Die Sieben Seen Route – Roadtrip in Argentinien

Die Sieben Seen Route ist eine beliebte Touristenstraße in Patagonien im Staat Argentinien. Das Kernstück dieser Straße misst 120 km Länge, ist (mittlerweile) Teil der bekannten RN40 (Ruta Quarenta) und ist komplett asphaltiert. Es verbindet San Martin de los Andes mit Villa La Angostura und führt dabei durch eine sehenswerte Berg- und Seenlandschaft.

Tatsächlich führt die Straße dabei an mehr als 7 Seen entlang und gerne wird auch Bariloche anstelle von Villa La Angostura als Endpunkt der Sieben Seen Route betrachtet. Dann ist von 200 km Strecke die Rede, was der Schönheit der Route nicht schadet.

Wir sind die Sieben Seen Route im Rahmen unserer großen Radreise in Südamerika erlebt und beschreiben sie hier in diesem Bericht.

Die Sieben Seen Route im Detail

Verlässt man die Stadt San Martin de los Andes Richtung Westen, dann startet die Sieben Seen Route entlang des Lago Lacar und schraubt sich nach einigen km hoch in die Berglandschaft mit üppigem Urwald. Im weiteren Verlauf folgen die Seen Lago Machonico, Lao Falkner und Lago Villarino, Lago Escondido, Lago Correntoso, Lago Espejo und schließlich der Lago Nahuel Huapi, an dessen Ufern sich sowohl Villa La Angostura als auch Bariloche befinden.

Die Straße durchquert dabei die beiden Nationalparks Lanin und Nahuel Huapi und bietet neben den Seen und der verschneiten Bergwelt die Aussicht auf einige Wasserfälle (u.a. den Cascada Vulinanco) und Wildbäche. Zwischen dem Lago Lacar und dem Lago Machonico passiert man mit dem Arroyo Partida (geteilter Strom) auch eine Natur-Kuriosität: hier teilt sich ein Flußlauf in 2 Bäche, die in 2 verschiedene Ozeane entwässern: im Westen in den Pazifik und Richtung Osten in den Atlantik.

Die Sieben Seen Route per Reiserad

Bis Villa La Angostura kommt man auf 1900 Höhenmeter, im weiteren Verlauf bis Bariloche kommen noch einige hundert Meter hinzu. Dabei sind einige Anstiege recht steil. Per Reiserad mit Proviant für einige Tage ist die Route daher stellenweise sehr mühsam. Hinzu kommt der zum Teil heftige, kalte Wind und die Unberechenbarkeit des Wetters: es kann schnell zuziehen und regnen.

Die Versorgung mit Trinkwasser ist nicht allzu schwierig auf der Sieben Seen Route: es gibt viele Bachläufe mit sauberem Wasser entlang der Straße. Das Wasser aus den Seen hat wohl auch Trinkwasser-Qualität.

Der Verkehr hält sich sehr in Grenzen auf der gesamten Strecke. Dementsprechend genießt man per Fahrrad meist eine traumhafte Ruhe. Im Einzugsgebiet von Villa La Angostura und San Martin de los Andes ändert sich das allerdings schlagartig, ist aber noch gut zu ertragen, wenn man das für Argentinien übliche Gefahrenpotenzial schon gewöhnt ist.

Zelten entlang der Sieben Seen Route

Zwischen San Martin de los Andes und Villa La Angostura gibt es nicht viel Zivilisation. Ein kleines Dorf und einige vereinzelte Campingplätze, das ist alles. Unter den Campingplätzen gibt es an 2 Seen auch jeweils einen kostenlosen Zeltplatz: am Lago Villarino und am Lago Espejo (am nördlichen Strand).

Durch die Höhenlage (1000 m und höher) wird es nachts empfindlich kalt. Wir hatten im November (Sommer) frühmorgens Temperaturen unter 10 °C.

Unser Videoclip auf Youtube:

Zeltplatz am Lago Nahuel Huapi bei Villa La Angostura

 

Die Städte entlang der Sieben Seen Route

Im Wesentlichen markieren San Martin de los Andes im Norden und Villa La Angostura sowie Bariloche im Süden die Anfangs- bzw. Endpunkte der Sieben Seen Route. Allesamt sind diese Städte sehr touristisch geprägt und bieten alles, was man als Tourist benötigt: Restaurants, Hotels, Outdoor-Shops, jede Menge kommerzieller Anbieter für irgendein Freizeit- oder Erlebnis-Programm, eine gut organisierte Touristeninfo und vieles mehr. Natürlich auch gesalzene Preise.

Fazit zur Sieben Seen Route

Lässt sich diese Route in die eigene Tourenplanung integrieren, dann sollte man sie mitnehmen. Für große Umwege muss jeder für sich entscheiden, ob sich der Aufwand lohnt. Die gesamte Landschaft ist zwar schön und sehenswert, aber ein ausgesprochenes „Highlight“ wie die Iguazú-Wasserfälle ist es eher nicht.

Was uns dagegen besonders gut gefallen hat, ist der Los Alerces National Park südlich von Bariloche.

 

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