Reiseinfos Albanien

Diese Reiseinfos Albanien beruhen auf den Erfahrungen und Erlebnissen auf unserer großen Radreise Richtung Asien. Dabei sind wir zweimal durch Albanien geradelt. Im Norden, von Montenegro kommend, über Shkodėr, Mirditė, Puke und Kukes bis zur Grenze zum Kosovo und im Süden, von Mazedonien kommend, über Elbasan, Berat, Apollina, Vlorė und Sarandė Richtung Griechenland.

Die Reiseinfos Albanien

Albanien auf der Karte von OpenStreetMap:

Die Bausubstanz in Albanien

Im ganzen Land sieht man überwiegend Flachbauten mit ein oder 2 Stockwerken auf Betonstelzen, die bewusst unfertig aussehen. So spart man sich die Steuer, die nach der Fertigstellung fällig wird.

Gewohnt wird im ersten Stock. Im Erdgeschoss wird ein Laden eingerichtet oder eine Autowerkstatt oder etwas anderes.

Hochhäuser haben wir lediglich in Vlore ud bei Sarande gesehen.

Auf den Dörfern im Land ist der Baustil sehr einfach und funktional gehalten. Man merkt deutlich, dass Albanien nicht zu den reichsten Ländern in Europa zählt.

Die Toiletten in Albanien

Toilettenpapier ist unüblich in Albanien. Eine Kanne mit Wasser steht stattdessen bereit.  Das ist in fast ganz Asien normal und wundert einen hier nur, weil man im „europäischen“ Albanien eben erst einmal etwas anderes erwartet hätte.

Öffentliche Toiletten sind oft sehr heruntergekommen und grenzwertig.

Zelten in Albanien

Zelten ist meist kein Problem. Man findet auf dem Land oft ruhige, abgelegene Plätze. Im Einzugsgebiet der Städte wird es schwierig. Aber auch dort ergab sich immer eine Gelegenheit. Manches Mal wurden wir auf unserer Suche nach einem Platz fürs Zelt auch eingeladen zur Übernachtung im Haus.

Die Kommunikation in Albanien

Man kommt mit Englisch ganz gut klar. Manchmal helfen einem Englisch sprechende Einheimische auch mit der Übersetzung. Doch man muss aufpassen: manch einer bittet einen nach der Konversation dann um einen kleinen Lohn in Form von Geld für seine „Dienstleistung“.

Die Religion in Albanien

Der Islam ist die dominierende Religion mit ca. 60 %. Und der Aufruf zum Gebet vom Minarett der Moscheen ist auch in den Bergen zu hören. Durch das Echo und den Hall entsteht dann oft eine sehr orientalisch anmutende Atmosphäre.

Man ist sehr tolerant gegenüber Touristen mit christlicher Religion. Es gibt keinen Kleidunsgzwang, wie beispielsweise im Iran (Hidschab für Frauen, lange Hosen für Männer) und man erfährt auch keine weiteren Einschränkungen durch irgendwelche offiziellen Institutionen.

Sicherheit in Albanien

Es gab keine gefährlichen Situationen auf unserer Durchreise. Die Bevölkerung ist friedlich und hilfsbereit. Allerdings haben wir unser gesamtes Gepäck auch immer ins Vorzelt gestellt, um kein Risiko einzugehen.

Die Sicherheit im Verkehr ist für Reiseradler überhaupt kein Problem. Es gibt nur wenig Verkehr und alle Autofahrer fahren sehr rücksichtsvoll. Denn in Albanien ist das Fahrrad eines der am häufigsten genutzten Verkehrsmittel. Mehr dazu unter „Straßen“ und „Verkehr“.

Tiere in Albanien

An wilde Hunde muss man sich gewöhnen. Sie sind aber meist friedlich. Manchmal aber eben auch nicht. Wir wurden einmal zeitgleich von 2 Seiten angegriffen und hatten unsere Mühe, das Hunderudel davon abzuhalten, uns in die Waden zu beißen. Das beste Gegenmittel ist noch, einfach anzuhalten. Dann drehen die meisten Hunde ab. Die meisten!

Alternativ hilft es, wenn man einen Stock oder ein paar Steine zum Wurf bereitliegen hat auf dem Fahrradlenker. Wir hatten uns vor Reisestart ein langes Aluminiumrohr an unseren Fahrradrahmen montiert, welches wir während der Fahrt schnell ergreifen und als Drohung zeigen konnten. Wirkte sehr effizient.

Die Straßen in Albanien

Die Straßen sind manchmal in guter Qualität. Aber es gibt auch staubige Schotterpisten und viel brüchigen Asphalt. Das war uns ein Vorgeschmack auf Asien. Wegen der hohen Staubbelastung im Bereich der Straßen gibt es an jeder Straßenecke eine Auto-Wasch-Station mit manuellem Betrieb per Dampfstrahler. Und da muss jeder Autobesitzer alle paar Tage hin, sonst ist die Sicht durch die Autoscheiben nicht mehr möglich.

Vor Kukes waren wir gezwungen, mit unseren Fahrrädern die Autobahn zu nutzen. Eine andere Verbindung gab es nicht. Ist aber halb so wild, weil sich der Verkehr auch hier in Grenzen hält.

In den Bergregionen lag stellenweise noch viel Steinschlag vom letzten Erdbeben auf der Fahrbahn. Doch solange es kaum Verkehr in den Bergen gibt, ist es kein Hindernis.

Der Verkehr in Albanien

Es gibt im Norden sehr wenig Autoverkehr. Außerhalb der Städte begegnen einem nur wenige Autos pro Stunde. Die meisten fahren Motorrad, Moped, Fahrrad oder sind mit dem Eselskarren auf der Straße unterwegs. Dadurch hat man als Radler entspanntes Fahren. Selbst in den Städten ist es relativ ruhig auf den Straßen. Die Autofahrer sind sehr vorsichtig und halten viel Seitenabstand beim Überholen.

Im Gebiet um Cėrrik und Elbasan im Süden Albaniens sind die Straßen belebter. Dort gab es sogar Staus an einigen Baustellen.

Viele alte Fahrzeuge, die den deutschen TÜV nicht mehr bestanden haben, fahren hier in Albanien herum. Insbesondere viele Mercedes-Modelle.

Der Abgasausstoß der Fahrzeuge ist deutlich höher, als wir es aus der Heimat gewohnt sind. Das nahm uns manches Mal die Luft zum Atmen.

Trampen in Albanien

Wir hatten keinen Bedarf zu trampen. Doch wir sind sicher, dass es ohne Probleme möglich ist. Die Landesbevölkerung ist sehr freundlich und hilfsbereit. Es würde uns wundern, wenn da keiner anhielte.

Unsere Tipps zum Trampen, insbesondere auf Radreisen, haben wir in einem eigenen Artikel niedergeschrieben: Tipps zum Trampen

Die Orientierung in Albanien

Es gibt nicht so viele Straßen im Land. Vor allem in den Bergen existiert meist nur eine einzige Route. Und mit GPS und Offline-Karte im Handy war die Orientierung kein Problem. Es gibt auch meist Straßenschilder und sie sind gut lesbar.

Das Klima in Albanien

Durch die Lage zwischen dem Mittelmeer im Westen und dem Gebirge im Osten des Landes gibt es regional Unterschiede im Klima. Doch allgemein betrachtet ist der Sommer heiß und trocken und der Winter mild und regnerisch.

Unsere Erfahrungen:

Wir hatten im Herbst sowohl sonnige als auch einige verregnete Tage (in den Bergen). An der Küste war das Klima sehr mild und angenehm zum Radeln.

Die Grenzen in Albanien

Albanien gehört (noch) nicht zu den Schengen-Staaten. Folglich gibt es Grenzformalitäten. Diese sind jedoch einfach und unbürokratisch.

Bürokratie in Albanien

Es gab auf unserer Reise keine Berührungspunkte mit der Polizei oder anderen öffentlichen Stellen. Somit auch keine Bürokratie.

Einkauf in Albanien

Es gibt keine großen Supermärkte, sondern nur viele kleine Läden. Die Lebensmittelgeschäfte sind dabei sehr unscheinbar und wirken fast wie versteckt. Man muss sich oft durchfragen. Haferflocken sind sehr preiswert.

Die Wasserversorgung in Albanien

Das Leitungswasser ist in der Regel nicht zum Trinken geeignet. Man beschafft sich gefiltertes Wasser oder Quellwasser: an den Straßen in den Bergen findet sich oft ein Brunnen, wo sauberes Wasser aus dem Berg sprudelt. Und auch in Vlora gab es einen solchen Brunnen. Dort stand die Bevölkerung mit 10- oder 15 Liter-Behältern Schlange und füllte sich den häuslichen Vorrat auf.

Die Gesundheit in Albanien

Das Gesundheitssystem in Albanien durften wir einmal testen. Der Zahnarzt hatte eine Praxis auf dem neusten Stand der Technik und die Behandlung war zielführend, ohne große Wartezeit und sogar kostenlos.

Aus dieser positiven Erfahrung lässt sich allerdings nicht auf den allgemeinen Zustand der medizinischen Versorgung schließen. In anderen Praxen kann es durchaus anders aussehen.

Wenn man die empfohlenen Impfungen erhalten hat und sich an die gängigen Regeln der Hygiene hält, gibt es aus unserer Sicht keine großen Risiken für die Gesundheit.

Ich hatte mir einmal den Magen verdorben, vermutlich wegen der schlechten Wasserqualität aus einer Leitung.

Das Panorama in Albanien

Auf der Strecke im Norden von Shkodėr über Mirditė bis Kukes geht es durch die Berge. Es geht dort tatsächlich nur auf und ab mit vielen Serpentien in einigen Berghängen. Auf 150 km Strecke fallen 3200 Höhenmeter an. Die Landschaft ist auf dieser Strecke jedoch traumhaft.

Im Süden ist der Llogara Parc National sehr sehenswert. Es geht hoch bis auf über 1000 Metern. Und man hat einen sagenhaften Ausblick auf die umliegenden 2000er und das Tal im Norden.
Entlang der Mittelmeer-Küste gibt es viele schöne Strände, die zum Baden einladen.

Tropische Früchte in Albanien

In Meeresnähe wachsen Feigen in freier Natur. Die haben uns so manche Mahlzeit versüßt.

Die Sehenswürdigkeiten in Albanien

Neben dem traumhaften Panorama gibt es viele kleine Dörfer mit orientalischem Flair. Nicht zuletzt der regelmäßige Aufruf zum Gebet von irgendeiner Moschee in der Nähe bewirkte diesen Eindruck. Das Treiben auf den Märkten in kleineren Städten ist ebenfalls ein Erlebnis.

Im Grenzgebiet zu Alt-Jugoslawien findet man einige der insgesamt ca. 750.000 Bunker aus unruhigen Zeiten.

Ergänzungen zu den Reiseinfos Albanien

Reiseinfos aller Länder in der Übersicht

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