Angkor Wat in Kambodscha – größter Tempel der Khmer

Bereist man Kambodscha in Südostasien, dann gehört Angkor Wat zum Pflicht-Programm. Es ist die größte Tempel-Anlage der Welt und die Haupt-Sehenswürdigkeit des Landes. Auf  unserer Radreise durch Asien haben wir 2017 Angkor Wat besichtigt.

GPS-Koordinaten: 13.4410,103.8591

Angkor Wat im Überblick

Angkor Wat, 30 weitere Tempel-Ruinen und eine Vielzahl mehr oder weniger gut erhaltener Gebäude aus der Khmer-Zeit befinden sich im Norden der Stadt Siem Reap in Kambodscha.

Es sind teils buddhistische, teils hinduistische Khmer-Tempel aus der Zeit 11. – 13. Jahrhundert (bis zum Ende des 12. Jh. konvertierten praktisch alle Khmer vom Hinduismus zum Buddhismus, nachdem König Jayavarman VII. den Theravada-Buddhismus übernommen hatte).  Manche Tempel sind sehr gut erhalten, andere stark verfallen, aber seit Jahren wird an der Rekonstruktion gearbeitet.

Die Tempel befinden sich in einem großen Park-Gelände und sind allesamt zugänglich über zwei unterschiedlich große Ringstraßen: 17 und 27 km Wegstrecke. Haupt-Anziehungspunkt ist hierbei natürlich der Tempel Angkor Wat.

Die Bedeutung von Angkor Wat

Nach unserem subjektiven Eindruck war Angkor Wat gar nicht so spektakulär wie manch anderer Tempel in diesem Park, zum Beispiel Ta Phrom oder Bayon.

Doch dieser Tempel war ursprünglich im Reich der Khmer der Hauptstadt-Tempel. Zudem hat dieser Tempel mit seinen aus weiter Ferne sichtbaren Pagoden ein unverwechselbares, markantes Erscheinungsbild. Das macht Angkor Wat eben einzigartig.

Die Eintrittspreise für Angkor Wat

Für die Besichtigung der Tempel wird leider ein gesalzenes Eintrittsgeld verlangt. Mit dem Kauf eines Tickets hat man dann allerdings freien Eintritt zu allen Tempeln in diesem Park (und einigen Tempel-Anlagen in der nahen Umgebung von Siem Reap). Man kann wählen zwischen Tickets für 1, 2, 3 oder 7 Tagen. Das 1-Tages-Ticket kostet 37 US-$, für 2/3 Tage zahlt man 62 $ und für 7 Tage sind 72 $ zu bezahlen (Preise Stand 2017).

Im Vergleich zu den Preisen bei anderen weltbekannten Sehenswürdigkeiten (zum Beispiel Taj Mahal in Indien, Torres del Paine Nationalpark in Chile oder Persepolis im Iran) bekommt man in Angkor Wat deutlich mehr Sehenswertes für sein Geld zu Gesicht. Das Ein-Tages-Ticket reicht nach unserer Erfahrung aus, um sich die wertvollsten Objekte im Park anzuschauen. Allerdings bleibt nicht viel Zeit zum Genießen oder Verweilen. Daher ist ein Ticket für zwei Tage die bessere Variante, wenn man sich tatsächlich etwas Zeit für die schönsten Tempel nehmen will.

Es gibt einige km Süd-östlich des Tempel-Parks ein Ticket-Center. Ausschließlich dort kauft man sein Ticket. Das 1-Tages-Ticket hat noch eine Besonderheit: Man hat am Vortag ab 17 Uhr schon freien Eintritt zum Angkor Wat. Bei gutem Wetter erlebt man die Tempelruinen gerade in den Abendstunden im schönsten Licht.

Die Ticket-Kontrolle von Angkor Wat

Die Ticket-Kontrolle am Eingang des Parks ist etwas ungewöhnlich organisiert: man muss über einen kurzen Bypass ähnlich einer Tankstellen-Ausfahrt fahren und somit die Straße kurz verlassen. Man wird hier allerdings nicht zwangsgeführt und fährt schnell daran vorbei. Und dann pfeift einen das Kontroll-Personal aus dem Verkehr und man muss sein Ticket zeigen. Die Einheimischen haben so freie Fahrt und werden nicht unnötig aufgehalten.

Uns erschien diese Art der Ticket-Kontrolle allerdings nicht besonders sicher. Da gibt es bestimmt Schlupf und manch einer kommt ohne Ticket bis zum Angkor Wat durch (und wird dort halt am Eingang aufgehalten oder auch nicht). An vielen Tempeln gibt es separate Ticket-Kontrollen, aber nicht an allen.

Das Angkor Panorama Museum

Direkt neben dem Ticket-Center befindet sich noch das Angkor Panorama Museum. Unter anderem kann man hier (im frei zugänglichen Bereich) an einem großen Modell Architektur und Größe der einzelnen Tempel aus der Vogel-Perspektive sehen. Dabei fällt auf, dass jeder Tempel eine einzigartige Anordnung der Pagoden besitzt. Kein Tempel gleicht dem anderen. Des Weiteren erhält man Informationen über Alter, Religions-Zugehörigkeit und Baustil der einzelnen Tempel und wird über den Stand der Rekonstruktion informiert. Anhand der Fotos an den Wänden lässt sich der heutige Zustand der Ruinen beurteilen.

Unser Video auf Youtube:

Gemälde im Foyer:    Clip

Die Tempel um Angkor Wat

Es ist unmöglich, mit einem 1-Tages-Ticket alle Tempel zu besichtigen. Man muss eine Auswahl treffen, wenn man sich für dieses Ticket entschieden hat. Hierfür hilft möglicherweise die folgende Beschreibung der einzelnen Tempel.

  • Angkor Wat, 12. Jh., erst hinduistisch, später buddhistisch: ist gewaltig groß und hat eine einzigartige Silhouette durch die insgesamt 5 Pagoden im Zentrum. Die Gebäude bestehen aus Sandstein ohne Fugenmittel. Entlang der Gänge befinden sich endlose Stein-Reliefs, auf denen viele Szenen aus dem Leben der Khmer dargestellt sind.
  • Bayon, 12. Jh., buddhistisch: ist ein runder Tempel im Zentrum von Angkor Thom, der ehemaligen Hauptstadt der Khmer, gleich nördlich von Angkor Wat. Der Tempel enthält 49 Pagoden auf unterschiedlichen Ebenen. 200 Gesichter wurden auf diesen Pagoden in den Stein gemeißelt. Man verliert schnell die Orientierung beim Durchschreiten des Tempels und soll sich verloren fühlen in seiner Umgebung und doch Halt finden durch Andacht und Meditation in den vielen Gebets-Nischen, die im Kreis am Haupt-Gebäude aufzufinden sind. Sehr charakteristisch für den Buddhismus.
    In unseren Augen ist Bayon neben dem Ta Prom (weiter unten beschrieben) der wertvollste Tempel im Bunde. Für diesen Tempel solltest du etwas mehr Zeit einplanen und tatsächlich sämtliche Gänge auf allen Ebenen erkunden.

Unsere Film-Clips zum Bayon auf Youtube:    Clip1    Clip2

  • Ta Phrom, 12.-13. Jh.: beeindruckt vor allem durch die vielen gigantisch großen Baumwurzeln, die seit den letzten 100 Jahren die Tempel-Ruinen immer stärker überwuchern. (Wir nehmen mal an, es handelt sich dabei allesamt um Würgefeigen, die wir   hier  näher beschrieben haben.)
    Darüber hinaus sind die Tempel-Gebäude sehr verwinkelt und gleichen einem Labyrinth. Der Tempel ist auch bekannt unter dem Namen Tomb Raider Tempel, seitdem ein Wurzel-umwucherter Eingang des Tempels als Szenenbild im Spielfilm Tomb Raider zu sehen war.
  • Phenom Bakheng: liegt auf einem Hügel und bietet somit Traum-Bedingungen für sehenswerte Sonnenuntergänge. Und weil das viele Besucher wissen, wird es recht eng auf den besten Plätzen in den entscheidenden Minuten.
  • Die Tore „South Gate“ und „Victory Gate„: beides sind sehr imposante Stadttore in der Stadtmauer um Angkor Thom. Man wird automatisch durch beide Tore geleitet, wenn man der kleinen Ringstraße folgt.
  • Thommanon, 12. Jh., Hinduismus und Chausay Tevada, 12. Jh, Hinduismus, liegen dicht bei einander auf gleicher Höhe zur linken und rechten der Straße im Osten von Angkor Thom.
  • Ta Keo, 10. Jh., hinduistisch: ist ein Tempel-Komplex in mehreren Ebenen mit sehr steilen Treppen. Schreitet man auf den schmalen Trittflächen der einzelnen Ebenen entlang, erlebt man beeindruckende Ausblicke auf Teile des Tempels sowie die nahe Umgebung.

Es gibt noch einige weitere, unserer Meinung nach sehenswerte Tempel-Anlagen, die in unser 1-Tages-Programm leider nicht mehr hinein passten, die wir aber gerne besichtigt hätten. Dazu gehören:

  • Banteay Kdei, 12.-13. Jh., buddhistisch
  • Preah Khan, 12. Jh., buddhistisch
  • Pre Rup, 10. Jh., hinduistisch
  • Ta Som, 12. Jh., buddhistisch

Alle weiteren Anlagen im Angkor Wat Park aufzuzählen, erscheint uns wenig sinnvoll. Denn in der Nähe von Siem Reap befinden sich einige Tempelanlagen, die ebenfalls mit dem Angkor Wat – Ticket besichtigt werden können und wesentlich intereessanter sind, als viele der kleinen Tempel im Angkor Wat Park: die Roluos Group.

Fotografieren im Park Angkor Wat

Achte auf den Ladezustand deiner Kamera-Akkus: Beginne den Tag mit frisch geladenen Akkus und teile dir die Ladung gut ein. Denn manches Tempel-Highlight erreichst du erst später am Nachmittag. Wenn dann dein Akku vorzeitig in die Knie geht, weil du am frühen Morgen auch an den kleineren Tempeln schon wie wild fotografiert hast, ärgerst du dich garantiert schwarz (ist mir natürlich passiert!). Auf dem gesamten Gelände wirst du nur selten eine Steckdose zum Nachladen finden (höchstens in einem der wenigen WCs). Für einen solchen Tag lohnt sich tatsächlich ein Ersatzakku.

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