Reiseinfos Peru

Diese Reiseinfos Peru haben wir aus unseren Erlebnissen dort während unserer Radreise durch Südamerika zusammengestellt. Drei Monate hatten wir uns dort aufgehalten und sind von Bolivien kommend, über Titicacasee, Juliaca, Cusco, Abancay, Nazca, Ica, Lima, Chimbote und Trujillo Richtung Ecuador durch das Land gereist.

Unsere Reiseinfos Peru:

Die Bausubstanz in Peru

Es dominiert der unverputzte Ziegelsteinbau. Die meisten Gebäude werden bewusst als Baustelle belassen, um niedriger besteuert zu werden. Wirkt ähnlich wie in Bolivien etwas unschön.

In Städten wie Puno, Juliaca und Cusco wird dicht verschachtelt bis in den steilen Berghang gebaut.

Die Hausinstallation ist sehr einfach gehalten, viele Steckdosen sind ausgeleiert. Uns hat ein Kurzschluss in der Steckdose sogar den Universal-Reisestecker gehimmelt.

Leitungswasser gibt es nicht überall ganztägig, sondern oft nur für ein paar Stunden am Tag.

Die Toiletten in Peru

Toilettenpapier wandert, wie in ganz Südamerika, in den Mülleimer, nicht in den Abfluss. Der Druckstampfer ist wichtiger als die Klobürste. Manche Toilette ist ein Abenteuer.

Zelten in Peru

Zelten ist in Peru ohne Probleme möglich. In den Bergen musst du jedoch mit hartem Boden und viel Geröll rechnen. Auch die Wasserversorgung ist in den höheren Lagen nicht einfach zu realisieren, denn über weite Strecken gibt es keine Ortschaften und keine Wasserquellen.

Radeln in Peru

Radfahren in Peru ist sehr gefährlich.

Viele Straßen sind sehr schmal und enthalten keinen für Radfahrer brauchbaren Seitenstreifen. Gleichzeitig halten viele Auto-, Bus- und LKW-Fahrer keinen Seitenabstand. Stattdessen hupen sie sich in der Regel die Fahrbahn frei. Wenn du dann nicht freiwillig die Fahrbahn verlässt, fahren sie dich tatsächlich über den Haufen. Der Fahrradfahrer wird als Störfaktor wahrgenommen und häufig auch als solcher behandelt.

Hält sich der Verkehr in Grenzen, macht das Radeln in Peru Spaß. Allerdings fordern die Berge der Anden und der zum Teil heftige Gegenwind sehr viel Kraft und Ausdauer, insbesondere bei der dünnen Höhenluft im Bereich über 3000 m Höhe.

Kommunikation in Peru

Es wird Spanisch gesprochen. Englisch ist nur sehr selten anzutreffen. Du solltest dir vor der Reise einen Grundwortschatz in Spanisch angeeignet haben. Dann kommst du gut zurecht.

Die Religion in Peru

Überwiegend ist die Bevölkerung in Peru katholisch. Das resultiert aus dem Einfluss der Kolonialzeit. Die historischen Religionen der Ureinwohner spielen eher eine untergeordnete Rolle.

Sicherheit in Peru

Es muss viel Falschgeld im Umlauf sein, denn jeder Geldschein wird kritisch geprüft. Beim Trampen dauert es ewig, bis dich ein Fahrzeug mitnimmt und wenn du auf der Straße jemanden etwas fragen möchtest, laufen viele einfach fluchtartig weiter und lassen dich einfach stehen. Du wirst auch niemals zu einer Übernachtung ins Haus eingeladen.

Bei so viel Misstrauen muss Peru wohl gefährlich sein, wenngleich wir in drei Monaten unserer Reise keine bedenkliche Situation erlebt haben.

Die Tierwelt in Peru

Das Meerschweinchen wirst du in Peru sehr häufig sehen: nämlich als gegrilltes Cuy auf den Märkten oder in der Straßenküche. Ansonsten sind Begegnungen mit Tieren eher auf die vielen wilden Hunde in Peru begrenzt. Die meisten sind friedlich, doch immer wieder treten auch aggressive Exemplare in Erscheinung.

Zu den außergewöhnlichen Begegnungen zählen Riesenheuschrecken, Guanakos und Hausschweine auf der Straße.

Die Straßen in Peru

Die Qualität der Straßen auf den Überlandstrecken ist relativ gut. In den Bergen sind sie oft ohne Seitenstreifen. Das macht Fahrradfahren hier sehr gefährlich.

In vielen Städten ist die Qualität der Straßendecke deutlich schlechter. Zum Teil bestehen die Straßen dort auch aus Lehm, sogar im Zentrum der Städte. Nach ausgiebigen Regenfällen verwandeln sich da schonmal ganze Straßenzüge und Kreuzungen zu einer Seenlandschaft.

Als Geschwindigkeitsbarrieren findest du in den Städten und oft auch auf dem Land Erhebungen quer über die gesamte Straße, die du tatsächlich nur in Schrittgeschwindigkeit passieren darfst, sonst nimmt das Fahrzeug Schaden.

Unser Video auf YouTube: Riesenpfützen in Peru

Der Verkehr in Peru

In den Städten herrscht immer ein sehr hohes Verkehrsaufkommen. Dabei dominieren in der Regel die Kleinbusse des öffentlichen Nahverkehrs das Straßenbild. Sie machen oft 80% des gesamten Verkehrs aus. In manchen Städten sind daneben auch die dreirädrigen Autorikschas sehr verbreitet.

Es wird viel gehupt in Peru. In den nördlichen Gebieten sogar sehr viel. Am negativsten ist uns in dieser Hinsicht Chimbote an der Küste im Norden aufgefallen.

Trampen in Peru

Trampen in Peru ist sehr schwierig. Das Misstrauen der Fahrer ist groß. Und die, die einen mitnehmen wollen, fordern meistens Geld. Aber mit viel Geduld klappt es dann manchmal doch.

Alternativ nehmen dich aber auch die Kleinbusse des öffentlichen Personenverkehrs mit. Auch, wenn du dein Fahrrad dabei hast. Das ist nicht teuer, aber ein Risiko für die empfindlichen Komponenten an deinem Fahrrad. Denn über weite Strecken wird neben deinem Fahrrad noch ganz viel anderes Gepäck auf dem Dachgepäckträger verzurrt. Dem Fahrer fehlt aber oft das Verständnis für die filigranen Bauteile an deinem Rad.

Unsere Tipps zum Trampen.

Orientierung in Peru

Die Beschilderung ist stellenweise etwas mager. Die eigene Offline-Karte im Handy und GPS erleichtern die Orientierung da merklich. Nach dem Weg fragen kannst du zwar auch, aber die Antworten und Handzeichen sind dann oft ungenau, manchmal sogar falsch.

Tipps zu Offline Navigation und GPS Logger per Handy.

Das Klima in Peru

Im Hinblick auf das Klima lässt sich Peru in drei Bereiche einteilen: Küste, Andenregion und Tiefland.

  • Küste (Costa): 5-9 Nebel und Nieselregen in Lima, 10-5 warm, feucht, gute Reisezeit
  • Anden (Sierra): Trockenzeit 5-10 top (sonnig und klar), Regenzeit: 12 – 3 meiden
  • Tiefland (Selva): Trockenzeit 4 – 10 top, Regenzeit 11-3 meiden.

Durch meinen Verkehrsunfall in Bolivien und die zwei Monate Physiotherapie in Juliaca verpassten wir unglücklicherweise das ideale Zeitfenster für die peruanischen Anden und kamen in die Regenzeit. Allerdings erwischten wir in November / Dezember ungewöhnlich viele Tage, an denen es zumindest bis in den frühen Nachmittag sonnig und trocken war. Aber die Regenwahrscheinlichkeit steigt tatsächlich im November drastisch an: fast täglich gibt es in den Anden ein Gewitter und nicht selten mehrere Stunden Regen.

Die Grenzen in Peru

Die Einreise in Desaguadero im Süden des Titicacasees verläuft schnell und unbürokratisch. Du erhältst auf Anfrage gleich 90 Tage und mit dem Stempel in den Pass ist alles in 5 min erledigt.

An anderen Grenzübergängen ist möglicherweise eine Einreisekarte auszufüllen und bis zur Ausreise mitzuführen. Das dürfte nach unserer Einschätzung aber ebenfalls sehr unbürokratisch über die Bühne gehen.

Bürokratie in Peru

Die Polizei ist sehr freundlich und hilfsbereit. Aber es gibt viele Polizeikontrollen im Verkehr. Andere Berührungspunkte mit öffentlichen Stellen erlebten wir in drei Monaten Aufenthalt nicht.

Einkauf in Peru

Die Bargeldbeschaffung am Bankautomaten klappt ohne größere Probleme. Wir konnten bei der staatlichen Banco de la Nacion max. 400 Soles pro Transaktion abheben (das Limit für die Einheimischen lag bei 1500 Soles). Dabei wurden keine Gebühren erhoben. Vor allem bei den privaten Banken musst du da vorab besser nachfragen.

Es gibt in allen Dörfern und Städten viele kleine Läden, Straßenstände und Märkte. Große Supermärkte (Vea) findest du lediglich in den großen Städten.

Die Esskultur in Peru

Bei der Landesküche werden oft Reis, Nudeln und Kartoffeln in einer Mahlzeit kombiniert. Dazu gibt es viel Geflügel und auch Fisch, manchmal gekochte Bohnen.

Cuy, gegrilltes Meerschweinchen ist sehr verbreitet in Peru.

Es gibt unglaublich viele tropische Früchte in Peru: Grenadelle, Kakteenfeigen, Chirimoya, Pitahaya Amarilla, Pepino, Physalis, Platano manzanito, Aguaje, Lucma, um nur mal die wichtigsten zu nennen. Alleine die vielen Früchte versprechen eine kulinarische Entdeckungsreise in Peru.

Die Wasserversorgung in Peru

Das Wasser aus den Leitungen ist oft nicht genießbar und verursacht bei vielen eine handfeste Magenverstimmung. Du solltest es generell abkochen oder filtern, wenn du dir nicht absolut sicher bist. Alternativ kannst du Flaschenwasser kaufen oder selber filtern.

Unsere Tipps zum Outdoor-Wasserfilter.

Die Wasserversorgung über das Leitungsnetz ist nicht überall durchgängig gewährleistet. Oft steht für viele Stunden täglich kein Wasser aus der Leitung zur Verfügung.

Gesundheit in Peru

Die medizinische Versorgung erlebten wir auf einem unerwartet hohen Niveau. Das betraf meine Physio ebenso wie unsere Zahnarztkonsultationen. Die Einheimischen sprechen aber auch gezielt Empfehlungen aus.

Beim Reisemediziner erhältst du alle Infos zu den notwendigen Reiseimpfungen und die Präventivmaßnahmen. Starte mit diesen Vorbereitungen nicht zu spät.

Unsere Tipps zu den Reiseimpfungen.

Fahrrad-Service in Peru

In den großen Städten gibt es Fahrradgeschäfte und hochwertige Komponenten. Doch die wirklich wichtigen Ersatzteile und dein Werkzeug solltest du am besten schon bei der Einreise mitbringen. Oft liegen Orte und Städte weit auseinander und spontane Hilfe suchst du unter den vorbeirauschenden Autofahrern vergebens. Gehe davon aus, dass du dir unterwegs selber helfen musst.

Telefonie und Internet in Peru

Steckdosen-Typen A, B und C. Du benötigst einen Stecker-Adapter für Peru, weil du lediglich in Steckdosen-Typ C alle deutschen Stecker unter bekommst. Weil bei A und B einmal mit und einmal ohne Erdungskontakt angeboten wird, sollte dein Adapterstecker für beide Dosen geeignet sein.

Weitere Infos zu diesem Thema: Steckdosen-Typen weltweit – eine Übersicht

Die Internet-Verbindungen waren unberechenbar und haben wieder einmal für ein paar graue Haare und viele Ehrenrunden beim Abspeichern gesorgt.

Hier ist tatsächlich der Kauf einer SIM-Karte mit Datenvolumen der bessere Weg, wenn du stabile Verbindungen brauchst.

Es gibt öffentliche Münzautomaten zum Telefonieren. Zur Not hilft auch ein Einheimischer.

Das Panorama in Peru

Die Landschaft in den Anden ist ein Traum. Zur Pazifikküste hin ist das Gebirge trockener, fast wüstenartig. Entlang der Küste erlebst du viel Sand, Palmen und Kakteen.

Die Kultur in Peru

Babys werden im Tuch auf dem Rücken getragen. Kinderwagen sind äußerst selten. Die Cholitas tragen traditionell Filzhüte und lange schwarze Zöpfe, wie in Bolivien. Es gibt viele Festivals mit viel Blasmusik, Umzügen, Kostümen und Masken.

Die Sehenswürdigkeiten in Peru

Zu den größten Sehenswürdigkeiten zählen die Ausgrabungsstätten der Inka, die koloniale Architektur in den größeren Städten und viele landschaftliche Höhepunkte.

Unsere Videos auf YouTube:

Inka Ruinen in Peru Inka Ruinen in Peru

 

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