Tipps für Radreisen in Mexiko

Diese Tipps für Radreisen in Mexiko beruhen auf unseren Erlebnissen im Südosten des Landes. Hier haben wir in 2020 von Cancun aus eine Rundreise auf der Halbinsel Yucatán unternommen und sind dabei über Tulum, Chetumal, Palenque, Villahermosa, Ciudad del Carmen und Merida geradelt.

Unsere Tipps für Radreisen in Mexiko:

Zelten in Mexiko

Zelten ist in Mexiko zwar ohne Probleme machbar, doch das Risiko, Opfer von Überfall und Diebstahl zu werden, ist nur schwer einzuschätzen. Mexiko gilt halt als sehr gefährlich.

Wir haben in den 10 Wochen Aufenthalt keine Nacht im Zelt verbracht, sondern stattdessen in der Regel in einem abschließbaren oder schwer zugänglichen Raum übernachtet. Gepäck und Fahrräder haben wir dabei stets mit aufs Zimmer genommen oder mindestens mit zwei guten Fahrradschlössern an eine Stange abgeschlossen.

Unsere Tipps zu den Fahrradschlössern

Unsere Tipps zu den besten kostenlosen Übernachtungsplätzen auf Radreisen in Mexiko:

  • Die Bomberos (Freiwillige Feuerwehr) gewähren dem Reiseradler zwar häufiger einen Schlafplatz, doch oft wurde einem nur das Außengelände überlassen. In kleineren Städten waren dann die Gebäude tatsächlich zu klein oder die hygienischen Verhältnisse waren grenzwertig.
  • Protecction Civil: Der Zivilschutz ist oft mit den Bomberos in einem gemeinsamen Gebäude untergebracht. Auch hier werden einem Reiseradler manchmal Übernachtungen gewährt. Und auch hier sind die räumlichen Gegebenheiten meist sehr basic.
  • Kirchen: An vielen Kirchen existiert am Seitenschiff ein überdachter Platz, wo du als Reiseradler dein Schlaflager errichten darfst, wenn der Padre es erlaubt. Es gibt Toiletten, Wasser, Strom und Licht. Manchmal wird das Gatter über Nacht verschlossen, also sind Fahrrad und Gepäck ziemlich sicher. Anstrengend wird die Angelegenheit, wenn der Padre erst spät am Abend eintrifft und die Zusage bis dahin in den Sternen steht.
  • Die Polizei: sie hilft lediglich bei der Suche nach einem Schlafplatz. Dabei ist die Hilfsbereitschaft sehr stark ortsabhängig. In Tulum sehr enttäuschend, in Felipe Carillo Puerto sehr engagiert.
  • Das Casa Communal: Vor allem in den kleineren Städten ist die Kommunalverwaltung einen Versuch wert. Sie unterhalten größere Gebäude mit einigen leer stehenden Räumen, wo du deine Schlafmatte auf den Boden legen kannst.
  • Rotes Kreuz (Cruz Roja): Das Rote Kreuz hatten wir mehrfach empfohlen bekommen, doch blieben mehrere Anfragen ohne Erfolg.
  • Warmshowers: Die Kontaktaufnahme klappte einige Male und dann auch gleich für mehrere Nächte. Aber außerhalb der Städte gibt es kaum gemeldete Mitglieder.
  • Couchsurfing: Das Warten auf Antwort kann lange dauern, die Trefferquote ist sehr gering.
  • Hostels: Mit etwas Glück findest du in den Touristenhochburgen ein Hostel, wo du als Volontär arbeiten kannst und dafür Bett und Frühstück kostenlos erhältst.

Ganz gleich, wo du ein Schlaflager findest: Rechne mit Mücken und plane generell dein Mückennetz mit ein, wenn du einen Schlafplatz angeboten bekommst. Selbst, wenn sie Fliegennetze vor den Fenstern haben.

Unsere Tipps zum Moskitonetz.

Radeln in Mexiko

Wenn die Straße einen breiten Seitenstreifen hat, ist das Radeln relativ ungefährlich. Fehlt der Seitenstreifen, wird es brandgefährlich. Der Verkehr hält selten ausreichenden Seitenabstand beim Überholen und brettert in der Stadt stellenweise mit 70 / 80 km/h an dir vorbei.

Spurwechsel ist besonders riskant: Wie aus dem Nichts taucht urplötzlich ein Raser auf und kreuzt deine Fahrlinie.

Die wenigen Scooter-Fahrer sind ebenfalls gefährlich: Sie halten noch weniger Seitenabstand zum Radfahrer, weil sie sich ja ebenfalls vor dem Autoverkehr schützen müssen. Weil man sie erst akustisch wahrnimmt, wenn sie einen schon überholen, jagt es einem immer einen ordentlichen Schreck ein.

Auch bei Nacht zu radeln, ist keine gute Idee. Die Scheinwerfer vieler Autofahrer blenden. Zusätzlich sind große Schlaglöcher, offene Kanalschächte oder andere Stolperfallen nicht mehr ausreichend frühzeitig erkennbar.

Viele Drainagedeckel verlaufen quer über die gesamte Straße und die ca. 5 cm breiten Schlitze sind in Fahrtrichtung angeordnet. Sehr gefährlich für Fahrräder mit Reifenbreite unter 2,5“.

Die Besiedelung ist in vielen Gebieten im Südosten Mexikos sehr dünn. Dementsprechend gibt es auf manchen Strecken auf 50 bis 100 km Strecke keine Städte oder Dörfer, also auch kein Trinkwasser und keine Einkaufsmöglichkeit. Auf manchen Strecken nicht mal einen schattigen Unterstand. Bedenke das bei deiner Routenplanung und versorge dich rechtzeitig mit Trinkwasser.

Sicherheit in Mexiko

Mexiko zählt zu den 30 gefährlichsten Ländern auf unserem Planeten. Insbesondere die Tötungsrate ist hier sehr hoch. Doch als Tourist wirst du höchstens in Mexiko-Stadt und in den Touristen-Hochburgen mit starker Kriminalität konfrontiert. Auf dem Land und in den kleineren Städten ist es nicht wirklich gefährlicher als in anderen Ländern. Meide nächtliche Fahrten, abgelegene Gassen und die Drogenszene.

Insbesondere in den Touristenzentren musst du aufpassen: auf deine Wertsachen, auf deinen Drink in der Bar, auf dein Fahrrad und bei der Suche nach einem Taxifahrer. Hier lauern die größten Gefahren, wenn man den Ausführungen auf der Website des Auswärtigen Amtes Glauben schenkt.

Die Halbinsel Yucatán im Osten des Landes zählt zu den Hurrikan-gefährdeten Regionen. Insbesondere Mai – November ist hier mit heftigen Tropenstürmen zu rechnen.

Die gefährliche Tierwelt in Mexiko

An den vielen toten Schlangen am Straßenrand lässt sich ablesen, dass du beim Verlassen befestigter Wege besonders achtsam sein musst. Aber es gibt noch eine ganze Reihe weiterer gefährliche Tiere im Dschungel.

Ähnliches gilt für die Gewässer. Frage stets die Anwohner, ob das Baden ungefährlich ist oder nicht.

Äußerst unangenehm und lästig sind die kleinen, roten Ameisen: Sie riechen die Lebensmittel in deinen Packtaschen aus weiter Ferne und organisieren in Windeseile eine wahre Invasion in deinem Gepäck. Und sie beißen sofort zu, sobald du dein Gepäck wieder dekontaminieren willst. Es erwischte uns mehrmals: auf dem Land und in der Stadt, selbst in den gehobenen Wohnlagen.

Unser Video auf YouTube: Ameisen in der Packtasche

Und in unserem Notebook nisteten sie sich auch ab und zu ein. Sie kommen dann aus den Spalten der Tastatur hervor und verschwinden dort auch gleich wieder ins Innere der Elektronik. Wir hofften immer, dass sie uns nicht irgendwann einen Kurzschluss verursachen.

Und dann gibt es noch die Mücken als Krankheitsüberträger: Malaria, Dengue, Chikungunya, usw. Trage lange Kleidung und schütze dich mit Moskitonetz oder Repellentien.

Die Straßen in Mexiko

Die Überlandstraßen sind breit und haben guten Asphalt. Meist gibt es auch einen breiten Seitenstreifen für Radler. Damit ist das Radeln in Mexiko ungefährlich und sehr entspannend.

In den Städten wird es für Radler oft ziemlich eng, weil der Seitenstreifen fehlt. Hier fahren vor allem die Busse und Taxis mit sehr wenig Seitenabstand an einem Radler vorbei. Dabei ist das Tempo innerorts auf den Hauptdurchgangsstraßen relativ hoch: 70 km/h ist keine Seltenheit.

Etwas anstrengend ist das Kopfsteinpflaster im Zentrum von Cancun. Aber auch in einigen anderen Städten ist die Straßendecke derart ramponiert, dass es sich ähnlich rustikal anfühlt.

Manche Straßen sind im Randbereich mächtig unterspült worden und die Asphaltdecke hat Risse wie nach einem Erdbeben. Auch fehlende Gullideckel und andere Gemeinheiten warten auf dich. Du solltest also ausschließlich bei Tageslicht und mit voller Aufmerksamkeit radeln.

Der Verkehr in Mexiko

Die überlangen LKWs mit Anhänger erinnerten uns an die Roadtrains in Australien. Wenn sie mit ihren 120 km/h an einem vorbeiziehen, bekommt man gehörig Respekt. Zudem sind die meisten LKW-Motoren in Mexiko extrem laut.

Die Abgasbelastung hält sich in Grenzen. Da hatten wir in Südamerika durchweg schlimmeres erlebt.

Entlang der Ostküste erlebten wir erstaunlich wenig Schwerlastverkehr, aber ein hohes Verkehrsaufkommen. Genau entgegengesetzt waren die Verhältnisse auf der MEX 186 zwischen Chetumal und Palenque. Hier dominiert der Schwerlastverkehr.

Trampen auf Radreisen in Mexiko

Grundsätzlich ist das Trampen in Mexiko gefährlicher als in anderen Ländern. So gibt es entsprechende Hinweise vom Auswärtigen Amt über mögliche kriminelle Energie. In dieser Hinsicht waren wir sehr aufmerksam und wählerisch, sahen aber nirgendwo eine größere Gefahr als in anderen Ländern.

Im Gegensatz zu vielen anderen Ländern ist das Trampen mit Reiserad in Mexiko aber deutlich schwieriger. Aus voller Fahrt hält nur ganz selten ein Fahrzeug. Viele Fahrer sind eben auch äußerst vorsichtig.

Zudem gibt es auf manchen Strecken nur wenige Pickups. Da ist Geduld gefragt.

Stelle dich an Mautstationen oder Geschwindigkeitsschikanen auf oder frage bei stehenden Fahrzeugen nach, dann hast du noch die besten Chancen, dass dich einer mitnimmt.

Orientierung in Mexiko

In den Touristengebieten war es schwierig, aus den vielen Straßenschildern die tatsächlich wichtigen Ortshinweise herauszufiltern. Jedes große Hotel, jede kleine Sehenswürdigkeit, … alles wird über ein Straßenschild oder eine Hinweistafel angekündigt. Dieser endlose Schilderwald war uns schon zu viel des Guten, insbesondere entlang der Riviera Maya zwischen Cancun und Chetumal.

Navigation per Handy mit GPS und Offlinekarte von OSM klappt einwandfrei. Jedoch ist die OSM-Karte außerhalb der Städte noch etwas mager ausgestattet. So sind wenig befahrene Straßen erst erkennbar, wenn man tief genug in die Karte hinein zoomt.

Unsere Tipps zur Navigation und GPS Logger per Handy.

Das Klima in Mexiko

Das Klima in Mexiko ist tropisch heiß und sehr schwül. Selbst im Winter. Insbesondere im Gliedstaat Tabasco erlebten wir eine unerträgliche Luftfeuchtigkeit. Es ist also ratsam, in den frühen Morgenstunden zu radeln und spätestens um 13 Uhr das Tagesziel zu erreichen.

Der Wind wehte in Yucatan hauptsächlich aus nördlicher Richtung. Das betrifft das Ostufer (Cancun – Chetumal) und auch die Westküste (Ciudad del Carmen – Campeche).

Einkauf in Mexiko

Die Bargeldbeschaffung per Kreditkarte am Geldautomaten klappt ohne Probleme. Unser Favorit war die Banco Azteca. Hier ist das Limit für eine Transaktion 5000 Peso bei 30 Peso Gebühren. Das war preiswert.

Du solltest immer Kleingeld bereithalten. Selbst in den größeren Läden fehlt oft schon das Wechselgeld für die Bezahlung mit einem 50 Peso-Schein. Doch wenn sie das Wechselgeld dann mal passend herausgeben können, erhältst du in der Regel einen Haufen schwerer 1-, 2-, 5- oder 10-Peso-Münzen und deine Geldbörse platzt aus allen Nähten.

Brauchbaren Spiritus für den Campingkocher zu finden, ist sehr schwierig. Es gibt in den Supermärkten und den Apotheken lediglich 70 %-igen Acohol Ethilico. Den 96 %-igen „Alcohol Pure“ findet man nur sehr selten und nach vielen Stunden Sucherei, selbst in den größeren Städten. Und dieser Brennstoff ist richtig teuer in Mexiko: 90 Peso für 0,5 Liter. In der Stadt Cancun fanden wir ihn ausschließlich in der Farmacia Paris neben dem Ramada Hotel.

Die Esskultur in Mexiko

Zu den wichtigsten Gerichten zählen die Tacos. Das sind Tortillas mit den verschiedensten Beilagen. Es wird vieles sehr scharf gewürzt. Beilagen und Saucen sind in dieser Hinsicht immer mit äußerster Vorsicht zu dosieren. Vor allem die grüne Chili-Sauce.

In größeren Städten gibt es eine umfangreiche Straßenküche. In kleineren Städten sucht man erst einmal sehr lange, bis sich etwas findet. Da hat sich manche unserer Pausen ungewollt in die Länge gezogen.

Auf den Überlandstrecken sind die Einkaufsmöglichkeiten stark beschränkt. Oft existiert auf 50 bis 100 km Strecke keine größere Stadt. Berücksichtige das bei deiner Streckenplanung, wenn du per Fahrrad unterwegs bist.

Es ist ratsam, sich zuerst über die Preise zu informieren, bevor man in der Straßenküche einkauft. Denn die Händler erhöhen die Preise bei Touristen gerne. Verhandelt man dann auf den niedrigeren Preis, wird es in der Regel sofort akzeptiert.

Die Wasserversorgung in Mexiko

Das Wasser aus den Leitungen ist generell nicht als Trinkwasser geeignet. Du musst es filtern oder abkochen. Alternativ kannst du Trinkwasser in Flaschen kaufen. Suche in den öffentlichen Gebäuden nach frei zugänglichen Trinkwasserspendern oder frage dich zu solchen Geräten durch. Mit etwas Glück geben sie dir sogar eisgekühltes Trinkwasser, wenn du als Radler in Erscheinung trittst.
Unsere Tipps zum Outdoor Wasserfilter.

Gesundheit auf Radreisen in Mexiko

Mexiko hat tropisches Klima. Folglich musst du dich vor den Stechinsekten in Acht nehmen, denn hier lauern Malaria, Dengue und andere schlimme Krankheiten.

Des Weiteren hapert es an der Hygiene. Sanitäre Einrichtungen und Schlafräume pfeifen oft auf dem letzten Loch und du triffst Ameisen, Küchenschaben und auch schon mal größere Tiere.

Fahrrad-Service in Mexiko

In den größeren Städten gibt es Fahrradgeschäfte mit hochwertigen, modernen Komponenten. Die Preise für importierte Komponenten sind in der Regel sehr hoch, insbesondere in den Touristenstädten. So kostet eine Fahrradkette von Shimano für 9-fach (CN-HG 53) in Cancun 25 Euro, in Chetumal jedoch lediglich 18 €uro.

Fahrradkartons für anstehende Flüge zu ergattern, kann schwierig werden. In Cancun hat uns das einen ganzen Tag gekostet.

Das Panorama in Mexiko

Auf der Halbinsel Yucatán im Osten Mexikos dominiert Flachland mit teils tropischer Vegetation. Weiter südlich Richtung Chiapas ändert sich das schlagartig. Dort dominiert das Gebirge und du wirst mit vielen Höhenmetern konfrontiert.

In den Bergen sind die Straßen auch oft ohne Seitenstreifen, dafür aber mit vielen unübersichtlichen Kurven. Da wird das Radfahren schnell extrem gefährlich.

 

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