beim neuen Zzing) Laufleistung erreicht, unabhängig von der Geschwindigkeit.

Über den USB-Output (5V) lassen sich am Zzing viele Geräte direkt anschließen (wie Smartphone, Kamera, E-Book-Reader, MP3-Player) und werden geladen, unabhängig davon, ob man gerade fährt oder nicht. Somit ist man vor ungewollten Ladeunterbrechungen sicher, solange der Akku im Zzing ausreichend Ladung beinhaltet.

Natürlich kann man auch erst abends im Zelt den Ladebetrieb starten, wenn der Speicher im Zzing ausreichend voll ist. Daß das Zzing nicht wasserdicht ist, stört uns nicht, weil es bei uns sowieso in der Lenkertasche untergebracht ist.

Was benötigt man zum Laden von Standard-Akkus ?

Will man neben den Geräten mit USB-Eingang auch Standard-Akkus (AA, AAA) und die üblichen Camcorder-Akkus laden, dann benötigt man zusätzlich noch ein Universal-Ladegerät. Auch hier bietet der Markt ein großes Angebot an verschiedensten Varianten. Doch nur wenige Geräte überzeugen tatsächlich mit einer kompakten Bauweise, geringem Gewicht und einer hervorragenden Funktionalität.

Das PIXO C-USB-Ladegerät

Hier haben wir uns für das PIXO C-USB-Ladegerät entschieden. Es wird per USB an das Zzing angeschlossen und nimmt die Standard-Mignon-Akkus und fast alle Camcorder-Akkus auf, die es auf dem Markt gibt. Auf der Website von PIXO gibt es eine Liste aller nicht kompatiben Akkus (und das sind tatsächlich nur sehr, sehr wenige).

Die Aufnahme der Camcorder-Akkus erfolgt dabei über 2 beweglich gelagerte Kontakt-Fahnen, die sich in ihrer Position individuell verschieben lassen.

Welche Standard-Akkus sind die besten?

Bei den Standard-Akkus für unsere Radreise haben wir natülich ebenfalls ein ganz bestimmtes Produkt ausgewählt. Hier verwenden wir ausschließlich den vielgelobten Sanyo Eneloop AAA Akku mit 750 mAh. Er zeigt kaum Selbstentladung und ist so oft wieder aufladbar wie kein anderer Akku auf dem Markt.

Allerdings ist es äußerst schwierig, sich unterwegs außerhalb von Europa genau diese Akkus zu beschaffen. Am besten besorgt man sich den Bedarf für seine Radreise vorab in der Heimat.

Zubehör für unsere Stromversorgung auf Radreise

Kritisch wird es mit unserer Stromversorgung auf Radreise erst, wenn die tägliche Fahrleistung über einen längeren Zeitraum deutlich geringer ist, als der Energiebedarf unseres Equipments. Haben wir dann aber in ausreichendem Umfang den Zugang zum lokalen Stromnetz, ist das auch kein großes Problem. Denn mit einem Adapterstecker von 220 Volt auf USB können viele Geräte am Stromnetz geladen werden.

Um hierbei in (fast) allen Reiseländern dieser Welt gerüstet zu sein, haben wir zusätzlich noch den Kopp Reisestecker Travel Star im Gepäck (siehe Foto). Er verrichtet seit vielen Monaten auf unserer Radreise seine Dienste und ist narrensicher in der Anwendung. Er beschädigt nur leicht andere Ausrüstung in den Packtaschen, wenn man die Stecker-Enden nicht mit Schutzkappen, zum Beispiel aus Polystyrol, abdeckt oder in ein Kleidungsstück einwickelt.

Ein weiterer Nachteil dieses Steckers ist der benötigte Platzbedarf im Umfeld der Steckdose. Er blockiert gleich 2 benachbarte Steckereingänge in einer üblichen Steckerleiste. Das wird in Hostels und anderen Gemeinschafts-Unterkünften nicht immer gerne gesehen.

Es gibt neben diesem Universal-Adapter mittlerweile aber einige deutlich bessere Modelle auf dem Markt. Zum Beispiel von SKROSS, Quantum und Brennenstuhl. Der Schutzkontakt ist bei diesen Steckern heute Standard und mit manchen Adaptern lassen sich mehrere Geräte gleichzeitig laden. Viele haben auch 2 USB-Anschlüsse integriert.

Fazit zu unserer Stromversorgung auf Radreise

Alle oben beschriebenen Geräte funktionieren bei uns einwandfrei im Zusammenspiel. Daher können wir sie ohne Bedenken weiterempfehlen.  Lediglich für den Universalstecker 220 Volt würden wir heute eine der anderen Alternativen auf dem Markt empfehlen. Schon alleine wegen dem Schutzkontakt.

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