Die Cote de Granit Rose in Frankreich – Highlight in der Bretagne

Die Cote de Granit Rose (Rosengranitküste, auch Rosa Granitküste genannt) ist eine spektakuläre Küstenlandschaft im Norden der Bretagne in Frankreich zwischen Paimpol und Trébeurden. Rosa gefärbte Granitfelsen in allen Größen und teilweise sehr ausgefallenen Formen dominieren hier das Strandbild.

Wie ist die Cote de Granit Rose entstanden? Welche Sehenswürdigkeiten erwarten dich dort? Und was gibt es in der Umgebung noch zu entdecken?

Unser Bericht über die Cote de Granit Rose.

 

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Die Cote de Granit Rose auf OpenStreetMap

© OpenStreetMap-Mitwirkende

 

Die Bretagne in Frankreich

Die Bretagne ist eine Region im Nordwesten von Frankreich. Sie ragt wie eine gewaltige Halbinsel weit hinaus in den Atlantik und bietet seit jeher viel Angriffsfläche für die wilde Brandung der See. Das hat Spuren hinterlassen und so ist die Felsenküste der gesamten Bretagne sehr stark zerklüftet.

Doch neben Felsenküste und tosender Brandung hat die Bretagne noch eine ganze Menge mehr zu bieten. So findest du hier eine Vielzahl uriger Dörfer und Hafenstädte, viel frischen Fisch und herzliche Menschen, die Bretonen.

Die Cote de Granit Rose ist in diesem Rahmen ein ganz besonderer Ort. So erlebst du hier eine sehr außergewöhnliche Felsenkulisse, was Formen und Farbe betrifft. So außergewöhnlich, dass dieser Küstenabschnitt eine eigene Beschreibung verdient.

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Die Entstehung der Cote de Granit Rose

Im Karbonzeitalter (vor 300 Mio. Jahren) kollidierten an der heutigen Cote de Granit Rose die beiden Urkontinente Gondwana und Laurasia und bildeten ein Gebirge, welches durch Erosion und den steigenden Meeresspiegel nach der letzten Eiszeit stark zergliedert und rund geschliffen wurde.

An der Größe der einzelnen Felsbrocken und den teils skurrilen Formen lässt sich erahnen, welche Naturgewalten hier seinerzeit am Werk waren. Allesamt sind die Steine glatt und rund geschliffen.

Die schönsten Städte an der Cote de Granit Rose

Sehr viele Dörfer und kleine Städte in der Bretagne sind ausgesprochen sehenswert. Das trifft auch auf die Cote de Granit Rose zu. So reihen sich von Paimpol im Osten bis nach Trebeurden im Westen eine ganze Reihe sehenswerter Orte aneinander:

Paimpol, Plougrescant, Perros-Guirec, Poumanac´h, Trégastel und Trebeurden. Hier entdeckst du malerische Stadtkerne, Badestrände und die typisch bretonische Architektur. Auch die Großstadt Lannion, der Ausgangspunkt für Reisen an die Cote de Granit Rose, lohnt einen Besuch:

Hier erwarten dich alte Fachwerkhäuser aus dem 15. und 16. Jahrhundert, eine historische Altstadt, eine sehenswerte Kirche aus dem 12. Jahrhundert (Église de Brélévenez) sowie eine interessante Aussicht auf die Stadt aus der Vogelperspektive.

 

© OpenStreetMap-Mitwirkende

 

 

Besondere Sehenswürdigkeiten an der Cote de Granit Rose

Allem voran steht natürlich die außergewöhnliche Felskulisse entlang der gesamten Küste. Farblich harmoniert das rötliche Gestein sehr wirkungsvoll mit den Blau- und Grün-Tönen des Atlantiks. Insbesondere im abendlichen Sonnenlicht. Selten passt alles so perfekt zusammen, wie hier an der Cote de Granit Rose.

Dabei bildet der Bereich zwischen Perros-Guirec und Ploumanac´h den Höhepunkt dieser Naturschönheit. Besonders geformte Steine haben hier sogar einen Spitznamen erhalten. Der bekannteste unter ihnen ist sicher „Napoleons Hut“.

Als wäre die grandiose Felsenkulisse entlang der Küste nicht schon genug, gibt es doch inmitten dieser Landschaft auch noch ein paar ganz besondere Highlights, deren Besichtigung auf keinen Fall versäumt werden darf:

Der Leuchtturm Phare de Men Ruz

Der Leuchtturm Phare de Men Ruz befindet sich bei Ploumanac´h inmitten der Felsenkulisse und schmiegt sich sehr fotogen in die Landschaft ein.

Dabei erregt nicht so sehr seine Größe (15 m) Aufsehen, sondern eher seine kantige Architektur und die farbliche Gleichheit zum Granitgestein der Umgebung.

La Maison du Gouffre

In Plougrescant kann man das wohl bekannteste Haus Frankreichs aus der Ferne besichtigen: La Maison du Gouffre. Es steht, wie eingepfercht, sturm- und windgeschützt zwischen den Felsen.

Tatsächlich ist es ein ganz normal bewohntes Haus in privater Hand. Und man darf dankbar sein, dass es dem Besucher erlaubt ist, nach Belieben Fotos zu schießen, ohne dabei zu weit in die Privatsphäre des Bewohners einzudringen.

Château des Costaérès

In der Bucht im Nordwesten von Ploumanac´h steht auf einer kleinen Felseninsel das Château des Costaérès, ein Schloss aus dem 19. Jh., in dem immer wieder weltbekannte Persönlichkeiten gewohnt haben.

Im Baustil orientierte man sich seinerzeit an den mittelalterlichen Burgen, wenngleich das Schloss als Ganzes aber deutlich kleiner ausfiel.

Die Basstölpel-Kolonie auf der Insel Île Rouzic

Auf einem Abstecher per Ausflugsboot zur 10 km vor der Küste befindlichen Inselgruppe Sept-Îles kann man auf der nördlichsten Insel Île Rouzic unter anderem eine große Basstölpel-Kolonie besichtigen. Die gesamte Inselgruppe ist ausgewiesen als Naturschutzgebiet und bietet Lebensraum für eine Vielzahl an Wasservögeln. Auch Papageientaucher sind dort anzutreffen. Die Boote starten von Plage de Trestraou und Ploumanac´h.

Die Insel Ile Grande

Auch ein Besuch auf der Ile Grande nördlich von Trébeurden lohnt sich wegen der Aussicht auf die Küstenlinie und der Allée Couverte, einem prähistorischen Galeriegrab aus Megalithen. Man erreicht die Insel über eine kleine Brücke vom Festland aus.

 

Der Freizeitwert der Cote de Granit Rose

Es gibt einen wunderschönen Küsten-Wanderweg in der Bretagne: den Zöllnerpfad (GR 34). Er verläuft von Saint-Malo bis Saint-Nazaire und zieht sich auch durch den Bereich der Cote de Granit Rose. Hier nennt sich dieser Weg von Ploumanac´h bis Plage de Trestraou „Le Sentier des Douaniers“. Wenn du also nur ein Teilstück des GR 34 ablaufen möchtest, sollte es dieser Sentier des Douaniers sein.

Die Felsen laden an vielen Stellen entlang der Küste zum Klettern ein. Und die kleinen Badestrände schmiegen sich oft sehr malerisch zwischen die mehr oder weniger steilen und zerklüfteten Felswände. Ein spannendes Programm für Urlaub mit Kindern.

Lesetipp: Radreisen mit Kindern – Unsere Tipps

Bei Ebbe kann man zu den vorgelagerten Inseln wandern. Das ist insbesondere der enormen Tide von bis zu 12 Metern im Bereich der Nordküste zu verdanken. Nur an wenigen Orten auf der Welt begünstigt die Gelände-Topografie einen derart großen Tiedehub.

Ein besonderes Erlebnis sind Kanutouren entlang der Küstenlinie. So erschließt sich dir die Küstenlandschaft aus einer atemberaubenden Perspektive. Allerdings solltest du hierfür die Gezeitentabelle studiert haben und auf keinen Fall bei auslaufendem Wasser ins Boot steigen.

Lesetipp: Einstieg ins Kanuwandern

 

Du findest entlang der Küste einige malerische Badestrände. Nimm also am besten immer deine Badekleidung mit, wenn du die Küste ansteuerst. Suchst du außerhalb der offiziell ausgewiesenen Badestrände nach einem Zugang zum Wasser, orientiere dich auch hierfür am Gezeitenkalender. Zur falschen Zeit (Ebbe) liegt der Strand nämlich trocken und der Weg zum kühlen Nass führt endlos weit über unbegehbaren Schlick. Dort versinkst du mindestens knietief im weichen Boden und bereust dein Vorhaben ganz schnell.

 

Weitere Ausflugsziele in der Nähe

Wenn du eine Reise an die Cote de Granit Rose geplant hast, bieten sich auf Hin- und Rückreise noch einige Highlights zur Besichtigung an.  Das lockert zudem auch die weite Fahrt etwas auf. Unsere Vorschläge hierzu:

Mont-Saint-Michel ist sicher der bekannteste Klosterberg Europas und UNESCO-Welterbe. Er befindet sich auf einer kleinen Insel ca. 1 km vor der Küste in der Normandie. Der Zugang zur Insel ist in Abhängigkeit von den Gezeiten nicht immer begehbar. Betritt man die Insel, läuft man auf dem ansteigenden Weg Richtung Kloster an einigen Wohnhäusern entlang. Hier leben insgesamt um die 30 Bürger. Damit ist die Gemeinde Mont-Saint-Michel sicher auch die kleinste in ganz Frankreich. Die Abtei lässt sich übrigens besichtigen.

Die Stadt Saint-Malo ist eine außergewöhnlich sehenswerte Hafenstadt an der Nordküste der Bretagne an der Grenze zur Normandie. Die Altstadt ist von einer gewaltigen Festungsmauer umgeben und weist ein stringentes Straßenraster auf.

Natürlich ließe sich die Liste der Highlights noch weiter fortsetzen. Wer die Zeit mitbringt, sollte am besten die gesamte Küstenlinie der Bretagne abfahren. Du erlebst hier zerklüftete Felsenklippen, malerische Sandbuchten, urige Küstendörfer, alte Fischerhäfen, Dolmen und den wilden Atlantik.

Unsere Beschreibung zur Bretagne:

Bretagne per Fahrrad – Unser Reisebericht

 

Weitere Lesetipps:

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