Tulum – Maya Ruinen in Mexiko

Die Maya Ruinen von Tulum in Mexiko haben wir im Rahmen unserer Radreise durch Amerika besichtigt. Was diese Ausgrabungsstätte der Maya so außergewöhnlich macht und warum du sie auf deiner Mexiko-Reise unbedingt besuchen solltest, beschreiben wir in diesem Artikel.

Unser Bericht über Tulum:

 

Mexiko in Nordamerika

Mexiko bildet den Übergang von Nordamerika nach Mittelamerika und grenzt im Norden an die USA und im Süden an Belize und Guatemala.

Als Reiseziel ist Mexiko nicht ungefährlich. Das Auswärtige Amt (externer Link) warnt vor einem Aufenthalt in bestimmten mexikanischen Bundesstaaten. Insbesondere vor den blutigen Konflikten in der Drogenbranche und der hohen Kriminalitätsrate wird gewarnt. Doch die Fülle an Sehenswürdigkeiten und die Karibik haben nun mal ihren Reiz und so zählt Mexiko zu den beliebten Reisezielen.

Tulum in Mexiko

Tulum ist eine Stadt an der Ostküste von Mexiko im Bundesstaat Quintana Roo. Ca. 130 km südöstlich von Cancun an der Riviera Maya gelegen, beherbergt diese Stadt eine größere Ausgrabungsstätte der Maya, sowie einige Cenotes in unmittelbarer Nähe.

Das macht die Stadt als Reiseziel bei den Touristen und den Reiseveranstaltern sehr attraktiv. Tulum wurde somit zum Ausgangspunkt für viele Unternehmungen und bietet entsprechend umfangreich Hotels, Hostels und Gastronomie.

Im 13. und 14. Jh. war Tulum eine der bedeutendsten Städten der Maya auf der Halbinsel Yucatán. Es war ein religiöses Zentrum der Maya und durch die Anbindung ans Meer sicherlich auch ein wichtiger Handelsplatz.

Die Maya – eine indigene Hochkultur

Die Maya waren eine prähistorische, indigene Hochkultur in Mittelamerika, deren Entstehungsgeschichte bis 2000 v. Chr. zurückreicht. Die Maya besaßen umfangreiche Kenntnisse in der Mathematik, der Astronomie und der Landwirtschaft, nutzten eine hochentwickelte Schrift und einen detaillierten Kalender.

Die Ausgrabungsstätte der Maya in Tulum

Sicherlich ist Chichen Itza die populärste Ruinenstätte in Mexiko. Im Vergleich zu den Ruinen in Chichen Itza ist Tulum kleiner und weniger spektakulär. Doch Tulum ist mit einem Eintrittspreis in Höhe von 80 Peso (2020, umgerechnet 4 Euro) deutlich preiswerter als Chichen Itza (481 Peso, 2020, umgerechnet fast 24 Euro). Gleichzeitig bekommst du in Tulum aber deutlich mehr zu sehen, als in anderen Maya Ausgrabungsstätten mit ähnlich niedrigem Eeintrittspreis. Damit hebt sich Tulum von vielen anderen Ruinenstätten in Mexiko ab.

GPS-Koordinaten der Ruinenstätte in Tulum: 20.21455,-87.42892

Tulum ist zudem eine der wenigen Maya Ausgrabungsstätten, die unmittelbar an der Küste erbaut wurden. Das ist fast ein Alleinstellungsmerkmal.

Die Ausgrabunsstätte Tulum besteht im Wesentlichen aus einer dominierenden, zentral angeordneten Tempelpyramide (Castillo), einigen weiteren kleinen Tempelgebäuden und Palästen sowie einer alles umgebenden, massiven Verteidigungsmauer. Von den ehemaligen Behausungen der Menschen sind lediglich die Grundmauern erhalten.

Die Anordnung der einzelnen Tempelgebäude wurde seinerzeit unter Berücksichtigung des Sonnenlaufs bestimmt: So fällt das Licht der untergehenden Sonne an besonderen Tagen des Jahres direkt in den Tempel.

Des Weiteren diente diese Tempelpyramide den Seefahrern seinerzeit quasi als Leuchtturm, um hier in einem gefährlichen Bereich eines Korallenriffs zu manövrieren.

Die einzelnen Gebäude tragen heute klangvolle Namen, deren Herkunft allerdings nicht aus der Entstehungsgeschichte zu erklären ist, sondern aus der heutigen touristischen Vermarktung. Ebenso erzählen manche Reiseführer auf dem Gelände wahre Märchen, andere wiederum bleiben auf dem Boden der Tatsachen (Wir lernten einen der Reiseführer an anderer Stelle näher kennen. Er warnte uns in dieser Hinsicht).

Die einzelnen Gebäude und auch die Tempelpyramide sind nicht für den Besucher zugänglich. So beschränkt sich die Besichtigung auf die Betrachtung aus nächster Nähe. Das alleine reicht allerdings vollkommen aus, um sich der Architektur der Maya zu nähern. Denn die Maya kannten keine geschwungenen Gewölbe und weiträumige Hallen, sondern bauten in eckigen Strukturen und in kleinen Räumen ohne Fenster. Somit hat die innenarchitektonische Gestaltung nicht soviel Reiz, wie die Außenwirkung der Gebäude ansich.

Funktion und Verwendung der einzelnen Gebäude der Maya ist noch nicht vollständig erforscht. Ebenso gibt es viele unterschiedliche Theorien über die Bedeutung und die Nutzung von Tulum.

Über eine Holztreppe steigt man heute innerhalb der Anlage an der Steilküste hinunter zu einem sehr malerischen Sandstrand, eingebettet zwischen den Felsen. Dieser Strand ist immer gut besucht und lädt zum Baden und Schnorcheln ein.

Die Tierwelt in Tulum

Neben den Ruinen der Maya sind aber auch die vielen Leguane auf dem gesamten Besichtigungsgelände eine echte Sehenswürdigkeit. Im warmen Licht der Sonne besetzen diese zwischen 0,5 und 1 Meter langen Echsen so ziemlich jeden Dachfirst, jeden Mauervorsprung und jede Mauerecke auf dem Gelände. Sie sind an die vielen Menschen gewöhnt und lassen sich in aller Ruhe fotografieren. Nirgendwo sonst erlebten wir eine solche Bevölkerungsdichte dieser Tiere auf so kleinem Raum.

Unser Video auf YouTube: Leguan in Tulum

 

Im Eingangsbereich der Anlage begegnen dir mit etwas Glück auch Südamerikanische Nasenbären. Sie betteln gerne die Touristen nach Essbarem an und sind sehr neugierig. Hier musst du auf deine Sieben Sachen höllisch aufpassen. Erstmalig haben wir diese Nasenbären an den Iguazú Wasserfällen in Argentinien erlebt.

Unser Video auf YouTube: Nasenbär in Tulum

 

Etwas nervig sind die vielen Händler im näheren Umfeld der geschlossenen Anlage: Sie laufen einem tatsächlich hinterher und preisen die vielen Dinge an, die man eigentlich nicht braucht.

Desweiteren darfst du auf dem Weg zur Anlage Mayas in traditioneller Kluft, Riesenschlangen, Gibbons und einige andere sehenswerte Objekte fotografieren. Natürlich alles gegen Geld. Es hat zum Teil Rummelplatz-Charakter und zeigt, wie groß die Touristenströme an dieser Ausgrabungsstätte sind.

So bildet sich zu den Haupt-Besuchszeiten auch eine längere Warteschlange an der Kasse, an der du gerne eine halbe Stunde oder länger anstehst. Starte früh am Morgen zur Besichtigung, dann ist die Anlage noch nicht so stark überlaufen und du genießt günstigere Lichtverhältnisse zum Fotografieren.

Unser Video auf YouTube: Folklore der Maya

 

Weitere Sehenswüdigkeiten in Mexiko

Neben den Maya Ruinen sind vor allem die Cenotes im Einzugsgebiet von Tulum einen Ausflug wert. Hierbei handelt es sich um mehr oder weniger große, offen liegende oder unterirdische Dolinen im Karstgestein. Sie entstanden, wenn bei großen unterirdischen Aushöhlungen im Gestein die dünne Decke einbrach.

In der Regel sind diese offenen Felsenkessel mit Wasser gefüllt und weisen zum Teil auch Tropfsteingebilde auf, sowohl unter Wasser als auch über der Wasseroberfläche. Nicht wenige dieser Cenotes (Maya: heilige Quelle) lassen sich auf einem Tauchgang entdecken, manche sind nur zugänglich über einen längeren unterirdischen Wasserlauf. Alle dieses Cenotes sind zu besichtigen. Oft wird hierbei Baden, Schnorcheln oder auch Höhlentauchen angeboten.

Tulum liegt an der Riviera Maya, einem Küstenstreifen entlang des karibischen Meeres. Hier findest du den typischen schneeweißen, feinen Sand, türkisblaues Wasser, leichte Brandung und Palmen. Das Farbenspiel ist eine Augenweide und du findest hier Idealbedingungen für einen erholsamen Strandurlaub.

Öffentlich zugängliche Strände sind allerdings selten und in manchen Städten entlang der Küste musst du sie regelrecht suchen. Denn größtenteils befindet sich der Zugang zum Meer auf dem Privatland einer Hotelanlage, ganz exklusiv.

Mit nur 40 km Entfernung liegt im Nordwesten von Tulum eine weitere sehenswerte Ruinenstätte der Maya: Cobá (GPS-Koordinaten: 20.49459,-87.72029). Auch Cobá zählte seinerzeit zu den größten Städten der Maya in Yucatán. Die Ruinen in Cobá sind heute ebenfalls für 80 Peso (2020) zu besichtigen. Das spektakulärste Bauwerk ist hier eine 42 Meter hohe Tempelpyramide (Nohoch Mul). Desweiteren existieren hier viele der typischen befestigten Straßen der Maya, die „Sacbeob“. Es waren seinerzeit die Verbindungswege zwischen den einzelnen heiligen Stätten oder zu anderen Siedlungen. Sie ähneln den römischen Straßen sehr.

 

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