Den passenden Fahrradhelm finden – Ausstattung, Sicherheit, Kauftipps

Kaum ein Gegenstand aus dem Fahrradsport wird so kontrovers und emotional diskutiert wie der Fahrradhelm. Da wird über Sinn, Nutzen und Notwendigkeit von Helmschutz bei Unfällen diskutiert und es scheint auf alle Ewigkeit 2 streitende Lager zu geben: die Helm-Befürworter und die Helm-Ablehner.

Wir jedenfalls befürworten die Beibehaltung der Helmempfehlung ohne eine offizielle Helmpflicht und tragen selber freiwillig seit einigen Jahren den Fahrradhelm. Dabei haben wir sowohl bei der Auswahl der passenden Helme und auch im täglichen Gebrauch Erfahrung gesammelt, die wir an dieser Stelle an dich weitergeben möchten.

Was musst du beim Fahrradhelm beachten? Wie findest du den passenden Helm? Welche Ausstattung ist wichtig? Was bieten moderne Fahrradhelme heute sonst noch? Und wann sollte ein Fahrradhelm ausgetauscht werden?

Ein Überblick zum Fahrrad Schutzhelm mit umfangreicher Kaufberatung:

Inhaltsverzeichnis:

 

Ein Fahrradhelm muss passen

Der Fahrradhelm muss passen und darf nirgendwo kneifen, sonst wird er nur ungern oder gar nicht getragen. Das gilt insbesondere für Kinder, die sich noch nicht mit stichhaltigen Argumenten zur Sicherheit im Verkehr überzeugen lassen, sondern eher mit einem peppigen Aussehen und den Lieblingsmotiven im Helmdesign.

Doch was heißt das genau „der Helm muss passen“? Was so trivial klingt, ist in der Praxis tatsächlich nicht bei jedem Helmmodell garantiert. Da gibt es große Unterschiede zwischen den verschiedenen Herstellern. Die relevanten Punkte im Detail:

Die Größenangaben beim Fahrradhelm

Die meisten ernstzunehmenden Fahrradhelme werden in unterschiedlichen Größen angeboten. Dabei wird die Größe entweder in cm Kopfumfang oder in S – XL angegeben. Die Angabe Kopfumfang in cm ist dabei natürlich die genauere Größenangabe. Du erfasst deinen Kopfumfang mit einem Maßband und wählst den Helm mit der betreffenden Von-Bis-Größe. Berücksichtige dabei aber auch die Wintermütze, die du bei frostigen Temperaturen unter deinem Fahrradhelm tragen wirst.

Für die Umrechnung von XS – XL in Kopfumfang in cm finden sich bei jedem Hersteller andere Zahlen. Es gibt hierfür leider keine genormte Vorgabe. Und es ist nicht garantiert, dass ein Helm zum Kopf passt, nur weil der Kopfumfang zur Größenangabe des Herstellers passt. Im Zweifel muss der Helm folglich durch eine Anprobe auf korrekte Größe und Passform bewertet werden.

Die Anpassung an den eigenen Kopf

Für die Anpassung gibt es in der Regel 2 Systeme im Helm: das Tragegestell (wir nennen es mal so) und das Riemensystem samt Verschluss.

Doch bevor du mit den Anpassungen über diese beiden Systeme beginnst, solltest du den Fahrradhelm in seiner Neigung korrekt zum Kopf ausrichten. Der Helm darf weder zu weit nach hinten in den Nacken noch zu weit nach vorne gekippt werden.

Über das Drehrad am Tragegestell stellst du den Helm auf deinen Kopfumfang ein.

Danach veränderst du das Riemensystem so, dass links wie rechts ein gleichmäßiger Riemenverlauf entsteht, ohne dass Ohren oder Kehlkopf gequetscht oder unangenehm gedrückt werden. Bei den meisten Schutzhelmen ist das eine ziemliche Fummelei.

Der Helm muss dir stehen

Am Ende muss der Fahrradhelm natürlich auch gut aussehen. Du musst dich mit deinem Helm wohlfühlen, sonst wirst du ihn nur ungern oder eben gar nicht tragen wollen. Es gibt zum Glück eine unglaubliche Vielfalt beim Helmdesign, was Gestaltung und Farbe betrifft. Da solltest du experimentieren und per Blick in den Spiegel prüfen, ob’s passt oder nicht.

 

Fahrradhelme für jede Disziplin

Je nach Einsatzzweck bietet der Markt Schutzhelme mit ganz speziellen Eigenschaften:

  • Rennradhelme sind windschnittig geformt und sehr leicht
  • BMX-Helme bieten sehr hohen Schutz gegen Aufprall und Sturz, sind aber schlecht belüftet
  • MTB-Helme haben höhere Dämpfungseigenschaften und mehr Schutz an Schläfen und Hinterkopf
  • Downhill- und Enduro-Helme sind als Integralhelme mit Kinnschutz ausgestattet, wobei die Enduro-Helme leichter und besser belüftet sind als die Downhillhelme.

Überlege dir vor dem Kauf also, für welchen Zweck du den Helm einsetzen wirst. Wenn du für mehrere Disziplinen einen gemeinsamen Helm suchst, musst du hierbei also zu Kompromissen bereit sein. Mit einem Downhillhelm wärst du im Stadtverkehr demnach overdressed, im Gegenzug wäre ein Straßenhelm fürs Gelände nicht der perfekte Schutz.

 

Herstellungsverfahren

Im Wesentlichen kommen beim Fahrradhelm zwei verschiedene Herstellungsverfahren zum Einsatz:

1. Das In-Mold-Verfahren: hierbei wird eine dünne, sehr harte Außenschale aus Polycarbonat mit Polystyrol vollflächig hinterspritzt. Je nach Aufbau des Verbunds und der Dicke der Außenschale unterscheidet man hier noch weiter:

  • Mikroschalenhelm (Microshell): dünne Außenschale, ist am weitesten verbreitet
  • Hartschalenhelm (Hardshell): ist stabiler als der Mikroschalenhelm, kommt beim Rennsport zum Einsatz
  • Twinshellhelm: hier sorgt eine zusätzliche Gitterstruktur zwischen Außenschale und Hartschaumkern für eine verbesserte Verteilung der Aufprallenergie. Bei den neuen Helmmodellen kommt dieses Verfahren vermehrt zum Einsatz.

2. Das Softshell-Verfahren: hierbei werden Außenschale und Hartschaumkern als getrennte Komponenten hergestellt und nachträglich mehr punktuell als vollflächig miteinander verklebt. Das ist preiswerter als das In-Mold-Spritzverfahren, doch im Ergebnis ist der Helm deutlich schwächer bei Aufnahme und Verteilung der Aufprallenergie.

Daneben drängen aber auch neue, innovative Herstellungsverfahren auf den Markt:

Ein Hersteller nutzt beispielsweise einen zweilagigen Holzzellulose-Kern und erzielt damit um 40% höhere Dämpfungswerte gegenüber den konventionell hergestellten Helmen.

Und ein schwedischer Hersteller bietet einen Airbag-Helm an, der im Bedarfsfall aus einer Halskrause in 0,1 sec einen kopfumschließenden Airbag macht. Die Auslösung wird hierbei über Sensoren gesteuert und dieser Helm soll den Kopf angeblich deutlich besser schützen als ein herkömmlicher Fahrradhelm. Aber der integrierte Akku muss immer wieder über einen USB-Anschluss aufgeladen werden und der Helm funktioniert nur ein einziges Mal. Zudem ist er einer der teuersten Schutzhelme auf dem Markt. Da überlegt man sich den Kauf dreimal.

 

Die Sicherheits-Standards beim Fahrradhelm

Ein Fahrradhelm wird in Europa erst für den Handel zugelassen, wenn die Bestätigung vorliegt, dass alle geltenden Gesetze und Vorschriften eingehalten werden. Dies wird durch genau definierte Sicherheitstests geprüft.

Für den Käufer ist diese Vorschrifts-Konformität durch die entsprechenden Prüfzeichen auf dem innenseitig aufgebrachten Aufkleber ersichtlich. Die folgenden aktuell gültigen sowie schon überholten Prüfzeichen treten dabei in Erscheinung:

  • DIN EN 1078: europäische Prüfnorm für persönliche Schutzausrüstung, ist zwingend vorgeschrieben für Fahrradhelme auf dem europäischen Markt
  • SNELL B-95 / N-94: amerikanische Normen für Fahrradhelme
  • ANSI Z 90.4: amerikanische Norm für Fahrradhelme, aber überholt und daher nicht mehr relevant (die betreffende Organisation existiert nicht mehr)
  • DIN 33954: wurde zurückgezogen und durch die DIN EN 1078 ersetzt
  • CE Kennzeichnung: bestätigt die Einhaltung aller gesetzlichen Vorgaben
  • GS-Siegel: bestätigt die Erfüllung der Vorgaben aus dem Produktsicherungsgesetz (ProdSG)
  • ASTM F1952-15 (US-Prüfnorm für Downhillhelme): gewährleistet ein höheres Schutzniveau
  • ASTM F2032-15 (US-Prüfnorm für BMX-Helme): gewährleistet ein höheres Schutzniveau

Fehlen die aktuell gültigen, relevanten Prüfsiegel, ist von einem Kauf des betreffenden Fahrradhelms nur abzuraten. Mindestens das DIN EN 1078 Prüfzeichen und die CE Kennzeichnung müssen vorhanden sein. Das GS-Siegel schadet auch nicht.

Diese Prüfsiegel gewährleisten allerdings lediglich einen festgelegten Mindest-Standard. Darüber hinaus ist es für den Laien unmöglich, Unterschiede in der Schutzwirkung zwischen den verschiedenen Helmen zu erkennen. Daher bietet sich an dieser Stelle zusätzlich die Lektüre von Testberichten unabhängiger Einrichtungen an. Dort erfährst du, was die einzelnen Helme im Ernstfall tatsächlich leisten.

 

Die Ausstattung beim Fahrradhelm

Neben der passenden Bauform, dem richtigen Herstellungsverfahren und den Sicherheitsstandards ist aber auch die Ausstattung im Detail sehr wichtig: Gewicht, Verschlusssystem, Belüftung, Polsterung und viele andere Details können am Ende den Ausschlag geben beim Helmkauf. Doch da gibt es noch weitaus mehr:

Der Fahrradhelm ist schon lange nicht mehr nur ein Kopfschutz für den Fall der Fälle. Er entwickelt sich allmählich zu einem multifunktionalen Gebrauchs-Gegenstand mit Beleuchtung, Visier, integrierten Kopfhörern, Freisprechfunktion, integrierter Kamera, Ortungs-Funktion, Bluetooth und Notruf. Die wichtigsten Ausstattungs-Merkmale im Detail:

MIPS-Technologie

Hinter der etwas sperrigen Bezeichnung „Multi-Directional Impact Protection System“, kurz MIPS genannt, verbirgt sich ein in den Fahrradhelm integrierter Rotations-Spielraum von mehreren mm. Dadurch wird bei einem Sturz ein wesentlicher Teil der Seitenkräfte absorbiert. Dieses System erhöht folglich den Schutz vor schweren Kopfverletzungen um ein weiteres Stück. Hat allerdings auch seinen Preis.

Belüftung

Ganz wichtig für einen hohen Tragekomfort ist eine ausreichend dimensionierte Belüftung. Sonst bildet sich bei starker Sonnenstrahlung, hohen Temperaturen und körperlicher Anstrengung durchs Radeln schnell ein Hitzestau. Sind die Belüftungsöffnungen ausreichend groß dimensioniert? Befinden sie sich an den passenden Stellen in der Helmschale? Letztendlich ist die Beurteilung ohne eine Probefahrt recht schwierig. Hier hilft möglicherweise das Fachpersonal mit Erfahrungswerten weiter. Alternativ erlauben sie dir vielleicht eine Probefahrt.

Besonders bei Modellen, die im Design einer Baseballkappe oder einem Hut ähnlich sehen, weisen oft zu wenig Belüftungsschlitze auf und sind daher zwar „cool“ aber im Sommer selten angenehm zu tragen.

Auf der anderen Seite kann ein Fahrradhelm mit einer geschlossenen Schale im Winter durchaus eine sinnvolle Wahl sein, wenn man seinen Kopf warm halten will.

Polsterung

Eine gut platzierte, dicke Polsterung erhöht den Tragekomfort ebenfalls. In der Regel sind die einzelnen Polsterpads per Klett fixiert. Prüfe, ob sie sich gut lösen und individuell platzieren lassen. Prüfe in diesem Zusammenhang auch, ob du sämtliche Polster zum Waschen abnehmen kannst.

Die Polsterung verschleißt im Laufe der Nutzungszeit. Da ist es von Vorteil, wenn du für dein Helmmodell Ersatzpolster kaufen kannst. Für Vielfahrer kann das ein Kaufargument sein.

Insektennetz im Stirnbereich

Gute Belüftung bedeutet auch, dass stechende Insekten, wie Wespen oder Bienen, beim Radeln über die Belüftungsöffnungen einfacher Zugang zu deinem Kopf haben. Das verhindert ein integriertes Netzgewebe im vorderen Teil der Belüftungsöffnungen. Wenn dieses Netz fehlt, hat das aber keine dramatischen Folgen, weil vermutlich ein großer Teil der Insekten mit dem Fahrtwind über die hinteren Belüftungsöffnungen auch gleich wieder den Weg in die Freiheit findet, bevor es zum Stich kommt.

Riemen und Verschluss

Das gesamte Riemensystem muss sich perfekt auf deinen Kopf einstellen lassen. Hier unterscheiden sich die einzelnen Hersteller und entsprechend findest du mehr oder weniger fummelige Gurtsysteme.

Der Kinnriemen darf nicht einschnüren, soll den Helm aber sicher auf deinem Kopf halten. Der Verschluss muss sich leicht und intuitiv bedienen lassen. Prüfe bei der Anprobe, ob du ihn auch mit Winterhandschuhen schließen und öffnen kannst.

Schirm

Der Schirm gewährleistet Blendschutz und schützt Augen und Brille bei Regen. Des Weiteren verhilft er den meisten Helmen zu einer ansehnlichen Optik, was für viele Helmträger immer noch eines der wichtigsten Kriterien in der Helmwahl darstellt.

Helmgewicht

Schwere Helme belasten den Nacken und reduzieren den Tragekomfort merklich, leichte Helme sind jedoch teurer. Mit 200 – 300 Gramm gilt ein Fahrradhelm als leicht, 400 Gramm oder mehr gelten als schwer. Integralhelme bringen es bis auf 1 kg und mehr.

Beleuchtung

Integrierte Beleuchtung am Fahrradhelm gibt es ja schon seit längerem. Doch mittlerweile ist aus den kleinen Lämpchen eine vollwertige, kräftige Lichtquelle mit LEDs und Akkusystem geworden. Sie ersetzt zwar nicht die nach StVZO geforderte Beleuchtung am Fahrrad, doch sie erhöht die Sichtbarkeit im Straßenverkehr deutlich und macht was her. Zusätzlich gibt es heute Bremslichter und auch schon Blinker.

Helm-Elektronik

Es gibt mittlerweile Helme mit integrierten Kopfhörern, mit Walkie-Talkie-Funktionalität, mit Freisprechanlage, mit automatischem Notruf bei Unfall, mit Bluetooth-Schnittstelle, WiFi, Datenspeicher, integrierter Kamera und so weiter.

Je mehr die moderne Kommunikationstechnologie in die Fahrradhelme integriert wird, desto interessanter wird der Fahrradhelm als Gebrauchs-Gegenstand. Die ursprüngliche Funktion als Sicherheits-Bekleidung gerät dabei fast ins Hintertreffen und die ursprünglichen Argumente gegen den Helm verhallen plötzlich im Nichts. Doch den Helm-Befürwortern kann das nur Recht sein. So wird der Helm am Ende doch noch zu einem begehrenswerten Objekt, auch ohne Helmpflicht.

Doch bedenke: auch diese hochfunktionalen Schutzhelme unterliegen einem Alterungs-Prozess (siehe weiter unten) und müssen irgendwann ausgetauscht werden. Dann wirfst du eine ganze Menge mehr Geld quasi aus dem Fenster.

 

Haltbarkeit und Verschleiß beim Fahrradhelm

Nichts hält ewig. Das gilt auch für Fahrradhelme. Sonneneinstrahlung, Alterung und raues Handling führen auf Dauer zu einer Schwächung der ursprünglichen Festigkeit. Der Helm wird im Gepäck vielleicht gequetscht, fällt dir aus Versehen auf den harten Steinboden, oder er hängt stundenlang in der prallen Sonnenstrahlung am Lenker.

Du kannst die Haltbarkeit deines Fahrradhelmes verlängern, wenn du die genannten Einwirkungen auf ein Minimum reduzierst. Und dann bleibt es in deinem Ermessen, zu beurteilen, wann du den Helm auswechseln solltest. Die Angabe der Hersteller, den Helm nach 2 – 5 Jahren auszutauschen, ist dabei wenig hilfreich. So bleibt die Beurteilung sehr subjektiv und ungenau.

Etwas vorsichtiger solltest du nach einem Sturz oder Aufprall sein: so mag dein Fahrradhelm zwar noch neuwertig aussehen, doch der innere Verbund und die ursprüngliche Festigkeit ist unter Umständen verloren oder stark eingeschränkt.

Tausche den Helm zur eigenen Sicherheit lieber früher als später gegen einen neuen Helm aus.
Viele Hersteller bieten ein sogenanntes Crash-Replacement Programm an: Wenn du den defekten Fahrradhelm in den ersten 3 Jahren nach dem Kauf zurückgebt, erhältst du 50 % Vergünstigung auf das neue Modell.

 

Bezugsquellen und Preise der Helme

Der sicherste Weg zum eigenen Fahrradhelm ist der Kauf in einem Fachgeschäft mit großer Auswahl. Das muss kein reiner Bikeshop sein. Aber das Personal sollte Ahnung von der Materie haben und verschiedene Hersteller und unterschiedliche Modelle anbieten.

Dort findest du einen Helm in passender Größe und du kannst bei Design, Riemen- und Verschlusssystem, Tragekomfort und Ausstattung zwischen den verschiedenen Herstellern und Modellen vergleichen.

Führt ein Geschäft nur ein einziges Modell eines bestimmten Herstellers (weil es eben ein Testsieger oder ein besonders begehrtes Modell ist), dann ist ein solcher Vergleich eben nicht möglich und du kaufst unter Umständen das „falsche“ Produkt.

Eine gute Informationsquelle stellen die Testberichte unabhängiger Organisationen dar. Doch auch hier sei vorsichtig: wenn auf einer Website im Internet mit den Testergebnissen gleich die Weiterleitung zu einem Shop verbunden ist, dann sind die Testergebnisse meistens lediglich Mittel zum Zweck, nämlich zum Geld verdienen. Da bleibt die Neutralität oft auf der Strecke.

Preislich beginnen gute Schutzhelme bei 50 Euro, nach oben ist der Preis vor allem abhängig von der Ausstattung (siehe oben). So sind 200 Euro heute für einen modernen Fahrradhelm mit einigen elektronischen Zusatzfunktionen keine Seltenheit mehr.

Besondere Vorsicht ist geboten, wenn du einen Fahrradhelm aus zweiter Hand erwerben möchtest:

  • Wie alt ist der Helm? (Suche den innenseitigen Aufkleber des Herstellers)
  • Hat er schon Stürze oder Kollisionen erlebt?
  • Wie intensiv war er der Sonne ausgesetzt?
  • Wie wurde er in der Vergangenheit behandelt?

Kaufe den Fahrradhelm nur, wenn der Verkäufer deinem Eindruck nach ehrlich und aufrichtig all diese Fragen beantworten kann. Prüfe den Helm sehr intensiv und aufmerksam auf jegliche Art äußerer Beschädigung. Kerben, Schnitte, Kratzer, Riefen, Beulen sowie abgetragenes Polster und ein ausgeleiertes Riemensystem sind deutliche Hinweise auf Alterung, Abnutzung oder gar Schäden durch Stürze oder Unfälle.

 

Zubehör für den Regen- und Kälteschutz

Spätestens bei der ersten Radtour durch strömenden Regen fällt dir auf, dass dein Fahrradhelm wegen der vielen Belüftungsöffnungen nicht wasserdicht ist. Folglich benötigst du eine spezielle Regenhaube für deinen Helm. Die solltest du dir zulegen, bevor der erste Regen dich erwischt.

Doch selbst mit einer solchen Regenhülle empfindest du nicht die gewohnte Behaglichkeit der geschlossenen, regendichten Kapuze einer modernen atmungsaktiven Regenjacke. Hier hilft am besten eine dünne, aber warm gefütterte Winterkopfhaube, die du unter dem Helm tragen kannst.

Alternativ gibt es mittlerweile aber auch Regenjacken mit einer Kapuze, die speziell für das Tragen von Fahrradhelmen sehr weit geschnitten ist. Diese Kapuze ist dann allerdings wieder nicht besonders komfortabel, wenn du mal ohne Fahrradhelm unterwegs bist.

Zur Not bleibt ja noch, den Helm für den Regenschauer abzulegen und mit dichter Kapuze, aber eben ohne Helmschutz, zu radeln. An besonders ungemütlichen Tagen praktizieren wir das so, wenn es Verkehr und Straßen zulassen.

Du siehst, in jeder Hinsicht sind Abstriche beim Komfort oder eben bei der Sicherheit zu akzeptieren.

 

Tipps zu Diebstahlschutz und Aufbewahrung

Der Fahrradhelm ist relativ sperrig. Das merkst du ganz schnell, wenn du ihn nicht trägst, sondern irgendwo für eine gewisse Zeit außer Haus deponieren musst / willst. Folglich bist du geneigt, den Helm am Lenker deines Fahrrades aufzuhängen. Einen sicheren Schutz gegen Diebstahl hast du auf diese Weise allerdings nicht, wenn du dein Rad im öffentlichen Bereich abstellst.

Da gibt es heute Tagesrucksäcke mit einem aufgesetzten Netz aus elastischen Riemen, speziell für die Fixierung von Fahrradhelmen.

Alternativ kannst du den Helm natürlich auch mit deinem Fahrradschloss sichern. Hierzu fädelst du den Schlossbügel einfach durch das Riemensystem oder (noch sicherer) eine der Belüftungsöffnungen in der Helmschale.

Es gibt mittlerweile auch schon faltbare Fahrradhelme. Allerdings sind deren Testresultate aktuell noch nicht besonders überzeugend im Hinblick auf Schutzfunktion und Komfort. Da solltest du erst noch abwarten und die weitere Entwicklung beobachten.

 

Fazit zum Fahrradhelm

Ein Fahrradhelm ist wichtig und schützt dein Leben. Du solltest ihn nach spätestens 5 Jahren gegen einen neuen Helm austauschen. Und von einem Kauf aus zweiter Hand ist dringend abzuraten… All das erzählen dir die Verkäufer und Händler.

Die Helmgegner stellen Nutzen und Notwendigkeit eines Helms dagegen ganz anders dar.

Solange die Argumente der Befürworter und der Helmgegner sich also die Waage halten und unser Gesetzgeber von einer Helmpflicht absieht, kannst du nach eigenem Ermessen entscheiden, ob, wann, wo und wie intensiv du einen Fahrradhelm trägst. Schaden tut er nicht und er kostet auch kein Vermögen, solange du auf teure elektronische Ausstattung verzichtest. Aber er sollte passen und den gewünschten Tragekomfort mitbringen.

Vor Fahrradtouren oder Radreisen im Ausland solltest du dich auch über die dort geltenden Vorschriften zur Helmpflicht informieren. Unter Umständen gilt in deinem nächsten Reiseland ja die Helmpflicht. Unsere Übersicht dazu:

Fahrrad Helmpflicht – alle Länder in der Übersicht.

 

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