Tipps für Radreisen in Indonesien

Diese Tipps für Radreisen in Indonesien beruhen auf unseren Erfahrungen und Erlebnissen in diesem Inselstaat im Rahmen unserer großen Radreise durch Asien. Dabei sind wir, von Malaysia per Fähre kommend, nach Indonesien eingereist und haben die Inseln Sumatra, Java und Bali bereist.
Unsere Tipps für Radreisen in Indonesien:

Anreise und Grenzabwicklung

Bis zu 30 Tagen Aufenthalt sind ohne Visum möglich. Du musst aber ein Ausreise-Flufticket vorweisen können.

Wenn du mehr Zeit in Indonesien verbringen möchtest, benötigst du ein Visum. Dabei unterscheiden die Behörden zwischen Aufenthalten von bis zu 60 Tagen und länger, jeweils mit unterschiedlichen Gebühren.

Für die Einreise kommen Flugzeug und Fähre in Frage. Die Einreise-Formalitäten sind einfach und unbürokratisch. Allerdings musst du dich innerhalb der ersten 24 Stunden beim Gemeindevorsteher melden. In der Regel übernimmt das dein Hotel. Bei alternativen Unterkünften musst du dich selber drum kümmern.

Verständigung

In den Städten findet sich immer jemand, der auch englisch spricht. Auf dem Land wird es da schwieriger.

Es lohnt sich, ein kleines Basiswissen in Indonesisch mitzubrigen. Erlernt man aber auch vor Ort sehr schnell.

Internet, Telefonie, Stromversorgung

Telefon-SIM-Karten sind preiswert. WiFi ist schwer zu finden außerhalb der Hotels und der Gastronomie. Das Internet glänzt auch nicht gerade mit Netzstabilität und hohen Geschwindigkeiten. Bei Bedarf kaufst du am besten ein Internet-Paket.

Bargeldbeschaffung

In den Städten ist die Bargeldbeschaffung am Geldautomaten kein Problem. Es ist aber auch möglich, dass ein Geldautomat zufällig nicht funktioniert (eigene Erfahrung).

Lebensmittelbeschaffung

Die schmackhafte und abwechslungsreiche Straßenküche ist preiswerter als der Einkauf im Lebensmittelgeschäft. Reise dominiert die Speisekarte und wird mit vielen anderen Zutaten kombiniert. Daneben ginbt es jede Menge verschiedenere Süßspeisen. Aufs Kochen haben wir folglich ganz verzichtet. Spiritus für den Trangia-Kocher erhälst du in der Apotheke.

Trinkwasserbeschaffung

Das Wasser aus den Leitungen ist landesweit nicht genießbar. Du musst es filtern oder abkochen. Alternativ kannst du Wasser in Plastikflaschen kaufen. In vielen Einrichtungen stehen Trinkwasserspender mit großen Wasserkartuschen und Zapfhähnen für kaltes und heißes Wasser. Auf Anfrage kannst du dort oft deine Flaschen auffüllen.

Unseren Tipp für einen Wasserfilter haben wir in einem separatem Artikel beschrieben:
Der perfekte Wasserfilter für Radreisen und Backpacking.

Bikeshops und Service

In den größeren Städten findest du gut sortierte Bikeshops und gängige Komponenten und Ersatzteile. Trotzdem solltest du wichtige Ersatzteile und Spezialwekzeug schon bei der Einreise mitbringen. Dann bist du autark. Denn in vielen Regionen gibt es nur kleinere Dörfer, keine großen Städte.

Straßen

Indonesien ist geprägt durch Vulkanismus und Erdbeben. Daraus resultieren zum einen viele Berge mit steilen Anstiegen und vielen Höhenmetern, zum anderen extrem schlechte Straßen, weil Erdbeben und Vulkanismus hier immer wieder ihre Spuren hinterlassen.

Auf manchen Straßen muss jeglicher Verkehr im Schritttempo um tiefe Krater herum jonglieren, doch selbst auf den guten Straßen erwischt es einen immer wieder. Eine hohe Reisegeschwindigkeit ist in Indonesien deshalb oft gar nicht möglich.

Insgesamt sind die indonesischen Inseln ein sehr hartes Terrain für Radreisen. Es erfordert stets die volle Konzentration auf die Straßendecke.

Verkehr

Der Verkehr ist extrem gefährlich für Radler. Seitenabstand beim Überholen kennt man nicht. Und Bremsen für Radler kommt gar nicht in Frage. Man hupt sich stattdessen einfach die Fahrbahn frei.

Die Verkehrsdichte ist zu jeder Tageszeit enorm hoch auf den meisten Straßen.

Bei Nacht zu radeln, solltest du auf alle Fälle vermeiden. Das ist reiner Selbstmord. Da hilft dir auch eine gute Beleuchtungsanlage am Fahrrad nicht mehr wirklich viel.

Orientierung

Die Beschilderung ist gut lesbar und per GPS und Offlinekarte im Handy waren Navigation und Orientierung nie ein Problem. In kleineren Dörfern sind allerdings nicht alle Straßen in der Karte verzeichnet.

Unsere Tipps zur Navigation per Handy:

Fahrrad Navigation und GPS Logger per Handy – offline und kostenlos.

Geländeprofil

Indonesien ist vulkanischen Ursprungs. Nirgendwo sonst auf der Erde ist die Dichte an Vulkanen größer. Das prägt natürlich das Landschaftsbild und das Geländeprofil auf allen Inseln.

Auf Sumatra zieht sich ein bis zu 3800 Metern hoher Gebirgszug im Westen durch die Insel: das Barisan-Gebirge. Landschaftlich sehr sehenswert, aber zum Radeln extrem anstrengend.

Radeln

Das Radeln in Indonesien ist hart. Viele steile Anstiege, ramponierte Straßen mit brüchigem Asphalt oder grobe Schotterpisten und weite Entfernungen zwischen den Städten (auf Sumatra und Java).

Unser Tipp: nimm so wenig Gepäck wie nur möglich mit auf deine Reise. Jedes Gramm erschwert dir die Aufstiege.

Trampen

Trampen klappt erstaunlich gut in Indonesien. Und es hat uns viele lange und gefährliche Überlandstrecken und vor allem viele Höhenmeter erspart. Geeignete Fahrzeuge sind vor allem die großen Pickups und Kleintransporter mit offener Ladefläche.

Unsere Tipps zum Trampen haben wir in einem separaten Artikel beschrieben:
Trampen auf Radreisen.

Alternativ zum Trampen kämen zwar noch Bahn und Bus in Frage, doch die Abwicklung war uns zu kompliziert: bei der Bahn werden Fahrräder nur separat als Cargo in einem anderen Zug transportiert und bei vielen Bussen ist der Laderaum für Fahrräder tatsächlich zu klein.

Zelten und alternative Übernachtungsplätze

Zelten ist kein Problem in Indonesien. Du fragst die Anwohner und erhälst meistens brauchbare Tipps oder die Genehmigung zum Zeltaufbau. Wir haben jedoch wegen der Schlangen und der freilaufenden Affen meistens aufs Zelten verzichtet und dank der Tipps der Einheimischen auch immer eine Alternative gefunden:

Viele Polizeistationen erlauben dem Reiseradler eine Übernachtung. Das garantierte uns einen sicheren Platz für Fahrräder und Gepäck. Eine Zusage ist hier jedoch nicht garantiert.

Das private Übernachtungs-Netzwerk Warmshowers war nur selten eine glückliche Alternative, denn es gibt in Indonesien nicht gerade viele registrierte Mitglieder.

Die islamischen Moscheen lehnten in der Regel eine Übernachtung ab, doch es gab meist brauchbare Hinweise auf alternative Schlafplätze, des öfteren auch eine private Einladung.

Sicherheit auf Radreisen in Indonesien

Den Empfehlungen der Einheimischen folgend, haben wir in Indonesien besonders intensiv auf unsere Fahrräder und das Gepäck aufgepasst. Es gibt wohl gefährliche Gegenden. Daher war uns ein Schlafplatz bei der Polizei auch immer am liebsten.

Gefährliche Tiere

An den vielen toten Schlangen am Straßenrand lässt sich erahnen, wie viele lebende Exemplare dir gefährlich werden können. Sei aufmerksam, wenn du befestigte Wege verlässt.

Die Affenrudel sind weniger gefährlich, haben es aber immer auf dein Gepäck und vor allem auf Essbares abgesehen.

Wie in den meisten tropischen Ländern sind für Radreisen in Indonesien viele Impfungen empfohlen. Kontaktiere hierzu rechtzeitig einen Tropenmediziner. Unsere Tipps zum Thema Reiseimpfungen haben wir in einem separaten Artikel beschrieben:
Reiseimpfungen – ein Überblick.

Vor den krankheitsübertragenden Mücken musst du dich schützen durch lange Kleidung, Repellentien und ein Moskitonetz für die Nacht.

Es gibt auch frei lebende Krokodile und es kommt auch immer wieder zu tödlichen Vorfällen mit diesen Reptilien. Die Einheimischen sind in dieser Hinsicht die beste Informationsquelle.

Gesundheitsgefahren

Der Verkehr birgt ein hohes Gefahrenpotenzial und die oben beschriebenen Tiere ebenfalls. Halte dich auf Radreisen in Indonesien an die üblichen Regeln der Hygiene, denn gegen einige Krankheiten gibt es keinen Impfschutz.

Klima

Das Klima ist wegen der Äquatornähe ganzjährig tropisch heiß und die Luftfeuchtigkeit sehr hoch. Die Zeit von November bis April solltest du meiden für Radreisen in Indonesien. Dann kann es zum Radeln zu heiß und zu schwül sein und es fällt deutlich mehr Regen als in den anderen Monaten.

Kultur

Die Menschen in Indonesien sind sehr aufgeschlossen und grüßen dich im Vorbeifahren oft. Auch die Kleinsten: „Hello Mister“.

Der Islam ist die vorherrschende Religion, aber die Zugehörigkeit zu einer anderen Religion wird toleriert und ist sogar als Recht fixiert.

Eine Ausnahme bildet Bali: hier dominiert der Hinduismus.

Zur Begrüßung gibt sich die rechte Hand. Man zeigt nie mit dem Finger auf Menschen. Der Kopf eines anderen darf nicht berührt werden. Häuser werden ohne Schuhe betreten und man tritt nie auf die Türschwelle. Geschenke werden mit der rechten Hand übergeben. Die linke Hand gilt als unrein. Die Fußsohlen nie auf andere richten. Zärtlichkeiten in der Öffentlichkeit sind tabu.

Essstäbchen niemals senkrecht in den Reis stellen; das erinnert in Asien an Räucherstäbchen, die für Verstorbene aufgestellt werden.

Nie die Hände vor der Brust verschränken oder in die Hüften stemmen bei Unterhaltungen. Das gilt als überheblich. Immer das Gesicht des anderen wahren. Andere nie bloßstellen. Konflikte werden nicht angesprochen, man versucht stetes, die Harmonie zu wahren und lügt lieber.

Sehenswürdigkeiten

Zu den Highlights zählen:

  • die historischen Häuser der Ethnie Minangkabau bei Bukittinggi auf Sumatra mit ihren markant hochgezogenen Giebelenden
  • die Tempel-Ruinen bei Yokyakarta auf Java
  • die hohe Tempeldichte auf der Insel Bali,
  • die Musik- und Tanz-Kultur auf Bali (Gamelan Gong Kebyar)
  • die traditionellen Feierlichkeiten zum Independence Day, insbesondere das
  • Panjat Pinang
  • die Reisterrassen auf Bali
  • die Vulkane auf Java und Bali
  • die vielen Nationalparks.

 

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