Stromversorgung auf Radreise und Fahrrad Urlaub: Nabendynamo & Co

Die Stromversorgung auf Radreise und Fahrrad Urlaub ist spätestens seit der Einführung von Smartphone und GPS-Navigation ein heißes Thema geworden.

Gleichzeitig bietet uns der Nabendynamo am Fahrrad mittlerweile eine zuverlässige Stromquelle. Das war zu Zeiten des Seitenläufers definitiv nicht so. Denn da waren Regen und Schnee die Feinde einer unterbrechungslosen Stromverbindung.

Doch wie bringt man Nabendynamo und Verbraucher zusammen?  Wie kann man Batterien, MP3-Player und Kamera-Akkus damit aufladen?

Wir haben für unsere Stromversorgung auf Radreise und Fahrradtour eine gute technische Lösung gefunden. Sie war über 5 Jahre im Dauereinsatz auf unserer großen Radreise und hat sich bewährt. Im Folgenden stellen wir dieses Equipment vor und berichten über unsere Erfahrungen.

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Die Stromverbraucher unterwegs

Stirnlampen, Zeltlaterne, Smartphone, MP3-Player, Kamera, Camcorder, E-Book-Reader, Bluetooth-Mini-Tastatur … all diese Geräte sind wichtige Begleiter auf unseren Radreisen. Und sie benötigen Strom.

Auf unseren Radreisen ist der Zugang zum Stromnetz aber eher die Ausnahme als die Regel. Folglich benötigt es eine Energiequelle, mit der wir autark sind.

Natürlich wird der Zugang zum normalen Stromnetz nie von uns verschmäht, wenn er uns denn zur Verfügung steht. Doch dieser Zugang ist eben nicht garantiert. Und somit lediglich eine Backup-Lösung.

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Die Stromerzeugung unterwegs

Im Wesentlichen stehen dem Reiseradler für die Stromerzeugung 2 Varianten zur Verfügung auf Radreisen: Entweder er nutzt ein Solarpanel zur Strom-Erzeugung oder er verwendet einen Nabendynamo im Vorderrad seines Fahrrads.

Für die Stromgewinnung per Solarpanel reicht Tageslicht, idealerweise Sonnenstrahlung. Für die Stromgewinnung per Nabendynamo muss man sein Fahrrad bewegen. Auf längeren Fahrradtouren und Radreisen ist das aber in der Regel tägliches Programm.

Weil wir uns für unsere große Radreise sowieso neue Reiseräder zulegen wollten / mussten, bot sich die Integration des Nabendynamos direkt an.

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Lesetipp: Das perfekte Reiserad – Tipps & Erfahrungen

Aber auch ein Umbau in einem vorhandenen Laufrad eines älteren Fahrrads ist kein großer Akt und auch nicht kostenintensiv. Am preiswertesten wird es an dieser Stelle, wenn du dein Laufrad selber umspeichen und neu zentrieren kannst.

Unsere Anleitungen hierzu:

Laufräder einspeichen

Laufräder zentrieren

Auf Radreisen benötigt man einen Nabendynamo über den Tag äußerst selten für die Fahrrad-Beleuchtung (der ursprüngliche Verwendungszweck eines Nabendynamos). Nämlich höchstens in Tunneln oder auf extrem gefährlichen Straßen mit viel Verkehr. Folglich kann fast die gesamte Laufleistung zur Stromerzeugung für andere Verbraucher genutzt werden.

Wenn die relativ hohen Anschaffungskosten für ein Solarpanel als Ergänzung zum Nabendynamo kein Hinderungsgrund sind, lohnt vielleicht eine Kombination aus beidem. Denn an radelfreien Tagen kommst du mit einem Nabendynamo schnell an Grenzen.

Wie funktioniert ein Nabendynamo ?

Ein Nabendynamo ist ein Stromgenerator, der baulich in eine Fahrradnabe integriert ist. So wird die beim Fahrradfahren erzeugte Drehung des Vorderrades genutzt, um per Generator Strom zu erzeugen. Dieser Strom wird dann über Kabel zur Verfügung gestellt und kann sowohl für die Fahrrad-Beleuchtung als auch zum Laden von Akkus und anderen elektrischen Geräten genutzt werden.

Auch wenn man seinen Nabendynamo lediglich für die Stromversorgung der Fahrradlampen nutzt, geniest man schon Vorteile: Er läuft bei Regen oder Schnee störungsfrei (was ein Seitenläufer-Dynamo meist nicht tut) und erzeugt wesentlich weniger Reibungswiderstand im Lauf. Noch dazu läuft er geräuschlos.

Lesetipp: Fahrradlampen kaufen – Das solltest du beachten

Lesetipp: Fahrradbeleuchtung und die StVZO – was ist erlaubt?

 

Welcher Nabendynamo ist der Beste ?

Es gibt eine ganze Reihe von Produkten in unterschiedlicher Qualität mit Preisen von 25 bis 200 Euro auf dem Markt. Neben Produkten von Shimano, Sram, Renak und Shutter Precision ragt hier besonders der SON 28 Nabendynamo heraus, für den wir uns auch entschieden haben.

Er ist wartungsfrei, hat Rillenkugellager (keine billigen Konuslager) und erreicht schon bei 16 km/h seine Nennleistung bei der Strom-Abgabe. Allerdings kostet er stolze 200 Euro und lohnt sich daher lediglich für Vielfahrer.

Solltest du auf der Suche nach einem deutlich preiswerteren Nabendynamo sein, findest du eine große Auswahl an Laufrädern mit Nabendynamo im Sortiment von BOC24 (Werbung*).

Was benötigst du zum Laden von Smartphone & Co. ?

Will man seinen Nabendynamo nicht nur für die Fahrradbeleuchtung, sondern auch für das Laden anderer Geräte nutzen, benötigt man noch ein wenig mehr Equipment.

Denn der Nabendynamo puffert die erzeugte Energie nicht. Somit führen unterschiedliche Fahrgeschwindigkeit oder Fahrtunterbrechungen (z.B. an Ampeln) zu einem Abriss im Stromfluss.

Für das Laden externer Verbraucher wie Smartphone oder Standard-Akkus benötigt man auf jeden Fall eine konstante Energiequelle, die ohne Unterbrechung speist. Sonst zerstört man die Akkus.

Man benötigt also zusätzlich zum Nabendynamo einen Pufferakku mit einem Ausgang, an dem eine konstante Spannung anliegt: z.B. 5 Volt. Auf dem Markt gibt es hierfür eine ganze Reihe guter technischer Lösungen:

Unter anderem E-Werk und USB-Werk von Busch & Müller, Kemo M172, NC-17, Zzing USB, DynaLader Digital und The Plug III Plus.  Daneben gibt es für ambitionierte Bastler auch noch den legendären „Forumslader“, den man sich halt nach Bauplan aus dem Netz selber anfertigen kann.

Alle Geräte unterscheiden sich in Bauart, Speicherkapazität und Preis, sodass man sich durchaus tiefer mit der Materie beschäftigen sollte, um für sich die passenden Produkte zu finden.

Der Zzing Pufferakku

Wir haben uns 2015 für das Zzing USB mit 2700 mAh Speicherkapazität entschieden.  Eine volle Strom-Ladung wird durch ca. 100 km (beim alten Zzing) bzw. 70 km (beim neuen Zzing) Laufleistung erreicht, unabhängig von der Geschwindigkeit.

Am USB-Output (5V) lassen sich viele Geräte direkt anschließen (wie Smartphone, Kamera, E-Book-Reader, MP3-Player) und werden geladen, unabhängig davon, ob man gerade fährt oder nicht. Somit ist man vor ungewollten Ladeunterbrechungen sicher, solange der Akku im Zzing ausreichend Ladung beinhaltet.

Natürlich kann man auch erst abends im Zelt den Ladebetrieb starten, wenn der Speicher im Zzing ausreichend voll ist. Dass das Zzing nicht wasserdicht ist, stört uns nicht, weil es bei uns sowieso in der Lenkertasche untergebracht ist.

Das Herzstück im Zzing bildet ein austauschbares Akku-Paket, bestehend aus Sanyo-Eneloop-Akkus der Größe AA. Aus unserer Sicht sind das die haltbarsten wiederaufladbaren Akkus auf dem Markt.

Wenn aber doch irgendwann durch den harten Dauereinsatz das Akku-Paket an Leistungsfähigkeit verloren hat, kann es jederzeit beim Hersteller für kleines Geld nachbestellt werden.

Was benötigst du zum Laden von Standard-Akkus?

Will man neben den Geräten mit USB-Eingang auch Standard-Akkus (AA, AAA) und die üblichen Camcorder-Akkus laden, dann benötigt man zusätzlich noch ein Universal-Ladegerät. Auch hier bietet der Markt ein großes Angebot an verschiedensten Varianten. Doch nur wenige Geräte überzeugen tatsächlich mit einer kompakten Bauweise, geringem Gewicht und einer hervorragenden Funktionalität.

Das PIXO C-USB-Ladegerät

Hier haben wir uns für das PIXO C-USB-Ladegerät entschieden. Es wird per USB an das Zzing angeschlossen und nimmt die Standard-Mignon-Akkus und fast alle Camcorder-Akkus auf, die es auf dem Markt gibt. Auf der Website von PIXO gibt es eine Liste aller nicht kompatiben Akkus (und das sind tatsächlich nur sehr, sehr wenige).

Die Aufnahme der Camcorder-Akkus erfolgt dabei über 2 beweglich gelagerte Kontakt-Fahnen, die sich in ihrer Position individuell verschieben lassen.

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Welche Standard-Akkus sind die besten?

Bei den Standard-Akkus für all unsere elektrischen Verbraucher haben wir natürlich ebenfalls ein ganz bestimmtes Produkt ausgewählt. Hier verwenden wir ausschließlich den viel gelobten Sanyo Eneloop AAA Akku mit 750 mAh. Er zeigt kaum Selbstentladung und ist so oft wieder aufladbar wie kein anderer Akku auf dem Markt.

Allerdings ist es äußerst schwierig, sich unterwegs außerhalb von Europa genau diese Akkus zu beschaffen. Am besten besorgt man sich den Bedarf für seinen Fahrrad Urlaub schon vorab in der Heimat.

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Zubehör für unsere Stromversorgung auf Radreise

Kritisch wird es mit unserer Stromversorgung auf Radreise erst, wenn die tägliche Fahrleistung über einen längeren Zeitraum deutlich geringer ist, als der Energiebedarf unseres Equipments. Haben wir dann aber in ausreichendem Umfang den Zugang zum lokalen Stromnetz, ist das auch kein großes Problem. Denn mit einem Adapterstecker von 220 Volt auf USB können viele Geräte am Stromnetz geladen werden.

Beachte hierbei aber, dass der Stromstärke-Output am Adapterstecker zu der maximal zulässigen Stromaufnahme deiner Verbraucher passt, sonst nimmt unter Umständen der Akku im betreffenden Gerät Schaden.

Um hierbei für (fast) alle Reiseländer weltweit gerüstet zu sein, haben wir zusätzlich noch den Kopp Reisestecker Travel Star im Gepäck (siehe Foto). Er verrichtet seit Jahren auf unserer Radreise seine Dienste und ist narrensicher in der Anwendung. Er beschädigt nur leicht andere Ausrüstung in den Packtaschen, wenn man die Stecker-Enden nicht mit Schutzkappen, zum Beispiel aus Polystyrol, abdeckt oder in ein Kleidungsstück einwickelt.

Allerdings blockiert er mit seiner Bauart gleich 2 benachbarte Steckereingänge in einer üblichen Steckerleiste. Das wird in Hostels und anderen Gemeinschafts-Unterkünften nicht immer gerne gesehen.

Es gibt neben diesem Universal-Adapter mittlerweile aber einige deutlich bessere Modelle auf dem Markt. Zum Beispiel von SKROSS, Quantum und Brennenstuhl. Der Schutzkontakt ist bei diesen Steckern heute Standard und mit manchen Adaptern lassen sich mehrere Geräte gleichzeitig laden. Viele haben auch 2 USB-Anschlüsse integriert.

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Lesetipp: Steckdosentypen weltweit – Übersicht aller Länder

 

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Fazit zu unserer Stromversorgung auf Radreise

Alle oben beschriebenen Geräte funktionieren bei uns einwandfrei im Zusammenspiel. Natürlich gab es auch Verluste. So mussten wir im Zzing Pufferakku einmal das Akku-Paket austauschen.

Aber dennoch können wir die beschriebenen Geräte ohne Bedenken weiterempfehlen.  Lediglich für den Universalstecker 220 Volt würden wir heute eine der Alternativen auf dem Markt empfehlen. Schon alleine wegen dem Schutzkontakt.

 

Lesetipps:

Fahrrad Computer – Tacho, Navi & Trainingsrechner Stirnlampe kaufen – was ist zu beachten Elektronik im Ausland kaufen – Die Fallstricke Tipps für Radreisen – alle Länder

 

 

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