Reiseinfos Argentinien

Diese Reiseinfos Argentinien beruhen auf den Erfahrungen und Erlebnissen auf unserer großen Radreise. Wir waren in diesem Land 2018/2019 mehrere Male für insgesamt einige Monate unterwegs. Dabei sind wir ab

  • von Buenos Aires durch die Provinzen Corrientes und Misiones bis nach Puerto Iguazú im Nordosten Richtung brasilianische Grenze gefahren
  • von Paraguay kommend, von Posades über Tucuman, Mendoza und Bariloche bis Trevelin an die chilenische Grenze gefahren
  • von Chile kommend, ab Perito Moreno über El Chaltén, …. (noch in Arbeit)

Die Reiseinfos Argentinien

Die Bausubstanz in Argentinien

In ganz Argentinien dominiert ein überwiegend rechtwinkliges Straßenraster mit sehr gleichmäßigen Abmessungen das Stadtbild. Es gibt viele kleine und große Parkanlagen mit Skulpturen und sehr exotischer Botanik.

Die Bauweise ist meist schlicht und einfach, in größeren Städten wirkt sie oft trist und herunter gekommen. Das gilt insbesondere für Buenos Aires. Aber auch hier findet sich immer wieder ein liebevoll gestaltetes einzelnes Gebäude inmitten der Steinwüste.

Man könnte glauben, in Argentinien errichtet man zuerst den Grill für das regelmäßige Asado und erst danach baut man das Wohnhaus. So findet man kein Haus ohne Grillstelle und meistens ist der Grill besser in Schuss als das Wohnhaus.

Die Haustechnik ist oft veraltet und pfeift auf dem letzten Loch. Die Einrichtung ist sehr schlicht und mager gehalten. Vor allem die jungen Leute beschränken sich auf ganz wenige Möbelstücke und einen spartanischen Wohnstil. Manches Bett besteht lediglich aus einer Holzpalette mit Matratze und es gibt nicht mehr als 2 kleine Töpfe und eine Pfanne in der Küche. Dieser Minimalismus ist sehr zweckdienlich. Denn bei einem Job- und Stadtwechsel ist der Umzug im Handumdrehen erledigt.

Die Duschen werden meist mit Strom betrieben und sind oft abenteuerlich verkabelt. Einmal durfte man die Wasserhebel bei eingeschaltetem Brausenkopf nicht berühren, weil sie dann unter Strom standen. Und ein anderes Mal war der Spielraum am Drehknopf für die Einstellungen zwischen  „Frieren“ und „sich verbrennen“ unter einem Millimeter. Aber auch die anderen Einrichtungen im Bad sind oft ein einziges Abenteuer. Manchmal knistert es ganz schön im Bereich der Schalter und Steckdosen.

Es fällt schwer, sich vorzustellen, dass Argentinien bis in die 1950er zu den reichsten Ländern der Erde gehörte. Straßen, Sanitäranlagen, jegliches technisches Equipment und die Gebäudetechnik ist vielerorts in einem ziemlich heruntergekommenen Zustand. Äußerst professionell dagegen verhält es sich mit der Fähigkeit der Argentinier, Missstände zu ertragen und lediglich die Symptome zu beschränken anstatt die Ursachen zu beseitigen. Respekt!

Die Toiletten in Argentinien

Die Toiletten in Argentinien sind ein Abenteuer. 80 % aller Toiletten weisen Mängel auf oder funktionieren einfach nicht. So wird der Gang aufs stille Örtchen oft zu einer Zitterpartie: entweder die Spülung funktioniert nicht, die Klobrille wandert, der ganze Pott wackelt oder es gibt kaum Platz zum Sitzen.

Es gibt auch keine Bestrebungen, Schäden zeitig zu reparieren. Im Gegenteil: man arrangiert sich mit mangelhaften Zuständen. Und das mit einer unglaublichen Beharrlichkeit und Ausdauer.

Zelten in Argentinien

Aus den vielen Warnungen der Einheimischen haben wir abgeleitet, dass Zelten in Argentinien in mancher Gegend nicht wirklich empfehlenswert ist. Daher haben wir sichere Schlafplätze aufgesucht, wo sich unsere Fahrräder und die Packtaschen hinter verschlossenen Türen befanden.

Erste Anlaufstelle war in dieser Hinsicht die freiwillige Feuerwehr (Bomberos) einer jeden Stadt. Doch ein Schlafplatz ist dort nicht garantiert. Es steht und fällt mit der Einstellung des Chefs.

Alternativ hätten wir bei der Straßenpolizei (Gendarmerie), an Tankstellen (Station de Service/ de Naphta) oder an Kirchen gefragt. Doch dazu kam es nur einmal, weil wir in der Regel bei den Bomberos einen Platz fanden.

Im Bereich Buenos Aires haben wir ausschließlich Warmshowers-Unterkünfte aufgesucht. Das war uns sicherer. Wenn auch eine Kontaktaufnahme zu Warmshowers-Mitgliedern manchmal abenteuerlich verlaufen kann (siehe unsere Erfahrungen am 09.05.2018).

Bei manchen Warmshowers-Mitgliedern waren die Verhältnisse derart einfach und grenzwertig, dass wir uns am liebsten wieder verabschiedet hätten. Unser Zelt, die Schlafsäcke und all unser Equipment waren da im Vergleich deutlich sauberer und vor allem Tierfrei. Weiß man aber eben im Voraus nicht.

Wenn man denn zeltet, ist es generell sinnvoll, erst einmal den Boden akribisch nach Dornen und stacheligen Pflanzenteilen abzusuchen, wenn man seine schöne aufblasbare Schlafmatte nicht ruinieren will. Denn mindestens die Hälfte der argentinischen Botanik kommt mit Dornen oder Stacheln daher.

Radeln in Argentinien

Die schlechten Straßen erfordern die volle Aufmerksamkeit beim Radeln. Sonst landet man ganz schnell in einem tiefen Loch und fliegt über den Lenker. In dieser Hinsicht sind große Pfützen auf der Fahrbahn besonders tückisch. Man weiß nie, was einen in der Pfütze erwartet.

Das Radeln ist auf vielen Straßen extrem gefährlich. Es gibt oft keinen Seitenstreifen, oder er ist nicht brauchbar, die Straßen sind in der Regel viel zu schmal ausgelegt und der motorisierte Verkehr brettert außerhalb der Städte mit über 100 km/h an einem vorbei. Seitenabstand zu Fahrradfahrern kennt man nicht und bremsen für Radler kommt gar nicht in Frage. Per Hupe erzwingen sich vor allem die Busse und LKWs eine Radlerfreie Fahrbahn. Daher ist Radfahren in Argentinien auf Dauer sehr belastend.

Trotzdem erfreut sich der Radsport in mancher Region großer Beliebtheit. Vor allem Rennsport, MTB und Triathlon sind sehr populär. In Buenos Aires bietet man sogar Leihfahrräder in der Stadt an.

Es gibt unglaublich viele verschiedene Pflanzen mit bis zu 10 cm langen Dornen. Sie wachsen bis dicht an den Straßenrand und sind für Fahrradreifen natürlich brandgefährlich. So gingen denn auch einige unserer Plattfüße auf das Konto dieser Dornen.

Kommunikation in Argentinien

Mit Englisch kommt man nicht weit in Argentinien. Spanisch ist dagegen sehr hilfreich. Die Betonung und manche Wörter sind in Argentinien zwar abweichend, doch Spanisch ist eine gute Basis. In aller Regel ist die Hilfsbereitschaft in der Bevölkerung auch derart groß, dass es selbst ohne umfangreiche Spanisch-Kenntnisse zu einer Verständigung kommt.

Wir hatten uns in den Wochen vor der Anreise über das Online-Programm Duolingo einen kleinen Wortschatz in Spanisch angeeignet. So klappte die Kommunikation einigermaßen.

Die Religion in Argentinien

Vorherrschende Religion ist das katholische Christentum. Über 75% der Bevölkerung gehören dieser Religion an. Das resultiert natürlich aus dem starken Einwanderer-Strom aus Spanien, Portugal und Italien im Mittelalter.

In der Provinz Misiones findet man sehr viele Ruinen ehemaliger Jesuiten-Reduktionen. Sie wurden seinerzeit von den Jesuiten errichtet, um die indigene Bevölkerung vor Ausbeutung und Sklaverei zu schützen.

Sicherheit in Argentinien

Das Risiko, auf einer Radreise Opfer krimineller Energie zu werden, ist in Argentinien weitaus größer als in allen unseren bisherigen Reiseländern. Stets muss man in den Städten ein Auge auf Fahrräder und Gepäck werfen. In Buenos Aires ist das ganz besonders wichtig, vor allem in der nächtlichen Dunkelheit.

Alles wird in Argentinien bewacht: Banken, große Geschäfte, kleine Läden mit wertvollen Produkten, Parkplätze, einfach alles. Überall hängen Überwachungskameras. Und das Sicherheitspersonal ist schwer bewaffnet bis unter die Zähne. Wachdienste müssen ein relativ großer Beschäftigungszweig im Lande sein.

Der Polizei traut man dagegen nicht. Sie wird immer wieder im Zusammenhang mit Korruption erwähnt und war 2016 Anlass für großen Protest aus der Bevölkerung.

Doch: trotz der vielen Warnungen aus der Bevölkerung und unserer relativ langen Aufenthaltsdauer im Lande haben wir keine schlechten Erfahrungen gemacht und hatten auch keine Erlebnisse mit Kriminellen.

Die Tierwelt in Argentinien

Viele wilde Hunde streunen in der Gegend herum. Und weil sie früher immer die Mülltüten zerrissen haben, gibt es für den Hausmüll heute kleine Metallkörbe in 1,5 m Höhe am Straßenrand. Einige dieser Hunde sind recht aggressiv und wollen einem Fahrradfahrer gerne in die Beine beißen. Die Impfung gegen Tollwut und Tetanus ist aus dieser Sicht sehr zu empfehlen. Mancher Reiseradler hat in seiner Lenkertasche wegen der Hunde immer ein paar Steine als Wurfmaterial bereit liegen.

Mit etwas Glück entdeckt man Kolibris in freier Natur. Wir erlebten ein Exemplar sogar mitten in der Stadt Zarate im Norden von Buenos Aires.

In den Bergen entdeckt man die Guanakos, die kleinen Kamele in Südamerika.

Lästige Pferdefliegen schwirren einem in manchen Gebieten den ganzen Tag lang um den Kopf herum. Sie fliegen in die Augen, in Nase, Mund und die Ohren. Das kann ganz ordentlich nerven.

Man entdeckt Gürteltiere, wilde Pferde, Esel, Ziegen, Rinderherden, selten Papageien oder Flamingos und mit etwas Glück erspäht man in Patagonien den Zorro gris, den Argentinischen Kampffuchs.

Sehr intensiv in ganz Argentinien begleitet einen derTero: ein Kiebitz mit einem Gesang, der an den „lachenden Hans“ erinnert.

Auch der Nationalpark „Esteros del Ibera“ im Südwesten von Posadas ist ein Tierparadies. In diesem Sumpfgebiet erlebt man viele seltene und vor allem einheimische Tierarten.

Die Straßen in Argentinien

In und um Buenos Aires und vielen anderen größeren Städten sind die Straßen sehr rustikal: man erlebt riesige Schlaglöcher, Bruch-Beton, tiefe Risse, fehlende Gullideckel, unbefestigte Straßen und äußerst grobes Bruchsteinpflaster. Das betrifft auch die großen Hauptstraßen in den Städten. In Verbindung mit den tiefen Kratern, 10 cm tief eingelassenen Gullideckeln und den anderen Schikanen fährt sich manche Straße schlimmer als ein Trialpfad im Wald mit dem Mountainbike. Aber es gibt auch Radwege in manchen Straßen, so auch in Buenos Aires.

In vielen Städten sind in den Randzonen Schotter- und Lehmpisten der Standard. Bei Regenwetter verwandelt sich die Straße dann in eine Schlammpiste und setzte unseren Fahrrädern ganz gehörig zu.

Die Highways sind größtenteils gut in Schuss, wenn auch der Seitenstreifen, also unsere Radelzone, mal fehlen kann oder nur noch ein unbefahrbares Trümmerfeld ist. Das war für uns oft Anlass, zu trampen.

Der Verkehr in Argentinien

Viele alte Fahrzeuge, schwarze Abgaswolken, defekte Schalldämpfer, schlecht eingestellte Motoren, … man könnte die Liste endlos fortführen. Es gibt zwar Regeln im Verkehr, aber die werden nur als Empfehlung betrachtet.

Die Regel rechts vor links wurde uns gegenüber nicht so konsequent eingehalten. Das galt sowohl zu unserem Vorteil als auch zu unserem Nachteil.

Etwas paradox mutet der Name der Hauptstadt in Anbetracht der Abgase an: Buenos Aires ist abgeleitet von Buen Ayre (Heilige Maria der guten Luft). Die Luft in der Stadt ist aber alles andere als sauber.

Man sieht noch viele Fahrzeuge aus den 60er und 70er Jahren, die in unserer Heimat schon lange unter der Kategorie Oldtimer laufen. Und in vielen Städten gehören die Pferde-Fuhrwerke zum alltäglichen Straßenbild.

An den Ampelanlagen in einigen Städten versüßen Artisten den Autofahrern das Warten auf die nächste Grünphase. Sie jonglieren mit brennenden Fackeln oder Gymnastikringen vor den Autofahrern und bekommen dann von manchem etwas Geld zugesteckt, wenn die Ampel wieder auf grün schaltet.

Trampen in Argentinien

In der Regel sind Zufahrten und Kreuzungen auf dem Highway so angelegt, dass der Durchreiseverkehr nicht bremsen muss. Das erschwert den Erfolg beim Trampen natürlich, denn aus voller Fahrt hält keiner gerne an.

Wegen der Gefährlichkeit vieler Straßen haben wir mit unseren Fahrrädern sehr oft auf den Überlandstrecken auf das Trampen zurückgegriffen. Dabei erlebten wir sehr große Unterschiede zwischen den Regionen:

Im Nordosten (Zarate-Posadas-Puero Iguazú) verlief das Trampen sehr frustrierend. An manchen Tagen lief hier gar nichts, egal, wo wir uns auch aufstellten.

Im Nordwesten (Corrientes-Tucuman-Mendoza) lief es dagegen erstaunlich gut. Wenn auch manchmal nur Kurzstrecken drin waren. Sogar auf den sehr wenig befahrenen Schotterpisten zwischen Mendoza und San Martin de los Andes klappte die Mitnahme, als wir den Kampf gegen den Wind leid waren.

Auf die Fahrt mit dem Bus haben wir bewusst verzichtet, weil uns dann erfahrungsgemäß doch zu viele nette Begegnungen durch die Lappen gehen und weil es zu aufwändig für uns war.

Unsere Tipps zum Trampen, insbesondere auf Radreisen, haben wir in einem eigenen Artikel niedergeschrieben: Tipps zum Trampen

Orientierung in Argentinien

Offline-Navigation per Smartphone und der App MapsMe und dem vorab herunter geladenen Kartenmaterial von OSM verlief ohne Probleme. Zusätzlich ist eine Papierkarte von Argentinien von großem Wert. Die grobe Routenplanung, die Tipps der Einheimischen, all das klappt nur an einer Papierkarte.

Das Klima in Argentinien

Durch seine Ausdehnung verteilt sich Argentinien natürlich auf alle Klimazonen von tropisch bis subpolar. In Juni, Juli und August ist Winter, in Dezember, Januar und Februar ist Sommer.

Allerdings gibt es regional deutliche Unterschiede und Gegensätze. So ist Tucuman im Nordwesten eine regenreiche Region mit üppiger Botanik, die Nachbar-Region Catamarca im Südwesten dagegen ist wüstenartig trocken. Hier dominieren Kakteen und Steinwüste das Landschaftsbild. Ein kleiner Gebirgszug trennt die Klimazonen sichtbar und spürbar.

Das Klima in Patagonien ist unberechenbar. Es kann blitzartig zuziehen und regnen. Nur eines ist einem immer sicher: der Wind. Er kann einem Radler das Radeln zur Hölle machen, wenn er aus der falschen Richtung weht. Mal weht er kontinuierlich mit gleicher Kraft, mal extrem stark böig. Einmal hat eine starke Böe sogar mit einem Schlag unsere bepackten Räder umgeworfen und mich mat er einmal mit voller Kraft in ein Schotterbett gedrückt und somit einen Sturz verursacht. Kommen solche Böen von der Seite, wird das Radeln auf den schmalen Straßen extrem gefährlich.

Noch dazu ist der Wind meist eisig kalt (auch in den Sommermonaten). Bleibt er für eine kurze Zeit aus, empfindet man die Sonnenstrahlung gleich als Hitze. So wechselt man als Radler sehr häufig am Tag die Kleidung. Vor allem beim Aufstieg.

In der Region Buenos Aires sinkt das Thermometer im Winter (Juni/Juli) tagsüber auf Werte um die 15 °C und nachts auf Werte um 5 °C. So interpretiert man die Klimatabellen. Doch wir erwischten in Mai und Juni deutlich tiefere Werte:

wir erreichten Buenos Aires Anfang Mai (Herbst) bei warmen 25 °C. Doch einige Tage später wurde es tagsüber ungewöhnlich kalt: zwischen 5 und 15 °C und relativ starker Wind sorgten für ungemütliche Tage. Dabei ist es meist eine sehr feuchte Kälte.

Es gab auch einige Regentage, teils mit Starkregen. Das führt in mancher Stadt dann gleich zu Überschwemmungen auf der Straße.

Die Grenzen in Argentinien

90 Tage Aufenthalt am Stück sind erlaubt und kostenfrei. Eine Verlängerung um weitere 90 Tage ist bei der Migrations-Behörde in vielen größeren Städten des Landes möglich, kostet aber 2700 Peso, also 68 Euro (2018).

Am argentinisch-bolivianischen Grenzübergang Bermejo im Norden machten uns die Grenzer auf eine Regelung aufmerksam, nach der man sich als Tourist pro Kalenderjahr in Summe maximal 180 Tage in Argentinien aufhalten darf. Auf Anfrage beim deutschen Konsulat in Mendoza wurde uns diese Regelung aber nicht bestätigt. Offiziell sind nach dem Verlassen des Landes mit jeder Einreise erneut 90 Tage Aufenthalt genehmigt.

Am Grenzübergang Paraguay-Argentinien in Encarnacion / Posadas wird jedes Fahrzeug intensiv mit Spürhunden abgesucht. Paraguay ist größter Produzent von Cannabis und versorgt die Nachbarländer mit der verbotenen Droge. Da dauert die Einreise etwas länger. Der Stempel in den Pass ist aber in 2 min erledigt.

Die Einreise-Formalitäten am Flughafen in Buenos Aires sind einfach und unkompliziert. Keine großen Fragen, keine tiefgehenden Kontrollen beim Gepäck, aber das gesamte Gepäck wird gescannt.

Einkauf in Argentinien

Die ersten Einkäufe haben direkt ein großes Loch in unserer Reisekasse verursacht. Und das lag vor allem daran, dass wir die preiswerteren Quellen in Buenos Aires noch nicht kannten. Haferflocken kauft man am besten in der Dietetica. Hier gibt es auch all die anderen Getreidesorten, Dörrobst und weitere gesunde Naturprodukte. Pasta gibt es für 70 Peso, aber eben auch für 8 Peso. Man muss die Läden kennen. Carryfour ist preiswerter, Disco ist der teuerste Supermarkt. Im Dia gab es Baguette für einen Spotpreis.

Manchmal werden frische Backwaren wie Empanada oder Medialuna auf der Straße vom Fahrradladen aus verkauft. Zu deutlich niedrigeren Preisen als in der Bäckerei in der Stadt.

Spiritus gibt es im Supermarkt für 2-3 € pro Liter. Es gibt allerdings 2 unterschiedliche Qualitäten: in der Camping-Abteilung findet man lediglich 88%igen, bei den Reinigungsmitteln den sehr effektiven 96%igen Alcohol ispirto.

Die Esskultur in Argentinien

Mate ist „das“ Getränk in Argentinien. Und es ist nicht nur ein Getränk., sondern ein Stück Kultur. Die Zubereitung, das Mate-Geschirr und die Kunst, den Genuss von Mate in wirklich jede Situation des alltäglichen Lebens zu integrieren, all das macht es zu etwas ganz Außergewöhnlichem. In den Lebensmittelgeschäften füllt die unerschöpfliche Variantenvielfalt der Matezubereitungen ganze Regalzeilen. Wir haben unsere Eindrücke und viele Informationen zum Mate deshalb hier näher beschrieben.

Dulche de Leche: ist eine süße Karamel-Streichpaste, die als Aufstrich, Kochzutat und zur Veredelung aller möglichen Speisen Verwendung findet. Sie kann es tatsächlich mit Nutella aufnehmen und füllt im Handel neben dem Mate ebenfalls ganze Regale.

Das Asado ist mehr als nur Grillen. Es ist ein Ritual und ein unentbehrliches soziales Ereignis.
Doch durch den hohen Fleischkonsum leidet die Volksgesundheit: Argentinien gehört zu den Ländern mit der höchsten Quote an Krebs- und Kreislauf-Erkrankungen, die mit hohem Fleischkonsum in Verbindung gebracht werden.

Empanadas: mit Käse oder Fleisch gefüllte Teigtaschen

Medialuna: leicht gesüßte Hörnchen

Milanesa: flache Scheiben aus Rindfleisch oder Schweinefleisch, in Panade gebraten

Pastelitos de Membrillo: quadratische Teigtaschen mit Quittenfüllung

Alfajor: Schokoladengebäck mit einer Füllung aus Dulche de Leche

Den Rotwein trinken sie mit Eiswürfel. Auch im Winter. Im Anbaugebiet (Mendoza, San Juan) kostet der edle Tropfen auch kaum mehr als einen Euro pro Flasche.

Ansonsten dominieren Linsen, Bohnen, Reis, Mais, Süßkartoffel, Kürbis und Weißbrot die Mahlzeiten. Viele Mahlzeiten enthalten einen hohen Anteil Rindfleisch. Allerdings ist von der berühmten Qualität des argentinischen Rindfleisches nicht mehr viel geblieben: Massentierhaltung, genmanipuliertes Futter, Hormonbehandlung und die Ausbreitung der Soja-Anbauflächen zulasten des Weidelandes haben ihre Spuren hinterlassen.

Eintöpfe sind sehr beliebt. Sie entstammen der ärmeren Gesellschaftsschicht und haben sich zu einer Spezialität entwickelt: Guiso (Reise, Nudeln, Tomate) / Locro (Mais, Kürbis, Fleisch) / Puchero (Kartoffel, Kürbis, Gemüse) / … Vor allem Locro gehört an einigen Feiertagen untrennbar zur traditionellen Speisekarte.
Das Abendessen findet sehr spät statt: ab 21 Uhr, eher deutlich später.

Die Wasserversorgung in Argentinien

Meist kann man das Wasser aus der Leitung bedenkenlos trinken, doch im Norden des Landes muss man nachfragen. Dort kann es auch nicht genießbar sein.

Gesundheit in Argentinien

Die medizinische Behandlung ist für den Touristen in Argentinien oft kostenfrei. Zumindest war das in 2018 noch so. Das überraschte uns sehr, gab uns aber etwas innere Ruhe. Sogar Impfungen erhält man kostenfrei.

Die Krankenhäuser in den Vororten oder den kleineren Städten sind nicht so überlaufen wie die in den großen Städten. Das erspart einem viel Warterei. Allerdings ist es immer sehr hilfreich, eine Person des Vertrauens für die Übersetzung ins Spanische in Begleitung zu haben.

In Resistencia erlebten wir am Krankenhaus Warteschlangen mit mehr als 100 Menschen, die mit Decke, Klappstuhl und Kühltasche ausgerüstet offensichtlich schon vor dem Hospital übernachtet hatten, um sich einen „frühen“ Termin zu sichern.

Fahrrad-Service in Argentinien

Es gibt gute Bikeshops. Und schlechte. Man fragt am besten einen einheimischen Radler, um sich die zeitraubende Sucherei zu ersparen. Bei den genannten Preisen muss man zwischen den Läden vergleichen, sonst zahlt man zu viel. Ich bekam für die gleiche 9-fach-Kette von Shimano (die CN-HG53) in verschiedenen Bikeshops 300, 440 und 520 Peso als Preis genannt.

Telefonie und Internet in Argentinien

Der Stromanschluss ist dreipolig (identisch mit dem System in Australien und Neuseeland). Man benötigt einen Adapter, um den heimischen Stecker verwenden zu können. Es gibt aber auch zunehmend Universalsteckdosen, in denen neben den Dreipol-Steckern eben auch unsere deutschen Stecker passen.

Für Telefonie gibt es Prepaid-SIM-Karten von 3 Anbietern: Movistar, Claro und Personal. Movistar hat außerhalb der Städte eine schlechte Netzabdeckung. Und Claro ist im Vergleich zu Personal etwas preiswerter.

Für unsere Zwecke reichte die Prepaid-Karte von Claro aus. Daneben gibt es noch Pläne und Pakete. Claro bietet auch einen Plan für ganz Südamerika an.

Das Telefonieren war ungewöhnlich teuer hier in Argentinien: fast 1 € für 3 min Gesprächsdauer, selbst für Ortsgespräche. Da war unsere Karte schnell leer.

WiFi ist nicht immer einfach zu finden. Viele Tankstellen bieten aber WiFi an, auch ohne Verzehrzwang. Die Verbindungsqualität ist meist recht gut, das Internet kann aber auch mal für einen halben Tag ausfallen.

In abgelegenen Regionen ist auch die Stromversorgung nicht garantiert. So erlebten wir bei Bariloche in Patagonien gleich 2 Stromausfälle über mehrere Stunden in 3 Tagen.

Bargeld-Beschaffung in Argentinien

Hier bietet Argentinien einige Besonderheiten:

Der sicherste Schutz gegen die zeitweise starke Inflation des Peso ist die Ersatzwährung: US-Dollar. Am besten bringt man sein ganzes Reisegeld in US-$ schon als Bargeld mit ins Land und tauscht dann im Land die Bedarfsmenge in Peso um. Man kann auch mit US-$ bezahlen und erhält das Wechselgeld dann in Peso ausbezahlt, doch dabei wird man leicht betrogen, wenn man die aktuellen Kurse nicht im Kopf hat.

Das birgt zwar ein hohes Diebstahl-Risiko in der Nähe gefährlicher Gegenden, doch so entrinnt man dem Spießrutenlauf, Bargeld am Geldautomaten ziehen zu müssen. Denn das ist Höchststrafe in Argentinien:

Einen Geldautomaten zu finden, ist, zumindest in den großen Städten, nicht das Problem. Doch eine erfolgreiche Transaktion mit der eigenen Kreditkarte ist dann tatsächlich Glückssache. Die nicht enden wollende Versucherei an den vielen ATMs zermürbt einen mit der Zeit so sehr, dass man sogar die extrem hohen Gebühren klaglos in Kauf nimmt, wenn es dann letztendlich doch einmal klappt.

Die Befragung des Bank-Personals im Vorfeld bringt einen kaum weiter. Es gibt nur selten jemanden in der Bank, der Englisch spricht und man erhält oft falsche Angaben. So bleibt einem nur, an den ATMs selber zu probieren.

Man erlebt über die Vielzahl der Versuche so ziemlich alles, was man sich vorstellen kann:

Entweder der Geldautomat funktioniert einfach nicht, oder er spuckt kein Bargeld aus, akzeptieren die ausländische Kreditkarte nicht oder akzeptiert nur sehr geringe Maximalbeträge.

Wenn bei mir der Prozess am ATM abgebrochen wurde und eine Fehlermeldung in Spanisch auf dem Monitor erschien, wurde ich immer nervös. Einmal dauerte es über eine Minute, bis der Automat nach dem Abbruch einer Aktion meine Karte wieder hergab.

Und in mancher Kleinstadt gibt es nur 2 Bankfilialen und 2 Geldautomaten. Dementsprechend stehen die Bürger dort in einer langen Schlange mit bis zu 10 Personen.

Mit den Tagen kristallisierte sich dann heraus, welche Banken in Frage kamen und welches Abhebe-Limit eingestellt war. Und es war teuer: den Maximalbetrag 3000 Peso (in 2018 gerade einmal 75 €) abheben kostete zwischen 248 und 370 Peso (9,25 €).

In Buenos Aires gibt es einige Banken, die an einem ihrer Geldautomaten US-$ vorhalten. Doch das half uns nicht weiter, weil die Transaktion stets abgebrochen wurde, aus welchem Grund auch immer.

In der Regel ist der Maximalbetrag pro Transaktion auf 3000, manchmal sogar auf 1000 Peso begrenzt.

Erstaunlicher Weise fanden wir in den kleineren Städten tatsächlich ab und zu das VISA-Zeichen an den betreffenden Geldautomaten. Und das Abheben klappte dort eher Störungsfrei als in Buenos Aires.

Das Panorama in Argentinien

Das Land zwischen Buenos Aires und Posadas ist flach und Wald, Wiese oder Landwirtschaft eher eintönig. In Misiones dominieren die Hügel. Der Highway weist kaum noch ebene Teilstücke auf. Es geht fast nur rauf und runter. Da kommen so einige Höhenmeter zusammen.

Auch die Pampa und Chaco bieten landschaftlich nicht sehr viel Reizvolles. Interessant wird es dagegen in Patagonien: südlich von Mendoza entlang der Anden durchfährt man auf der RN40 immer wieder landschaftliche Highlights. Ab der Sieben Seen Route bei Bariloche wird es dann traumhaft.

Die Kultur in Argentinien

Man begrüßt die Herren per Handschlag, die Damen per angedeutetem Kuss auf die Wange, oft auch schon bei der ersten Begegnung. Sehr herzlich.

Mate ist nicht nur das wichtigste Getränk im Land, sondern auch ein Stück Kultur. Mate wird in wirklich jede denkbare Alltagssituation integriert und wird mit sehr viel Tradition genossen: die klassische Calabaza und die Bombilla sind dabei untrennbar mit diesem Getränk verbunden. Ebenso wie die Thermoskanne mit heißem Wasser unter dem Arm.

Viele rauchen in Buenos Aires wohl Cannabis oder pressen die in Wasser gekochten Blätter dieser Heilpflanze zu einem milchigen Saft aus. Und viele züchten ihre Pflanzen hierzu selber im eigenen Garten.

Es gibt zwar (ab und zu) Türklingeln, aber es erscheint eher üblich, sich per Händeklatschen anzukündigen.

Der Argentinier arrangiert sich klaglos mit Missständen, ergreift aber nur selten die Initiative, deren Ursache zu beseitigen. Das gilt bestimmt auch für die vielen öffentlichen Stellen, an denen man zu jeder Tageszeit endlos lange Warteschlangen sieht: an der Kasse, vor der Arztpraxis, an der Tankstelle, am ATM, in der Bank, … eigentlich überall.

Die Sehenswürdigkeiten in Argentinien

Im Nordwesten befinden sich die Iguazú-Wasserfälle. Sie zählen zu den größten Wasserfällen der Welt und sind sowohl von argentinischer als auch von brasilianischer Seite aus zu besichtigen.

Die Ruinen einiger ehemaliger Jesuitenreduktionen findet man in der Provinz Misiones: unter anderem Santa Ana und San Ignacio Mini. Allerdings nehmen sie in Argentinien mit ca. 8 € einen fetten Eintrittspreis. Wer auch Paraguay auf seiner Route eingeplant hat, sollte dort die Jesuitenreduktionen in Trinidad besichtigen. Ist deutlich preiswerter und man bekommt mehr zu sehen. Hier unser Bericht zu den Reduktionen in Trinidad:

Die Jesuitenreduktionen

Das Sumpfgebiet „Esteros del Ibera“ ist ein Tierparadies im Südwesten von Posadas. Allerdings sind die Zugänge nicht asphaltiert.

Zum Westen und Südwesten des Landes nimmt die Dichte an Sehenswürdigkeiten enorm zu: Patagonien, die Anden, einige Nationalparks, Berge, Fjorde, Gletscher, Vulkane, …

Ergänzungen zu den Reiseinfos Argentinien

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