Ameisen – so klein und doch so mächtig

Ameisen gehören zu den allseits bekannten Tierarten und man findet sie in so ziemlich jedem Land der Erde. So erwecken sie auch zunächst kein großes Aufsehen, wenn sie einem in exotischen Reiseländern über den Weg laufen.

Doch in einigen Gegenden ändert sich das schnell: man macht üble Erfahrungen mit diesen kleinen Tierchen. Das haben wir in Südostasien und anderen Gegenden zu spüren bekommen.
Wie waren unsere Erfahrungen?

Gefräßige Ameisen

In einigen Länder Indochinas (Thailand, Laos, Kambodscha und Malaysia) plünderten ganze Ameisenkolonien die Lebensmittel aus unseren Packtaschen. Sie riechen offensichtlich aus weiter Entfernung alles Essbare und organisieren sofort ganze Armeen, die sich dann in Windeseile Zugang zu den Lebensmitteln verschaffen und sie systematisch zerlegen und abtransportieren. Dabei verhalten sie sich enorm gut organisiert und hoch effizient. Da könnten wir Menschen noch was lernen.

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Gefräßige Ameisen:    Clip1    Clip2

Verhindern konnten wir solche Invasionen nur, indem wir alles Essbare gut verschlossen weit weg vom Erdboden irgendwo aufgehängt haben. Und selbst das ist noch keine Garantie.

Übrigens schleppen diese Ameisen manchmal auch andere, nicht essbare Gegenstände davon. Was immer sie halt gebrauchen können. Zum Beispiel

Unser Video auf Youtube:

Gummiringe:    Clip

Beißende Ameisen

Standen wir in den südostasiatischen Ländern (Thailand, Laos, Kambodscha, Malaysia und Indonesien) an der falschen Stelle zu lange ohne uns zu bewegen, dann krabbelten die Ameisen zu hunderten an einem hoch und bissen zu. Das war sehr schmerzhaft und lästig. Vermutlich hielten diese Ameisen uns für Nahrung. Oder sie betrachteten uns als unerwünschte Störenfriede.

Jedenfalls hilft dann nur, sich schnell eine andere Stelle als Aufenthaltsort zu suchen. Hat man diese Möglichkeit nicht, dann kann man lediglich hektisch von einem Bein aufs andere springen, um die Invasion zu verhindern.

Springende Ameisen

Die Jack Jumper ist eine Ameise in Australien, die Störenfriede aus relativ großer Entfernung anspringt und dann sofort zusticht. Das Gift kann Allergien auslösen und jährlich sterben angeblich einige Menschen daran.

Man kann diese Gattung an ihrem schwarzen Körper und den gelb-roten Kieferzangen identifizieren. Allerdings sollte man ihnen eben nicht zu nahe treten, sonst springen sie einen an.
Wir haben sie auf unserer Radreise durch Australien erlebt und waren froh, dass uns die Einheimischen bei unserer Suche nach einem Zeltplatz auf hohe Population in dem betreffenden Gebiet hingewiesen hatten. Sie zeigten uns auch die Nester unter den Steinen in ihrem Garten.

Neben den vielen anderen gefährlichen Tieren in Australien waren diese Ameisen dann ein Grund mehr für uns, auf diesem Kontinent das Zelten zu vermeiden, wo immer es möglich war.

Riesige Ameisen

Ebenfalls in Australien haben wir besonders große Ameisen-Arten kennengelernt. Sie sind bis zu 3 cm groß … da wird einem schon etwas unheimlich. Allerdings wirkten sie auf uns nicht so aggressiv wie manche kleine Ameise in Südostasien. Auch traten sie eher als Einzelgänger in Erscheinung und nicht in Heerscharen.

Die rote Feuerameise

Wir haben bisher (so denken wir) noch keine Bekanntschaft mit dieser besonders aggressiven Ameisen-Gattung gemacht, doch sie verbreitet mehr Frucht und Sorge, als viele andere Spezies. Ihr Gift kann Allergien auslösen und eine ernsthafte Gefahr für den Menschen werden.

Doch selbst, wenn ihre Angriffe für die wenigsten Menschen tödlich enden, wirkt sie als Störenfried und macht einen unbeschwerten Aufenthalt in der Natur unmöglich. Ursprünglich wurde sie zur Schädlingsbekämpfung in der Landwirtschaft eingesetzt, doch mittlerweile ist ihre Ausbreitung in manchen Teilen der Erde nicht mehr wirklich unter Kontrolle zu bekommen. Sie verdrängt heimische Tierarten und richtet enorme Schäden in Natur und Landwirtschaft an.

In Australien wurden in 2017 über 400 Mio. Dollar bereitgestellt, um die Ausbreitung endgültig zu stoppen. Wir hoffen, dass sie mit ihrem Programm erfolgreich sind. In den USA scheint es jedenfalls schon zu spät zu sein.

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