Reiseinfos Usbekistan – Reisetipps für den Urlaub

BucharaDiese Reiseinfos Usbekistan beruhen auf den Erfahrungen und Erlebnissen im Rahmen unserer Radreise durch Asien. Es sind Reisetipps für deine Reisevorbereitung und deinen Urlaub.

Wir waren in Usbekistan in Juni und Juli 2016 insgesamt 30 Tage mit den Fahrrädern unterwegs. Dabei sind wir, von Turkmenistan kommend, über Buchara, Samarqand, Taschkent, Shahrisabz und Boysun bis zur Grenze nach Tadschikistan geradelt. Unsere Reiseinfos Usbekistan:

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Inhaltsübersicht

 

 

Usbekistan auf OpenStreetMap

Usbekistan Karte

 

Der Baustil in Usbekistan

Die Häuser sind eher schlicht gehalten und entsprechen in der Inneneinrichtung dem zentralasiatischen, islamischen Lebensstil. Es gibt kaum Möbel, dafür aber viele Kissen, die das Sitzen oder Liegen auf dem Teppichboden bequemer gestalten.

Ein großer Raum ist meist das Zentrum des täglichen Lebens. In diesem Raum wird auch geschlafen. Die dünnen Matratzen werden tagsüber gefaltet und in einer Ecke gestapelt.

Sehr auffällig wirken im Gegensatz zur schlichten Bauweise stets die prunkvollen, riesigen Eingangstore aus der Kunstschmiede. Vermutlich stellen sie ein Statussymbol dar und sollen dem Gast ein gutes Gefühl vermitteln, wenn er ein Anwesen betritt. Nach unserem Empfinden konnte der Unterschied zwischen dem Eingangstor und der Toilette des Hauses nicht krasser ausfallen.

Auf dem Land findet man immer wieder alte, verfallene Behausungen aus Lehm. Sie vermitteln einen guten Eindruck, wie man vor noch nicht all zu langer Zeit hier wohnte.

 

Toiletten in Usbekistan

Die Toiletten sind überall im Lande in fürchterlichem Zustand. Selbst in prunkvollen Anwesen bestehen sie meist nur aus einer heruntergekommenen Bretterbude mit einem mehr oder weniger großen Loch in der Bodenfläche. Dabei erscheint einem der Holzboden manchmal derart brüchig, dass man Sorge hat, ob sie denn wirklich hält. Um mit der permanenten Geruchsbelästigung leben zu können, stehen diese Häuschen meist in einer abgelegenen Ecke des eigenen Anwesens.

 

Zelten in Usbekistan

Der Frühsommer war mit 40 – 45 °C schon viel zu heiß für das Übernachten im Zelt. Wenn immer es möglich war, suchten wir einen luftigen Unterstand oder eine der vielen Sitz-Emporen und schliefen dort mit unseren dünnen Hüttenschlafsäcken. Allerdings war uns die Erlaubnis des Eigentümers immer wichtig. Manches Mal wurden wir auch auf der Straße schon eingeladen.

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Kommunikation in Usbekistan

Mit Englisch kommt man nicht weit. Die meisten verstehen lediglich Russisch neben ihrer Landessprache. Auch die kyrillische Schrift ist ein Hindernis, wenn man kein Russisch gelernt hat.

Die Hilfsbereitschaft der Bevölkerung von Usbekistan hält sich in Grenzen. Und 4 von 5 Wegbeschreibungen sind falsch. Sie lügen eher, als dass sie zugeben, den Weg nicht zu kennen.

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Religion in Usbekistan

Wie in den anderen Ländern Zentralasiens ist der Islam die vorherrschende Religion. Und das Land ist stolz auf die vielen historischen Bauwerke, die der Islam und die alte persische Kultur hervorgebracht haben. Insbesondere in den Städten Buchara und Samarqand findet man eine unglaubliche Fülle islamischer Moscheen und Medressas.

Unsere Videos auf YouTube:

Moscheen und Medressas:    Clip1    Clip2    Clip3    Clip4    Clip5

 

Sicherheit in Usbekistan

Wir hatten nie Anlass zur Sorge um unsere Ausrüstung oder unsere Gesundheit. In den Städten ist aber sicherlich mit der üblichen Kleinkriminalität zu rechnen. Unsere Fahrräder haben wir stets abgeschlossen. Aber unsere Packtaschen konnten wir selten in sichere Räume stellen. Brauchten wir aber auch nicht. Denn es ist sehr unwahrscheinlich, dass sich ein gläubiger Muslim durch Diebstahl selber schwer belastet.

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Straßen in Usbekistan

Die allermeisten Straßen sind in einem desolaten Zustand. Riesige Krater in der Asphaltdecke, brüchige Randstreifen, starkes Seitengefälle, bröckelnde Straßendecke, sandige Passagen, grober Schotter, … all das macht das Fahren sehr mühsam.

In Taschkent erwies sich die hohe Polizei-Präsenz oft als Hindernis: wenn es einem Polizisten nicht passte, dass Radfahrer auf der neu asphaltierten Straße fuhren, mussten wir auf den Gehweg ausweichen oder Umwege fahren.

Und Regenwasser kann sich in der Stadt nach einem kleinen Gewitter schon einmal zu großen Seen aufstauen. Da haben sie mit ihrer Kanalisation offensichtlich größere Probleme.

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Straßen in Usbekistan:    Clip1    Clip2    Clip3    Clip4    Clip5

 

Verkehr in Usbekistan

Die Autowelt besteht hauptsächlich aus Daewoo Minibussen und Chevrolet-Modellen, weil die halt hier in Usbekistan produziert werden. Ausländische Fahrzeuge sind dagegen unbezahlbar durch die Einfuhrzölle in Höhe des Kaufpreises.

Man sieht fast nur die Karosserie-Farbe „weiß“. Das erleichtert bei einer Verfolgung angeblich das Untertauchen vor der Polizei.

Anschnallen ist zwar Pflicht in Usbekistan, aber es macht keiner. Lediglich für die Polizeikontrollen greifen die Hände schnell zum Gurt. Ein LKW-Fahrer warf sich dann immer nur ein Stück Gurt-Attrappe über die Schulter (erlebt beim Trampen).

Schäden und gravierende Mängel am Fahrzeug sind ganz normal. Man fährt einfach weiter. Nervös werden die Usbeken erst, wenn die Hupe nicht mehr funktioniert. Apropos Hupe: sie sind oft unerträglich laut; da wünscht man sich Gehörschutz, wenn sie alle die Dauerhupe zur Begrüßung betätigen im Vorbeifahren.

Das Radfahren in der Stadt ist in Usbekistan sehr gefährlich. Die Fahrer der öffentlichen Kleinbusse gehen alle paar Meter voll in die Eisen, um die Fahrgäste am Straßenrand mitzunehmen. Dabei sind ihnen Radfahrer und deren Bremsweg völlig egal. Das Unfallrisiko ist extrem hoch.

Unser Video auf YouTube „LKWs in Usbekistan“:    Clip

 

Trampen in Usbekistan

Trampen ist in Usbekistan deutlich schwieriger als in vielen anderen Ländern, weil die Fahrer keinen Ärger mit der Polizei bekommen wollen. Nur wenige gehen das Risiko ein und bestechen die Beamten in den Kontrollen.

Trampen auf Radreisen – Tipps

 

 

Orientierung in Usbekistan

Dank GPS und Navigation per Offline-Karte (OSM) war die Orientierung nie ein Problem. In den Städten mussten wir häufiger nach dem rechten Weg fragen, ernteten hierbei aber mehr Falschaussagen als hilfreiche Hinweise.

Die Ausschilderung ist ebenfalls keine große Hilfe. Sie ist in kyrillischer Schrift und insgesamt sehr mager.

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Das Klima in Usbekistan

Die Sommer sind trocken und sehr heiß. Wir hatten im Frühsommer (Juni/Juli) schon 40 – 45 °C. Wolken und Regen sind sehr selten, wie es ein Wüstenstaat ja auch vermuten lässt.

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Grenzen in Usbekistan

Die Grenzkontrollen sind scharf und so intensiv, wie in kaum einem anderen Land. Der Besitz und die Ein- und Ausfuhr von Codein ist strengstens verboten und wird mit Gefängnis bestraft. Es ist dringend angeraten, seine Reiseapotheke und sonstige mitgeführte Medizin vor der Einreise daraufhin zu prüfen. Die Grenzbeamten lesen sich alle Packungsbeilagen und Aufschriften mitgeführter Medikamente durch. Und wehe, sie finden Codeinhalte Arznei!

Wir mussten sämtliche Packtaschen nach dem Scannen ausräumen und zu vielen Gegenständen unserer gesamten Ausrüstung Fragen beantworten. Dabei achten die Grenzbeamten stets sehr intensiv darauf, mächtig und unfreundlich zu wirken. Das soll den Reisenden einschüchtern und macht keinen Spaß. Alle Infos zu den Einreise-Vorschriften auf der Website vom Auswärtigen Amt (externer Link).

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Bürokratie in Usbekistan

Usbekistan konfrontiert den Reisenden mit sehr viel Bürokratie. Du wirst oft einer polizeilichen Kontrolle unterzogen und musst dich ausweisen. Immer wieder werden deine Passdaten in irgendwelchen Listen manuell erfasst und viele Handlungen sind mit der Registrierung, der Deklaration bei der Einreise oder deinen Passdaten verknüpft. Bleibt zu hoffen, dass sich hieran in Zukunft einiges zum besseren ändert, denn es sind umfangreiche Reformen angekündigt.

Für Ausländer galt in der Vergangenheit eine scharfe Registrierungspflicht. Bei Übernachtungen im Hotel übernahm das die Hotelleitung, doch wenn du gezeltet hast, musstest du dich darum selber kümmern. Hattest du diese Registrierung versäumt, drohten hohe Strafen. Auch uns hatte das Thema seinerzeit all zu oft beschäftigt und bis zur Ausreise einige Sorgen bereitet.

Im Rahmen umfangreicher Reformen hat Usbekistan die Absicht verkündet, diese bürokratische Hürde ab 2020 abzuschaffen. Durch die Wirren der Corona-Pandemie sind wir uns nicht sicher, ob dieses Vorhaben heute schon umgesetzt ist. Da solltest du dich zeitnah vor der Reise informieren.

Aber auch bei der Geldbeschaffung gibt es bürokratische Hürden in Usbekistan. Es ist nicht möglich, Geld per Kreditkarte an einem ATM zu beschaffen. Und ein Umtausch an offiziellen Stellen setzte voraus, dass man eine lückenlose Registrierungs-Historie nachweisen kann. Bleibt zu hoffen, dass Usbekistan auch hier Erleichterung zulässt in der Zukunft.

 

Geldbeschaffung und Einkauf in Usbekistan

Gängige Währungen in Usbekistan sind Som und US-$. In der Bank gab es für einen Dollar 3000 Som, auf dem Schwarzmarkt zwischen 5000 und 6000 Som. Der Umtausch von € in US-$ ist hingegen in der Bank günstiger als auf der Straße. Allerdings will jede Bank die Deklaration der Geldmittel sehen, die man an der Grenze bei der Einreise ausgefüllt hatte. Und dort muss ein Betrag in € eingetragen sein, sonst tauscht die Bank nicht um. Des Weiteren wollte die Bank eine lückenlose Registrierungshistorie sehen. Inwieweit diese bürokratischen Hürden im Zuge der oben erwähnten Reformen mittlerweile abgebaut wurden, erfährst du sicher erst vor Ort auf deiner Reise.

Es gibt kleine Läden und große Märkte und Basare. Das Brot wird traditionell noch im Lehmofen gebacken.

Unsere Videos auf YouTube:

Bäckerei in Usbekistan:    Clip1    Clip2

 

Esskultur in Usbekistan

Plov ist das Nationalgericht. Sehr lecker, aber mächtig. Manchmal gibt es dazu Wodka. Des Weiteren sollte man Kazan Kabob, Samsa, Tandir und Tashkent Tea probiert haben. Alles sehr schmackhaft. Die Esskultur ist wie in den anderen Ländern Zentralasiens: Man sitzt auf dem Boden um eine Tischdecke herum. Oft wird mit den Findern (der rechten Hand) gegessen. Es gibt aber auch Besteck.

In den Restaurants findet man oft große Sitz-Emporen anstelle von Tischen und Stühlen. Und die Terrasse wird regelmäßig bewässert, um die Hitze erträglicher zu machen. Nach der Mahlzeit nutzt man diese Sitz-Emporen zum Schlafen oder Dösen.

In der Regel herrschen in Usbekistan im Sommer um die 50 °C; wir hatten mit 40-45 °C einen eher kühlen Sommeranfang erlebt. Aber uns reichte diese Temperatur schon.

 

Wasserversorgung in Usbekistan

Überall im Land muss man das Wasser aus dem Leitungsnetz filtern oder abkochen, sonst gibt es schnell derbe Magenprobleme. Uns hat es mehrmals den Magen umgedreht. Das ist bei den hohen Tagestemperaturen nicht angenehm. Trinkwasser in Flaschen sind aber auch in allen Shops käuflich erhältlich.Mit etwas Glück findest du aber auch einen dieser großen Wasserspender, an denen du auf Anfrage deine Flasche auffüllen kannst.

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Gesundheit in Usbekistan

Über die notwendigen Impfungen informiert das Tropeninstitut. Ansonsten gelten die gängigen Regeln der Hygiene (Hände waschen, Fliegen vom Essen fernhalten, usw.). Die schlimmste Gefahr stellt das Leitungswasser dar (siehe oben).

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Fahrrad-Service in Usbekistan

Die Ersatzteile-Beschaffung für hochwertige Fahrrad-Komponenten ist extrem schwierig. Es gibt nur alte russische Technik und die auch nur in den wenigen großen Städten. Sehr hilfreich war für uns die Suche nach Ersatzteilen auf dem privaten Second Hand Internet Markt. So fanden wir in Taschkent mit Unterstützung der Einheimischen einen passenden Shimano-Freilauf. Bringe Werkzeug und Ersatzteile schon bei der Einreise mit, dann bist du unabhängig.

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Strom und Internet in Usbekistan

Stromausfall kommt in Usbekistan häufiger vor. Und damit fällt dann auch das Internet aus. Wenn man mal Internet hat. Aber für schwaches Internet braucht es nicht immer einen Stromausfall. Das bekommen die Dienstleister auch so hin. Gratis! Und ein stabiler Stromfluss ist nicht immer garantiert: Viele Steckdosen sind völlig ausgeleiert. Da ist eine sichere Kontaktierung Glückssache.

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Kultur in Usbekistan

Die Gastfreundschaft in Usbekistan ist wie in vielen islamischen Ländern großartig. Man wird oft eingeladen zu einer Mahlzeit, einer Runde Schlaf auf der Sitzempore im Garten oder sogar auf eine Übernachtung im Haus.

So viele Goldzähne wie in diesem Land hatten wir vorher noch nie gesehen. So werden die privaten Ersparnisse wohl vor inflationärem Verfall geschützt. Erschreckend oft auch schon beim jungen Volk.

Das putzen der Nase ist zu Tisch ein absolutes NoGo. Räuspern und Spucken ist dagegen kein Problem. Gewöhnungsbedürftige Sitten.

 

Tropische Früchte in Usbekistan

Die Wassermelone wird hier in großen Plantagen angebaut. Dementsprechend preiswert ist sie überall im Land zu haben. Manches Mal bekamen wir von den Feldarbeitern im Vorbeifahren auch eine dieser Riesenfrüchte als Wegzehrung in die Hand gedrückt.

 

Sehenswürdigkeiten in Usbekistan

Die Fülle orientalischer Bauwerke in den Städten Buchara, Samarqand und Shahrisabz ist gewaltig. Es sind islamische Moscheen oder Medressas, also religiöse Schulen. Sehr auffällig ist an vielen dieser Gebäude der krasse Unterschied zwischen der prunkvollen, reich verzierten Fassade und der schlichten Gestaltung der Gebäude-Außenhülle auf der Rückseite.

Die Stadt Buchara

Die Stadt Samarqand

Landschaftlich hat uns die Gebirgslandschaft von Guzor bis hinter Boysun im Osten des Landes sehr gefallen. Im Westen bestehen weite Flächen im Lande aus eher eintöniger Wüste. Aber die Fahrt durch die Wüste hat auch etwas.

hinter Boysun

Unsere Videos auf YouTube:

Landschaft in Usbekistan:    Clip1    Clip2    Clip3    Clip4    Clip5

Lesetipps für die Weiterreise über Tadschikistan, Kirgistan oder Turkmenistan:

Reiseinfos Tadschikistan

Der Pamir Highway in Tadschikistan

Reiseinfos Kirgistan

Reiseinfos Turkmenistan

Radreise durch Usbekistan – Unser Reisebericht

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