Tipps für Radreisen in Österreich

Diese Tipps für Radreisen in Österreich beruhen auf unseren Erfahrungen von mehreren Reisen durch Voralberg, Tirol, Salzburg, Oberösterreich, Steiermark und Kärnten. Dabei haben wir das Land per Auto, per Kajak, per Reiserad und beim Wintersport kennengelernt.

Unsere Tipps für Radreisen in Österreich:

Anreise und Grenzabwicklung

Für die Anreise nach Österreich kommen Auto, Fernbus, Bahn oder Flugzeug in Betracht. Natürlich kannst du auch gleich auf dem Reiserad anreisen.

Ein Flug muss nicht zwangsläufig die teuerste Variante sein. Allerdings hast du bei Anreise per Flugzeug den größten Aufwand, denn du musst dein Fahrrad hierfür zum Teil zerlegen und in einen Karton oder ähnliches verpacken.

Unsere Tipps hierzu: Fahrrad im Flugzeug mitnehmen.

Alternativ bietet sich noch die Suche auf einer der Online-Mitfahrzentralen an.

Seit 2015 gibt es an den Grenzen zu Slowenien und Ungarn wieder Grenzkontrollen, die u.U. Wartezeiten nach sich ziehen. Informiere dich auch über die geltenden Zollvorschriften Österreichs: Es gibt Einfuhrbeschränkungen für Tabak, Alkohol und andere Güter.

Verständigung

Man spricht Deutsch in Österreich. Allerdings mit einem starken Akzent und unter Verwendung einiger Begriffe, die wir in Deutschland nicht kennen. Dennoch ist die Verständigung ohne größere Probleme möglich.

Neben Deutsch wird je nach Region auch noch Kroatisch, Slowenisch oder Ungarisch gesprochen.

Internet, Telefonie, Stromversorgung

Das Stromnetz in Österreich stellt 230 Volt bereit und man nutzt die Steckdosen Typ F. Die deutschen Stecker (Typ F und Typ C) passen hier ohne Adapter.

Österreich ist Mitglied in der EU. Folglich surfst du über deinen deutschen Vertrag in Österreich ohne Roaminggebühren. Alternativ kannst du auch frei zugängliches WiFi nutzen. Das findest du in Hotels, der Gastronomie und an vielen öffentlichen Orten und es ist sicher der preiswerteste Zugang zum Internet.

Zum Telefonieren kannst du ebenfalls WiFi nutzen: per Skype und WhatsApp.

Bargeldbeschaffung

Österreichs Währung ist der Euro. Geldautomaten für deine Bargeldbeschaffung findest du in jeder Stadt. Kläre vor deinen Radreisen in Österreich, welche Gebühren auf dich zukommen und mit welcher Karte du am preiswertesten kommst. Vielleicht unterhält deine Hausbank ja auch Kooperationen zu Banken in Österreich. Auch das senkt die Gebühren.

Lebensmittelbeschaffung

In den Städten, Dörfern und allen dicht besiedelten Regionen ist die Versorgung kein Problem. Hier gibt es ausreichend Lebensmittelgeschäfte. Sobald du in die dünn besiedelten Gebiete vordringst, solltest du deine Einkäufe mit Weitsicht planen und je nach Bedarf größere Vorräte mitnehmen.

Unsere Tipps zur Verpflegung auf Radreisen.

Trinkwasserbeschaffung

Das Wasser aus den Leitungen ist in ganz Österreich genießbar. Trotzdem solltest du vor dem Auffüllen deiner Trinkflaschen nachfragen. Wenn du durch die Berge radelst und dir das Wasser aus den Wildbächen entnimmst, solltest du es im Zweifel abkochen oder filtern.

Unsere Tipps zum Outdoor Wasserfilter.

Bikeshops und Service

Der Radsport ist sehr populär in Österreich. Daher findest du in den Städten ohne Probleme Bikeshops, die auch gut sortiert sind. Allerdings solltest du immer Werkzeug und Ersatzteile im Gepäck dabei haben, wenn du in den Bergen oder abseits der Ballungsräume unterwegs bist, denn hier bist du auf dich allein gestellt.

Unsere Tipps hierzu:

Straßen

Österreich hat ein gut ausgebautes Straßennetz. Das ist nicht selbstverständlich, denn die Topografie der Alpen macht jegliche Art von Straßenbau sehr kostspielig und aufwändig. So bringt das Straßennetz in Österreich auch einige Besonderheiten mit sich:

  • es gibt Passstraßen mit steilen Anstiegen und zahlreichen Serpentinen
  • die zu fahrenden Strecken sind oft deutlich länger, als die Entfernung in Luftlinie vermuten lässt
  • je nach Jahreszeit sind die Straßenbereiche in den hohen Lagen unpassierbar
  • der Zeitbedarf für eine Strecke kann deutlich höher ausfallen, als erwartet (Kurven, Anstiege, Gegenverkehr auf engen Straßen, …).
  • es gibt auf vielen Strecken Tunnel und auf manchen Strecken gewaltige Talbrücken in schwindelerregender Höhe,
  • über Vignette und/oder Maut wird die Finanzierung dieser aufwändigen Infrastruktur unterstützt.

Verkehr

Wenn du für deine Radreisen in Österreich mit dem Auto anreist, solltest du die folgenden Vorschriften kennen:

  • Das Mitführen und Tragen einer Warnweste (bei Panne oder Unfall) ist für Autofahrer Pflicht.
  • Die Vignette ist Pflicht, sobald du die Nutzung der Autobahnen oder Schnellstraßen geplant hast. Übrigens gibt es diese Vignette mittlerweile auch in digitaler Version. Berücksichtige hierbei aber den 18-tägigen Verzug zwischen Vignettenkauf und Beginn dessen Gültigkeit.
  • Die Winterreifenpflicht (1.11. – 15.04.) wird dich für Radreisen wohl eher nicht tangieren.

Die meisten Autofahrer nehmen Rücksicht auf Radler und halten Sicherheitsabstand. Doch das Radwegenetz Österreichs bietet viele verkehrsfreie oder besonders verkehrsarme Wege an. Dort ist das Radeln angenehmer. Mehr dazu weiter unten.

In den höheren Lagen in den Bergen ist immer erhöhte Aufmerksamkeit erforderlich. Die Gefahren durch Steinschlag, enge Kurven oder den motorisierten Verkehr sind nicht zu unterschätzen.

Orientierung

Mit GPS und Offline-Karte im Handy sind Navigation und Orientierung in Österreich kein Problem. Beachte hierbei auch immer das Höhenprofil der angedachten Wege. Für Bergwanderungen in den Alpen solltest du jedoch zur Sicherheit auch eine detaillierte Papierkarte und deinen Kompass dabei haben. Damit bist du auf GPS-Ausfälle und leere Handyakkus vorbereitet.

Die Radwege sind in aller Regel sehr gut ausgeschildert. Das unterstützt deine Orientierung natürlich, wenn du bestimmten Fernradwegen folgst.

Unsere Tipps zu Navigation und GPS Logger per Handy.

Geländeprofil

Österreich ist ein Alpenland. 60% der Landfläche ist gebirgig. Im Osten des Landes gehen die Alpen in die flache Ebene über (Niederösterreich).

 

Radeln

Radfahren in Österreich ist stets mit mehr oder weniger vielen Höhenmetern verbunden, solange du nicht gerade im östlichen Niederösterreich auf Tour bist. Dafür genießt du permanent eine traumhafte Bergkulisse.

Für Radreisen in Österreich bieten sich die ausgeschriebenen regionalen und überregionalen Radwege des Landes sowie die EuroVelo-Routen an.

Auf Radreisen in Österreich solltest du bei der Routenplanung stets das Höhenprofil mit berücksichtigen.

Trampen auf Radreisen in Österreich

Wir hatten auf unseren Radreisen nie Anlass zum Trampen, doch es wird nach unserer Einschätzung kein Problem sein. Die Österreicher sind freundlich und werden dir gerne helfen. Es wird höchstens etwas schwierig sein, ein passendes Fahrzeug zu finden, denn mit Fahrrad und Gepäck kommen höchstens größere Pickups und kleine LKWs in Betracht.

Unsere Tipps zum Trampen auf Radreisen.

Zelten und alternative Übernachtungsplätze

Es gibt viele Campingplätze in Österreich, die manchem Reiseradler aber zu teuer. Denn in der Regel bieten diese Plätze zu viele Services, die du beim Zelten gar nicht benötigst. Frage auf Bauernhöfen oder bei privat, ob sie einen Platz für dein Zelt haben. In aller Regel gibt es eine Zusage und du kommst so viel intensiver mit der Landesbevölkerung in Kontakt.

In den Städten sind die privaten Übernachtungsnetzwerke Warmshowers und Couchsurfing eine gute Alternative zu Hostels oder anderen kostenintensiven Unterkünften.

Sicherheit auf Radreisen in Österreich

Österreich ist ein sicheres Reiseland. Lediglich im Zentrum großer Städte musst du auf deine Sieben Sachen verstärkt aufpassen wegen der Kleinkriminalität.

Auf den Straßen im alpinen Gebirge ist mit Steinschlag, im Winter auch mit Lawinengefahr zu rechnen. Es gibt oft Warnschilder, doch Wachsamkeit ist immer angebracht.

Darüber hinaus solltest du auf Radreisen in Österreich stets das Wetter im Auge behalten. Ein unerwarteter Wetterwechsel kann dich in den Bergen deutlich heftiger treffen als im Tal.

Gefährliche Tiere

Es gibt giftige Spinnen und Schlangen in Österreich. Auch vor dem Hundertfüssler musst du dich vorsehen, seine Bisse sind sehr schmerzhaft.

Sobald du befestigte Wege verlässt oder dir einen Zeltplatz im Gelände suchst, musst du entsprechend wachsam sein und aufpassen, wo du hintrittst.

Gesundheitsgefahren

Für Österreich werden Impfungen empfohlen. Kontaktiere rechtzeitig deinen Hausarzt oder einen Reisemediziner und kläre deinen Bedarf an zusätzlichen Impfungen ab. Gegebenenfalls ist ja auch eine Auffrischung beim bestehenden Impfschutz erforderlich.

Unsere Tipps: Reiseimpfungen im Überblick.

Das Gesundheitssystem in Österreich ist sehr gut. Du kannst dich über die Europäische Krankenversicherungskarte (EHIC) in Österreich behandeln lassen. Auf Anfrage erhältst du von deiner Krankenkasse diese Karte zugeschickt.

Zusätzlich ist eine Reisekrankenversicherung ratsam, denn deine heimatliche Krankenkasse übernimmt nicht alle Leistungen. Alleine für den medizinisch notwendigen Rücktransport solltest du diese Versicherung abschießen.

Klima

Je nachdem, durch welche Regionen und in welchen Höhenlagen du radelst, erlebst du unterschiedliche Klimazonen in Österreich. Im Westen ist das Klima ozeanisch geprägt, im Osten herrscht Kontinentalklima. Somit musst du im Westen mit mehr Niederschlag rechnen, hast aber mildere Temperaturen als im Osten des Landes. In den höheren Lagen sinkt die Temperatur und ein Wetterwechsel trifft dich intensiver. Das betrifft vor allem Gewitter. Halte dich vor allem im Hochsommer vor Ort über das zu erwartende Wetter auf dem Laufenden.

Solltest du tatsächlich in den Wintermonaten durch Österreich radeln, musst du mit unpassierbaren Straßen und Pässen rechnen. Informiere dich hierzu vor einem Aufstieg in die Berge bei den Einheimischen vor Ort.

Kultur

Kulinarisch gehören Spätzle, Kaiserschmarrn, Wiener Schnitzel, Tafelspitz, Knödel und Apfelstrudel sicher zu den bekanntesten Speisen. Aber die Küche Österreichs hat noch viel mehr zu bieten. Das betrifft auch die Getränke-Palette.

Du merkst sehr schnell, dass Österreich streng katholisch war und zum Teil noch ist. Überall hängen Kreuze in den Gebäuden und in jedem Dorf findet sich eine Kapelle, manchmal auch ein Kreuzweg.

An Fest- und Feiertagen erlebst du viel Blasmusik und traditionelle Landestrachten. Aber auch die Architektur ist sehr sehenswert, vor allem in den kleinen Dörfern in den Bergen.

Sehenswürdigkeiten

Folgst du den ausgeschriebenen Radwegen, erlebst du eine traumhafte Berglandschaft, Wasserfälle, wilde Bäche, Klammen, sehenswerte Städte und urige Dörfer. Gleichzeitig genießt du aber auch verkehrsarme Straßen und die Stille der Berge.

 

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