Dokumente auf Reisen

Jedes Land hat seine eigenen Bestimmungen im Hinblick auf mitzuführende Dokumente. Fehlen die erforderlichen Dokumente, wird die Einreise ins Land verweigert. Um nicht an der Grenze abgewiesen zu werden, ist es also wichtig, sich eingehend zu informieren, welche Dokumente und Nachweise erwartet werden. Ein kleiner Überblick zu den wichtigsten Dokumenten auf Reisen und den Einreise-Prozeduren:

Personalausweis

Er hat nur innerhalb Europas Bedeutung. Bereist man Länder, die einen Reisepass erfordern, dann kann man den Personalausweis zu Hause lassen.

Reisepass

Bis auf die meisten europäischen Länder erfordert die Einreise in ein anderes Land einen Reisepass. In der Regel fordern die Länder bei der Einreise oft noch eine Mindest-Gültigkeit des Reisepasses zwischen 1 und 6 Monate bis nach Ausreise und 1 bis 2 freie Seiten für Visa der nachfolgenden Länder. Also muss man rechtzeitig einen neuen Reisepass beantragen oder den Umfang an freien Seiten checken. Das gilt vor allem für Langzeit-Reisen durch mehrere Länder.

Ein zweiter Reisepass kann nützlich sein: einige muslimische Länder verweigern z. B. die Einreise, wenn sich ein israelischer Visa-Stempel im Pass befindet. Ebenso ist die Einreise in die USA mit einem Iran-Visum im Pass unmöglich.

Zusätzlich kann man sich mit dem zweiten Pass zur Not ausweisen, wenn der erste Pass in einer Botschaft zwecks Visa-Beschaffung hinterlegt werden musste. Leider hat der Zweitpass nur eine Gültigkeit von 6 Jahren; der Erstpass ist 10 Jahre gültig.

Es gibt den deutschen Reisepass mit 32 oder 48 Seiten (gegen Aufpreis). Rechnet man mit vielen Visa-Einträgen, dann empfiehlt sich direkt die 48-Seiten-Version. Manche Länder beanspruchen für Visum, Ein- und Ausreise-Stempel auch schon mal 2 oder 3 Seiten (Iran: 3 Seiten).

Visa

Für die Einreise in viele Länder benötigt man ein Visum. Das erhält man entweder in der Botschaft oder in einer konsularischen Vertretung des entsprechenden Landes oder an Flughafen oder Grenze bei der Einreise.

Jedes Land hat hierbei eigene Vorschriften. Auf einer Langzeit-Reise wird man die Visa-Beschaffung meist von unterwegs organisieren. Da sollte man wissen, welche Botschaften in Frage kommen und wie die Visa-Beschaffung in der betreffenden Botschaft abläuft.

Die aktuellsten Infos für die geltenden Regeln bei der Visa-Beschaffung erhält man beim Auswärtigen Amt oder in den Botschaften der entsprechenden Länder.

Bestimmte Länder oder Botschaften erfordern zusätzlich noch ein Empfehlungsschreiben einer Firma oder ein Zertifikat der heimatlichen Botschaft, wenn man ein Visum beantragt (China, Turkmenistan, Usbekistan, Tadschikistan).

Erhaltene Visa-Stempel muss man stets intensiv auf Fehlerfreiheit prüfen (Ein- und Ausreisedatum, Stempel, usw.). Fehlerhafte oder nicht lesbare Einträge können später nicht mehr korrigiert werden und verursachen unter Umständen großen Ärger bei Kontrollen oder bei der Ausreise.

Kritisch ist das Ausreise-Datum im Reisepass, wenn ein bereistes Land einem anderen Kalender und noch dazu einer anderen Sprache folgt (z.B. im Iran). Im Iran erhält man dann nur auf Anfrage einen Zusatz-Vermerk mit dem Datum nach unserem Kalender und in arabischer Schrift, statt in Farsi.

Uns hatte dieser Zusatz-Vermerk allerdings auch nicht sehr geholfen, denn der betreffende Beamte hatte sich bei unserer Visa-Verlängerung in der iranischen Immigrations-Behörde um einen Tag geirrt. So hielt uns der Grenztrupp bei der um einen Tag verspäteten Ausreise Richtung Turkmenistan 4 Stunden lang fest und forderte ein sattes Strafgeld in US-$, obwohl der falsche Eintrag nicht unser Verschulden war (siehe in unserem Reisebericht Iran).

Den Verlust von Reisepass samt Visa sollte man auf jeden Fall vermeiden. Das gibt enormen Ärger und viel Schreibkram. Hilfreich ist hierfür, wenn man Fotokopien der Reisepässe samt Visa angefertigt hat nach der Visa-Ausstellung. Das erleichtert die Wiederbeschaffung von Pass und Visa bei Verlust und reduziert bestimmt auch den Druck seitens der lokalen Polizei.

Vor der Einreise die Verträglichkeit verschiedener Länder prüfen (islamische Länder verweigern möglicherweise die Einreise, wenn ein Israel-Visum im Pass existiert, usw. Siehe oben) und bei Bedarf den 2. Reisepass einsetzen.

In der Regel sind für die Visa-Beschaffung 1 bis 2 Passbilder erforderlich. Hat man auf einer Langzeit-Reise durch mehrere Länder Passbilder in ausreichender Menge im Gepäck, erspart das Zeit und Aufwand bei der Visa-Beschaffung. Allerdings gelten für manche Länder besondere Vorschriften für die Fotos: Indonesien fordert einen roten Hintergrund, islamische Länder fordern bei Frauen die Ablichtung mit Kopftuch oder Hidschab). Auch geben manche Länder sehr exotische Maße für die Fotos vor. Da hilft nur die Anfertigung vor Ort. In Botschaftsnähe finden sich in der Regel Fotoshops, die sich da genauestens auskennen.

Die Bezahlung der Visa-Gebühren bei Botschaften im Ausland erfolgt oftmals in bar in US-Dollar oder Euro per Einzahlung bei einer Bank in der Nähe der Botschaften. Bei Barzahlung sollte man das Geld passend bereithalten, Wechselgeld kommt sonst oft in unerwünschter Währung rüber.

Kreditkarte

Die Bargeldbeschaffung am Geldautomaten klappt im Ausland in der Regel mit der Kreditkarte ohne Probleme. Aber es gibt eben auch Ausnahmen: nicht alle Länder sind den Umgang mit den Geldautomaten schon so gewöhnt wie wir in Europa. In Argentinien hatten wir massiv Probleme, einen funktionsbereiten ATM zu finden, der auch noch unsere VISA-Karte akzeptiert hat. Auch muss man sich auf lange Warteschlangen einstellen, wenn es in einer relativ bevölkerten Stadt lediglich 2 Banken und 2 Geldautomaten gibt.

Manche Länder sind dafür bekannt, dass viele Geldautomaten mit krimineller Energie manipuliert sind (Brasilien z.B.) Deshalb empfiehlt sich auf jeden Fall eine 2. Kreditkarte. So kann man bei einem Verdacht die erste Karte zeitnah sperren lassen und bleibt trotzdem noch liquide durch die 2. Karte.

Die zu entrichtenden Gebühren für das Abheben sind von Bank zu Bank unterschiedlich. Die Nutzung der EC-Karte im Ausland klappt oftmals nicht und verursacht höhere Gebühren. Am besten mit der Hausbank klären vor Reiseantritt.

Hat die Kreditkarte schon einen NFC-Chip, dann sollte man sie unterwegs in einer RFID-Schutzhülle aufbewahren, um unerwünschtes Auslesen der Kundendaten zu verhindern.

In einigen Ländern ist eine Bargeldbeschaffung an Geldautomaten nicht möglich. Hier muss man sich das gesamte Reise-Budget in bar schon vor der Einreise beschaffen.

Geldmittel

Manche Länder fordern einen Nachweis über ausreichende finanzielle Mittel für den Aufenthaltszeitraum. Hier reicht in der Regel ein Kontoauszug oder eine Konto-Übersicht.

Auch muss man  bei manchen Ländern im Rahmen der Einreise-Formalitäten auf einem Antrag unter anderem die mitgeführte Menge an Bargeld angeben. Da ist es ratsam, wenn man die maximal zulässigen Werte kennt.

Wir hatten auf unserer Radreise bei der Einreise nach Usbekistan nur unsere US-$-Beträge eingetragen, nicht aber unsere Euro-Reserve. Prompt hatten wir im Lande keine Möglichkeit, in einer Bank oder Wechselstube Euros in usbekische Sum umzutauschen. Der Eintrag unserer Euro-Beträge stand ja nicht auf dem Einreise-Formular (welches man immer mitführen und zeigen musste).

Internationaler Impfpass der WHO

Wichtig als Nachweis aller Impfungen. Dient behandelnden Ärzten im Ausland als Informationsquelle über den vorhandenen Impfschutz. Für die Einreise in manche Länder ist der Nachweis bestimmter Impfungen sogar unerlässlich (z.B. Gelbfieber): informieren vor der Einreise.

Über den notwendigen oder empfohlenen Impfschutz informiert das Auswärtige Amt sowie auch der konsultierte Tropenmediziner. Achtung: manche Impfungen bestehen aus mehreren Injektionen in bestimmten Zeitabständen; bei FSME und Japanischer Enzephalitis benötigt man für einen Langzeitschutz ein Jahr gemäß Impfschema. Also rechtzeitig informieren und beginnen mit dem Impfprogramm.

Sind weitere Impfungen im Ausland notwendig und im Vorfeld schon absehbar (z.B. zur Vervollständigung begonnener Impffolgen), dann empfiehlt sich ein Rezept aus der Heimat mitzunehmen. Das erleichtert unter Umständen bie Beschaffung der Arznei und die Verabreichung beim Mediziner im Ausland.

Auch sollte man im Rahmen der Vorbeietung auf eine Langzeitreise vorab checken, ob die gewünschte Arznei im betreffenden Land auch tatsächlich verfügbar ist. In Argentinien war für uns beispielsweise eine fällige Typhus-Impfung nicht möglich, weil dieses Land kein Risikogebiet für Typhus ist.

Krankenversicherungs-Karte

Manche Länder verlangen bei der Einreise den Nachweis einer Krankenversicherung. In der Regel reicht die Karte der heimischen Krankenversicherung. Zur Sicherheit bei der Botschaft des Landes abklären.

Auch kann es vorkommen, dass ein Land im Rahmen der Einreise-Bestimmungen den Nachweis einer Reise-Krankenversicherung fordert .

Internationaler Führerschein

Ein internationaler Führerschein garantiert noch nicht uneingeschränkte Fahrerlaubnis im Ausland. In einigen Ländern (z.B. in China) wird auch dieser Führerschein nicht akzeptiert. Auch wird in manchen Ländern die Schadensregulierung bei unverschuldetem Unfall nicht obligatorisch nach dem Verursacherprinzip abgewickelt. Da ist man als Ausländer schnell im Nachteil und wird zur Zahlung des gesamten Schadens verpflichtet.

Also sollte man ernsthaft überlegen, ob nicht besser aufs Selberfahren verzichtet wird, um nicht ein unkalkulierbares finanzielles Risiko einzugehen.

Heiratsurkunde

Bei der Reise durch muslimische Länder kann es notwendig werden, den Beziehungsstatus nachzuweisen, beispielsweise in Personen-Kontrollen oder bei Hotelzimmer-Buchungen. Also im Zweifel die Heiratsurkunde in Kopie mitführen (wenn man eine hat).

Wir mussten unsere Heiratsurkunde in Malaysia einem Imam zeigen, um die Erlaubnis zur Übernachtung auf einem Gelände neben der islamischen Moschee zu bekommen.

Zollbestimmungen

Auch hierbei hat jedes Land seine eigenen Bestimmungen: Was darf ich ein- oder ausführen? In welchen Mengen? Neben Drogen, Alkohol und Zigaretten gibt es eine Vielzahl weiterer Vorschriften, deren Missachtung sehr teuer werden kann.

In den allermeisten Ländern ist das Mitführen von Waffen verboten (dazu zählt auch das beliebte Pfefferspray zur Selbstverteidigung und manches Outdoor-Messer). Oft sind Bargeld-Beträge ab einer bestimmten Höhe zu deklarieren (s.o.).

Auf das Einführen unerlaubter Dinge stehen zum Teil extrem hohe Strafen. Beispiel Usbekistan: entdecken die Beamten an der Grenze Codein (zum Beispiel in Form einer Arznei in der persönlichen Reiseapotheke), dann landet man sofort im Gefängnis. Also besser vorher informieren, was erlaubt ist und was nicht.

Kulturschätze, Antiquitäten, Pflanzen, Fossilien, ja sogar Muscheln und Steine darf ich möglicherweise nicht ausführen.

In manche Länder darf man keine frischen Nahrungsmittel oder Getreide einführen, ja sogar den getrockneten Schlamm an Fahrrad und anderer Ausrüstung (Zelt, Schuhe) muss man penibel beseitigen vor der Einreise (Australien, Neuseeland). Warum das so ist: weil ein sensibles Ökosystem möglicherweise vor nicht endemischen Arten geschützt werden muss. Ein schönes Beispiel: unser Bericht über das Ökosystem in Australien.

Bei der Einreise nach Australien hat der Zoll im Flughafen das Profil unserer Fahrradreifen kontrolliert und unser Zelt im Labor auf einem großen Tisch ausgebreitet und auf links gedreht. Sogar die Zeltstangen wurden ausgeklopft!

Beleg für den Kauf der eigenen Fahrräder

Wichtig für Reiseradler: Bei der Einreise nach Chile muss man möglicherweise den Kaufnachweis für die mitgebrachten Fahrräder zeigen.

Fazit zu den Dokumenten auf Reisen

Diese Auflistung erhebt nicht den Anspruch auf Vollständigkeit. Aber sie zeigt, wie individuell die Bestimmungen in den Ländern sind und wie wichtig eine umfassende Informations-Beschaffung zu den erforderlichen Reise-Dokumenten ist, um nicht an der Grenze abgewiesen oder mit Geldbußen oder noch Schlimmerem konfrontiert zu werden.

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