Tipps für Radreisen in Griechenland

Diese Tipps für Radreisen in Griechenland basieren auf unseren Erfahrungen und Erlebnissen von 3 Monaten Radreise in Griechenland. Auf unserem Weg Richtung Asien waren wir dort, von Albanien kommend, größtenteils an der Küste entlang gefahren und haben das Land Richtung Türkei wieder verlassen.
Unsere Tipps für Radreisen in Griechenland:

Anreise und Grenzabwicklung

Du kannst auf dem Landweg, per Schiff (z.B. aus Italien) oder auch per Flugzeug einreisen. Für die Anreise per Flugzeug hast du natürlich den Mehraufwand und die Mehrkosten für das Fahrrad: in der Regel fordert die Fluglinie die Mitnahme des Fahrrades in einem Karton oder einem ähnlich geeigneten Behältnis und berechnet es als Sondergepäck. Was es dabei alles zu beachten gibt, haben wir in einem separaten Artikel beschrieben:
Fahrrad im Flugzeug mitnehmen.

Griechenland gehört zum Schengen-Raum, was die Ein- und Ausreise-Formalitäten innerhalb der Schengen-Staaten sehr unkompliziert macht. Am Grenzübergang zur Türkei sieht das etwas anders aus. Dort gibt es etwas mehr Aufwand.

Verständigung

In den Städten kommst du mit Englisch gut zurecht, auf dem Land wird es da schwieriger. Viele Griechen haben aber schon mal in Deutschland gearbeitet oder haben Verwandte in Deutschland. Daher triffst du manchmal auch auf deutsche Sprachkenntnisse.

Internet, Telefonie, Stromversorgung

Hotels und die Gastronomie bieten WiFi an. Zwar sind die Roaminggebühren innerhalb Europas für die meisten Länder entfallen, doch die Nutzung einer WiFi-Verbindung wird immer noch die preiswerteste Variante für dich sein.

Bargeldbeschaffung

Die Bargeldbeschaffung am Geldautomaten ist ohne Probleme in den Städten möglich. Auf dem Land ist die Verfügbarkeit an Geldautomaten natürlich deutlich eingeschränkt.

Lebensmittelbeschaffung

In den Städten ist die Versorgung mit Läden und Supermärkten sehr gut. Es gibt sogar Lidl. Etwas lästig und auch belastend sind die viele bettelnden Zigeuner vor vielen Supermärkten.

Mittags zwischen 13 Uhr und 15 oder 17 Uhr ist Siesta. Da haben viele Geschäfte geschlossen und die Straßen sind wie ausgestorben. Das musst du immer im Auge behalten, wenn du Einkäufe geplant hast auf Radreisen in Griechenland.

Haferflocken sind übrigens viermal so teuer wie in Deutschland.

Trinkwasserbeschaffung

Das Wasser hat nicht immer Trinkwasserqualität. Du musst immer erst nachfragen, bevor du deine Flaschen füllst. Nimm auf jeden Fall einen Wasserfilter mit. Unser Tipp zum Reise-Wasserfilter:
Der perfekte Wasserfilter für Radreisen und Backpacking

Bikeshops und Service

Die Bikeshops in den Städten sind gut sortiert, denn der Radsport ist in Griechenland ein populärer Breitensport. Spezielle Ersatzteile solltest du vielleicht besser schon bei der Einreise dabei haben, dann bist du autark. Es gibt privat organisierte Radsportgruppen, die bei Bedarf auch gerne bei fahrradtechnischen Themen unterstützen.

Straßen

Die Straßen sind asphaltiert und deren Qualität ist gut. Lediglich die mehr oder weniger breiten Querrillen, die sie im ganzen Land für irgendwelche Versorgungsleitungen in die Asphaltdecke geschnitten haben, erzeugen immer unangenehme Schläge, wenn du sie überfährst.

An der Westküste südlich von Preveza führt ein Tunnel unter der Meerenge hindurch. Die Durchfahrt ist für Radler gesperrt. Fahre einfach bis zum Tunneleingang ins Sichtfeld der Überwachungskamera und warte auf den Pickup der Betreibergesellschaft; sie bringen dich im Auto kostenlos auf die andere Seite.

Verkehr

Die Sitten im Straßenverkehr sind rau. Nicht jedes Fahrzeug hält Seitenabstand beim Überholen. Fahren ohne Gurt, Telefonieren beim Autofahren, extrem überladene Fahrzeuge, Personen auf der Pickup-Ladefläche, Motorradfahren ohne Helm, … alles ganz normal und geduldet.

Sei wachsam auf der Straße, dann erkennst du drohende Gefahren schneller und kannst dich in Sicherheit bringen.

Orientierung

Mit GPS und der Offlinekarte im Handy waren Orientierung und Navigation kein Problem. Die Beschilderung ist auf Griechisch. Wir fanden es spannend, mit der Kenntnis einzelner Buchstaben aus dem griechischen Alphabet die Städtenamen entziffern zu können.

Unsere Tipps zur Navigation per Handy:

Fahrrad Navigation und GPS Logger per Handy – offline und kostenlos.

Geländeprofil

Es gibt sowohl hügelige Gebiete als auch flaches Land. Einige Regionen sind dabei besonders hügelig. In Summe kommen da sehr viele Höhenmeter zusammen. Die Landschaft entlang der Küste ist traumhaft schön und sehr abwechslungsreich. Es gibt viel Badestrand, zerklüftete Felsenküste und oft den Blick auf die vorgelagerten Inseln.

Radeln

Das Radeln in Griechenland ist sehr angenehm und abwechslungsreich. Durch die sehr zerklüftete Küstenlinie kommen ziemlich große Strecken zustande, wenn du an der Küste entlang fährst. Für manche Sehenswürdigkeit wirst du allerdings die Küste verlassen müssen, was auf das landschaftliche Erlebnis aber keinen negativen Einfluss hat.

Alle Infos zum Radwegenetz in Griechenland.

Trampen

Wir haben in Griechenland nie einen Anlass zum Trampen gehabt, sind aber sicher, dass es ohne Probleme und ohne lange Wartezeiten möglich ist. Es gibt viele Pickups, Kleinlaster und ähnlich geeignete Fahrzeuge und die Menschen in Griechenland sind sehr freundlich und hilfsbereit.

Kläre jedoch für die Mitnahme ab, ob der Fahrer Geld haben will. Das erspart dir unangenehme Diskussionen im Nachhinein.

Unsere Tipps zum Trampen: Trampen auf Radreisen.

Zelten alternative Übernachtungsplätze

Zelten abseits der Campingplätze klappt sehr gut. Wenn möglich, haben wir bei privat um Erlaubnis gefragt und es wurde uns nie verwehrt. Auf öffentlichen Plätzen, z.B. am Strand, war es ebenfalls ohne Probleme möglich.

Auch in den vielen Olivenplantagen war Zelten möglich. Konnten wir keinen Eigentümer ausmachen, sind wir morgens frühzeitig wieder aufgebrochen. Allerdings ist der rote, oft luftige, klebrige Boden mancherorts ein echtes Problem: Er haftet an den Fahrradreifen, an den Schuhen und auch am Zeltboden und hat uns einig Male schwer zu schaffen gemacht. Selbst wenn er mal nicht klebrig ist, versinkst du manchmal beim normalen Gehen schon einige cm tief in diesem Boden. Teste jeden Boden in dieser Hinsicht, bevor du ihn mit deinem Reiserad betrittst.

Das Gefährlichste auf den Böden sind kleine extrem stachelige Früchte von heimischen Pflanzen. Sie sind kaum zu erkennen, stechen aber ganz schnell Löcher in aufblasbare Schlafmatten. Sei in dieser Hinsicht sehr wachsam.

Es schadet auch nicht, die Anwohner vor Ort nach dem Risiko giftiger Schlangen zu fragen (siehe weiter unten).

Sicherheit auf Radreisen in Griechenland

Griechenland ist ein sicheres Reiseland. Wir hatten nirgendwo Anlass zur Sorge um uns oder die Fahrräder. Natürlich solltest du über Nacht dein Fahrrad stets abschließen und musst im Zentrum größer Städte wachsam sein, wie in jedem anderen Land.

Manchmal streunen dubiose Kids aus den Zigeunerfamilien um die abgestellten Fahrräder an den Supermärkten herum. Da ist Wachsamkeit angesagt, wenn du mit deinem vollen Gepäck am Fahrrad dort einkaufen gehst.

Gefährliche Tiere

Es laufen viele wilde Hunde herum in Griechenland. Die meisten sind harmlos und friedlich, doch einige Exemplare sind tatsächlich sehr aggressiv und greifen an, manchmal sogar im Rudel von beiden Seiten.

Unsere Tipps: Halte einen Stock oder Steine griffbereit, die du in voller Fahrt in die Luft heben kannst. Dann drehen die meisten Hunde ab. Was auch immer hilft, ist sofort anzuhalten.

Es gibt giftige Schlangen und Spinnen im Land. Daher ist bei der Zeltplatzsuche immer die Befragung der Anwohner sinnvoll.

Sehr nervig sind die aggressiven Mückenschwärme abends und morgens sowie die ungewöhnlich dreisten Fliegen im ganzen Land.

Gesundheitsgefahren

Es werden Impfungen empfohlen für den Aufenthalt in Griechenland. Plane diese Impfungen rechtzeitig ein. Unsere Tipps zu den Reiseimpfungen:

Reiseimpfungen im Überblick.

Darüber hinaus solltest du die gängigen Regeln der Hygiene einhalten (Hände waschen, Fliegen vom Essen fernhalten, …).

Klima

Die beste Zeit für Radreisen in Griechenland ist aus unserer Sicht der Zeitraum September bis November. Dann ist es nicht zu heiß, aber bis in den November noch angenehm warm durch die Lage am Mittelmeer. Lediglich die zunehmend kurzen Tage stören etwas den Reisegenuss.

Im November kommen noch einige, wenige Regentage und empfindlich kalte Nächte hinzu. Zelt und Schlafsäcke sind dann morgens pitschnass, aber du kannst alles in der heißen Mittagssonne nachträglich trocknen.

Der Herbst bietet noch ein ganz besonderes Highlight Griechenlands: Die vielen saftigen Orangen sind reif und du findest sie oft haufenweise am Wegesrand, frei zugänglich.

Kultur

Die Griechen besitzen einen ausgeprägten Nationalstolz und sind sehr gelassen. Sie selber sind eher unpünktlich, doch bei Einladungen solltest du pünktlich erscheinen. Eine Begrüßung per Händedruck oder Umarmung ist erst nach näherem Kennenlernen üblich.

Achtung: die Gestik für „Nein“ ist Kopfnicken. Nicht die offene Handfläche auf Menschen richten und nicht mit dem Finger zeigen. Das OK-Handzeichen gilt als obszön. Brisante Themen wie Finanzkrise, Zypern und Mazedonien solltest du nicht ansprechen.

Sehenswürdigkeiten

Viele Sehenswürdigkeiten liegen in Küstennähe, andere im Inland. Daher lohnt sich auf Radreisen in Griechenland ab und zu ein Abstecher ins Inland.

Athen, die Klöster von Meteora, der Kanal von Korinth und das autonome Gebiet Athos mit seinen 20 Klöstern auf der Halbinsel Chalkidiki gehören sicherlich zu den Top Sehenswürdigkeiten.

Daneben gibt es aber auch ganz viele nahezu unbekannte Orte, an denen zu ohne große Planung vorbeikommst: z.B. die vielen kleinen Dörfer in den Bergen, die heißen Quellen von Eleftheres, Ammoudia, Etolikó, Koroni, das Parnon-Gebirge, die Halbinsel Sithonia (sehr hügelig), die Via Egnatia (eine historische Straße), Arnea, Platamon-Castle, Philippi und einige weitere Ruinen aus vergangenen Zeiten.

 

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