Reiseinfos Argentinien

Diese Reiseinfos Argentinien beruhen auf den Erfahrungen und Erlebnissen auf unserer großen Radreise. Wir waren dort 2018 für einige Wochen unterwegs. Dabei sind wir, von Australien kommend, ab Buenos Aires durch die Provinzen Corrientes und Misiones bis nach Puerto Iguazú im Nordosten von Argentinien  gefahren.

Die Reiseinfos Argentinien

Die Bausubstanz in Argentinien

In Buenos Aires dominiert ein überwiegend rechtwinkliges Raster mit sehr gleichmäßigen Abmessungen das Stadtbild. Dabei findet sich immer wieder ein liebevoll gestaltetes einzelnes Gebäude inmitten der meist sehr tristen, eintönigen Betonwüste.

Die Haustechnik ist oft veraltet und pfeift auf dem letzten Loch. Die Einrichtung ist sehr schlicht und mager gehalten. Vor allem die jungen Leute beschränken sich auf ganz wenige Möbelstücke und einen spartanischen Wohnstil. Manches Bett besteht lediglich aus einer Holzpalette mit Matratze und es gibt nicht mehr als 2 kleine Töpfe und eine Pfanne in der Küche. Dieser Minimalismus ist sehr zweckdienlich. Denn bei einem Job- und Stadtwechsel ist der Umzug im Handumdrehen erledigt.

Die Duschen werden meist mit Strom betrieben und sind oft abenteuerlich verkabelt. Manchmal knistert es ganz schön im Bereich der Schalter. Und einmal war der Spielraum am Drehknopf für die Einstellungen zwischen  „Frieren“ und „sich verbrennen“ unter einem Millimeter.

Die Toiletten in Argentinien

Die Toiletten in Argentinien sind ein Abenteuer. 80 % aller Toiletten weisen Mängel auf oder funktionieren einfach nicht. So wird der Gang aufs stille Örtchen meistens zu einer Zitterpartie: entweder die Spülung funktioniert nicht, die Klobrille wandert, der ganze Pott wackelt oder es gibt kaum Platz zum Sitzen.

Es gibt auch keine Bestrebungen, Schäden zeitig zu reparieren. Im Gegenteil: man arrangiert sich mit mangelhaften Zuständen. Und das mit einer unglaublichen Beharrlichkeit und Ausdauer.

Zelten in Argentinien

Aus den vielen Warnungen der Einheimischen haben wir abgeleitet, dass Zelten in Argentinien in mancher Gegend nicht wirklich empfehlenswert ist. Daher haben wir sichere Schlafplätze aufgesucht, wo sich unsere Fahrräder und die Packtaschen hinter verschlossenen Türen befanden.

Erste Anlaufstelle war in dieser Hinsicht die freiwillige Feuerwehr (Bomberos) einer jeden Stadt. Doch ein Schlafplatz ist dort nicht garantiert. Es steht und fällt mit der Einstellung des Chefs.

Alternativ hätten wir bei der Straßenpolizei (Gendarmerie), an Tankstellen (Station de Service/ de Naphta) oder an Kirchen gefragt. Doch dazu kam es nur einmal, weil wir in der Regel bei den Bomberos einen Platz fanden.

Im Bereich Buenos Aires haben wir ausschließlich Warmshowers-Unterkünfte aufgesucht. Das war uns sicherer. Wenn auch eine Kontaktaufnahme zu Warmshowers-Mitgliedern manchmal abenteuerlich verlaufen kann (siehe unsere Erfahrungen am 09.05.2018).

Bei manchen Warmshowers-Mitgliedern waren die Verhältnisse derart einfach und grenzwertig, dass wir uns am liebsten wieder verabschiedet hätten. Unser Zelt, die Schlafsäcke und all unser Equipment waren da im Vergleich deutlich sauberer und vor allem Tierfrei. Weiß man aber eben im Voraus nicht.

Radeln in Argentinien

Die schlechten Straßen erfordern die volle Aufmerksamkeit beim Radeln. Sonst landet man ganz schnell in einem tiefen Loch und fliegt über den Lenker. In dieser Hinsicht sind große Pfützen auf der Fahrbahn besonders tückisch. Man weiß nie, was einen in der Pfütze erwartet.

Der Radsport erfreut sich großer Beliebtheit. Vor allem Rennsport, MTB und Triathlon sind sehr populär. In Buenos Aires gibt es nicht wenige, die mit dem Fahrrad in der Stadt unterwegs sind. Man bietet auch Leihfahrräder in der Stadt an.

Kommunikation in Argentinien

Mit Englisch kommt man nicht weit in Argentinien. Spanisch ist dagegen sehr hilfreich. Die Betonung und manche Wörter sind in Argentinien zwar abweichend, doch Spanisch ist eine gute Basis. In aller Regel ist die Hilfsbereitschaft in der Bevölkerung auch derart groß, dass es selbst ohne umfangreiche Spanisch-Kenntnisse zu einer Verständigung kommt.

Wir hatten uns in den Wochen vor der Anreise über das Online-Programm Duolingo einen kleinen Wortschatz in Spanisch angeeignet. So klappte die Kommunikation einigermaßen.

Die Religion in Argentinien

Vorherrschende Religion ist das katholische Christentum. Über 75% der Bevölkerung gehören dieser Religion an. Das resultiert natürlich aus dem starken Einwanderer-Strom aus Spanien, Portugal und Italien im Mittelalter.

In der Provinz Misiones findet man sehr viele Ruinen ehemaliger Jesuiten-Reduktionen. Sie wurden seinerzeit von den Jesuiten errichtet, um die indigene Bevölkerung vor Ausbeutung und Sklaverei zu schützen.

Sicherheit in Argentinien

Das Risiko, auf einer Radreise Opfer krimineller Energie zu werden, ist in Argentinien weitaus größer als in allen unseren bisherigen Reiseländern. Stets muss man in den Städten ein Auge auf Fahrräder und Gepäck werfen. In Buenos Aires ist das ganz besonders wichtig, vor allem in der nächtlichen Dunkelheit.

Alles wird in Argentinien bewacht: Banken, große Geschäfte, kleine Läden mit wertvollen Produkten, Parkplätze, alles. Überall hängen Überwachungskameras. Und das Sicherheitspersonal ist schwer bewaffnet bis unter die Zähne. Wachdienste müssen ein relativ großer Beschäftigungszweig im Lande sein.

Der Polizei traut man dagegen nicht. Sie wird immer wieder im Zusammenhang mit Korruption erwähnt und war 2016 Anlass für großen Protest aus der Bevölkerung.

Die Tierwelt in Argentinien

Viele wilde Hunde streunen in der Gegend herum. Und weil sie früher immer die Mülltüten zerrissen haben, gibt es für den Hausmüll heute kleine Metallkörbe in 1,5 m Höhe am Straßenrand. Einige dieser Hunde sind recht aggressiv und wollen einem Fahrradfahrer gerne in die Beine beißen. Die Impfung gegen Tollwut und Tetanus ist aus dieser Sicht sehr zu empfehlen. Mancher Reiseradler hat in seiner Lenkertasche wegen der Hunde immer ein paar Steine als Wurfmaterial bereit liegen.

Mit etwas Glück entdeckt man Kolibris in freier Natur. Wir erlebten ein Exemplar in der Stadt Zarate im Norden von Buenos Aires.

Auch der Nationalpark „Esteros del Ibera“ im Südwesten von Posadas ist ein Tierparadies. In diesem Sumpfgebiet erlebt man viele seltene und vor allem einheimische Tierarten.

Die Straßen in Argentinien

In und um Buenos Aires sind die Straßen sehr rustikal: man erlebt riesige Schlaglöcher, Bruch-Beton, tiefe Risse, fehlende Gullideckel, unbefestigte Straßen und äußerst grobes Kopfsteinpflaster. Das betraf auch einige Hauptstraßen in Buenos Aires. In Verbindung mit den tiefen Kratern, 10 cm tief eingelassenen Gullideckeln und den anderen Schikanen fährt sich manche Straße schlimmer als ein Trialpfad im Wald mit dem Mountainbike. Aber es gibt auch Radwege in manchen Straßen.

In vielen Städten sind in den Randzonen Schotter- und Lehmpisten der Standard. Bei Regenwetter verwandelt sich die Straße dann in eine Schlammpiste und setzte unseren Fahrrädern ganz gehörig zu.

Die Highways sind größtenteils gut in Schuss, wenn auch der Seitenstreifen, also unsere Radelzone, mal fehlen kann oder nur noch ein unbefahrbares Trümmerfeld ist. Das war für uns oft Anlass, zu trampen.

Der Verkehr in Argentinien

Viele alte Fahrzeuge, schwarze Abgaswolken, defekte Schalldämpfer, schlecht eingestellte Motoren, … man könnte die Liste endlos fortführen. Es gibt zwar Regeln im Verkehr, aber man muss sich stets durchsetzen.

Die Regel rechts vor links wurde uns gegenüber nicht so konsequent eingehalten. Das galt sowohl zu unserem Vorteil als auch zu unserem Nachteil.

Etwas paradox mutet der Name der Hauptstadt in Anbetracht der Abgase an: Buenos Aires ist abgeleitet von Buen Ayre (Heilige Maria der guten Luft). Die Luft in der Stadt ist alles andere als sauber.

Man sieht noch viele Fahrzeuge aus den 60er und 70er Jahren, die in unserer Heimat schon lange unter der Kategorie Oldtimer laufen. Und in vielen Städten gehören die Pferde-Fuhrwerke zum alltäglichen Straßenbild.

An den Ampelanlagen in einigen Städten versüßen Artisten den Autofahrern das Warten auf die nächste Grünphase. Sie jonglieren mit brennenden Fackeln oder Gymnastikringen vor den Autofahrern und bekommen dann von manchem etwas Geld zugesteckt, wenn die Ampel wieder auf grün schaltet.

Trampen in Argentinien

Erstaunlicher Weise klappte es im Einzugsgebiet von Buenos Aires besser als auf dem Land am Highway. Viel Fahrer sind sehr skeptisch und trauen einem nicht. Einmal filmte ein Beifahrer schon die gesamte Unterhaltung zwischen dem Fahrer und mir. Nur zur Sicherheit. Unglaublich.

In der Regel sind Zufahrten und Kreuzungen auf den Highway so legt, dass der Durchreiseverkehr nicht bremsen muss. Das erschwert den Erfolg beim Trampen natürlich, denn aus voller Fahrt hält keiner gerne an.

Insgesamt verlief das Trampen sehr frustrierend. Man muss eine ungeheure Geduld mitbringen. An manchen Tagen lief gar nichts, egal, wo wir uns auch aufstellten. Doch manchmal klappte es eben dann doch wie von Engelshand.

Auf die Fahrt mit dem Bus haben wir bewusst verzichtet, weil uns dann erfahrungsgemäß doch zu viele nette Begegnungen durch die Lappen gehen. Und die Mitnahme der Fahrräder samt Packtaschen macht Busfahrten ist auch nicht ohne Probleme garantiert: es fehlt manchmal an Platz im Laderaum und man ist in ständiger Sorge um seine Sachen.

Orientierung in Argentinien

Offline-Navigation per Smartphone und der App MapsMe und dem vorab herunter geladenen Kartenmaterial von OSM verlief ohne Probleme. Zusätzlich ist eine Papierkarte von Argentinien von großem Wert. Die grobe Routenplanung, die Tipps der Einheimischen, all das klappt nur an einer Papierkarte.

Das Klima in Argentinien

In der Region Buenos Aires sinkt das Thermometer im Winter (Juni/Juli) tagsüber auf Werte um die 15 °C und nachts auf Werte um 5 °C. So interpretiert man die Klimatabellen. Doch wir erwischten in Mai und Juni deutlich tiefere Werte:

wir erreichten Buenos Aires Anfang Mai (Herbst) bei warmen 25 °C. Doch einige Tage später wurde es tagsüber ungewöhnlich kalt: zwischen 5 und 15 °C und relativ starker Wind sorgten für ungemütliche Tage. Dabei ist es meist eine sehr feuchte Kälte.

Es gab auch einige Regentage, teils mit Starkregen. Das führt in mancher Stadt dann gleich zu Überschwemmungen auf der Straße.

Die Grenzen in Argentinien

Die Einreise-Formalitäten sind einfach und unkompliziert. Man kann 90 Tage ohne Visum bleiben und erhält einen Einreise-Stempel in den Pass. Keine großen Fragen, keine tiefgehenden Kontrollen beim Gepäck, aber das gesamte Gepäck wird gescannt.

Man erhält vor der Einreise eine Deklarationskarte, auf der man Angeben zu den mitgeführten Lebensmitteln, dem Bargeld und den Waren aus den Duty-Free-Shops machen muss. Unsere ausgefüllte Karte wollte dann aber keiner sehen im Rahmen der Einreise-Formalitäten.

Einkauf in Argentinien

Die ersten Einkäufe haben direkt ein großes Loch in unserer Reisekasse verursacht. Und das lag vor allem daran, dass wir die preiswerteren Quellen in Buenos Aires noch nicht kannten. Haferflocken kauft man am besten in der Dietetica. Hier gibt es auch all die anderen Getreidesorten, Dörrobst und weitere gesunde Naturprodukte. Pasta gibt es für 70 Peso, aber eben auch für 8 Peso. Man muss die Läden kennen. Carryfour ist preiswerter, Disco ist der teuerste Supermarkt. Im Dia gab es Baguette für einen Spotpreis.

Manchmal werden frische Backwaren wie Empanada oder Medialuna auf der Straße vom Fahrradladen aus verkauft. Zu deutlich niedrigeren Preisen als in der Bäckerei in der Stadt.

Die Esskultur in Argentinien

Mate ist „das“ Getränk in Argentinien. Und es ist nicht nur ein Getränk., sondern ein Stück Kultur. Die Zubereitung, das Mate-Geschirr und die Kunst, den Genuss von Mate in wirklich jede Situation des alltäglichen Lebens zu integrieren, all das macht es zu etwas ganz Außergewöhnlichem. In den Lebensmittelgeschäften füllt die unerschöpfliche Variantenvielfalt der Matezubereitungen ganze Regalzeilen. Wir haben unsere Eindrücke und viele Informationen zum Mate deshalb hier näher beschrieben.

Dulche de Leche: ist eine süße Karamel-Streichpaste, die als Aufstrich, Kochzutat und zur Veredelung aller möglichen Speisen Verwendung findet. Sie kann es tatsächlich mit Nutella aufnehmen und füllt im Handel neben dem Mate ebenfalls ganze Regale.

Asado: ein argentinisches Festmahl, das im Wesentlichen aus verschiedenen gegrillten Fleischsorten besteht. Auch für das Asado gilt: es ist mehr als nur ein „Barbeque“. Es ist ein Fest und eine Hochkultur.

Empanadas: mit Käse oder Fleisch gefüllte Teigtaschen

Medialuna: leicht gesüßte Hörnchen

Milanesa: flache Scheiben aus Rindfleisch oder Schweinefleisch, in Panade gebraten

Pastelitos de Membrillo: quadratische Teigtaschen mit Quittenfüllung

Alfajor: Schokoladengebäck mit einer Füllung aus Dulche de Leche

Den Rotwein trinken sie mit Eiswürfel. Auch im Winter.

Ansonsten dominieren Linsen, Bohnen, Reis, Mais, Süßkartoffel, Kürbis und Weißbrot die Mahlzeiten. Viele Mahlzeiten enthalten einen hohen Anteil Rindfleisch. Allerdings ist von der berühmten Qualität des argentinischen Rindfleisches nicht mehr viel geblieben: Massentierhaltung, genmanipuliertes Futter, Hormonbehandlung und die Ausbreitung der Soja-Anbauflächen zulasten des Weidelandes haben ihre Spuren hinterlassen.

Eintöpfe sind sehr beliebt. Sie entstammen der ärmeren Gesellschaftsschicht und haben sich zu einer Spezialität entwickelt: Guiso (Reise, Nudeln, Tomate) / Locro (Mais, Kürbis, Fleisch) / Puchero (Kartoffel, Kürbis, Gemüse) / … Vor allem Locro gehört an einigen Feiertagen untrennbar zur traditionellen Speisekarte.
Das Abendessen findet sehr spät statt: ab 21 Uhr, eher deutlich später.

Die Wasserversorgung in Argentinien

Meist kann man das Wasser aus der Leitung bedenkenlos trinken, doch im Norden des Landes muss man nachfragen. Dort kann es auch nicht genießbar sein.

Gesundheit in Argentinien

Die medizinische Behandlung ist für den Touristen in Argentinien kostenfrei. Zumindest war das in 2018 noch so. Das überraschte uns sehr, gab uns aber etwas innere Ruhe. Sogar Impfungen erhält man kostenfrei.

Die Krankenhäuser in den Vororten oder den kleineren Städten sind nicht so überlaufen wie die in den großen Städten. Das erspart einem viel Warterei. Allerdings ist es immer sehr hilfreich, eine Person des Vertrauens für die Übersetzung ins Spanische in Begleitung zu haben.

Fahrrad-Service in Argentinien

Es gibt gute Bikeshops. Und schlechte. Man fragt am besten einen einheimischen Radler, um sich die zeitraubende Sucherei zu ersparen. Bei den genannten Preisen muss man zwischen den Läden vergleichen, sonst zahlt man zu viel. Ich bekam für die gleiche 9-fach-Kette von Shimano (die CN-HG53) in verschiedenen Bikeshops 300, 440 und 520 Peso als Preis genannt.

Telefonie und Internet in Argentinien

Der Stromanschluss ist dreipolig (identisch mit dem System in Australien und Neuseeland). Man benötigt einen Adapter, um den heimischen Stecker verwenden zu können.

Für Telefonie gibt es Prepaid-SIM-Karten von 3 Anbietern: Movistar, Claro und Personal. Movistar hat außerhalb der Städte eine schlechte Netzabdeckung. Und Claro ist im Vergleich zu Personal etwas preiswerter.

Für unsere Zwecke reichte die Prepaid-Karte von Claro aus. Daneben gibt es noch Pläne und Pakete. Claro bietet auch einen Plan für ganz Südamerika an.

Das Telefonieren war ungewöhnlich teuer hier in Argentinien: fast 1 € für 3 min Gesprächsdauer, selbst für Ortsgespräche. Da war unsere Karte schnell leer.

WiFi ist nicht immer einfach zu finden. Angeblich bieten alle Tankstellen WiFi frei an. Viele Warmshowers-Mitglieder bieten es an, aber verlassen kann man sich darauf nicht. So bot man uns in der kleinsten Feuerwehrstation WiFi an, wogegen es bei einem Warmshowers-Mitglied mit sehr gehobenem Lebensstandard kein WiFi gab.

Bargeld-Beschaffung in Argentinien

Hier bietet Argentinien einige Besonderheiten:

Der sicherste Schutz gegen die zeitweise starke Inflation des Peso ist die Ersatzwährung: US-Dollar. Am besten bringt man sein ganzes Reisegeld in US-$ schon als Bargeld mit ins Land und tauscht dann im Land die Bedarfsmenge in Peso um. Man kann auch mit US-$ bezahlen und erhält das Wechselgeld dann in Peso ausbezahlt, doch dabei wird man leicht betrogen.

Das birgt zwar ein hohes Diebstahl-Risiko in der Nähe gefährlicher Gegenden, doch so entrinnt man dem Spießrutenlauf, Bargeld am Geldautomaten ziehen zu müssen.

Denn das ist Höchststrafe in Argentinien:

Einen Geldautomaten zu finden, ist, zumindest in den großen Städten, nicht das Problem. Doch eine erfolgreiche Transaktion mit der eigenen Kreditkarte ist dann tatsächlich Glückssache. Die nicht enden wollende Versucherei an den vielen ATMs zermürbt einen mit der Zeit so sehr, dass man sogar die extrem hohen Gebühren klaglos in Kauf nimmt, wenn es dann letztendlich doch einmal klappt.

Die Befragung des Bank-Personals im Vorfeld bringt einen kaum weiter. Es gibt nur selten jemanden in der Bank, der Englisch spricht und man erhält oft falsche Angaben. So bleibt einem nur, an den ATMs selber zu probieren.

Man erlebt über die Vielzahl der Versuche so ziemlich alles, was man sich vorstellen kann:

Entweder der Geldautomat funktioniert einfach nicht, oder er spuckt kein Bargeld aus, akzeptieren die ausländische Kreditkarte nicht oder akzeptiert nur sehr geringe Maximalbeträge.

Wenn bei mir der Prozess am ATM abgebrochen wurde und eine Fehlermeldung in Spanisch auf dem Monitor erschien, wurde ich immer nervös. Einmal dauerte es über eine Minute, bis der Automat nach dem Abbruch einer Aktion meine Karte wieder hergab.

Und in mancher Kleinstadt gibt es nur 2 Bankfilialen und 2 Geldautomaten. Dementsprechend stehen die Bürger dort in einer langen Schlange mit bis zu 10 Personen.

Mit den Tagen kristallisierte sich dann heraus, welche Banken in Frage kamen und welches Abhebe-Limit eingestellt war. Und es war teuer: den Maximalbetrag 3000 Peso (100 €) abheben kostete 248 Peso (8,20 €).

In Buenos Aires gibt es einige Banken, die an einem ihrer Geldautomaten US-$ vorhalten. Doch das half uns nicht weiter, weil die Transaktion stets abgebrochen wurde, aus welchem Grund auch immer.

In der Regel ist der Maximalbetrag pro Transaktion auf 3000, manchmal sogar auf 1000 Peso (30 € in 2018) begrenzt.

Erstaunlicher Weise fanden wir in den kleineren Städten tatsächlich das VISA-Zeichen an den betreffenden Geldautomaten. Und das Abheben klappte dort eher Störungsfrei als in Buenos Aires.

Das Panorama in Argentinien

Das Land zwischen Buenos Aires und Posadas ist flach und Wald, Wiese oder Landwirtschaft eher eintönig. In Misiones dominieren die Hügel. Der Highway weist kaum noch ebene Teilstücke auf. Es geht fast nur rauf und runter. Da kommen so einige Höhenmeter zusammen.

Die Kultur in Argentinien

Man begrüßt die Herren per Handschlag, die Damen per angedeutetem Kuss auf die Wange, oft auch schon bei der ersten Begegnung. Sehr herzlich.

Mate ist nicht nur das wichtigste Getränk im Land, sondern auch ein Stück Kultur. Mate wird in wirklich jede denkbare Alltagssituation integriert und wird mit sehr viel Tradition genossen: die klassische Calabaza und die Bombilla sind dabei untrennbar mit diesem Getränk verbunden. Ebenso wie die Thermoskanne mit heißem Wasser unter dem Arm.

Viele rauchen in Buenos Aires wohl Cannabis oder pressen die in Wasser gekochten Blätter dieser Heilpflanze zu einem milchigen Saft aus. Und viele züchten ihre Pflanzen hierzu selber im eigenen Garten.

Die Sehenswürdigkeiten in Argentinien

Im Nordwesten befinden sich die Iguazú-Wasserfälle. Sie zählen zu den größten Wasserfällen der Welt und sind sowohl von argentinischer als auch von brasilianischer Seite aus zu besichtigen.

Die Ruinen einiger ehemaliger Jesuitenreduktionen findet man in der Provinz Misiones: unter anderem Santa Ana und San Ignacio Mini. Allerdings nehmen sie in Argentinien mit ca. 8 € einen fetten Eintrittspreis. Wer auch Paraguay auf seiner Route eingeplant hat, sollte dort die Jesuitenreduktionen in Trinidad besichtigen. Ist deutlich preiswerter und man bekommt mehr zu sehen. Hier unser Bericht zu den Reduktionen in Trinidad:

Die Jesuitenreduktionen

Das Sumpfgebiet „Esteros del Ibera“ ist ein Tierparadies im Südwesten von Posades.

Ergänzungen zu den Reiseinfos Argentinien

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