Tipps für Radreisen in Malaysia

Diese Tipps für Radreisen in Malaysia beruhen auf unseren Erfahrungen, die wir während unserem Aufenthalt von insgesamt 90 Tagen auf der Malaiischen Halbinsel, dem Westteil Malaysias, gesammelt haben.

Dabei führte unsere Reiseroute, von Thailand kommend, über Alor Setar, Butterworth, die Insel Penang, Taiping, Ipoh, Klang, Kuala Lumpur und Putrajaya bis nach Melaka im Süden, wo wir Malaysia per Fähre Richtung Sumatra in Indonesien wieder verlassen haben.
Unsere Tipps für Radreisen in Malaysia:

Anreise und Grenzabwicklung

Du kannst auf dem Landweg aus Thailand, per Fähre von Indonesien oder per Flugzeug einreisen.
Es werden dir 90 Tage visafreier Aufenthalt gewährt. Die Ein- und Ausreise-Formalitäten sind dabei einfach und unbürokratisch.

Die Polizei ist immer sehr freundlich und bringt Reiseradlern sichtbar eine sehr hohe Wertschätzung entgegen.

Verständigung

In den Städten kommst du mit Englisch sehr gut zurecht, auf dem Land benötigst du ein Basiswissen in der Landessprache.

Internet, Telefonie, Stromversorgung

Das Stromnetz funktioniert zuverlässig, es gibt schaltbare, hochwertige Steckdosen. Du benötigst aber einen Adapter für die deutschen Stecker.

WiFi zu finden, ist in den Städten nicht schwer. Allerdings ist die Verbindungsqualität sehr durchwachsen. Immer wieder gibt es Unterbrechungen und auch die Geschwindigkeit kann je nach Anbieter sehr große Unterschiede aufweisen.

Telefonieren ist in Malaysia sehr teuer, weil das Guthaben nur für sehr kurze Zeit gültig ist. Eine Aufladung um 10 Ringgit ist nur 10 Tage gültig. Danach bist du nur noch passiv erreichbar.

Neben den bekannten Providern Digi, Maxis, CelCom und UMobile gibt es auch einen relativ unbekannten Anbieter: „Friendi“. Er stellt wohl 60 Tage Gültigkeit zu Verfügung.

Bargeldbeschaffung

Die Bargeldbeschaffung am Geldautomaten in den Städten erfolgt ohne Probleme. Die Gebühren schwanken je nach Bank. In der MayBank und OCBC Bank wurden keine Gebühren erhoben.

Die malaysiasche Währung ist der Ringgit. Oft sagen die Verkäufer Dollar, meinen aber Ringgit.

Lebensmittelbeschaffung

Die Straßenküche in Malaysia ist sehr schmackhaft und vor allem preiswerter als der Einkauf im Lebensmittelgeschäft. Sie verwenden jedoch zum Garen meist das nicht unbedenkliche Palmöl.

Mehr Infos über Palmöl: Palmöl – Segen und Pest zugleich.

Frisches Obst und Gemüse kaufst du am besten auf den städtischen Märkten, die allerdings recht früh am Vormittag schon wieder schließen.

Trinkwasserbeschaffung

Im ganzen Land ist das Wasser aus der Leitung nicht genießbar. Du musst es filtern oder abkochen. Alternativ kannst du überall Trinkwasser in Plastikflaschen kaufen oder fragst in den vielen öffentlichen Stellen, ob du an deren Trinkwasserspendern deine Flaschen auffüllen kannst.
In den meisten Haushalten ist die Wasserinstallation um eine Filteranlage ergänzt, um das eigene Trinkwasser filtern zu können.

Unsere Tipps zum Wasserfilter: Outdoor-Wasserfilter für Radreisen

Bikeshops und Service

In den größeren Städten gibt es gut sortierte Bikeshops und das ganze Repertoire an modernen Fahrrad-Komponenten. Trotzdem solltest du im Zweifel spezielle Ersatzteile und Werkzeug im Gepäck haben.

Straßen

In großen Städten wie Kuala Lumpur ist die Infrastruktur sehr weiträumig ausgebaut. Es gibt Highway mit vielen Spuren, gigantisch große Kreuzungen mit einer Straßenführung über mehrere Ebenen mitten in der Stadt und alles macht einen monumentalen Eindruck. Vor allem in Kuala Lumpur kommen da im Kreuzungsbereich schnell mal 20 Höhenmeter zustande.

Es gibt viele Radwege, vor allem parallel zu den Highways, doch hier heizen auch die vielen, vielen Motorroller an dir vorbei. Weil diese in der Regel keinen Seitenabstand einhalten beim Überholen, sind viele Radwege daher nicht weniger gefährlich als die Straßen für den motorisierten Verkehr.

Neben den vielen guten Straßen gibt es auch immer wieder sehr rustikale Pisten mit tiefen Schlaglöchern. Das betrifft in den kleineren Städten oft auch die Hauptverkehrswege, wogegen die Seitenstraßen oft nagelneu geteert waren.

Etwas nervig sind die dicken Kunststoffstreifen, mit denen sie landesweit die Einhaltung der Geschwindigkeitsdbegrenzungen erzwingen. Du wirst hier oft ganz ordentlich durchgerüttelt mit dem Fahrrad. Es fährt sich auf Abfahrten und vor Kurven wie Waschbrettprofil.

Verkehr

Der Verkehr in Malaysia ist sehr gefährlich. Seitenabstand beim Überholen von Radfahrern kennt man nicht. Das wissen auch die vielen Motorrollerfahrer. Daher fahren die Motorroller aus ihrer Not heraus so dicht an dir vorbei, dass dir das Herz vor Schreck in die Hose rutscht. Daran musst du dich gewöhen auf Radreisen in Malaysia.

Orientierung

In der Regel war die Orientierung per GPS und Offlinekarte im Handy kein Problem.

In Kuala Lumpur gibt es allerdings eine Besonderheit: an den gigantisch großen Mammutkreuzungen der Highways verlaufen die Fahrbahnen in mehreren Ebenen. Auf der digitalen Karte ist dabei nie eindeutig zu erkennen, auf welcher Ebene dein Weg lang führt. Vorteilhaft ist hierbei die Kenntnis der Ortsteile, denn das ist Gegenstand der Ausschilderung vor den Kreuzungen.

Unsere Tipps zur Navigation per Handy:

Fahrrad Navigation und GPS Logger per Handy – offline und kostenlos.

Geländeprofil

Auf der Malayischen Halbinsel radelst du überwiegend durch flaches Land. Doch die Botanik ist unglaublich faszinierend: es gibt Bäume mit gigantischem Stammdurchmesser, gewaltige Blattgrößen, Bananenstauden und viele andere Pflanzen, deren Existenz für uns völlig neu war.

Radeln

Trotz dem gefährlichen Verkehr auf vielen Straßen ist Malaysia ein sehr lohnendes Ziel für Radreisen. Vor allem die Visa-Freiheit für 90 Tage Aufenthalt und die exotische Botanik sprechen dafür.

Trampen

Trampen war ungewöhnlich schwierig in Malaysia. Es gibt nicht viele Pickups oder Kleinlaster, die geeignet wären für die Mitnahme. So hatten wir in der Regel sehr lange warten müssen, bis jemand anhielt.

Doch dann entwickelte sich auf der Fahrt meist beim Fahrar eine derartige Begeisterung für unsere Radreise, dass wir nicht selten eingeladen wurden auf ein gemeinsames Essen oder ähnliches.

Mehr Infos zum Thema: Unsere Tipps zum Trampen auf Radreisen.

Zelten und alternative Übernachtungsplätze

Im Norden des Landes erlauben die Hindutempel oft eine Übernachtung, im Süden waren wir bei den islamischen Moscheen erfolreicher. Allerdings erfolgt die Zusage für eine Übernachtung im Bereich der Moscheen speziell zur Zeit des Fastenmonats Ramadan erst sehr spät am Abend nach den Gebeten, meist erst nach 23 Uhr.

In den größeren Städten war die Suche nach einer Bleibe auf dem privaten Übernachtungs-Netzwerk Warmshowers sehr erfolgreich. Dort stehen sehr viele Mitglieder zur Verfügung. Aber auch hier sinkt die Trefferquote im Ramadan drastisch, weil sich viele dann auf Reisen oder bei ihren Familien in anderen Städten befinden.

Sicherheit auf Radreisen in Malaysia

Die Malaysier sind friedlich und sehr hilfsbereit. Außerhalb der Städte ist es gefahrlos, in den Zentren der Städte und insbesondere in Touristenzentren ist Wachsamkeit angebracht. In Butterworth wollte jemand in unseren Lenkertaschen herumstöbern, als er sich unbeobachtet fühlte.

Gefährliche Tiere

Es gibt giftige Schlangen, daher ist beim Zelten in der Prärie Vorsicht angesagt.

Überall triffst du frei lebende Affenrudel, die in der Regel scharf auf deine Lebensmittel sind.

Gleiches gilt für die vielen Ameisen, die blizuschnell ganze Heerscharen organisieren und dann über die Lebensmittel in deinen Packtaschen herfallen.

Besonders gefährlich sind jedoch die Stechinsekten, die Krankheiten wie Malaria oder Dengue übertragen. Hiergegen solltest du dich mit langer Kleidung, Repellentien und einem Moskitonetz für die Nächte schützen.

Gesundheitsgefahren

Für Malaysia werden eine ganze Reihe Impfungen empfohlen, Kontaktiere rechtzeitig vor Reiseantritt einen Tropenmediziner. Insbesondere auch wegen der Abklärung bezüglich der Krankheiten, gegen die es keine Impfungen gibt.

Klima

Bedingt durch seine Lage am Äquastor geniest Malaysia ganzjährig ein tropisch-heißes Klima. Es ist zudem sehr schwül und in der Regel fällt in den Nachmittagsstunden ein kurzer, aber sehr heftiger Starkregenschauer.

Kultur

Die vielen verschiedenen Religionen machen sehr etwas schwierig, sich immer richtig zu verhalten. Der kleinste gemeinsame Nenner für Malaysia:

Frauen gegenüber zurückhaltend sein, nicht mit den Fingern auf andere zeigen, nie Kritik äußern, Menschen vor dem Fotografieren fragen, die linke Hand gilt als unrein, nicht Fußsohlen auf andere richten, nicht zu freizügig kleiden, Moscheen nur in langer Kleidung betreten, nicht auf die Türschwelle treten.

Sehenswürdigkeiten

Die multireligiöse Gesellschaft in Malaysia bringt es mit sich, dass du in alle religiöse Kulturen eintauchst auf Radreisen in Malaysia. So erlebst du Hindu-Zeremonien, Moscheen, Gurudwaras und chinesische Tempel.

Kuala Lumpur bietet Programm für einige Tage. Neben den Petronas-Towers erlebst du hier viele Bauwerke aus der Kolonialzeit, sehenswerte Parks und die Batu Caves im Norden der Stadt.

Auch die Insel Penang und dort vor allem die Stadt Georgetown sind einen mehrtägigen Abstecher wert.

Auf Radreisen in Malaysia wirst du auch sicher einige Feiertage erleben, denn kein anderes Land der Welt hat mehr Feiertage. Die islamischen Feiertage werden dabei landesweit gefeiert, andere Feiertage nur regional.

Weitere spezielle Highlights:

 

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