Tipps für Radreisen in Kolumbien

In diesem Artikel haben wir Tipps für Radreisen in Kolumbien zusammengestellt. Dabei schöpfen wir aus all unseren Erfahrungen auf der Reise mit dem Fahrrad durch dieses südamerikanische Land.

Unsere Tipps für Radreisen in Kolumbien:

Anreise und Grenzabwicklung in Kolumbien

Du benötigst für einen touristischen Aufenthalt von bis zu 90 Tagen kein Visum. Bei der Einreise fragen die Beamten möglicherweise nach deiner Zieladresse und / oder nach dem Flugticket für deine Ausreise. Halte am besten beides griffbereit, dann erlebst du keine bösen Überraschungen.

Bitte auch gleich um 90 Tage, sonst ist es denkbar, dass sie dir nur 30 Tage zugestehen und du im Land kostenpflichtig auf 90 Tage verlängern musst.

Verständigung in Kolumbien

Man spricht Spanisch in Kolumbien. Englisch wird nur selten verstanden. Lege dir einen Basis-Wortschatz in Spanisch zu. Damit kommst du sehr gut zurecht. Denn die Kolumbianer sind sehr aufgeschlossen und hilfsbereit. Da klappt die Verständigung schon irgendwie.

Internet, Telefonie, Stromversorgung in Kolumbien

Stromausfall kommt vor, ist aber selten. Das Funknetz ist auf dem Lande noch sehr lückenhaft. Außerhalb der Städte kannst du folglich nur selten auf Telefonie oder gar Internet setzen. Für Ausflüge in die Nationalparks wird daher sogar die Mitnahme eines Satellitentelefons empfohlen.

WiFi findest du in den größeren Städten in Hotels und Gastronomie. Dabei erlebten wir in der Regel sehr langsame Verbindungen.

Bargeldbeschaffung in Kolumbien

Die Bargeldbeschaffung an den Geldautomaten ist kein Problem. Doch die Suche nach einer Bank mit geringen Gebühren brachen wir nach mehreren Stunden erfolglos ab. Rechne mit höheren Gebühren.

Tausche deine restlichen kolumbianischen Peso in US-Dollar um, bevor du das Land verlässt. So minimierst du das Umtausch-Risiko in jeder Hinsicht.

Lebensmittelbeschaffung in Kolumbien

Kolumbien hat eine schmackhafte Straßenküche und ein großes Angebot an Backwaren. Vielleicht verzichtest du da gleich auf das Kochen.

Wenn du Spiritus zum Kochen benötigst, wird es schwierig: In der Regel bekommst du nur den 70-%-igen Desinfektions-Alkohol. Suche den Alcohol Industrial mit 96% oder steige um auf einen anderen Brennstoff.

Trinkwasserbeschaffung in Kolumbien

In Kolumbien ist das Leitungswasser in der Regel nicht genießbar. Viele Privathaushalte haben einen zuschaltbaren Trinkwasserfilter am Zapfhahn in der Küche installiert. Aber selbst das gefilterte Wasser riecht und schmeckt nach Gammelwasser. Das gilt auch für das abgekochte Wasser.

Du kannst zwar Trinkwasser in Plastikflaschen kaufen, doch das wird auf Dauer recht teuer. Frage in öffentlichen Gebäuden oder Firmen nach Trinkwasser. Oft sind dort Trinkwasserspender mit 20-Liter-Kartuschen aufgestellt. Hier wirst du als Reiseradler selten abgewiesen.

Wir empfehlen auch die Mitnahme eines Outdoor Wasserfilters. Unsere Tipps zum Wasserfilter.

Wenn du in den Hochlagen der Anden dein Wasser abkochst, beachte: auf 4000 Metern Höhe kocht Wasser schon bei 86 °C. Da ist manches Getier im Wasser noch lange nicht tot.

Bikeshops und Service in Kolumbien

Der Radsport ist in Kolumbien stark vertreten. Dementsprechend findest du in den Städten viele gut sortierte Bikeshops und hochwertige Fahrrad-Komponenten. In Ipiales im Süden fanden wir gleich drei Bikeshops nebeneinander. Und in Bogotá reihen sich tatsächlich mehr als 50 Bikeshops in einer einzigen Straße aneinander. Hochwertige Komponenten sind verfügbar, aber teuer. Das Fahrrad erlebt in Kolumbien tatsächlich einen Boom.

Straßen in Kolumbien

Überwiegend sind die Straßen in Kolumbien gut. Das gilt zumindest für die Straßen außerhalb der Städte.

Viele Straßen haben einen breiten Seitenstreifen. Fehlt dieser Seitenstreifen, wird es für Radler schnell gefährlich. Die Autofahrer halten keinen Seitenabstand beim Überholen.

Achte auf das viele Bruchglas auf der Fahrbahn. Uns hat es mindestens einen Plattfuß verursacht.

Verkehr in Kolumbien

Viele fahren ohne Seitenabstand an dir vorbei. Insbesondere Taxis, Busse und Collectivos sind in dieser Hinsicht extrem gefährlich für Fahrradfahrer.

In vielen Städten erlebst du einen chaotischen Verkehr. Jeder erkämpft sich nach eigenen Regeln die Vorfahrt.

Orientierung auf Radreisen in Kolumbien

Im Prinzip ist die Navigation per Handy und GPS ohne Probleme möglich und ausreichend. Die Offline-Karte von OpenStreetMap ist allerdings sehr mager, wenn es um Details geht. Auch kann das GPS-Signal mal für ein paar Stunden fehlen.

Unsere Tipps zu Navigation und Logger per Handy

Geländeprofil in Kolumbien

Die Anden gliedern sich in drei Gebirgsketten und sorgen für Straßen mit vielen Anstiegen. Im Bereich der Pazifikküste ist es überwiegend eben. Auch das Amazonas-Tiefland in Osten des Landes ist überwiegend flach.

Radeln in Kolumbien

Radfahren in Kolumbien garantiert traumhafte landschaftliche Erlebnisse, doch in einigen Punkten ist es sehr gefährlich oder anstrengend:

  • Auf den engen, unübersichtlichen Bergpisten halten die meisten Fahrer keinen Seitenabstand beim Überholen ein
  • Alle Straßen in den Anden weisen Anstiege auf und sind somit für Radler sehr anstrengend. Das nimmt massiv Einfluss auf deine Tagesstrecke. Der schlimmste Pass ist dabei sicher La Linea zwischen Armenia und Ibagué: hier geht es auf 24 km Strecke 2400 Meter hinauf in die Berge.
  • Bei nächtlicher Dunkelheit solltest du gar nicht radeln. Dann ist es für dich noch gefährlicher. Insbesondere die Gefahr, dann Opfer der Kriminellen zu werden, ist sehr hoch.
  • Doch auch tagsüber lauert kriminelle Gefahr: Guerilla oder Paramilitärs errichten häufiger Straßensperren, an denen man dann (laut Auswärtigem Amt) schnell zum Entführungsopfer wird.

Trampen auf Radreisen in Kolumbien

Wir haben auf unserer Radreise immer wieder Anlässe zum Trampen gehabt. So auch in Kolumbien. Dabei waren wir äußerst vorsichtig: Erst, wenn alles nach unserer Ermessen unbedenklich aussah, stiegen wir ein.

Wir haben dabei ausschließlich positive Erfahrungen gemacht. Vor diesem Hintergrund ist das Trampen in Kolumbien vielleicht sogar sicherer als die Fahrt mit manchem Taxi.

Dabei erlebten wir nur sehr selten eine absolute Verweigerung der Autofahrer. Lediglich im Bereich der La Linea Passstraße ist der Versuch, zu trampen, Zeitverschwendung. Dort treiben sich unzählige Flüchtlinge aus Venezuela herum. Und die sorgen wohl für viel Ärger und Unruhe im Land. Das wissen auch alle Autofahrer. Und dementsprechend hält dort kein einziger Autofahrer. Kein einziger!

Unsere Tipps zum Trampen.

Zelten auf Radreisen in Kolumbien

Zelten ist in Kolumbien theoretisch möglich. Doch sobald du befestigte Wege verlässt, kann es für dich gefährlich werden. Das Risiko, auf eine der vielen Landminen zu treten, ist nicht kalkulierbar.

Es gibt 8 Casa de Ciclista in Kolumbien. Das sind Unterkünfte speziell für Reiseradler. Allerdings sind einige dieser Einrichtungen in Kolumbien tatsächlich kommerzielle Betriebe und nicht wesentlich preiswerter als Hostels.

Warmshowers-Kontakte (private, kostenlose Übernachtungsmöglichkeiten für Reiseradler) sind per Telefon meist besser erreichbar als per Mail. Allerdings ist die Trefferquote nicht sehr hoch.

Die Freiwillige Feuerwehr (Bomberos Voluntario) erlaubt einem Reiseradler nicht generell eine Übernachtung, ist aber immer einen Versuch wert. Trefferqoute bei uns: ca. 50%.

Sicherheit auf Radreisen in Kolumbien

Seit 2016 gibt es Frieden zwischen Regierung, Guerilla und den Paramilitärs. Inwiefern diese Waffenruhe von allen Seiten eingehalten wird, ist schwer zu beurteilen. Insgesamt wird Kolumbien aber mittlerweile als deutlich weniger gefährlich eingestuft, als noch vor wenigen Jahren.

Allerdings ist gesunde Vorsicht angebracht: Drogenhandel, Landminen, Entführungsrisiko, Lockangebote und vieles mehr lauert da auf dich.

Die Gewaltbereitschaft einiger Teile der Bevölkerung ist recht hoch ausgeprägt. Vermeide Konflikte und Auseinandersetzungen, selbst wenn du im Recht bist. Ich habe das mit einem Tritt vor den Brustkorb bezahlt.

Gefährliche Tiere in Kolumbien

In den tropischen Gebieten lauern einige Krankheiten: Malaria, Dengue, Chikungunya und andere. Kontaktiere rechtzeitig vor Reisestart einen Tropenmediziner. Er berät dich zu den empfohlenen Reise-Impfungen und den ergänzenden Vorbeuge-Maßnahmen. Unsere Tipps zu den Reise-Impfungen.

Doch es gibt auch größere Tiere, die dir gefährlich werden können: Krokodile, Piranhas, Spinnen, Schlangen, usw. Informiere dich vor Ort bei den Einheimischen. Die kennen sich bestens aus.

Gesundheitsgefahren in Kolumbien

In den Anden droht dir die Höhenkrankheit, wenn du zu rasant aufsteigst. Unsere Tipps zur Höhenanpassung.

In den tieferen Lagen (Küste und Amazonas-Tiefland) herrscht ganzjährig tropisches Klima. Hier lauern einige Tropenkrankheiten auf dich. Kontaktiere vor deiner Reise einen Tropenmediziner und informiere dich über die empfohlenen Impfungen sowie die ergänzenden Vorbeugemaßnahmen. Und beginne mit diesen Vorbereitungen nicht zu spät.

Unsere Tipps zu den Reiseimpfungen.

Klima in Kolumbien

Wir erlebten im Januar in den Anden ein nass-kaltes Klima mit sehr viel Regen. Über den Tag war das Wetter dabei meist sehr gegensätzlich: Die Sonne brannte tropisch heiß, doch bei bewölktem Himmel war es ungemütlich kalt.

Kultur in Kolumbien

An Silvester werden Lumpenmänner verbrannt. Und mit ihnen die schlechten Dinge des scheidenden Jahres.

Karneval in Kolumbien (02.01. – 05.01.) ist ein echtes Erlebnis. Solange nur mit Talkum und Seifenschaum attackiert wird, alles kein Problem. Doch in Popayan bewarfen sie uns auch mit Eisbeuteln. Das ist gefährlich und schmerzhaft. Aber du kannst dem kaum ausweichen in der Hochsaison.

Sehenswürdigkeiten in Kolumbien

In den Städten kannst du die historischen Bauwerke aus der Kolonialzeit und viele aufwändig verzierte Kathedralen bestaunen. In dieser Hinsicht ist die Hauptstadt Bogotá sicher einen mehrtägigen Aufenthalt wert. Zu den landschaftlichen Highlights zählen die Vulkane, die Anden, die Pazifikküste und das tropische Amazonas-Tiefland.

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