Lebensmittel frisch halten auf Radreisen – Tipps und Tricks

Spätestens, wenn dir auf einer Radreise die ersten Nahrungsmittel in deinen Packtaschen in Windeseile verderben, denkst du darüber nach, wie du unterwegs deine Lebensmittel frisch halten kannst.

Hitze, extreme Temperatur-Wechsel, Feuchtigkeit, Druck, Erschütterungen, … all das setzt empfindlichen Nahrungsmitteln zu und beschleunigt den Alterungs-Prozess.

Wir haben auf unseren Radreisen in dieser Hinsicht auch so manches erlebt und sind mit der Zeit immer kreativer geworden, um unsere Lebensmittel frisch halten zu können.

In diesem Artikel möchten wir unsere Erfahrungen und Tipps zu diesem Thema weitergeben. Was kannst du tun, wenn du auf deinen Radreisen verderbliche Lebensmittel frisch halten musst?

Lebensmittel auf Radreisen

Auf Radreisen gibt es ganz andere Rahmenbedingungen für Lagerung und Transport von Lebensmitteln als im heimischen Haushalt: Du hast keinen Kühlschrank im Gepäck und auch nicht gerade viel Platz für luftige Lagerung. In den kleinen Packtaschen wird vieles schnell gequetscht und ist bei intensiver Sonnenstrahlung einer ungewöhnlich hohen Hitze ausgesetzt. Auf schlechter Straße entstehen Erschütterungen, die alles am Fahrrad ordentlich durchschütteln, bei Regenwetter werden die Vorräte schnell feucht und durch die Nähe zur Natur z.B. beim Zelten lockt man schnell unerwünschtes, hungriges Getier an.

Daraus folgt: Du solltest beim Lebensmittel-Einkauf immer die härteren Rahmenbedingungen auf Radreisen im Auge behalten und dementsprechend auf zu empfindliche Lebensmittel verzichten.

Zusätzlich kannst du aber auch mit vielen kleinen Tricks die Haltbarkeit deiner Vorräte erhöhen. Dazu weiter unten mehr.

Empfindliche und robuste Lebensmittel

Es gibt starke Unterschiede zwischen den einzelnen Lebensmitteln, was Haltbarkeit und Belastbarkeit betrifft. Fleisch und Fisch verderben schneller als Äpfel, Weißbrot altert schneller als Vollkornbrot, Möhren sind robuster als Kopfsalat, Hartkäse hält länger als Joghurt und Nudeln, Reis und Haferflocken halten sich fast ewig.

Also macht es durchaus Sinn, bereits beim Einkauf gezielt auf eine ausreichende Unempfindlichkeit der Lebensmittel zu achten. Bevorzuge dehydrierte Lebensmittel (Nudeln, Reis, Couscous, Gries, Polenta, Haferflocken, Trockenobst, Milchpulver, Dauerwurst, Hartkäse, …) und Instantprodukte (Tütensuppen, Brühwürfel, …). Meide dagegen schwere, wasserhaltige und auch empfindliche Lebensmittel oder kaufe solche Produkte immer erst am Tagesziel. Kaufe verderbliche Ware nur in kleinen Mengen und in kleinen Packungsgrößen. Denn einmal geöffnet, tickt die Uhr.

Wenn du die nötige Zeit hast, kannst du frisches Obst, Gemüse und Pilze auch klein schneiden und selber trocknen. Allerdings benötigst du für viele Produkte hier tatsächlich einen Dörrautomaten.

Umfang und Art deiner Lebensmittel-Einkäufe hängen natürlich auch stark von deiner Reise-Region ab:

In zivilisationsreicher Gegend bist du nicht gezwungen, Vorrat für mehrere Tage einzukaufen. Hier kannst du am Zielort unbeschränkt auch die empfindlichen Lebensmittel kaufen. Auf längeren Strecken ohne Einkaufsmöglichkeiten sieht das schon ganz anders aus. Da musst du auf Vorrat kaufen und auf die verderblichen Produkte eben verzichten.

Lagerung und Transport der Lebensmittel

Art und Ort der Lagerung nehmen massiv Einfluss auf die Haltbarkeit empfindlicher Lebensmittel.

Dunkle Packtaschen heizen sich durch Sonnenstrahlen stärker auf als helle. Kaufe dir also eher Packtaschen in einer helleren Farbe, wenn du auf deinen Radreisen oft Lebensmittel-Vorräte transportieren willst.

Darüber hinaus gibt es Lagerorte im gesamten Gepäck, wo der Schatten anderer Gepäckstücke Dinge länger kühl hält. Deponiere also deine empfindlichen Lebensmittel dort, wo sie am wenigsten Hitze ertragen müssen.

Berücksichtige auch den Stand der Sonne im Verlauf des Tages und deine Fahrtrichtung zur Sonne: packe die empfindlichen Lebensmittel in eine Packtasche auf der Schattenseite.

Parke dein Fahrrad immer im Schatten, deponiere deine Packtaschen bei einem längeren Stopp ebenfalls immer an einer kühlen Stelle.

Verwende Kühltaschen oder Isolierbeutel für die empfindlichen Lebensmittel. Noch effektiver werden diese Isolierbeutel, wenn du sie in einen Sack aus dickerem Stoff (z.B. Frottee) steckst und diesen Stoffbeutel vorher in Wasser getränkt hast. Während das Wasser verdunstet, wird dem gesamten Gebinde Wärme entzogen. Somit hast du dann tatsächlich einen kleinen Kühlschrank. Du musst dann nur immer wieder den Stoffbeutel in Wasser tränken, sobald das Wasser verdunstet ist.

Entferne gleich nach dem Einkauf die luftdichte Plastikfolie und nehme stattdessen Papier. Dann können Obst und Gemüse atmen, trocknen aber nicht aus.

Achte schon beim Einkauf auf geeignete Behälter für deine Lebensmittel: Salatöl geht nur in Flaschen mit stabilem Schraubverschluss und Margarine solltest du umfüllen in einen Behälter mit ebenfalls dichtem Schraubverschluss. Verpacke solche Risiko-Behälter zusätzlich noch in dichte Plastiktüten. Das reduziert die Gefahr einer fürchterlichen Sauerei, wenn doch mal etwas ausläuft.

Eier solltest du zeitnah hart kochen, denn so sind sie sicherer transportierbar.

Ein Trick, um Plastiktüten zu verschließen: schneide den oberen Teil einer ausrangierten Plastikflasche samt Gewinde ab, ziehe den offenen Teil der Plastiktüte durch die ehemalige Flaschenöffnung , stülpe den Rand der Plastiktüte über das Flaschengewinde nach außen und verschließe die Plastiktüte durch Aufschrauben des Flaschendeckels.

Getränke

Am besten füllst du nur Wasser in deine Trinkflaschen, keine gesüßten Säfte oder gar Milch. Das verdirbt schneller und du bekommst die Flaschen nicht mehr sauber. Und selbst bei Wasser färbt sich der Flaschenboden mit der Zeit grün: Algen wachsen. Daher verwenden wir am liebsten die einfachen, käuflichen Plastikflaschen, die wir immer zeitig gegen neue Flaschen austauschen.

Einen zusätzlichen Schutz gegen Algenbildung bieten Flaschen-Überzieher aus Stoff, die du dir selber auf Maß nähen kannst. An heißen Tagen tränkst du diese Stoff-Bezüge immer wieder mit Wasser und erreichst damit sogar eine angenehm kühle Trinktemperatur.

Grundsätzlich solltest du immer hinterfragen, ob das Wasser tatsächlich genießbar ist, bevor du es in deine Flaschen füllst. Im Zweifel solltest du dann alles abkochen oder filtern.

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Obst und Gemüse

Achte schon beim Kauf der Ware darauf, dass sie dir auf dem Markt nicht gerade die überreifen Früchte andrehen. Wenn möglich, suche dir gezielt die frischeste Ware aus dem Angebot heraus. Bei vielen Produkten ist der Frische-Zustand sichtbar, im Zweifel setze deinen Geruchssinn ein.

Bananen werden schnell braun und matschig, wenn sie unter Hitze-Einwirkung und äußerem Druck in der Packtasche gelagert werden. Sie halten sich länger, wenn sie einzeln in etwas Papier gewickelt und ohne Druck an einer kühlen Stelle deponiert werden. Das gilt auch für Äpfel, anderes empfindliches Gemüse und auch für Pilze.

Tomaten und Paprika werden ebenso schnell matschig, Möhren, Zwiebeln und Rettich halten sich dagegen sehr lange.

Tägliches Lüften ist bei Obst und Gemüse ebenfalls sehr wichtig. Somit kann Feuchtigkeit entweichen. Achte aber beim Lüften darauf, dass hungrige Tiere keinen Zugang zu den betreffenden Lebensmitteln haben.

Verarbeite bei größeren Vorräten immer die reifsten Früchte zuerst und rangiere faulige Stücke so schnell wie möglich aus, um den verbleibenden Rest nicht unnötig zu belasten.

Brot

Brot hält sich länger frisch, wenn du es in eine Papiertüte oder in Stofftuch einwickelst. So kann das Brot atmen, trocknet aber langsamer aus. Plastiktüten erhöhen auf mehrere Tage die Gefahr, das das Brot schimmelt.

Fleisch und Fisch

Fleisch und Fisch solltest du erst kaufen, wenn du dir sicher bist, dass du es kurze Zeit später (max. 1 h später) verarbeiten kannst. Deponiere es am besten eingewickelt in Papier oder einer Isoliertasche und / oder zwischen anderen Lebensmitteln aus der Kühltheke bzw. Tiefkühlkost, wenn du sie noch eine Weile in deiner Packtasche transportieren musst.

Grundsätzlich solltest du dann bei der Zubereitung alles vollständig durchgaren, insbesondere dann, wenn die Kühlkette vom Geschäft bis zum Kochtopf unterbrochen war. Damit reduzierst du das Risiko einer Lebensmittelvergiftung. Denn mit verdorbenem Fleisch oder Fisch ist nicht zu spaßen.

Süßwaren

Schokolade schmilzt sehr schnell bei zu viel Hitze, einfache Butterkekse halten sich dagegen problemlos mehrere Tage. Süßes zieht natürlich auch die Tiere an. Achte immer auch Geruchsverschluss und geschlossene Packtaschen. In manchen asiatischen Ländern sind schon die kleinsten Löcher in deiner Packtasche eine Gefahr: Die Ameisen werden deine Lebensmittel riechen und glaube uns: Sie befallen deine Taschen und sie sind dabei unglaublich schnell.

Lebensmittel aus der Kühltheke

Tiefkühlkost wirkt wie Eiswürfel, wenn auch nur für begrenzte Zeit. Mache dir diese Kühlung zu Nutze, wann immer es möglich ist.

Wenn du die Wahl hast zwischen ungekühlten und gekühlten Lebensmitteln, wähle immer die gekühlte Version, solange dir die mit eingekaufte Kälte von Nutzen ist.

 

Fazit zum Lebensmittel frisch halten auf Radreisen

Wie du siehst, gibt es eine ganze Reihe von Tricks, wie du deine Lebensmittel frisch halten kannst, selbst unter den harten Bedingungen auf einer Radreise. Mit ein wenig Kreativität fallen dir sicher noch weitere Tricks ein.

 

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