Kathmandu in Nepal: Pagoden-Tempel, Stupas und Himalaya-Gebirge

Sigal KathmanduKathmandu ist nicht nur die Hauptstadt von Nepal, sondern auch ein Zentrum hinduistischer und buddhistischer Kultur. Seit 1979 zählt die Stadt zum UNESCO-Weltkulturerbe.

Die geografische Lage dieser Stadt, die abenteuerliche Anbindung an die Außenwelt, die Bevölkerungsdichte im Zentrum, die historischen Pagodentempel, der (ehemalige) Ruf als Aussteiger-Domizil,… all das macht Kathmandu zu einem besonderen Ort.

Wir haben Kathmandu im Rahmen unserer Radreise durch Asien erlebt und beschreiben diese Stadt und ihre Besonderheiten in diesem Artikel. Tipps für deine Reiseplanung und deinen Urlaub im Himalaya-Gebirge.

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Inhaltsübersicht

 

 

Nepal in Südasien

Die Republik Nepal liegt in Südasien und grenzt an Indien (Süden, Westen, Osten) und das Autonome Gebiet Tibet (Norden). Mit einer territorialen Ausdehnung von gerade einmal 880 x 240 km zählt Nepal nicht gerade zu den Ländern mit der größten Landesfläche, doch als Himalaya-Staat beherbergt es viele der welt-höchsten Berggipfel, unter anderem auch den Mount Everest mit seinen 8849 Metern Höhe.

Neben dem Himalaya-Gebirge zählen die vielen Reisterrassen, Lumbini Garden (Geburtsort Buddhas) und vor allem die Städte Pokhara, Bhaktapur und Kathmandu samt Zwillingsstadt Lalitpur (Patan) zu den sehenswerten Highlights im Lande. Dabei nimmt Kathmandu, die Hauptstadt des Landes, in vielerlei Hinsicht eine ganz besondere Rolle ein.

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Die Historie von Kathmandu

Der Ursprung Kathmandus liegt in der Zeit vor Christi Geburt. Und es gibt einige Legenden zur Entstehung der Stadt. Ausgangspunkt hierfür war wohl vor allem der Zusammenfluss der beiden Flüsse Bagmati und Vishnumati, in der hinduistischen Mythologie ein heiliger Ort.

Innerpolitische Turbulenzen, der Einfluss zur Kolonialzeit und der Machtkampf zwischen Monarchie und Demokratie hinterließen in der wirtschaftlichen Entwicklung Nepals tiefe Spuren. Somit zählt Nepal heute zu den ärmsten Ländern der Erde.

Diese bewegte Geschichte zog natürlich auch die Stadt Kathmandu in Mitleidenschaft. So sind Armut, marode Infrastruktur und vernachlässigte städtebauliche Planung nicht zu übersehen. Aber die Stadt wuchs in den letzten 50 Jahren rasant zu einer Millionenstadt und war ein beliebtes Ziel vieler Aussteiger.

 

Die Lage von Kathmandu

In Nepal geht das Flachland (im Süden) in das höchste Gebirge der Welt (im Norden) über, nämlich in den Himalaya. Demzufolge muss man auf der Anfahrt zu einigen Städten mit sehr vielen Höhenmetern rechnen. So auch bei der Anreise nach Kathmandu.

GPS-Koordinaten von Kathmandu: 27.7065,85.3160

KathmanduKathmandu liegt auf ca. 1350 m Höhe in einem Talkessel, umgeben von Bergen mit 2000 bis 2700 Metern Höhe. Neben Kathmandu befinden sich noch zwei weitere Königsstädte in diesem Talkessel: Lalitpur (Patan) und Bhaktapur.

Die Verkehrsanbindung der Hauptstadt war bis in die 90er Jahre sehr abenteuerlich: Es gab nur eine einzige Straße aus der Stadt und diese war nicht selten unpassierbar wegen Erdbebenschäden. Es gibt zwar einen Flughafen in der Stadt, aber der ersetzt natürlich keine Straße für den täglichen lokalen Verkehr.

Durch die Lage auf 1350 Metern Höhe ist die Anfahrt aus dem umliegenden Tal insbesondere für Reiseradler mit ihrem schweren Gepäck sehr anstrengend.

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Die Altstadt von Kathmandu

Pashupatinath Tempel - Newar-BaustilIn der Altstadt im Zentrum erlebt man noch die ursprüngliche Bebauung im newarischen Stil, viele kleine Läden, sehr enge Gassen und ein intensives Geschiebe der Menschenmassen und Motorroller.

Auffällig ist neben der hohen Bebauungsdichte auch die Anordnung der Häuser in Blöcken mit weiträumigen Innenhöfen.

Durch kleine, unscheinbare Gänge gelangt man in diese Innenhöfe (Bahal) und findet hier eine unglaubliche Ruhe im Gegensatz zum dichten Verkehr und dem Sigal - Innenhof (Bahal)Treiben auf den engen Gassen zwischen den Blöcken. In manchem Innenhof entdeckt man dabei auch Tempel und Stupas.

Leider sind zahlreiche historische Wohngebäude der Newar vom Verfall bedroht und werden sukzessive durch neuzeitliche, schlichte Betongebäude ersetzt. Es ist also absehbar, dass dieses unverwechselbare Stadtbild Kathmandus im Laufe der nächsten Jahre verschwinden wird.

 

Die Tempel in Kathmandu

Hauptsächlich in der Zeit 14. – 17. Jh. entstand eine Vielzahl religiöser Bauten, unter anderem Pagoden-Tempel, einige davon monumental groß. Es sind überwiegend hinduistische Tempel, aber man findet auch buddhistische Stupas.

Auffällig ist vor allem diese unglaublich hohe Anzahl an Tempeln und die hohe Bebauungsdichte um diese Tempel und Stupas herum. Doch alle religiösen Bauwerke kommen dennoch voll zur Geltung und sorgen für eine ganz besondere Atmosphäre.

Durbar SquareEin besonderer Platz ist in dieser Hinsicht der „Durbar Square“, ein großer repräsentativer Platz vor dem Königspalast. Es gibt solch einen Platz in Nepal gleich in drei Städten: in Kathmandu, in Lalitpur und in Bhaktapur.

Der Durbar Square von Kathmandu lässt trotz der dramatischen Verluste durch das Erdbeben im Jahre 2015 heute noch erahnen, wie umfangreich der Bestand an Tempelgebäuden und Palästen seinerzeit gewesen sein muss.

Bei diesem Erdbeben wurden landesweit viele Tempel und historische Gebäude zerstört. Dabei war Kathmandu allerdings am stärksten betroffen. Hier traf es unter anderem den Kasthamandap-Tempel aus dem 12. Jahrhundert, den Trailokya Mohan Tempel, den Krishna Mandir Tempel und den markanten Dharahara Turm. Das Beben hatte eine Stärke von bis zu 7,8 und wurde sogar im Schwarzwald messtechnisch wahrgenommen.

Unser Video auf Youtube:

Gebetsmühlen in Kathmandu:    Clip

An einigen Tempeln verzögert man den weiteren Verfall seitdem mit provisorischen Holzstützen. Und nur vereinzelt werden zerstörte Tempel in den kommenden Jahren wieder aufgebaut, so der Plan. Nepal muss auch in Zukunft mit weiteren Erdbeben rechnen, denn das Land liegt auf der Grenze zwischen zwei tektonischen Platten.

 

Der Pashupatinath Tempel

Im Nordosten von Kathmandu befindet sich der Pashupatinath Tempelkomplex; für viele Hindus einer der wichtigsten heiligen Stätten, ähnlich bedeutsam wie ein Pilgerort. Das Betreten des Tempels ist nur den Hindus erlaubt, aber der übrige Teil des Geländes ist der Allgemeinheit zugänglich.

Kathmandu, Pashupatinath

 

 

 

Der Bodnath Stupa

Ein besonderer Pilgerort ist der große buddhistische Stupa im Stadtteil Bodnath im Nordosten von Kathmandu. Der Stupa zählt mit seinen 36 Metern Höhe zu den größten weltweit. Er wurde beim oben erwähnten Erdbeben ebenfalls stark beschädigt, ist zwischenzeitlich aber wieder restauriert worden.

Phra Pathom Chedi, buddhistischer TempelIm Vergleich dazu ist der Phra Pathom Chedi in Thailand mit seinen 120 Metern Höhe allerdings deutlich eindrucksvoller. Diesen Stupa durften wir ebenfalls im Rahmen unserer Radreise besichtigen.

Hier luden uns die Mönche sogar seinerzeit zur Übernachtung ein. Somit konnten wir die gesamte Anlage samt Stupa und Tempel auch bei nächtlicher Beleuchtung bewundern. Eine unvergessliche Begegnung.

Der Phra Pathom Chedi

 

 

Der Verkehr in Kathmandu

Es gibt nur wenige große Hauptverkehrsstraßen in Kathmandu, allermeist sind es kleine einspurige Straßen. Viele Straßen im Zentrum sind chronisch verstopft, das Verkehrsaufkommen ist enorm. Nicht nur zur Rushhour.

Hauptstraßen sind meist asphaltiert, viele Nebenstraßen bestehen aber aus Schotter und Lehm. Demzufolge ist die Staubentwicklung mancherorts extrem. In Verbindung mit den Abgasen der vielen Zweitaktermotoren und der Kessellage der Stadt zählt Kathmandu daher zu den Städten mit der höchsten Luftverschmutzung. Viele Passanten oder Zweiradfahrer tragen daher auch einen Atemschutz aus Stoff. Vor diesem Hintergrund war es bemerkenswert, dass viele Nepalesen Mitte 2020 eher widerwillig zur Corona-Schutzmaske griffen.

Und wir möchten uns nicht zur Monsunzeit in Kathmandu aufhalten müssen. Denn dann verwandelt der Regen die Lehmstraßen sicher in fürchterliche Schlammpisten.

 

Die Zwillingsstadt Lalitpur

Lalitpur (Patan) befindet sich südlich vom Stadtzentrum Kathmandus. Es ist zwar eine eigenständige Stadt, die aber wegen der direkten Nähe mittlerweile mit Kathmandu zu einer großen bewohnten Fläche zusammengewachsen ist.

Auch die Tempel-Anlagen im Zentrum von Lalitpur haben stark unter dem Erdbeben 2015 gelitten. So wurde unter anderem der bekannte Bhimsen Tempel zerstört. Dennoch bereichert eine Besichtigung des Patan Durbar Square ähnlich stark wie der Durbar Square in Kathmandu (siehe oben).

 

 

Die Stadt Bhaktapur

Die Stadt Bhaktapur liegt wenige Kilometer östlich von Kathmandu und beherbergt unter anderem ebenfalls einen Durbar Square mit zahlreichen Pagoden-Tempeln im Stadtzentrum. Hier lohnt auch der weiter südöstlich befindliche Taumadhi-Tol, ebenfalls ein repräsentativer Platz mit historischen Gebäuden und Tempeln.

 

 

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